Finanzen US-Börsenaufsicht zeigt sich genervt: Tesla soll Musks Tweets besser kontrollieren

11:55  03 juni  2021
11:55  03 juni  2021 Quelle:   t3n.de

Kleiner Vorgeschmack auf den Elektro-Pickup - Tesla Cybertruck und Cyberquad von Hot Wheels

  Kleiner Vorgeschmack auf den Elektro-Pickup - Tesla Cybertruck und Cyberquad von Hot Wheels Mattel bringt im Mai 2021 einen ferngesteuerten Cybertruck inklusive Cyberquad an den Start. Und ist damit deutlich schneller als Tesla selbst. © Hot Wheels Wenn Mattel am 21. Mai 2021 die Bestellmöglichkeit für den ferngesteuerte Cybertruck aus dem Hause Tesla öffnet, könnte der Server an seine Leistungsgrenzen kommen. Warum? Weil die Tesla-Fans in Sachen Cybertruck für ihre Begeisterungsfähigkeit bekannt sind. Der Truck soll für rund 100 Dollar zu haben sein und ist im Maßstab 1:10 gefertigt. Die Länge dürfte demnach 58,9 Zentimeter betragen.

Nachdem Elon Musk 2018 getwittert hatte, er würde Tesla von der Börse nehmen, hatte die Börsenaufsicht ein Verfahren gegen ihn eingeleitet. Seither darf er nicht mehr frei twittern – tut es aber trotzdem.

Elon Musk nervt SEC und umgekehrt. © Naresh777 / Shutterstock.com Elon Musk nervt SEC und umgekehrt.

Die US-Börsenaufsicht SEC beobachtet die Tweets des Tesla-Chefs Elon Musk ganz genau. Schließlich darf er keine sensiblen Informationen mehr posten, die den Aktienkurs des Unternehmens bewegen könnten.

Tesla muss manche Tweets auf gerichtliche Anordnung vorab prüfen

Tesla hatte der SEC 2018 versprechen müssen, Rechtsanwälte würden potenziell gefährliche Musk-Tweets vorab prüfen und dann gegebenenfalls nicht freigeben. Eine richterliche Anordnung, die die SEC erwirkt hatte, hatte diesen Schritt erforderlich gemacht. Die war späterhin noch einmal konkretisiert worden. Musk soll sich danach insbesondere Tweets mit Mitteilungen über Produktionszahlen, neue Geschäftsbereiche und die finanzielle Lage des Unternehmens vorab genehmigen lassen.

tesla doppelt sich auf kameras basierte autopilot inmitten wachsende suche

 tesla doppelt sich auf kameras basierte autopilot inmitten wachsende suche von hyunjoo jin © Reuters / Lucas Jackson File Foto: Ein Tesla-Logo auf einem Modell S wird in einem Tesla-Händlern in New York Berkeley, Calif. ( Reuters) -Tesla Inc sagte am Dienstag, fällt ein Radarsensor für ein kamerasorientiertes Autopilot-System für das Modell 3 und die Modell-Y-Fahrzeuge in Nordamerika ab, das in diesem Monat in Nordamerika beginnt.

Wer Elon Musk verfolgt, dürfte bereits den Gedanken, er könne sich in seinem Twitter-Verhalten kontrollieren lassen – noch dazu von den eigenen Anwälten –, abwegig finden. Und so verwundert es nicht, dass sich die SEC immer wieder einmal mit Beschwerden an das Unternehmen richten muss.

SEC moniert mangelnde Kontrolle Musks durch Tesla

Der Vorwurf ist stets identisch. Tesla kontrolliere Musks Tweet trotz entsprechender Zusage und richterlicher Anordnung nicht hinreichend. Das Wall Street Journal (WSJ) ist zwei als besonders kritisch monierten Tweets auf den Grund gegangen.

Es war am 29. Juli 2019, als Musk bei Twitter verkündete: „Wir fahren die Produktionslinien schnell hoch und hoffen, bis Ende des Jahres ungefähr 1.000 Solardächer pro Woche herstellen zu können.“ Kaum vier Wochen später hatte Tesla ein Schreiben der SEC im Briefkasten. Die beschwerte sich über den aus ihrer Sicht klaren Verstoß. Immerhin habe Musk Produktionszahlen genannt. Tesla antwortete, Musk habe den Tweet nicht zur Vorab-Prüfung eingereicht. Eine spätere Prüfung habe allerdings auch ergeben, dass der Tweet nicht genehmigungsbedürftig sei. Immerhin habe er einer bloßen Hoffnung Ausdruck verliehen und nicht harte Produktionszahlen geliefert.

Tesla scheint seine Gedanken in den Kameras-Überwachungs-Treibern zu ändern, während die Verwendung von Autopilot

 Tesla scheint seine Gedanken in den Kameras-Überwachungs-Treibern zu ändern, während die Verwendung von Autopilot Tesla seine Melodie aufweist, ob die Treiber mit -Autopilot mit einer In-Car-Kamera überwacht werden sollen, um sicherzustellen, dass sie aufmerksam und sicher sind. © Justin Sullivan / Getty Images Tesla-Autos in der Tesla-Superchargerstation am 26. April 2021 in Corte Madera, Kalifornien. Tesla wird heute nach der Schlussglocke das Ergebnis des ersten Quartals berichten.

