Finanzen +++ Corona-Update +++: Delta-Variante: RKI erwartet Wiederanstieg der Inzidenzen

12:16  26 juni  2021
12:16  26 juni  2021 Quelle:   wiwo.de

Analyse zur Delta-Variante: 12 Menschen in Großbritannien sterben trotz vollständiger Impfung

  Analyse zur Delta-Variante: 12 Menschen in Großbritannien sterben trotz vollständiger Impfung Das geht aus einer aktuellen Analyse hervor. Vollständig Geimpfte machen allerdings nur fünf Prozent der mit Delta infizierten Personen aus.Wie die Analyse außerdem zeigt, ist die Delta-Variante um bis zu zwei Drittel ansteckender als die ohnehin schon ansteckendere Variante Alpha (B.1.1.7). Diese hatte bisher das Infektionsgeschehen dominiert — auch in Deutschland. Neil Ferguson, Direktor des MRC Centre for Global Infectious Disease Analysis am Imperial College London hatte kürzlich gesagt, ein gewisses Maß an erhöhter Übertragung durch Delta sei zwar grundsätzlich verkraftbar.

Die Delta - Variante des Coronavirus macht der Politik und Expertinnen und Experten zunehmend Sorgen. Minister Spahn und RKI -Chef Wieler riefen nun erneut zur Vorsicht auf. Das Robert Koch-Institut ( RKI ) geht in der Coronavirus-Pandemie von einem Wiederanstieg der Inzidenzen hierzulande durch die Delta - Variante aus. Delta sei noch ansteckender als Alpha, sagt RKI -Präsident Lothar Wieler.

Die Delta - Variante des Coronavirus macht der Politik und Expertinnen und Experten zunehmend Sorgen. Minister Spahn und RKI -Chef Wieler riefen nun erneut zur Vorsicht auf. Von dpa. Das Robert Koch-Institut ( RKI ) geht in der Coronavirus-Pandemie von einem Wiederanstieg der Inzidenzen hierzulande durch die Delta - Variante aus. Delta sei noch ansteckender als Alpha, sagt RKI -Präsident Lothar Wieler. «Delta verbreitet sich also noch schneller, vor allem natürlich in der ungeimpften Bevölkerung.

Die Delta-Variante des Coronavirus wird sich nach einer Einschätzung der EU-Gesundheitsbehörde ECDC auch in Europa ausbreiten. Das RKI kommt zu ähnlichen Schlüssen. Alle aktuellen Corona-News im Überblick.

Die Gesundheitsämter haben 1785 Neuinfektionen gemeldet. © dpa Die Gesundheitsämter haben 1785 Neuinfektionen gemeldet.

Samstag, 26. Juni

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 592 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Samstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.18 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1108 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 5,9 an (Vortag: 6,2; Vorwoche: 9,3).

Delta-Variante europaweit auf dem Vormarsch

  Delta-Variante europaweit auf dem Vormarsch Trotz der aktuell entspannten Corona-Lage in Deutschland steigt der Anteil der ansteckenderen Delta-Variante bei Neuinfektionen. In Großbritannien, Portugal und Russland breitet sich die Mutante immer schneller aus. © Christian Ohde/imago images Provided by Deutsche Welle Die in Indien erstmals aufgetretene und besonders ansteckende Delta-Mutante des Coronavirus breitet sich auch in Deutschland immer weiter aus.

Das RKI erwartet , dass die Inzidenzen aufgrund der Delta - Variante , wieder ansteigen werden. Foto: Tobias Schwarz/Afp Pool/dpa. Das Robert Koch-Institut ( RKI ) geht in der Coronavirus-Pandemie von einem Wiederanstieg der Inzidenzen hierzulande durch die Delta - Variante aus. Delta sei noch ansteckender als Alpha, sagte RKI -Präsident Lothar Wieler am Freitag (25.

