Finanzen GRENKE-Aktie erholt - Viceroy äußert sich wieder - BaFin durchforstet auch den Jahresabschluss

18:47  30 september  2020
18:47  30 september  2020 Quelle:   finanzen.net

GRENKE-Aktie mit Stabilisierungsversuch nach Kurshalbierung: Statement angekündigt - Staatsanwaltschaft ermittelt

  GRENKE-Aktie mit Stabilisierungsversuch nach Kurshalbierung: Statement angekündigt - Staatsanwaltschaft ermittelt Durchatmen bei den Anlegern von GRENKE: Nach dem Verlust von mehr als 50 Prozent in zwei Handelstagen nach einer Attacke von Leerverkäufern haben die Papiere am Donnerstag im zweistelligen Prozentbereich zugelegt. © Bereitgestellt von Finanzen.net Servais Mont/Getty Images Sie bauten ihren Gewinn noch etwas weiter aus, nachdem GRENKEzu den Vorwürfen Stellungnahmen angekündigt. Zuletzt gewannen sie 27,42 Prozent auf 34,02 Euro, nachdem sie im frühen Handel zunächst noch weiter nach unten gerauscht waren und mit 23,92 Euro ein Tief seit 2014 erreicht hatten.

Der Erholungsversuch der Aktien von GRENKE ist am Mittwoch nach 6,4 Prozent Kursplus leicht ins Stocken geraten.

DANIEL ROLAND/AFP/Getty Images © Bereitgestellt von Finanzen.net DANIEL ROLAND/AFP/Getty Images

Zuletzt lagen die GRENKE-Papiere des Leasingspezialisten via XETRA noch mit 4,77 Prozent im Plus bei 31,60 Euro.

Der Shortseller Viceroy, der mit seinen Vorwürfen Mitte des Monats für eine Kurshalbierung gesorgt hatte, reagierte nun auf das Interview des Unternehmensgründers Wolfgang Grenke im "Handelsblatt". Viceroy sah die Aussagen als "voller Widersprüche und selbstbelastend".

Grenke will Viceroy-Vorwürfe aus dem Weg räumen

  Grenke will Viceroy-Vorwürfe aus dem Weg räumen Die an der Börse unter Druck geratene Leasingfirma wehrt sich. Die Anschuldigungen des Investors seien falsch, haltlos und frei erfunden. Bilanzprüfer sollen dies belegen. Wie reagieren Anleger?«Nach einhelliger Auffassung des Vorstandes und des Aufsichtsrates sind sämtliche Anschuldigungen in allen Themenbereichen unbegründet», hieß es in einer umfangreichen schriftlichen Stellungnahme.

Das Unternehmen hat vor zwei Wochen ein Sondergutachten in Auftrag gegeben, um die Vorwürfe zu entkräften. Seither versuchen sich die Aktien, auf dem tiefsten Niveau seit 2015 zu stabilisieren.

BaFin durchforstet bei GRENKE auch den Jahresabschluss

Die Finanzaufsicht BaFin führt zusätzlich zu ihrer Sonderprüfung bei GRENKE auch die klassische Jahresabschlussprüfung durch.

Damit übernimmt die Bonner Behörde die Aufgabe der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR), die eigentlich dafür zuständig ist, wie sie am Mittwoch mitteilte. Es ist ein äußerst seltener Vorgang, dass die BaFin diese Ausgabe der DPR an sich zieht. Die BaFin durchleuchtet nun die Bilanz 2019 sowie den Lagebericht von GRENKE. Dem MDAX-Unternehmen wird von dem Investor Fraser Perring unter anderem Betrug, Bilanzfälschung und Geldwäsche vorgeworfen. GRENKE weist die Behauptungen zurück und versprach Kooperation mit den Aufsehern.

GRENKE-Aktie knickt ein: GRENKE gibt weitere Prüfung in Auftrag - Gründer lässt AR-Mandat ruhen

  GRENKE-Aktie knickt ein: GRENKE gibt weitere Prüfung in Auftrag - Gründer lässt AR-Mandat ruhen Der Leasinganbieter GRENKE zieht Konsequenzen aus den von dem Short-Seller Viceroy Research vorgebrachten Anschuldigungen. © Bereitgestellt von Finanzen.net Andrew Burton/Getty Images Der MDAX-Konzern kündigte an, das in der Kritik stehende Franchise-System des Unternehmens unabhängig prüfen zu lassen. Auch eine Integration in den Konzern werde erwogen. Unternehmensgründer Wolfgang GRENKE lasse sein Aufsichtsratsmandat unterdessen ruhen, um Interessenskonflikte zu vermeiden.

Grund für die umfassende Prüfung der Vorgänge bei der Baden-Badener Leasingfirma ist der Bilanzskandal bei dem pleite gegangenen Zahlungsabwickler Wirecard. Die BaFin und die DPR rückten dadurch in der Öffentlichkeit in schlechtes Licht. Ihnen wird vorgeworfen, die milliardenschweren Luftbuchungen, die schließlich zur Insolvenz von Wirecard führten, nicht entdeckt zu haben. BaFin-Direktor Raimund Röseler hatte gesagt, der Wirecard-Fall führe dazu, dass die BaFin bei GRENKE "ganz sensibel" hinschaue und sämtliche aufsichtsrechtliche Instrumente in Erwägung ziehe.

Im Gegensatz zu Wirecard steht die 1978 gegründete GRENKE AG, die auf die Vermietung von IT-Ausrüstung und Büroausstattung fokussiert ist, voll unter der Aufsicht der BaFin. Bereits vor ein paar Tagen startete sie bei GRENKE mit einer Sonderprüfung nach §44 Kreditwesengesetz.

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GRENKE-Aktien letztlich stärker: Bericht über Geldwäscheverdacht - Trotzt Vorwürfen mehr Neugeschäft .
Der nach Vorwürfen der Bilanzmanipulation unter Druck stehende Leasing-Spezialist GRENKE kann im Tagesgeschäft punkten. © Bereitgestellt von Finanzen.net INDRANIL MUKHERJEE/AFP/Getty Images Im vergangenen Quartal hat das Unternehmen etwas mehr Leasing-Neugeschäft verbucht als erwartet, wie GRENKE am Freitag in Baden-Baden mitteilte. Der Wert lag aber nach wie vor deutlich unter dem Niveau des Vorjahres.Das MDAX-Unternehmen ist nun auch in den Fokus der "Financial Intelligence Unit" (FIU) geraten, der Geldwäsche-Spezialeinheit des Zolls.

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