Am 1. Mai 2020 twitterte Musk: „Meiner Meinung nach ist der Tesla-Kurs zu hoch.“ Wieder wendete sich die SEC an Tesla. Wieder antwortete Tesla, der Tweet sei nicht zur Kontrolle vorgelegt worden. Zudem handele es sich um eine reine Meinungsäußerung Musks und hätte entsprechend auch nicht vorgelegt werden müssen. Außerdem gebe die Vereinbarung nicht her, dass nicht einmal Tweets über den Börsenkurs erlaubt sein sollten.

SEC wirft Tesla vor, gar nicht richtig kontrollieren zu wollen

Daraufhin machte sich die SEC in einem umfangreichen Schreiben Luft. „Angesichts der wiederholten Weigerung von Herrn Musk, seine schriftlichen Mitteilungen auf Twitter bei Tesla zur Vorabgenehmigung einzureichen, sind wir sehr besorgt über die wiederholten Feststellungen von Tesla, dass es sich dabei nicht um Verstöße gegen die Richtlinien aufgrund angeblicher Ausnahmeregelungen handele“, schrieb die Behörde.

Tesla-Coup mit Giga Berlin: Neue Technologie soll Wasserverbrauch minimieren

  Tesla-Coup mit Giga Berlin: Neue Technologie soll Wasserverbrauch minimieren Das Elektroautowerk im brandenburgischen Grünheide soll trotz zusätzlicher Batteriefabrik nicht mehr Wasser verbrauchen. Dank neuer Technik. © Foto: Patrick Pleul/dpa Das künftige Tesla-Werk in Grünheide. Paukenschlag um Teslas Gigafactory in Deutschland, beim Wasserverbrauch, dem Reizthema: Das Elektroautowerk, das der US-Konzern nahe Berlin im brandenburgischen Grünheide errichtet, wird nach Tagesspiegel-Informationen aufgrund von überarbeiteten Tesla-Planungen weniger Wasser verbrauchen, als Umweltverbände befürchten.

Teslas Anwälte reagierten mit Schärfe und sprachen von einem Versuch der SEC, Tesla zu schikanieren und Musk „zum Schweigen zu bringen“. Dazu bediene sie sich „endloser Untersuchungen“. Die „serielle Natur dieser Untersuchungen“ werfe den Verdacht auf, dass sich die SEC hier aus „einem unlauteren Grund“ auf Musk fokussiere.

Auch Musk selbst zeigte Nerven. Kurz nach der zweiten SEC-Beschwerde twitterte er: „SEC, Akronym mit drei Buchstaben, das mittlere Wort lautet Elons.“ Zuletzt hatte Tesla in einer Pflichtmitteilung an die SEC darüber informiert, dass Elon Musk künftig den Titel Technoking of Tesla führen werde. Auch das ist als klarer Affront gegen die Behörde gewertet worden. Die SEC wiederum hatte Überprüfungen zu Musks Tweets in Sachen Dogecoin und Bitcoin angekündigt. Ein Tesla-Investor hat Musk ebenfalls wegen seiner „erratischen Tweets“ verklagt. Er hält das Risiko, deswegen Strafen der SEC zu kassieren, für inakzeptabel.

Aktueller Status des Streits: Schwebend

Aktuell scheinen sich Tesla und die SEC in einer Art Feuerpause zu befinden. Jedenfalls hat die Börsenaufsicht bislang nicht den Weg zum Gericht gesucht. Rechtsexperten sehen die entsprechenden Chancen für die SEC ohnehin wenig rosig.

Die vom WSJ befragte Juraprofessorin Jill Fish von der University of Pennsylvania jedenfalls weist darauf hin, dass eine Vereinbarung zu Social Media, die einige Posts erlaubt, andere unter eher vagen Voraussetzungen aber nicht, kein gutes Tool sei, um eine rechtlich saubere Grundlage für Maßnahmen zu schaffen und diese vor allem auch durchzusetzen.

Zuganbindung: Tesla soll über Kauf von Gleisen zur Gigafactory verhandeln .
Tesla will auf dem Gelände der Gigafactory in Grünheide einen Güterbahnhof bauen – über den Kauf der entsprechenden Gleise verhandelt der US-Elektroautobauer laut Medien gerade. © Tesla So soll die Tesla Gigafactory 4 in Grünheide aussehen. Statt im Sommer wird Teslas Gigafactory im brandenburgischen Grünheide ihren Betrieb wohl erst im kommenden Jahr aufnehmen. Seit Beginn der Bauarbeiten an der Tesla-Fabrik wird Material mit Güterzügen angeliefert. Künftig sollen auch die in dem Werk produzierten Fahrzeuge mit Zügen abtransportiert werden, um ein Lkw-Chaos rund um die Gigafactory zu vermeiden.

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