Delta sei noch ansteckender als Alpha, sagt RKI -Präsident Lothar Wieler. « Delta verbreitet sich also noch schneller, vor allem natürlich in der ungeimpften Bevölkerung. Daher müssen wir damit rechnen, dass künftig auch die Fallzahlen wieder steigen werden.» Im Moment lägen die bundesweiten 7-Tage- Inzidenzen mit 6,2 Prozent erfreulich niedrig. Grund dafür sei auch das verantwortungsbewusste Handeln der Bevölkerung. «Lassen Sie uns diese niedrigen Inzidenzen verteidigen!», appelliert Wieler.

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 68 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 99 Tote. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.726.172 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.618.400 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 90.746.

Den Sieben-Tage-R-Wert lag dem RKI am Freitagabend bei 0,78 (Vortag: 0,75). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 78 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Das sind die typischen Symptome der Corona-Delta-Mutation und so gefährlich ist sie wirklich

  Das sind die typischen Symptome der Corona-Delta-Mutation und so gefährlich ist sie wirklich Husten, Schnupfen oder Kopfschmerzen? So erkennt ihr, ob ihr mit der Delta-Variante infiziert seid – und was für Folgen das haben kann.Doch wie gefährlich ist die Delta-Mutation nun wirklich, wie erkenne ich eine Infektion und welche Folgen kann das haben? Business Insider beantwortet die wichtigsten Fragen.

BERLIN (dpa-AFX) - Das Robert Koch-Institut ( RKI ) geht in der Coronavirus-Pandemie von einem Wiederanstieg der Inzidenzen hierzulande durch die Delta - Variante aus. Delta sei noch ansteckender als Alpha, sagte RKI -Präsident Lothar Wieler am Freitag. Im Moment lägen die bundesweiten 7-Tage- Inzidenzen mit 6,2 Prozent erfreulich niedrig. Grund dafür sei auch das verantwortungsbewusste Handeln der Bevölkerung. "Lassen Sie uns diese niedrigen Inzidenzen verteidigen!", appellierte Wieler. In der zweiten Juni-Woche lag der Delta-Anteil nach den jüngsten RKI -Zahlen in Deutschland schon

RKI zur Corona -Pandemie. Delta - Variante : RKI erwartet Wiederanstieg der Inzidenzen . Im Moment lägen die bundesweiten 7-Tage- Inzidenzen mit 6,2 Prozent erfreulich niedrig. In Hildesheim lag die Inzidenz am Freitag 3,3. Grund für die niedrigen Inzidenzen sei laut Wieler auch das verantwortungsbewusste Handeln der Bevölkerung. “Lassen Sie uns diese niedrigen Inzidenzen verteidigen!“, appellierte er.

Freitag, 25. Juni 2021

Das Robert Koch-Institut (RKI) geht in der Coronavirus-Pandemie von einem Wiederanstieg der Inzidenzen hierzulande durch die Delta-Variante aus. Delta sei noch ansteckender als Alpha, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Freitag. „Delta verbreitet sich also noch schneller, vor allem natürlich in der ungeimpften Bevölkerung. Daher müssen wir damit rechnen, dass künftig auch die Fallzahlen wieder steigen werden.“

Im Moment lägen die bundesweiten 7-Tage-Inzidenzen mit 6,2 Prozent erfreulich niedrig. Grund dafür sei auch das verantwortungsbewusste Handeln der Bevölkerung. „Lassen Sie uns diese niedrigen Inzidenzen verteidigen!“, appellierte Wieler.

In der zweiten Juni-Woche lag der Delta-Anteil nach den jüngsten RKI-Zahlen in Deutschland schon bei 15 Prozent. „Wir gehen davon aus, dass er heute schon höher sein wird“, sagte Wieler. Es sei nur eine Frage der Zeit, wann diese Variante die Hoheit übernehmen werde.

Das sind die typischen Symptome der Corona-Delta-Mutation und so gefährlich ist sie wirklich

  Das sind die typischen Symptome der Corona-Delta-Mutation und so gefährlich ist sie wirklich Husten, Schnupfen oder Kopfschmerzen? So erkennt ihr, ob ihr mit der Delta-Variante infiziert seid – und was für Folgen das haben kann.Doch wie gefährlich ist die Delta-Mutation nun wirklich, wie erkenne ich eine Infektion und welche Folgen kann das haben? Business Insider beantwortet die wichtigsten Fragen.

