Finanzen "Klassisches Suchtverhalten": Wirtschaftspsychologe warnt Unerfahrene vor der Nutzung von Tradingapps

23:25  22 oktober  2020
23:25  22 oktober  2020 Quelle:   businessinsider.de

Für Mick Schumacher wird es jetzt ernst

  Für Mick Schumacher wird es jetzt ernst Die Last, die Mick Schumacher aufgrund seines berühmten Vaters aushalten muss, ist groß. Doch vor seinem Formel-1-Debüt lernt der Youngster damit umzugehen. © Bereitgestellt von sport1.de Für Mick Schumacher wird es jetzt ernst Er ist schneller als jeder Gegner: der berühmte Nachname, in dessen Windschatten er sich immer wieder ansaugt, doch überholen kann er ihn nicht. S-C-H-U-M-A-C-H-E-R. Oder wie ihn die Briten mit extremem Respekt, ja sogar mit mehr Furcht als Liebe aussprechen: S-H-O-E-M-A-K-E-R.Irgendwann hat Mick Schumacher (21) beschlossen, es aufzugeben, der Legende davonzufahren.

Bunte Farben und eine Bestätigung durch virtuelles Konfetti. Dazu noch ein Aktienkauf mit äußerst geringem Aufwand und niedrigen Kosten — fertig ist die Mischung, die die US-Tradingapp Robinhood erfolgreich machte. In Deutschland ist sie zwar (noch) nicht aktiv, doch längst gibt es auch hierzulande Apps, die den Aktienkauf und das Trading vereinfachen und auch aggressiv damit werben.

Mit Erfolg. Broker-Apps boomen in der Corona-Pandemie, besonders in Deutschland. Laut einer Auswertung des Berliner Adtech-Startups Adjust, ist die Installation entsprechender Apps in Deutschland im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 um 140 Prozent gestiegen. Mit diesem Wachstum liegt Deutschland weltweit auf Rang eins. Das Online-Finanzmagazin Finance Forward berichtete über die Studie.

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  5 Dinge, die du diese Woche wissen musst: Europa will die Macht der Tech-Konzerne brechen Jeden Montagmorgen berichten wir über fünf Dinge, die zum Wochenstart wichtig sind. Diesmal geht es unter anderem um den Digital-Services-Act, Amazon, den EuGH und Instagrams zehnten Geburtstag. © mit dpa Margrethe Vestager und die EU-Kommission planen ein neues Gesetz für die Unternehmen von Zuckerberg, Pichai und Bezos. Wie gehen Gesellschaften damit um, wenn wichtige Teile der digitalen Infrastruktur von nur einer Handvoll Großkonzerne kontrolliert werden? Diese Frage beschäftigt derzeit Politiker auf beiden Seiten des Atlantiks.

Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Zum einen hat sich grundlegend die Einstellung vieler Deutscher zum Aktienmarkt geändert. Durch die coronabedingte Freizeit beschäftigen sich viele Sparer mit den Finanzmärkten und suchen Alternativen zu Sparbuch, Girokonto, Tagesgeld und Co.

Trading-Apps präsentieren Geldanlage auf völlig neuem Weg

Zum anderen, so Wirtschaftspsychologe Winfried Neun im Gespräch mit Business Insider, treiben auch Sorgen die Deutschen in dem Bereich an. „Der Lockdown im Frühjahr hat viele Menschen besorgt, dass ihr gewohntes Leben sich innerhalb kürzester Zeit radikal verändern kann. Darum spielte das Thema Geld und Vorsorge plötzlich eine größere Rolle als zuvor“, sagt er.

Mit ihren Angeboten waren Trading-Anbieter, die an jedem Handel ihrer Kunden verdienen, zur richtigen Zeit am Markt. Sie vermelden in der Werbung, wie leicht der Kauf und Verkauf von Aktien auf ihrer Plattform sei. Das komplexe Thema der Geldanlage lockt plötzlich mit simpler Umsetzung und niedrigen Kosten. Grundsätzlich gut, allerdings nicht für Sparer, die sich bisher gar nicht und nur wenig mit dem Aktienmarkt auseinandergesetzt haben.

Lakers vergessen Spieler nach Kabinen-Party

  Lakers vergessen Spieler nach Kabinen-Party Die Lakers gewinnen den NBA-Titel. Nach der anschließenden Kabinen-Party wird ein Spieler vergessen. Dieser muss seine Kollegen via Social Media auffordern, umzudrehen. © Bereitgestellt von sport1.de Lakers vergessen Spieler nach Kabinen-Party Schaut man sich die Saison der Los Angeles Lakers an, ist Quinn Cook niemand, der sonderlich aufgefallen ist.Der Point Guard spielte kaum: Lediglich fünf Einsätze in Playoff-Spielen und ein Kurzeinsatz von 1:32 Minuten gegen die Miami Heat in den Finals hat er auf seinem Konto.

