Finanzen Pandemie & Digitalisierung beschleunigen Stellenabbau: Diese Unternehmen haben 2020 die meisten Mitarbeiter entlassen

06:05  22 februar  2021
06:05  22 februar  2021 Quelle:   finanzen.net

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Fortschreitende Rationalisierungsmaßnahmen, die Digitalisierung und nicht zuletzt die Corona-Pandemie sorgten dafür, dass viele Großkonzerne die Anzahl ihrer Mitarbeiter in Deutschland im Jahr 2020 kräftig reduzieren mussten.

DANIEL ROLAND/AFP/Getty Images © Bereitgestellt von Finanzen.net DANIEL ROLAND/AFP/Getty Images

• Stellenabbau 20/21 dürfte Niveau der Finanzkrise 08/09 übertreffen

• Lufthansa entlässt insgesamt 39.000 Mitarbeiter

• Digitalisierung macht viele Arbeitsplätze überflüssig

Der vornehmlich coronabedingte Stellenabbau in Deutschland dürfte, laut Experten, selbst die hohen Entlassungszahlen der Finanzkrise 2008/2009 übertreffen. Nach Informationen des Handelsblatts haben allein die 30 DAX-Konzerne im Jahr 2020 netto, also abzüglich aller Neueinstellungen, insgesamt 40.000 Mitarbeiter entlassen.

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Die Pandemie ist ein Digitalisierungstreiber

Aufgrund diverser Restrukturierungsmaßnahmen dürften in diesem Jahr sogar weitere 80.000 DAX-Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren. Dementsprechend könnte die Zahl der coronobedingten Entlassungen in den Jahren 2020/2021 insgesamt 120.000 betragen. In den Jahren der Finanzkrise 2008/2009 fielen bei den 30 DAX-Unternehmen hingegen "nur" rund 85.000 Arbeitsstellen weg. Viele dieser Entlassungen hängen jedoch nur mittelbar mit der Pandemie zusammen, da die vorrollende Digitalisierungswelle ebenfalls extreme Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt hat.

Die Pandemie, welche sich als eine Art Trendbeschleuniger auf den Arbeitsmarkt auswirkt, betrifft dabei so gut wie alle Wirtschaftsbereiche. Große Ausnahmen gibt es nur in der Software-, Lebensmittel- und Technologie-Branche. Viele Unternehmen ergreifen aufgrund der Pandemie nun nämlich umfassende Digitalisierungsmaßnahmen, die letzten Endes natürlich dazu beitragen, dass viele herkömmliche Arbeitsplätze redundant werden.

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"Die Corona-Pandemie ist eindeutig ein Digitalisierungstreiber für die deutsche Wirtschaft. […] Die gute Nachricht ist: Die Unternehmen wollen etwas tun und die Digitalisierung vorantreiben. Die schlechte Nachricht: Längst nicht alle sind dazu in der Lage", so die Einschätzung von Achim Berg, Präsident des Digitalverbands Bitkom, bei einer Präsentation zum Thema Digitalisierung durch Corona.

Die Krise trennt die Spreu vom Weizen

Eine Studie des Digitalverbands Bitkom zeigt, dass die Corona-Krise und die schnell voranschreitende Digitalisierung zu einer Spaltung der Wirtschaft führen, da nicht alle Konzerne gleichermaßen in der Lage sind, ihre Geschäftsbereiche zu digitalisieren. Zwar geben, bei einer von Bitkom durchgeführten repräsentativen Umfrage unter 605 Unternehmen mit mindestens 20 Mitarbeitern, 84 Prozent der Unternehmenschefs an, dass die Digitalisierung aufgrund der Pandemie an Bedeutung gewonnen hat. Jedoch erwarten nur 11 Prozent der befragten Unternehmer, dass sie eher gestärkt aus der Krise hervorgehen. Rund ein Drittel der befragen Firmeninhaber hält es sogar für eher wahrscheinlich, dass er in direkter Folge der Pandemie Insolvenz anmelden muss. Die Bitkom-Studie zeigt somit eindrucksvoll, dass sich die meisten Unternehmen im Klaren darüber sind, dass die Pandemie den Digitalisierungstrend extrem vorangetrieben hat, wobei die Chancen für das eigene Unternehmen dennoch eher schwach eingeschätzt werden.

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  Wegen Corona-Krise: Merkel setzt auf Schub in der Digitalisierung Der Alltag habe sich in der Pandemie gravierend verändert, sagte die Kanzlerin.„Das alles ist aus der Krise dieser Pandemie geboren, aber wir können es auch als Rückenwind sehen. Rückenwind, den wir nutzen wollen, um der digitalen Bildung in Deutschland einen kräftigen Schub zu verleihen“.

Die Studie zeigt darüber hinaus, dass beim Thema Digitalisierung nicht alle Unternehmen gleichermaßen mitkommen. Zwar geben gut 43 Prozent der Befragten an, dass sie ihre Investitionen in die Digitalisierung seit der Pandemie stark erhöht haben, weitere 30 Prozent der Firmenchefs beklagen aber, dass sie die Ausgaben in diesem Bereich eher senken mussten.

