Finanzen Erfolgreiches Pandemie-Jahr 2020: Wie Luxus-Autohersteller von der Corona-Krise profitieren

05:25  08 april  2021
05:25  08 april  2021 Quelle:   finanzen.net

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Die Corona-Pandemie belastet zahlreiche Unternehmen auf wirtschaftlicher Ebene. Dennoch leiden einige Branchen weniger als andere - oder profitieren gar von der Krise und ihren Folgen. Dazu zählt auch der Sektor um Luxusautos, der im Großen und Ganzen auf ein erfolgreiches Jahr 2020 zurückblicken kann.

SAEED KHAN/AFP/Getty Images © Bereitgestellt von Finanzen.net SAEED KHAN/AFP/Getty Images

• Luxusautohersteller mit Rekordumsätzen

• China-Geschäft stützt

• Carpe Diem-Effekt mitverantwortlich

Seit mehr als einem Jahr wütet die Corona-Pandemie nun bereits und hält sowohl die Bevölkerung als auch die Wirtschaft in Atem. Während einige Branchen massiv unter Beschränkungen und Schließungen leiden, die zum Teil dramatische Gewinn- und Umsatzeinbußen mit sich bringen, zählen andere wiederum zu den Gewinnern der Krise. Neben den vielmals gelobten Techwerten, denen der Homeoffice- und StayAtHome-Trend zugutekam, waren es auch Hersteller von Luxusfahrzeugen, die bisher erfolgreich durch die Pandemie kamen, wie aus einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg hervorgeht.

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Porsche mit Umsatzrekord - Börsengang in Aussicht

Dabei sind es vor allem die Luxushersteller der Dachmarke Volkswagen, die von einem starken Geschäftsjahr berichten. Mit einem Umsatz von 28,7 Milliarden Euro erreichte etwa die VW-Sportwagen-Tochter Porsche 2020 einen neuen Rekord - und legte innerhalb eines Jahres um mehr als 100 Millionen Euro zu. Porsche-Chef Oliver Blume sprach von einer "fantastischen Leistung". Die Auslieferungen des Konzerns sanken um nur drei Prozent, was auch der starken Nachfrage auf dem chinesischen Markt zu verdanken sei, so Bloomberg. Während zahlreiche andere Autohersteller Absatzeinbrüche einstecken mussten, konnte Porsche in der Krise bestehen. Auch ein möglicher Börsengang rückte im Zuge der Zahlenverkündung im März in den Fokus. "Ich denke, dass Porsche ein interessanter Bereich sein könnte, um über einen Börsengang nachzudenken", so Blume laut Bloomberg. Jedoch betonte der CEO, dass die Entscheidung nicht bei ihm, sondern beim Mutterkonzern Volkswagen liege. Kurz darauf äußerte sich auch VW-CEO Herbert Diess im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen zu den Plänen. "Eine Perle wie Porsche will man nicht aus der Hand geben", lobte der Geschäftsführer das Tochterunternehmen. Dennoch wolle man nichts überstürzen: "Das Thema Porsche-Börsengang hat für mich derzeit keine hohe Priorität."

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Auch VW-Töchter Lamborghini und Bugatti mit starkem Geschäftsjahr

Auch bei Lamborghini konnte man sich über den Jahresbericht 2020 freuen. So sei der Gewinn im vergangenen Jahr höher gewesen als jemals zuvor, wie CEO Stephan Winkelmann im März bekanntgab. Zwar gingen die Verkaufszahlen im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent zurück, dies sei allerdings nicht nachfragebedingt gewesen, sondern auf pandemiebedingte Einschränkungen in den Produktionsstätten und in den Verkaufsräumen des Herstellers zurückzuführen. Winkelmann hat auch die Leitung des VW-Zukaufs Bugatti inne, der 2020 ebenfalls zulegen konnte. "Bugatti hat sich unglaublich gut geschlagen", so der Geschäftsführer laut Bloomberg. Zwar gebe das Unternehmen grundsätzlich keine genauen Verkaufszahlen bekannt, allerdings war die Rede vom "dritten Rekordjahr in Folge".

Bentley vermeldet stärksten Auftragsbestand - trotz Fabrikschließung

Mit Bentley blickt ein weiteres VW-Tochterunternehmen auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2020 zurück. "Sagen wir einfach, wir begannen 2020 mit dem stärksten Auftragsbestand seit 2003 - und wir begannen diesen Januar mit 50 Prozent mehr Aufträgen als im letzten Januar", wird CEO Adrian Hallmark von Bloomberg aus einer Videokonferenz vom März zitiert. So habe das Unternehmen im vergangenen Jahr 11.206 Fahrzeuge ausgeliefert, was einer Steigerung von 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Und auch 2021 verspricht, von Erfolg gekrönt zu sein: "Unsere Verkäufe liegen im Moment etwa 30 Prozent über denen des letzten Jahres, selbst wenn man bedenkt, dass das letzte Jahr ein Rekord war", erklärte der Geschäftsführer des VW-Zweigs. "Es bräuchte einen noch größeren Einschlag als den von COVID, um uns wieder aus der Bahn zu werfen." Dabei kamen Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie den Konzern zunächst teuer zu stehen. Bentleys Produktionsstätten blieben 2020 insgesamt sieben Wochen geschlossen, was für das Unternehmen einen wöchentlichen Verlust von 10 Millionen US-Dollar bedeutete. Angetrieben wurde das Geschäft jedoch durch die hohe Nachfrage aus China. Laut Hallmark haben sich die Verkaufszahlen im Reich der Mitte im letzten Jahr verdoppelt.

