Finanzen Vertriebsargument Angst: Die Corona-Tricks der Fluglinien

21:25  24 september  2020
21:25  24 september  2020 Quelle:   wiwo.de

DAX macht im Verlauf Boden gut - Dennoch Verluste am Markt

  DAX macht im Verlauf Boden gut - Dennoch Verluste am Markt Der deutsche Aktienmarkt bleibt auch im Handelsverlauf in der Verlustzone. © Bereitgestellt von Finanzen.net PHILIPPE HUGUEN/AFP/Getty Images Der DAX notiert am Mittag 0,59 Prozent schwächer bei 13.176,90 Punkten. Die zwischenzeitlich in Gefahr geratene 13.000-er Marke kann er aber verteidigen, die Verluste werden im Verlauf weniger.Die Fed will den Leitzins angesichts der Corona-Krise offenbar über Jahre hinweg an der Nulllinie belassen.

Nicht ausreichend gebuchte Flüge so frühzeitig annullieren, dass keine Entschädigung anfällt? Das ist einer der Tricks der Airlines, mit denen sie durch die Krise manövrieren. © dpa Nicht ausreichend gebuchte Flüge so frühzeitig annullieren, dass keine Entschädigung anfällt? Das ist einer der Tricks der Airlines, mit denen sie durch die Krise manövrieren.

Die Coronapandemie setzt die deutschen Airlines unter Druck. Und manche, so beobachtet der Flugrechte-Eintreiber Flightright, treibt sie auch zu einem fragwürdigen Umgang mit den eigenen Kunden.

Deutschlands Fluggesellschaften generieren während der Coronakrise mit zweifelhaften Tricks Umsätze, um ihre angespannte Liquidität etwas aufzubessern. Das zeigen Erlebnisberichte von Passagieren und Beobachtungen des Flugrechteportals Flightright. Mitunter verstießen die Airlines sogar gegen die Fluggastrechte-Verordnung der EU, heißt es von den Flightright-Juristen.

Biontech will Werk für Impfstoffproduktion übernehmen

  Biontech will Werk für Impfstoffproduktion übernehmen Ist endlich ein Corona-Impfstoff gefunden, muss es schnell in großen Mengen produziert und verteilt werden. Die Mainzer Firma Biontech rüstet sich und übernimmt dafür eine Produktionsstätte von Novartis.Das Geschäft soll noch vor Jahresende abgeschlossen werden, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Biontech plant unter Vorbehalt der behördlichen Genehmigung, in dem Werk bereits im ersten Halbjahr bis zu 250 Millionen Dosen des möglichen Impfstoffs herstellen zu können. In dem Werk in Marburg sind den Angaben zufolge rund 300 Mitarbeiter beschäftigt.

So verkaufen Airlines wie Eurowings zurzeit auch reihenweise Flüge, von denen absehbar ist, dass sie diese später streichen werden. „Viele Linien führen aktuell möglichst keine Flüge durch, die für sie nicht profitabel sind“, sagt Flightright-Gründer Philipp Kadelbach. Zugleich versuchten die Anbieter aber, ihr Flugvolumen hochzufahren. Darum böten sie die Flüge erstmal an, schauten, ob sich genug Gäste finden. Erst dann entschieden sie, ob sie den Flug durchführen oder stornieren. Eine solche Entscheidung falle typischerweise mindestens 14 Tage vor Abflug, sodass die Airlines nicht mehr verpflichtet sind, die Kunden für eine Stornierung oder Umbuchung zu entschädigen. So müssten die Linien im Zweifel nur den Ticketpreis erstatten oder einen Voucher ausgeben.

Von Sky zu Hertha BSC: Schmidt wird Geschäftsführer

  Von Sky zu Hertha BSC: Schmidt wird Geschäftsführer Hertha BSC hat mit Carsten Schmidt einen neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung vorgestellt. © imago images Steigt im Dezember bei der Hertha ein: Carsten Schmidt. Der 56-Jährige startet seinen neuen Job zum 1. Dezember. "Unser Ziel war es, den in den vergangenen Jahren stetig wachsenden Anforderungen in einem Bundesliga-Verein als Wirtschaftsunternehmen Rechnung zu tragen und die Geschäftsführung zu erweitern", erklärt Präsident Werner Gegenbauer.

Hart traf es etwa einen Passagier, der vor wenigen Tagen mit der Condor von Frankfurt nach Fuerteventura geflogen war. Mitten im Urlaub stornierte die Airline den Rückflug. Doch statt den Passagier auf einen anderen Flug umzubuchen, ließ Condor ihn stehen. „Bedauerlicherweise ist Ihr ursprünglich gebuchter Flug von einer Flugplanänderung betroffen und musste gestrichen werden. … Wir versichern Ihnen, dass ein solcher Schritt nur in Ausnahmefällen durchgeführt wird. Eine Umbuchung auf andere Fluggesellschaften wurde selbstverständlich vorab geprüft. Bedauerlicherweise kann auf keine alternativen Beförderungsmöglichkeiten zurückgegriffen werden“, hieß es in einer E-Mail an den Passagier.

