Finanzen Credit Suisse schreibt 4,4 Mrd Franken ab, Manager verlieren Job

15:00  06 april  2021
15:00  06 april  2021 Quelle:   bloomberg.com

Credit Suisse-, Deutsche Bank- und UBS-Aktien unter Druck: Zahlungsausfall von US-Hedgefonds droht mehrere Banken zu treffen

  Credit Suisse-, Deutsche Bank- und UBS-Aktien unter Druck: Zahlungsausfall von US-Hedgefonds droht mehrere Banken zu treffen Ein Zahlungsausfall beim US-Hedgefonds Archegos Capital droht mehrere Großbanken laut Insidern teuer zu stehen zu kommen. © Bereitgestellt von Finanzen.net Andrew Burton/Getty Images Die Credit Suisse (CS) warnte am Montag vor möglicherweise hohen Verlusten, nachdem ein bedeutender Hedgefonds mit Sitz in den USA in der vergangenen Woche Nachschussforderungen der schweizerischen Bank nicht nachgekommen sei. Die Credit Suisse und andere Institute zögen sich nun aus ihren Positionen zurück.

(Bloomberg) -- Die Credit Suisse Group AG versucht reinen Tisch zu machen. Nach den historischen Debakeln um Greensill und Archegos schreibt die Bank 4,4 Milliarden Franken (4 Milliarden Euro) ab und tauscht mehr als ein halbes Dutzend Manager aus.

Die Abschreibung führt zu einem Verlust vor Steuern von rund 900 Millionen Franken und damit dem zweiten Quartalsverlust in Folge, wie die Bank am Dienstag mitteilte. Die Schweizer Großbank streicht die Boni für die Geschäftsleitung, kürzt die Dividende und setzt Aktienrückkäufe aus, um ihr Kapital wieder zu reparieren. Investmentbankchef Brian Chin und Chief Risk Officer Lara Warner verlassen das Institut.

Credit-Suisse-Chef muss nun auch Wogen in eigenen Reihen glätten

  Credit-Suisse-Chef muss nun auch Wogen in eigenen Reihen glätten Zum zweiten Mal in etwas mehr als einer Woche musste sich Thomas Gottstein kritischen Fragen stellen, diesmal von seinen eigenen Bankern. Der Chef der Credit Suisse Group AG, der nach dem Kollaps des Hedgefonds Archegos Capital mit den Aufräumarbeiten befasst ist, hatte am Dienstagabend Dutzende Managing Directors zu einer Telefonkonferenz eingeladen. Wie zu hören ist, wurde Gottstein dabei zum Risikoprofil der Bank ausgefragt und dazu, warum sie bei dem Debakel so viel mehr als ihre Konkurrenten verloren hat.Detaillierte Antworten konnte Gottstein noch nicht geben.

CEO Thomas Gottstein gelobte, das Management werde “aus diesen Angelegenheiten unsere Lehren ziehen”. Der massive Verlust durch Archegos Capital Management und der Zusammenbruch von Greensill Capital im selben Monat lassen ihm wenig Raum für weitere Fehltritte. Gottstein hatte die Geschäftsleitung der Schweizer Bank erst im vergangenen Jahr nach einem Spionageskandal um seinen Vorgänger übernommen.

“Der erhebliche Verlust in unserem Prime-Services-Geschäft in Zusammenhang mit dem kollabierten US-Hedge-Fonds ist inakzeptabel”, sagte Gottstein am Dienstag. “Wir verpflichten uns zusammen mit dem Verwaltungsrat, beide Angelegenheiten eingehend zu untersuchen.”

Credit Suisse gaben Ihre Eröffnungsgewinne rasch wieder ab und fluktuierten am Vormittag im Zürcher Handel um den Schlusskurs vom letzten Handelstag. Die Aktie ist in diesem Jahr um 11% gefallen und damit der schlechteste Wert im Bloomberg Europe Banks and Financial Services Index.

Entschädigung für "Wall Street-Lifestyle": Credit Suisse bezahlt Mitarbeitern 20.000 US-Dollar Bonus

  Entschädigung für Investmentbanker bei der Credit Suisse erhalten eine Bonuszahlung in Höhe von 20.000 US-Dollar. Damit möchte die Bank auf das hohe Arbeitspensum und die damit einhergehende hohe Belastung der Mitarbeiter reagieren, so eine Medienmitteilung. © Bereitgestellt von Finanzen.net Ralph Orlowski/Getty Images • 20.000 US-Dollar Bonus für Mitarbeiter auf "Vice President"-Ebene und darunter • "einmalige Lifestyle-Bonuszulage" • Mitarbeiter mit Burnout nach 100-stündigen Arbeitswochen 20.000 US-Dollar sollen Nachwuchskräften der Credit Suisse erhalten.

