Finanzen Bericht der Hilfsorganisation Oxfam: Coronakrise verschärft weltweit soziale Ungleichheit

07:15  25 januar  2021
07:15  25 januar  2021 Quelle:   tagesspiegel.de

Anspruch vs. Leistung: Das traurige Doppelleben der Hertha

  Anspruch vs. Leistung: Das traurige Doppelleben der Hertha Nicht nur die Verantwortlichen haben sich in dieser Saison mehr von Hertha BSC erhofft. Auch Fans und Experten gingen aufgrund der namhaften Neuzugänge euphorisch in die neue Spielzeit. Kurz vor dem Hinrundenende ist der Abstand zur Abstiegszone deutlich geringer als der zu den Europapokal-Plätzen.Der 3:0-Sieg gegen den FC Schalke 04 zum Jahresauftakt der Bundesliga machte nicht nur den Hertha-Fans Mut, sondern auch Trainer Bruno Labbadia. "Ich hoffe, dass wir so weitermachen, dass wir die Konsequenz übernehmen", so der 54-Jährige nach dem Sieg bei "Sky". Spoiler: Sie machten es nicht.

Weltweite Ungleichheit . Die Oxfam -Aktivisten haben fast 300 Ökonomen und Ökonominnen weltweit befragt und stützen sich bei ihrer Analyse auf die Aussage "führender Ungleichheitsforscher" wie den US-Wirtschaftswissenschaftler Jeffrey Sachs, die indische Ökonomin Jayati Ghosh und den

Eine Hilfsorganisation ist eine Organisation mit dem Zweck, Menschen oder Tieren zu helfen oder Sachwerte wie besonders schützenswerte Kulturgüter zu schützen. Humanitäre Hilfsorganisationen konzentrieren sich auf die Hilfe für Menschen.

In der Pandemie wird fast überall die Kluft zwischen Arm und Reich deutlich – und zwischen Hautfarben. Oxfam fordert einen radikalen Systemwechsel.

Coronakrise trifft die Armen besonders hart: Verteilung von Hilfsgütern in Guatemala © Foto: dpa/AP/Moises Castillo Coronakrise trifft die Armen besonders hart: Verteilung von Hilfsgütern in Guatemala

Die Coronakrise ist vorbei – für die Reichsten unter uns. Zu diesem Schluss kommt jedenfalls die Nicht-Regierungs-Organisation Oxfam in ihrem jährlich erscheinenden Ungleichheitsbericht. In diesem Jahr trägt er den Titel „Das Ungleichheits-Virus“. Dort prangern die Aktivisten an, dass die wenigen Milliardäre ihr Vermögen in der Krise sogar noch ausbauen konnten, während die vielen Armen auf dem Planeten wohl noch über Jahre an den Folgen der Pandemie zu leiden haben.

Branko Milanović: "Ungleichheit führt zu einer neuen Aristokratie"

  Branko Milanović: Erstmals in der Geschichte dominiert ein Wirtschaftssystem die Welt: der Kapitalismus. Der serbisch-amerikanische Ökonom Branko Milanović zeigt die Probleme auf, die sich aus der wachsenden sozialen Ungleichheit ergeben. © picture-alliance/W. Steinberg Provided by Deutsche Welle DW: Bei der Analyse des globalen Kapitalismus unterscheiden Sie zwischen dem System des "liberalen Kapitalismus" und dem des "politischen Kapitalismus". Wo liegen die Hauptunterschiede? Branko Milanović: Die Vereinigten Staaten und China sind ausgeprägte Beispiele für die beiden Systeme.

Die soziale Ungleichheit nimmt laut der Hilfsorganisation Oxfam weltweit wieder zu. So habe sich in den zehn Jahren seit der Finanzkrise die Zahl der Milliardäre weltweit nahezu verdoppelt. Allein im vergangenen Jahr seien ihre Vermögen um insgesamt rund 900 Milliarden US-Dollar gewachsen.