Für Flightright-Chef Kadelbach ist der Fall ein klarer Verstoß gegen Artikel 9 der Fluggastrechte-Verordnung. Die Airline sei verpflichtet, einen Rückflug zu organisieren. Nicht nur sei eine Entschädigung fällig. Auch sei die Fluggesellschaft verpflichtet, solange sie keinen Ersatzflug organisiert, Unterkunft und Verpflegung zu bezahlen. Selbst wenn der Passagier zwei Monate auf den Rückflug warten müsse.

Dax dämmt Minus ein - Grenke-Aktie erholt

  Dax dämmt Minus ein - Grenke-Aktie erholt Der Dax hat am Donnerstag seine frühen Verluste zum Handelsende verringert. So schloss der deutsche Leitindex mit minus 0,36 Prozent bei 13.208,12 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Börsentitel gab um 0,25 Prozent auf 27.622,17 Punkte nach. Insgesamt hatten auf der Stimmung die Ergebnisse der jüngsten Sitzung der US-Notenbank Fed gelastet. Die Fed will den Leitzins angesichts der Corona-Krise offenkundig über Jahre hinweg an der Nulllinie belassen. Die Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses erwarten überwiegend, dass sich am gegenwärtig niedrigen Zinsniveau bis ins Jahr 2023 nichts Wesentliches ändern wird.

In einem anderen Fall annullierte Eurowings einen Rückflug von Dresden nach Düsseldorf. Statt den Passagier auf einen verfügbaren Flug am nächsten Morgen umzubuchen, schickte ihn die Airline am gleichen Tag zum Abflug ins 140 Kilometer entfernten Leipzig. Als der Passagier auf der Website auf den für den nächsten Morgen verfügbaren Flug von Dresden nach Düsseldorf umbuchen wollte, sollte dies etwa 100 Euro mehr kosten. Auch das ist laut Kadelbach nicht in Ordnung. „Bei Annullierung hat der Gast den Anspruch entweder auf eine Erstattung des Ticketpreises oder eine alternative Beförderung vom gleichen Flughafen zum nächstmöglichen Zeitpunkt.“ Sonst handle es sich um eine Verletzung von Artikel 8 der Fluggastrechte-Verordnung.

Eurowings teilte auf Anfrage mit, dass die Airline diese Umbuchung bedaure: „Selbstverständlich können sich Kunden in diesem Fall nach Erhalt der Information an das Call Center wenden und sich kostenfrei auf die ursprüngliche Destination umbuchen lassen, sodass die zusätzliche Gebühr entfällt“, so Eurowings.

Dax schließt knapp im Minus - Woche der Notenbanksitzungen

  Dax schließt knapp im Minus - Woche der Notenbanksitzungen Vergeblich hat der Dax zum Wochenauftakt den Anstieg auf ein neues Hoch seit Beginn des weltweiten Corona-Börsencrashs versucht. Nach Kursgewinnen im frühen Handel blieb der deutsche Leitindex bei über 13.300 Punkten stecken - und fiel anschließend wieder zurück. Am Schluss des Tages stand für den Dax ein Minus von 0,07 Prozent auf 13.193,66 Punkte zu Buche. Der MDax der mittelgroßen Titel legte dagegen um 0,84 Prozent auf 27.574,57 Punkte zu, angetrieben von Index-Schwergewichten wie Airbus, Zalando und Puma.

Zusätzliche Einnahmen generieren die Linien während der Coronakrise auch mit dem Verkauf von Sitzplätzen, auf denen sich der Passagier sicherer fühlt. So berichtet ein Fluggast von einem Fall, bei dem er automatisch einen Mittelplatz zugewiesen bekam. Die Umbuchung auf einen in seinen Augen sichereren Gangplatz derselben Reihe war allerdings nur für eine zusätzliche Gebühr zu haben, weil er einen Billigtarif gebucht hatte.

Eurowings hat aus der Angst vor dem Virus inzwischen sogar ein kleines Geschäft gemacht. „Bei Eurowings gibt es die Möglichkeit, sich einen freien Mittelplatz zu Ihrer Buchung dazu zu buchen – dieser Zusatz-Komfort kann bereits ab 18 Euro gebucht werden“, heißt es von der Airline. Laut Flightright-Gründer Kadelbach, ist das zwar Marktwirtschaft und damit rechtlich auch okay. Es sei allerdings ethisch fragwürdig, weil Angst als Vertriebsargument eingesetzt werde.

Mehr zum Thema: Aerosole: Wie das Prinzip Zahnarztpraxis bei der Corona-Eindämmung helfen könnte


Video: Lufthansa will Corona-Schnelltests für Passagiere anbieten (SAT.1)

Wizz Air: „Die Lufthansa kann den Kredit nie zurückzahlen“ .
Wizz Air: „Die Lufthansa kann den Kredit nie zurückzahlen“József Váradi, 56, gründete Wizz Air im Jahr 2003. Der ungarische Ultrabilligflieger war 2019 die profitabelste Fluglinie Europas. Der Sohn ungarischer Systemkritiker begann seine Karriere beim Konsumgüterriesen Procter & Gamble.

—   Teilen Sie Neuigkeiten in der SOC. Netzwerke
usr: 1
Das ist interessant!