"In vielen Bereichen, etwa zur Kollaboration oder für Videokonferenzen gibt es eine Vielzahl sofort einsatzfähiger Lösungen. Wer aber zum Beispiel eine Messe aus der analogen Welt in die digitale überführen will, stellt fest, dass es in einigen Bereichen an wirklich breit nutzbaren digitalen Anwendungen fehlt", so der Bitkom-Präsident in Bezug auf die branchenabhängigen Möglichkeiten, welche die Digitalisierung mit sich bringt. "Es besteht die Gefahr, dass der Digitalisierungsschub durch Corona zu einer noch tieferen Spaltung in der deutschen Wirtschaft führt: In Unternehmen, die weitgehend im Analogen verharren, und in Unternehmen, die bei der Digitalisierung mit Tempo vorangehen", so Berg weiter.

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Lufthansa muss mindestens 39.000 Mitarbeiter entlassen

Den wahrscheinlich größten Stellenabbau innerhalb Deutschlands vollzog im Jahr 2020 die Lufthansa. So stellte der Konzern im vergangenen Jahr rund 29.000 Arbeiter frei, weitere 10.000 sollen in diesem Jahr folgen. Insider gehen sogar davon aus, dass der geplante Personalabbau sogar zu kurz greifen könnte, sofern die Corona-Einschränkungen noch länger andauern sollten.

Die extremen Reisebeschränkungen belasten jedoch nicht nur die Airlines, sondern natürlich auch die Bahn und die Flughafenbetreiber. Dementsprechend musste auch der Betreiber des Frankfurter Flughafens Fraport im Jahr 2020 gut 4.000 Jobs kündigen, während bei der Deutschen Bahn sogar 10.000 Stellen betroffen waren.

Das stark reduzierte Flugpassagieraufkommen hat in diesen Zusammenhang natürlich auch eine direkte Auswirkung auf die Flugzeugbauer, die im vergangenen Jahr ebenfalls eine Vielzahl ihrer Mitarbeiter entlassen mussten. So sah sich Airbus gezwungen, allein in Deutschland rund 5.000 Arbeitnehmern zu kündigen.

Deutsche Autobauer müssen den Rotstift ansetzen

Einen weiteren massiven Stellenabbau gab es im Jahr 2020 bei den deutschen Automobilherstellern und Zulieferern. So wurden bei BMW, Daimler, MAN und Opel jeweils 6.000, 4.000, 7.000 und 2.000 Arbeitsplätze abgeschafft.

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Die Mitarbeiter des Automobilzulieferers Continental traf es dabei noch um ein Vielfaches schlimmer. So kündigte der Konzern im vergangenen Jahr an, weltweit mindestens 30.000 Stellen zu streichen, wovon rund 13.000 Arbeitsplätze in Deutschland betroffen sind.

Deutsche Industriegiganten leiden unter der Pandemie

Eine regelrechte Entlassungswelle gab es im vergangenen Jahr auch bei einigen klassischen deutschen Industriekonzernen. So kündigten Siemens, thyssenkrupp, Bosch und Mahle an, rund 2.700, 5.500, 1.850 und 2.000 Arbeitsplätze pandemiebedingt zu streichen.

Zu weiteren Entlassungen kam es im Jahr 2020 bei Bayer und der Commerzbank. Während der Leverkusener Pharmariese ca. 4.500 Arbeitsplätze kündigte, waren bei der Frankfurter Großbank ebenfalls rund 4.300 Stellen betroffen. Spätesten im Januar 2021 wurde jedoch klar, dass der Stellenabbau bei der Commerzbank noch umfassender wird. So möchte die Bank, bis zum Jahr 2024, nun insgesamt 10.000 Arbeitsplätze abbauen. Somit dürfte jeder dritte Arbeitsplatz der Bank in Deutschland wegfallen. Die Zahl der Filialen soll dabei von aktuell rund 1.000 auf ca. 450 gesenkt werden.

Stellenabbau dürfte 2021 differenziert weitergehen

Das Beispiel der Commerzbank zeigt eindrucksvoll, dass die Dynamik, mit welcher Arbeitsplätze in Deutschland abgebaut werden, auch im Jahr 2021 weiter zunimmt. Zwar schwächen sich die negativen Folgen der Pandemie allmählich ab, fortschreitende Rationalisierungsmaßnahmen und die zunehmende Digitalisierung werden in Zukunft jedoch noch viele weitere Arbeitsplätze kosten.

Welche Stellen davon genau betroffen sein werden, hängt dabei maßgeblich von dem durchschnittlichen Substituierbarkeitspotenzial der Tätigkeit ab. Während sich beispielweise herkömmliche Fertigungsberufe zu mehr als 70 Prozent automatisieren lassen, liegt die Substituierbarkeit von Friseuren und Pflegekräften gerade einmal bei 2,3 und 5,3 Prozent.

Pierre Bonnet / Redaktion finanzen.net

Der Chef des Bundeskartellamts im Interview: "Bei Facebook heißt es: Friss oder stirb" .
Andreas Mundt will Facebook und anderen Grenzen setzen. Kein Unternehmen darf sich seine Regeln selber machen, sagt er. Das wäre politisch gefährlich. © Foto: imago/Ralph Peters Facebook zerschlagen? Nein, sagt Andreas Mundt, es gibt bessere Wege. Im Ton ist er verbindlich, in der Sache hart. Andreas Mundt (60) ist seit 2009 Präsident des Bundeskartellamts. Die Behörde prüft Fusionen von Firmen, geht gegen illegale Absprachen vor und weist Unternehmen, die ihre Marktmacht missbrauchen, in ihre Schranken. Inzwischen sind es oft Internetunternehmen, die die Behörde beschäftigen.

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