Die soziale Ungleichheit nimmt weltweit zu - und das immer schneller: Die 62 reichsten Menschen besitzen so viel wie die Hälfte der Weltbevölkerung, berichtet die Hilfsorganisation Oxfam im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos.

Die Ungleichheit wächst; mit diesem Satz oder Abwandlungen seiner konfrontiert Oxfam die Weltöffentlichkeit regelmäßig im Vorfeld des Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos, wo sich einmal im Jahr die reichsten und mächtigsten Menschen der Welt treffen, um über die Probleme des Planeten zu diskutieren. In diesem Jahr findet der Gipfel nur virtuell statt; am heutigen Montag startet er.

Der Ungleichheitsbericht von Oxfam erscheint dennoch wie gewohnt. Doch während ihn ebenso ritualisiert Jahr für Jahr die Kritik verfolgt, wissenschaftlichen Standards nicht zu genügen, zeigt er in diesem Jahr Probleme auf, die nur schwer von der Hand zu weisen sind – und fordert radikale Maßnahmen.

Die Kernaussage des diesjährigen Berichts macht Oxfam an konkreten Zahlen fest. „Während die 1000 reichsten Menschen ihre Verluste in der Coronakrise in nur neun Monaten wettmachten, könnte es mehr als ein Jahrzehnt dauern, bis sich die Ärmsten von den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie erholt haben“, lautet die These von Oxfam.

Coronakrise trifft Barca hart: Gesamtverschuldung wächst auf 1,17 Milliarden Euro

  Coronakrise trifft Barca hart: Gesamtverschuldung wächst auf 1,17 Milliarden Euro Der Schuldenberg des FC Barcelona hat in der Coronakrise die Milliardengrenze durchbrochen. © Bereitgestellt von sport1.de Coronakrise trifft Barca hart: Gesamtverschuldung wächst auf 1,17 Milliarden Euro Der Schuldenberg des FC Barcelona hat in der Coronakrise die Wie der 26-malige spanische Fußballmeister bekannt gab, beträgt die Gesamtverschuldung des Klubs um Superstar Lionel Messi 1,17 Milliarden Euro. Zudem teilte Barca in seinem Wirtschaftsbericht mit, dass die kurzfristigen Verbindlichkeiten bei 730,6 Millionen Euro liegen.

Oxfam hat seinen neuesten Bericht zur Vermögensverteilung vorgelegt. Die soziale Kluft nimmt demnach hierzulande wie auch weltweit zu. Laut der Hilfsorganisation war der Reichtum noch nie in den Händen so weniger Menschen konzentriert.

Anzeige. Aktuell Welt. Oxfam : Soziale Ungleichheit wächst schockierend schnell. Die soziale Ungleichheit wachse schockierend, heißt es in dem jetzt in Berlin veröffentlichten Dokument. Sie besäßen damit genauso viel, wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung zusammen, so der Bericht .

1,12 Billionen Dollar mehr für die Reichsten

Demnach soll das Vermögen der zehn reichsten Männer der Welt seit Februar 2019 um fast eine halbe Billion US-Dollar auf 1,12 Billionen US-Dollar angestiegen sein. Mit diesem Betrag könnte Oxfam zufolge die gesamte Weltbevölkerung gegen Covid-19 geimpft werden. Erstmalig drohe in fast allen Ländern gleichzeitig eine Verschärfung der Ungleichheit.

Oxfam macht diesen Begriff aber nicht nur am Wohlstand fest, sondern beleuchtet auch die Unterschiede zwischen Geschlechtern und Hautfarben. So sei in Brasilien die Gefahr, an Corona zu sterben, für Menschen mit nicht weißer Hautfarbe 40 Prozent höher als für weiße Menschen. In den USA würden laut Oxfam fast 22.000 schwarze Menschen und Menschen mit lateinamerikanischer Migrationsgeschichte noch leben, wäre die Gefahr an Covid-19 zu sterben für sie genauso groß wie für weiße Menschen.