„Die Anbieter von Trading-Apps setzen auf eine neue Art der Präsentation und simplifizieren das Thema Geldanlage, wodurch sie besonders Unerfahrene ansprechen“, sagt Wirtschaftspsychologe Neun. Das könne schnell zur Gefahr werden.

Wirtschaftspsychologe: "Ich halte diese Entwicklung für besorgniserregend"

„Ich halte diese Entwicklung für besorgniserregend, weil auf diesem Weg ein Suchtverhalten der Nutzer gefördert wird. Wer sich mit dem Thema Geldanlage nicht auseinandergesetzt hat, sieht in dieser Art des Handelns eher eine Art Wette“, sagt Neun. Nutzer könnten zunächst allerdings die Risiken nicht abschätzen und selbst später, wenn sie kognitiv Risiken erkennen, überwiegen die Emotionen, die immer wieder einen neuen „Kick“ suchen. „Es geht den Nutzern nicht um das Geldverdienen an sich, sondern um das Gefühl schlauer zu sein als alle anderen, beziehungsweise schnelle Gewinne einzufahren. Das ist ein klassisches Suchtverhalten“, warnt er.

„Ein Sprung ins Eisbad“ - Nico Hülkenberg im Interview

  „Ein Sprung ins Eisbad“ - Nico Hülkenberg im Interview Nico Hülkenberg ist der perfekte Edelreservist. Wir haben uns mit dem Rheinländer über den verrückten Einsatz am Nürburgring unterhalten, den Anruf von Helmut Marko und seine Aussichten als Stammfahrer für 2021.Hülkenberg: Ja, schon noch schwieriger. Ich hatte zwar die Silverstone-Erfahrung im Hinterkopf, und es war das gleiche Team, im Prinzip das gleiche Auto, aber es hatte sich halt doch etwas verändert seit meinen zwei Einsätzen in Silverstone. Es ist eine andere Rennstrecke. Direkt rein in die Qualifikation, das ist kein Sprung ins kalte Wasser, das ist ein Sprung in ein Eisbad. Es war mir von vornherein klar, dass ich nicht über den letzten Startplatz hinauskommen werde.

Ohne ein gewisses Maß an Finanzbildung lassen sich die Risiken am Aktienmarkt nicht konkret einschätzen. Dass eine lange Haltedauer und eine breite Streuung das Risiko am Aktienmarkt minimiert und die Angebote in erster Linie den schnellen Kauf und Verkauf einzelner Aktien bewerben, widerspricht sich dabei. Zudem verdienen die Angebote an jedem Trade ihrer Kunden, was einen Interessenkonflikt an sich bedeutet.

„Nutzer haben den Eindruck, das Chance-Risiko-Verhältnis beträgt 50:50. Mit einer gewissen Vorbildung und einer Analyse von Unternehmen lassen sich am Finanzmarkt allerdings Risiken ausschließen", sagt Neun. Doch darum gehe es vielen der Nutzer gar nicht. Eine weitere Gefahr: Nach dem ersten Verlust könnten Neulinge ihre Einsätze erhöhen und damit noch schneller und noch mehr Geld verlieren.

Virtuelles Konfetti und eine Aufmachung wie Candycrush bringen Erfolg

Winfried Neun ist nicht alleine mit seiner Einschätzung. Scott Galloway, Professor an der New York University, beschäftigte sich im Juni in einer Analyse mit den Eigenschaften der Robinhood-App. Sie sei bewusst darauf ausgelegt, Nutzer süchtig zu machen, urteilt er. Eine farbige Oberfläche, ähnlich dem Smartphone-Spiel Candycrush seien ebenso dafür verantwortlich wie digitales Konfetti, das Meilensteine feiert.