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Aston Martin legt nach schwachem Börsendebüt zu

Und auch der zuvor ins Straucheln geratene Luxuswagenhersteller Aston Martin konnte 2020 zu neuer Stärke finden. Nach einem enttäuschenden Börsengang 2018 und einem Umbruch in der Geschäftsführung habe das Unternehmen im Dezember eine Refinanzierung in Höhe von 1,3 Milliarden Pfund ergattern können. Auch die angekündigte Kooperation mit Mercedes kommt dem Konzern zugute, glaubt Bloomberg-Analyst Michael Dean. So werde Aston Martin bis 2023 einen positiven freien Cashflow erwirtschaften. "Nur wenige Marken sind in der Lage, margenstarke, über 1 Million US-Dollar teure limitierte Supersportwagen zu verkaufen", erklärt der Experte. Aston Martin sei eine von ihnen.

Rolls-Royce fällt hinter Mitbewerbern zurück

Dass jedoch nicht jede Branchengröße aus der Pandemie als Gewinner hervorgeht, zeigt das Jahresergebnis von Rolls-Royce. Mit 3.750 ausgelieferten Fahrzeugen musste der Konzern 2020 einen Rückgang von 26 Prozent verzeichnen - deutlich mehr als seine Mitbewerber, wie Bloomberg berichtet. CEO Martin Fritsches rechtfertigte das Minus mit einem unglücklichen Timing. So sei die erste Generation der Limousine "Ghost" bereits 2019 eingestellt worden, das Nachfolgemodell wurde aber erst im Herbst 2020 vorgestellt. "Wir bereiteten uns auf den neuen Ghost inmitten der COVID-Einschränkungen vor, aber wir sahen weiterhin eine starke Nachfrage nach neuen Rolls-Royces und beendeten das Jahr mit dem höchsten Stand an zukünftigen Bestellungen, den die Marke je hatte", gab Fritsches gegenüber Bloomberg zu bedenken. "Die heutigen Bestellungen reichen bis weit in das dritte Quartal hinein."

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"Carpe-Diem-Effekt" treibt Nachfrage nach Luxus-Autos an

"Die Geschichte legt nahe, dass die Nachfrage nach Super-Luxus-Sportwagen robust bleiben wird, trotz einer COVID-19-bedingten globalen Rezession", glaubt Dean. So lasse sich - trotz der Tatsache, dass zahlreiche US-Bürger auf Hilfsmaßnahmen der Regierung angewiesen sind - ein klarer Trend um Luxusgüter beim wohlhabenden Teil der Bevölkerung feststellen. Das Analyseunternehmen Technavio habe bereits im Juli 2020 in Aussicht gestellt, dass der US-Markt für Luxusautos von 2020 bis 2024 um 6,7 Millionen Einheiten wachsen werde, wie die Nachrichtenagentur weiter ausführt. Statista rechnet in diesem Jahr mit einem Branchenumsatz von 6,9 Milliarden US-Dollar.

Durch volatile Aktienkurse sei außerdem die Nachfrage nach Sachwerten gestiegen. Viele Käufer von Luxusfahrzeugen haben weiterhin angegeben, mehr Zeit gehabt zu haben, um über ihre Zukunft nachzudenken, was die Kaufentscheidung vereinfacht habe. Bentley-CEO Hallmark habe erklärt, dass seine Kunden angaben, "lieber in diesem Auto zu sitzen als nicht in diesem Auto". Diese Beobachtung könne als Carpe Diem-Effekt der Pandemie bezeichnet werden.Redaktion finanzen.net

Wenn die Maske fällt: Corona-Partys für VIPs .
Die dritte Corona-Welle rollt. In Frankreich gibt es wieder Ausgangssperren. Doch höchste Kreise scheinen sich nicht unbedingt an Schutzmaßnahmen gebunden zu fühlen. © Thomas Coex/AFP Das Palais Vivienne ist Schauplatz des jüngsten Skandals um VIP-Partys in Frankreich Seit Karsamstag gilt in Frankreich die dritte landesweite Ausgangssperre im Kampf gegen Corona: Wer zwischen 19.00 und 6.00 Uhr ohne triftigen Grund und selbst erstellten Passierschein unterwegs ist, riskiert ein Bußgeld von 135 Euro, bei wiederholtem Male wird es noch teurer.

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