Finanzen OECD-Bericht - Die Deutschen leben im Wohlstand – doch der ist gefährdet wie lange nicht

22:20  13 juni  2018
22:20  13 juni  2018 Quelle:   handelsblatt.com

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  Elektromobilität gefährdet 75 000 Jobs in der deutschen Autoindustrie Elektromobilität gefährdet 75 000 Jobs in der deutschen Autoindustrie• Vor allem in der Antriebstechnik werden künftig viel weniger Beschäftigte gebraucht.

OECD - Bericht - Die Deutschen leben im Wohlstand – doch der ist gefährdet wie lange nichtDer wirtschaftliche Ist-Zustand in Deutschland lässt sich nahezu mit einem der Slogans der CDU-Wahlplakate im letzten Bundestagswahlkampf beschreiben: „Ein Land, in dem wir gut und gerne

In Deutschland herrscht laut einem OECD - Bericht ein hoher Lebensstandard. Wir sollten diese wiederholten OECD Warungen ernster nehmen: Deutschland hat eine große Investitionslücke - bei Bildung, Qualifizierung, Digitalisierung und Innovation - was langfristig Wohlstand und

Die Bundesregierung muss mehr investieren, um den aktuellen Level halten zu können. Foto: dpa: Die Deutschen leben im Wohlstand – doch der ist gefährdet wie lange nicht © dpa Die Deutschen leben im Wohlstand – doch der ist gefährdet wie lange nicht

In Deutschland herrscht laut einem OECD-Bericht ein hoher Lebensstandard. Doch um diesen zu erhalten, sind Investitionen in die Zukunftsfähigkeit dringend nötig.

Der wirtschaftliche Ist-Zustand in Deutschland lässt sich nahezu mit einem der Slogans der CDU-Wahlplakate im letzten Bundestagswahlkampf beschreiben: „Ein Land, in dem wir gut und gerne leben.“ Jedenfalls schildern die Ökonomen der Industrieländerorganisation OECD die Lage ziemlich genau so: „Die Deutschen erfreuen sich eines hohen Lebensstandards“, heißt es im neuen Deutschland-Bericht der Organisation.

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Für Kinder aus Arbeiterfamilien ist der soziale Aufstieg in Deutschland besonders schwer – ähnlich wie in den USA. Das hat Folgen für die Wirtschaft. OECD - Bericht - Die Deutschen leben im Wohlstand – doch der ist gefährdet wie lange nicht .

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Bei fast allen Indikatoren des „Lebensqualitätsindexes“ der OECD schneidet Deutschland besser ab als der Durchschnitt der 34 Industrieländer.

In diesen Index fließen neben Wirtschaftskennzahlen auch Umfrageergebnisse zum Wohlbefinden ein: Dieses ist subjektiv und meist hoch. Arbeitsplätze gibt es genug, die Löhne steigen. Das soziale Umfeld mit Familie und Freunden stimmt, die Umweltqualität ist hoch, Jugendarbeitslosigkeit kaum vorhanden.

Auch die Gefahr, Opfer eines Verbrechens zu werden, ist nach dem Bericht viel geringer als anderswo. Die Wirtschaft wächst seit Jahren, die Staatskassen sind gut gefüllt.

„Ich halte das deutsche Wachstum für stabil“, sagte OECD-Chef Angel Gurria. Auch wenn es im ersten Quartal schwächer als erwartet ausgefallen sei, bleibe die OECD bei ihrer Wachstumsprognose von 2,1 Prozent jeweils in diesem und nächstem Jahr.

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Und das deutsche Schulwesen ist eben in Fächern organisiert. Und wenn man kein Fach hat, dann hat man keine ausgebildeten Fachlehrer, dann „Ich find halt, Schule soll so Vieles jetzt können: Wir sollen erziehen. Wir sollen Fachunterricht machen, wir sollen bitte aufs Leben vorbereiten, wir sollen

Eine Erklärung für das geringe Vermögen der Deutschen ist ihre Geldanlage. Nach damaligen Daten der OECD war die Rente im Vergleich zum Lohn allerdings in Deutschland nicht höher als in Südeuropa. Dafür arbeiteten die Deutschen länger als Italiener, Spanier oder Griechen.

Alles prima also? Jein – lautet die Antwort mit Blick auf den Bericht, den Gurria an diesem Dienstag in Berlin vorstellte. Die Bundesregierung nutzt ihre finanziellen Spielräume zu wenig, um zu investieren – vor allem in die Bildung der Jüngsten.

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Für Kitas und Grundschulen gibt Deutschland, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, noch immer weniger aus als der Durchschnitt der Industriestaaten. Weit entfernt ist Deutschland da vor allem von den skandinavischen Ländern, den Paradiesen des Wohlbefindens.