Fragezeichen zu neuem Paket - McLaren verliert Platz drei

  Fragezeichen zu neuem Paket - McLaren verliert Platz drei McLaren verließ den Nürburgring mit einem fünften Platz und vielen Fragezeichen. Die Upgrades bereiten dem Team Kopfzerbrechen. Lando Norris war im alten MCL35 schneller als Carlos Sainz im neuen – scheiterte aber an einem Motor-Defekt.Das obere Mittelfeld schiebt sich zusammen. Es entscheiden Kleinigkeiten. Momentan ist es das bessere Verständnis für das Auto, was für Renault und Racing Point und gegen McLaren spricht. Der Renault ist inzwischen der beste Allrounder im Mittelfeld. Gut auf Strecken mit wenig oder viel Anpressdruck. Das war vor ein paar Monaten noch anders. Da strauchelte Renault in Ungarn und Barcelona. Jetzt kann der R.S.20 auch gute Rennen mit großen Flügeln ablegen.

Doch woran liegt es, dass diese kleinen Kniffe ausreichen, eine breite Masse anzusprechen? „Die Haupt-Zielgruppe der Apps sind junge Erwachsene bis etwa 35 Jahren und diese sind es gewohnt, mit Bildern angesprochen oder durch virtuelle Effekte Bestätigung zu erhalten", erklärt Winfried Neun. Somit sei es verständlich, dass Anbieter sich dies zunutze machen. "Allerdings ist diese Art der Kommunikation vielleicht für Wetten in Ordnung, für den Bereich Geldanlage ist so etwas unverantwortlich“, sagt er.

Unser Gehirn sei in zwei Systeme aufgeteilt. Während die rechte Hälfte für schnelle, spontane Entscheidungen verantwortlich ist, brauchen wir die linke Hälfte zum Abwägen und Nachdenken — das ist im Vergleich aber anstrengender und verbraucht mehr Kalorien. „Unser Körper will aber evolutionsbedingt möglichst wenig Energie aufwenden, um Entscheidungen zu treffen. Daher entscheidet man sich leichter spontan.“

Warnhinweise wie auf Zigarettenschachteln

Die Anbieter der neuen Trading-Apps schaffen es dagegen mit der Simplifizierung der Geldanlage, eines vermeintlich komplexen Themas, die rechte Gehirnhälfte anzusprechen und spontane Entscheidungen zu provozieren. Dabei wird zudem suggeriert, dass man auf schnellem Weg reich werden könnte.

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  Herbstliche Wanderungen in Deutschland - Stellplatz-Tipps für die Top-10-Wanderwege Wandern erfreut sich in diesem Jahr dank des Corona-Virus einer noch größeren Beliebtheit. promobil verrät, wo die besten Wanderwege in Deutschland zu finden sind. Plus: Die passenden Stellplätze. © golero/gettyimages 1. Platz: Den ersten Platz belegt der Rennsteig in Thüringen, der mit 170 Kilometern zwischen Hörschel und Eisenach entlang führt. Ab in die Natur und weit weg von den Menschenmassen? Diesen Herbst ist es doppelt verlockend, Deutschlands schönste Wanderwege zu erkunden. Wir zeigen Ihnen die Top-10-Routen und Stellplätze fürs Wohnmobil.1.

Um auf Gefahren hinzuweisen, sollte es Aufklärungsvideos und deutliche Warnhinweise zu einer drohenden Suchtgefahr geben, fordert Neun. Als Beispiel nennt er Warnungen auf Zigarettenschachteln. „Auf diesem Weg würde eine öffentliche Diskussion in Gang gesetzt, dass es klare Abgrenzungen zwischen Wetten und Geldanlage geben muss.“

Das Problem: Langfristig könnte sich die Wut der Nutzer, die Geld verloren haben, auf den gesamten Finanzmarkt projizieren und nicht auf das Geschäftsmodell der Vereinfachung des Themas. Sie sind enttäuscht über ihre Verluste und den vermeintlich gefährlichen Aktienmarkt. "Diese Diskussion kann wiederum auch Anleger mit entsprechender Finanzbildung verunsichern und von der Geldanlage abhalten", sagt Neun.

  © Bereitgestellt von Business Insider Deutschland

Wer sich bereits mit dem Finanzmarkt beschäftigt hat und gezielt entsprechende Angebote wegen beispielsweise der geringen Kosten nutzt, kann tatsächlich von den Plattformen profitieren. Die Gefahr besteht aber für Neulinge. „Wer solche Angebote der Trading-Apps ohne Vorwissen nutzt, muss wissen, dass er eine Wette eingeht. Es geht nicht um einen nachhaltigen Vermögensaufbau", warnt Neun.

"Wenn man das weiß und diese Risiken in Kauf nimmt, liegt es in der Verantwortung jedes Einzelnen, ob er diese eingehen möchte", fügt er hinzu. Allerdings müssten Nutzer deutlicher als bisher auf das teilweise erhebliche Risiko hingewiesen werden.

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