Finanzen Handelskonzern: Metro will sich von der Supermarktkette Real trennen

09:50  14 september  2018
09:50  14 september  2018 Quelle:   handelsblatt.com

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Ein Real-Supermarkt in Köln. © dpa Ein Real-Supermarkt in Köln.

Der Metro-Vorstand hat beschlossen, einen Verkaufsprozess für seine Real-Märkte zu beginnen. Ziel sei es, sich auf Großhandel zu fokussieren.

Der Handelskonzern Metro will sich von seinen Real-Märkten trennen. Wie der Konzern in einer Pflichtmitteilung bekanntgab, habe der Vorstand beschlossen, einen Veräußerungsprozess für das Einzelhandelsgeschäft Real und die damit zusammenhängenden Geschäftsaktivitäten zu beginnen. Metro beabsichtige, sich in Zukunft vollständig auf Großhandel zu fokussieren.

Vor gut einem Jahr hatte sich der Metro-Konzern aufgespalten – auf der einen Seite die Beteiligungsgesellschaft Ceconomy für die Elektronikmärkte Saturn und Media Markt, auf der anderen Seite der Lebensmittelhändler Metro mit den gleichnamigen Großmärkten und der Supermarktkette Real. Bereits 2015 hatte sich Metro von der damaligen Tochter Kaufhof getrennt.

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Seitdem kämpft die Metro damit, wieder ein erfolgreiches Handelsunternehmen zu werden. Im April musste sie ihre Prognose für das laufende Geschäftsjahr deutlich nach unten anpassen.

So erwartet sie jetzt nur noch einen leichten Anstieg des operativen Ergebnisses (Ebitda) gegenüber dem Vorjahresergebnis von 1,4 Milliarden Euro. Beim Gesamtumsatz rechnet sie mit einer Wachstumsrate von mindestens 0,5 Prozent statt zuvor von 1,1 Prozent.

Es sind im Wesentlichen zwei Probleme, die die Entwicklung von Metro belasten. Da ist zum einen das schwache Geschäft in Russland, das bereits den verantwortlichen Metro-Vorstand Pieter Boone den Job gekostet hatte. Es dürfte sich auch im zweiten Halbjahr nicht wie erhofft erholen. Und da ist das langjährige Sorgenkind Real.

Er läuft nicht mehr

  Er läuft nicht mehr Er läuft nicht mehr

Über eine Trennung von Real gab es daher zuletzt immer wieder Spekulationen. Die Supermarktkette ist seit Jahren schon nicht mehr wirklich konkurrenzfähig. Metro steuerte unter anderem mit Kostensenkungen bei Real mit ihren rund 34.000 Beschäftigten gegen. Die Gewerkschaft Verdi antwortete im Sommer mit Warnstreiks, Demonstrationen und Kundgebungen.

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Auslöser war die Entscheidung der Unternehmensleitung, sich aus den mit Verdi vereinbarten Tarifverträgen zu verabschieden und stattdessen neu eingestellte Mitarbeiter nach einem Tarifvertrag mit der Gewerkschaft DHV zu bezahlen, der für das Unternehmen deutlich günstiger ist.

Metro-Chef Olaf Koch warf dagegen der Gewerkschaft vor, Tarifverhandlungen über eine wettbewerbsfähige Entgeltstruktur bei der angeschlagenen Supermarktkette jahrelang blockiert zu haben. Die bisherigen Tarifverträge hätten Real deutlich höhere Lohnkosten aufgebürdet, als sie viele Wettbewerber zu tragen hätten. Das sei für Real nicht mehr tragbar gewesen.

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  34.000 Beschäftigte betroffen: Warum Metro die Supermarktkette Real abstoßen will 34.000 Beschäftigte betroffen: Warum Metro die Supermarktkette Real abstoßen willGanz und gar nicht. Denn andererseits verfolgte die Real-Geschäftsführung mit den Konsolidierungsprogrammen der letzten Monate und Jahre offenbar vor allem ein Ziel: Die Metrotochter für potenzielle Käufer attraktiv zu machen.  Das gilt besonders für den Ausstieg aus dem Flächentarifvertrag im Sommer. Noch während der laufenden Tarifverhandlungen mit Verdi hatte Real den Abschied vom Flächentarif bekannt gegeben. Man werde fürderhin „etwaige Tarifabschlüsse“ mit Verdi nicht mehr übernehmen, hieß es.

Dennoch zeigte sich Koch bis zuletzt überzeugt, dass man die Kurve noch kriegen werde. Umso überraschender kommt nun die Trennung.

Fortschritte im Kerngeschäft

Im Kerngeschäft hat Metro dagegen deutliche Fortschritte gemacht. So hat sich das Unternehmen den veränderten Kundenwünschen angepasst und den Anteil des Belieferungsgeschäfts deutlich ausgeweitet.

Eine Folge ist, dass Metro nach langer Zeit auch wieder Übernahmen getätigt hat, angefangen mit dem Feinkostspezialisten Classic Fine Foods in Asien, dann Rungis Express in Deutschland, zuletzt Pro à Pro in Frankreich – alles Lieferdienste. Damit hat der Großhändler in weniger als zwei Jahren einen zusätzlichen Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro übernommen.

Auch bei der Digitalisierung hat Konzernchef Olaf Koch „viel vorangetrieben“, wie Handelsexperte Peter Steiner vom Bankhaus Lampe lobt. So hat das Unternehmen Systeme entwickelt, die Kunden, Außendienstmitarbeiter, Lagerarbeiter und Auslieferungsfahrer digital vernetzen. Das wird langfristig die Abläufe effizienter machen und Kosten reduzieren.

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