Warum Elizabeth Warren eine Vermögenssteuer als eine Lösung für das „Leiden“ einer K-förmigen Erholung ansieht

 Warum Elizabeth Warren eine Vermögenssteuer als eine Lösung für das „Leiden“ einer K-förmigen Erholung ansieht Senatorin Elizabeth Warren. Senatorin Elizabeth Warrens fordert erneut eine Vermögenssteuer , die sich auf das "Leiden" der K-förmigen Erholung konzentriert. Die Vermögenssteuer war ein wichtiger Bestandteil von Warrens Präsidentschaftskampagne. Während der Pandemie sind Vermögenssteuern immer beliebter geworden, um Hilfe zu leisten. Weitere Informationen zu finden Sie auf der Homepage von Business Insider.

Eine neue Studie der Hilfsorganisation Oxfam ergibt, dass die 62 reichsten Menschen der Erde genausoviel besitzen wie die gesamte ärmere Hälfte der Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst laut der Organisation Oxfam . Sie fordert eine radikal neue Steuerpolitik, um die Ungleichheit zu lösen.

Die Hilfsorganisation Oxfam prangert die Ungleichheit in der Welt an. Die zunehmende soziale Ungleichheit sei kein Naturgesetz, sondern die Folge politischer Entscheidungen. Weltweit lebten immer noch sieben von zehn Menschen in einem Land, in dem die Einkommensungleichheit

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Frauen seien besonders von den Folgen von Corona betroffen, weil in den Sektoren, in denen durch die Pandemie besonders große Einkommens- und Arbeitsplatzverluste drohen, 49 Prozent der berufstätigen Frauen beschäftigt seien, aber nur 40 Prozent der Männer, so Oxfam. Für den Bericht hat die NGO 295 Ökonomen aus 79 Ländern befragen lassen.

"Symptome bekämpfen reicht nicht"

„Die tiefe Kluft zwischen Arm und Reich erweist sich als ebenso tödlich wie das Virus“, sagt Tobias Hauschild, Leiter des Teams „Soziale Gerechtigkeit“ von Oxfam Deutschland. „Konzerne und Superreiche müssen jetzt ihren fairen Beitrag leisten, um die Krise zu bewältigen.“ Doch das allein reiche nicht aus, fügt er an.

Und tatsächlich geht es Oxfam um nichts weniger als einen radikalen Systemwechsel. „Märkte und Politik sind weltweit so gestaltet, dass kurzfristige Gewinninteressen zu oft über das Gemeinwohl triumphieren“, so Hauschild. Diese zerstörerische Logik müsse umgedreht werden, fordert er, meint jedoch, dass „mächtige Wirtschaftsinteressen“ bislang den Wandel verhindern. „Deshalb reicht es nicht, Symptome zu bekämpfen“, lautet seine Schlussfolgerung. „Wir müssen die Ursachen sozialer Ungleichheit an der Wurzel packen und unsere Wirtschaft solidarisch und ökologisch gerecht umgestalten.“

Gene Hackman: Sein Leben in Bildern

 Gene Hackman: Sein Leben in Bildern © Adrian Wyld / Die kanadische Presse Die stellvertretende Premierministerin und Finanzministerin Chrystia Freeland, die hier im November 2020 abgebildet ist, hat diese Woche Konsultationen für ihr erstes Budget eingeleitet.

Neues Kartellrecht, Haftung für Vorstände

In dem Bericht fordert Oxfam dann auch, „Profitmaximierung zum alleinigen Wohl“ der Kapitalgeber oder Eigentümer nicht mehr zu erlauben. Stattdessen müssten die Interessen aller Betroffenen in Entscheidungsprozessen berücksichtigt werden. Um zu kontrollieren, dass die Gewinnausschüttung an Eigentümer auch wirklich begrenzt wird und Investitionen in eine sozial und ökologische Transformation auch wirklich getätigt werden, sollen Aufsichtsräte und Vorstände dafür haften. Zudem soll das Kartellrecht nach Oxfams Vorstellungen nicht mehr länger das Wohl der Konsumenten, sondern das Gemeinwohl im Blick haben.