Zusätzlich zur Archegos-Abschreibung muss die Bank in den kommenden Jahren möglicherweise 2 Milliarden Franken für Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Greensill bereitstellen, schätzen die Analysten Kian Abouhossein und Amit Ranjan von JPMorgan Chase & Co.

“Die langfristigen Konsequenzen werden in der Bank erst mit der Zeit spürbar werden”, schreiben die Analysten. Zu diesen wird gehören, dass die Credit Suisse fürs erste dem Kapitalaufbau Vorrang vor dem Wachstum einräumen muss.

Chin und Warner sind die bislang ranghöchsten Manager, die die Bank verlassen. Gottstein hatte wegen Greensill bereits Eric Varvel aus der Vermögensverwaltung abgesetzt. In einem Mitarbeiter-Rundschreiben kündigte die Bank mindestens fünf weitere Abgänge an, darunter den Chef des Aktienhandels, Paul Galietto.

Christian Meissner, ein früherer Manager der Bank of America der im Oktober zur Credit Suisse kam, wird Chin nächsten Monat ablösen. Joachim Oechslin wird interimistisch Risikochef, eine Rolle, die er bereits bis 2019 innehatte, als Warner übernahm. Thomas Grotzer wurde zum Interim Head of Compliance ernannt.

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Key Speakers At The 2017 Milken Conference © Bloomberg Key Speakers At The 2017 Milken Conference

Brian Chin

Fotograf: David Paul Morris / Bloomberg

Um ihre Kapitalbasis zu stärken, senkt die Bank ihren Dividendenvorschlag für 2020 von rund 29 Rappen auf 10 Rappen pro Aktie und setzt ihr Aktienrückkaufprogramm aus. Die Kernkapitalquote (CET1) bleibt im ersten Quartal bei “mindestens 12%”, das Ziel der Bank betrug zuletzt 12,5%.

Verwaltungsratschef Urs Rohner hat angeboten, auf seine Entschädigung für 2020 von 1,5 Millionen Franken zu verzichten. Prämien für die Geschäftsleitung werden gestrichen.

Was Bloomberg Intelligence meint:

Die Unterbrechung des Aktienrückkaufs und die Kürzung der Dividende sind keine Allheilmittel für Credit Suisse und ihre Finanzprobleme. Doch sie sind wohl besser als die schlimmsten Befürchtungen. Unsere Sorgen kreisen in der nächsten Zeit weiter um die Greensill-Konsequenzen, Einbußen bei den Erträgen im Prime Brokerage und der Vermögensverwaltung und erhöhte Kosten für Kontrollmaßnahmen, sowie regulatorische und juristische Themen.

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  Welt.Wirtschaft: Handelspolitik: Pragmatisch nach Westen schauen Welt.Wirtschaft: Handelspolitik: Pragmatisch nach Westen schauenDie Bekanntgabe neuer Handelsdaten durch die EU ist normalerweise kein großes Medienereignis. Doch als die Statistikbehörde Eurostat Mitte Februar ihre vorläufigen Schätzungen für den EU-Außenhandel im Jahr 2020 vorlegte, schlugen die Wellen hoch: China überholt die USA als wichtigsten Handelspartner der EU, lauteten die Schlagzeilen von der BBC bis zum Spiegel. Die vermeintliche Zeitenwende ist bei genauem Hinschauen allerdings keine.

-- Alison Williams, BI Bankenanalystin

Credit Suisse Payout Pause Won’t Halt Archegos Fallout: React

Während andere Banken des gescheiterten Family Office Archegos ihre Positionen mit minimalem Schaden abbauen konnten, hat es die Credit Suisse mit großen Verlusten erwischt. Noch am Montag verkaufte die Bank Aktien im Wert von 2,3 Milliarden Dollar aus den mit Archegos verbundenen Beständen, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte.

Zu Greensill werde die Credit Suisse in den “nächsten Tagen” ein Update geben, hieß es in der Mitteilung.

Überschrift des Artikels im Original:

Credit Suisse Takes $4.7 Billion Archegos Hit, Cuts Dividend (2)

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