Auch die älteren Arbeitnehmer werden – mit Blick auf die digitale Revolution – vernachlässigt: Weiterbildung für langjährig Beschäftigte findet viel zu wenig statt. Überhaupt hat die Bundesregierung in den vergangenen Jahren zu wenig getan, um das Land fit für die Digitalisierung zu machen: Die Verwaltung hinkt hinter dem Industrieländerdurchschnitt beim E-Government hinterher. Die digitale Infrastruktur ist ungenügend – vor allem angesichts einer Industrie, deren High-Tech-Anteil an den exportierten Gütern größer ist als in den USA und China.

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Wohlstand (auch Wohl, Wohlergehen ) ist ein positiver Zustand, der individuell unterschiedlich Durch den zunehmenden Einsatz des Produktionsfaktors Kapital hätte diese auf lange Sicht Ein weiteres Merkmal für den bisherigen Anstieg des Wohlstands der Deutschen ist die zunehmende

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„Es gibt drei Baustellen, auf die sich die Bundesregierung konzentrieren sollte: Auf Digitales, die Job-Qualität im Dienstleistungssektor und den Abbau des hohen Exportüberschusses“, sagte Gurria. Wenn es Entlastungen für Geringverdiener bei Steuern und Sozialabgaben gebe, fördere das den Konsum und damit auch die Importe.

Im Lebensqualitätsindex gibt es neben den vielen Stärken auch einige Schwächen: Während die Haushaltseinkommen wegen der Umverteilung im Steuer- und Sozialsystem vergleichsweise hoch sind, gilt dies nicht für Vermögen und Markteinkommen: Deutschland liegt da leicht unter dem OECD-Durchschnitt.

Auch die Wohnverhältnisse sind etwas schlechter: Das Land der Mieter kämpft mit möglichen Wohlstandsverlusten durch steigende Mieten in den Ballungsräumen.

Und: Der Niedriglohnsektor versorgt zwar inzwischen fast jeden mit einem Arbeitsplatz – nur die Aufstiegschancen bleiben schlecht, so wie die Chancengerechtigkeit im Bildungssystem laut Bericht zwar „deutlich besser“ geworden ist, aber immer noch nicht hervorragend. Wer aus einem bildungsfernen Elternhaus stammt, hat es schwer aufzusteigen.

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Der Bericht der Bundesregierung ist die Basis für ein gemeinsames Verständnis darüber, was zu einem guten Leben in Deutschland gehört. Er zeigt viele thematische Schnittstellen auf und spiegelt die Herausforderungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wider. Der interaktive Bericht lädt zur

Wohlstand bedeutet für die Deutschen außerdem, sich materielle Wünsche erfüllen zu können (also: Geld ausgeben), für die eigene Zukunft finanziell vorgesorgt zu haben sowie ein sicherer Arbeitsplatz. Wie es der Gesellschaft und der Umwelt geht, ist den Deutschen dagegen nicht besonders wichtig.

„Die duale Berufsausbildung ist zwar ganz hervorragend, um in den Beruf zu starten. Die  Aufstiegs- und Verdienstchancen sind danach aber in diesem Zweig wesentlich schlechter als für Universitätsabsolventen“, kritisiert Gurria. Auch berufliche Weiterbildungsangebote richteten sich viel zu sehr an die bereits gebildeten Arbeitnehmer.

Die OECD mahnt außerdem erneut, dass Deutschland sich stärker auf den demografischen Wandel vorbereiten müsse: Das Renteneintrittsalter sollte an die steigende Lebenserwartung gekoppelt werden, verlangen die Ökonomen wie schon im vergangenen Deutschland-Bericht vor zwei Jahren.  

Auch, dass noch immer viele Frauen in der Teilzeitfalle steckten, bemängeln die Ökonomen: Wenn Frauen bessere Karrierechancen hätten, würde das auch dem schwachen Produktivitätswachstum helfen. Diese Kennziffer ist die aktuell wohl größte Schwäche Deutschlands.

Denn das Produktivitätswachstum ist eine Schlüsselgröße für künftigen Wohlstand: Bleibt es so schwach wie in den vergangenen Jahren, könnte der demografische Wandel Deutschland wirklich hart treffen. Gelingt es dagegen, es wieder zu steigern, verkraftet das Land mit wachsendem Wohlstand auch einen höheren Rentneranteil an der Bevölkerung. Investitionen sind dafür auch hier der Schlüssel: in digitale Start-ups, in die Förderung des Unternehmertums und in die Infrastruktur.

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