Auch eine einmalige Steuer auf die Gewinne der Konzerne, die in der Coronakrise am meisten dazugewonnen haben, bringt Oxfam ins Gespräch und erhofft sich davon 104 Milliarden US-Dollar zur Bekämpfung der Krise. Mit diesen Forderungen ist Oxfam auf Linie mit Teilen der Klimabewegung, die der Ansicht sind, die ökologischen und sozialen Probleme der Welt nur mit einem anderen Wirtschaftssystem ändern zu können.

Seit Jahren Kritik am Ungleichheits-Bericht

Der Ungleichheitsbericht ist jedoch umstritten. „Oxfams jährliche, plakative Ungleichheits-Statistiken zeichnen regelmäßig ein falsches Bild“, sagt etwa Sam Dumitriu, Direktor des neoliberalen Ten-ThinkTanks in London. „In Wirklichkeit ist die globale Ungleichheit in den vergangenen Jahrzehnten massiv zurückgegangen.“

-Regierung hielt an einem „engen“ Ansatz zur Bekämpfung der Ungleichheit des Wohlstands fest, sagt die Ökonomin.

-Regierung hielt an einem „engen“ Ansatz zur Bekämpfung der Ungleichheit des Wohlstands fest, sagt die Ökonomin. Die © Adrian Wyld / Die hier im November 2020 abgebildete stellvertretende Premierministerin und Finanzministerin der kanadischen Presse , Chrystia Freeland, leitete diese Woche Konsultationen für ihr erstes Budget ein .

Zudem wird seit Jahren beanstandet, dass Bildung als Kapital zu wenig Berücksichtigung fände. Menschen mit Studienkrediten gelten bei Oxfam demnach häufig als arm, auch wenn sie an Ivy-League-Universitäten studierten und große Karrierechancen hatten. Als Beleg für die mangelnde Aussagekraft führten Kritiker Statistiken etwa der Weltbank an, die besagten, dass die Armut weltweit zurückgeht und mehr Menschen der Weg in ein selbstbestimmtes Wirtschaftsleben ermöglicht werde.

Die Coronakrise ändert nun aber auch die Perspektive. Denn tatsächlich wurden in den vergangenen Monaten zahlreiche Studien veröffentlicht, die besagen, dass sich die Kluft zwischen arm und reich durch die Folgen von Corona tatsächlich öffnet. So rechnet auch die von den Kritikern angeführte Weltbank damit, dass die Krise 60 Millionen Menschen in „absolute Armut“ stürzen werde, wie ihr Präsident David Malpass sagte.

Während die meisten Industrienationen in der zweiten Hälfte dieses Jahres wieder mit Wachstum rechnen, hält die Weltbank es für wahrscheinlich, dass in vielen ärmeren Ländern auf die Rezession eine Phase von Stagnation folgen wird. Auf fünf Jahre betrachtet könnten die Folgen der Krise ein Schwellenland demnach acht Prozent Wachstum kosten.

Anti-Armuts-Gruppen verprügeln Kanada wegen der Annahme von Impfstoffen, die in armen Ländern benötigt werden .
OTTAWA - Zwei der weltweit führenden Anti-Armut-Organisationen kritisieren Kanadas Entscheidung, COVID-19-Impfstoffe aus einem internationalen Fonds zu beziehen, der armen Ländern helfen soll. © Bereitgestellt von der kanadischen Presse Oxfam Canada und die ONE-Kampagne sagen, es sei falsch, dass die Bundesregierung zustimmt, bis Ende Juni fast 1,9 Millionen Impfstoffdosen aus der COVAX-Einrichtung zu akzeptieren.

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