Die Delta - Variante werde über den Sommer auch in Deutschland die Oberhand gewinnen, dies sei eher eine Frage von Wochen als von Monaten. Es mache bei der Ausbreitung aber einen Unterschied, wie hoch die gesamte Zahl der Ansteckungen und die Impfquote seien. Im Moment lägen die bundesweiten 7-Tage- Inzidenzen mit 6,2 Prozent erfreulich niedrig. Grund dafür sei auch das verantwortungsbewusste Handeln der Bevölkerung. „Lassen Sie uns diese niedrigen Inzidenzen verteidigen!“, appellierte Wieler. Nur eine Frage der Zeit, bis Delta die Hoheit übernimmt.

Delta sei noch ansteckender als Alpha, sagt RKI -Präsident Lothar Wieler. « Delta verbreitet sich also noch schneller, vor allem natürlich in der ungeimpften Bevölkerung. Daher müssen wir damit rechnen, dass künftig auch die Fallzahlen wieder steigen werden.» Im Moment lägen die bundesweiten 7-Tage- Inzidenzen mit 6,2 Prozent erfreulich niedrig. Grund dafür sei auch das verantwortungsbewusste Handeln der Bevölkerung. «Lassen Sie uns diese niedrigen Inzidenzen verteidigen!», appelliert Wieler.

Durch vollständiges Impfen, behutsames Öffnen, Masketragen in Innenräumen, Abstandhalten und Hygiene seien auch diejenigen besser geschützt, die noch nicht geimpft seien oder noch nicht geimpft werden könnten – darunter auch viele Kinder, ergänzte der RKI-Chef. Betroffen von der Delta-Variante seien im Moment vor allem Menschen unter 60 Jahren. Die meisten Ansteckungen passierten gerade in privaten Haushalt. Daneben gebe es zurzeit wenige größere Ausbrüche.

„Wir wissen, dass Menschen, die vollständig geimpft sind, vor schweren Erkrankungen durch Delta geschützt sind“, sagte Wieler. Erst einmal Geimpfte seien nicht nur schlechter geschützt, sondern könnten das Virus auch weitergeben.

Auch im Urlaub sei die Beachtung der Corona-Regeln wichtig. Es gelte, sich über die Infektionslage zu informieren, geschlossene Räume mit schlechter Belüftung sowie Menschenansammlungen und Gruppen mit engen Kontakten zu vermeiden. Beim Zurückkommen empfehle es sich, Testangebote anzunehmen, riet Wieler.

Bundesrat beschließt Corona-Aufholprogramm für Kinder

Norddeutschland besonders betroffen: So verbreitet ist die Delta-Variante in den Bundesländern

  Norddeutschland besonders betroffen: So verbreitet ist die Delta-Variante in den Bundesländern Besonders betroffen sind vor allem die Bundesländer in Norddeutschland. Andere dagegen sind in Deutschland noch verschont.In Deutschland sinkt jedoch bisher die Sieben-Tage-Inzidenz weiter und liegt aktuell bei 6,6. In einem Bericht vom RKI ist auch zu erkennen, dass sich die Delta-Variante unterschiedlich hierzulande ausbreitet. Ende Mai lag der Anteil der Delta-Variante dem RKI zufolge bundesweit noch bei 1,6 Prozent. Am stärksten war die mutierte Version des Coronavirus im Saarland (5,2 Prozent), Brandenburg (3,8 Prozent) und Hamburg (3,0 Prozent) verteilt.

Das sogenannte Corona-Aufholprogramm für Kinder und Jugendliche kann starten. Der Bundesrat stimmte am Freitag für eine entsprechende Gesetzesänderung bei der Finanzverteilung zwischen Bund und Ländern. Der Bund überlässt damit den Ländern mehr Anteile aus der Umsatzsteuer, so dass sie zusätzliche Maßnahmen zur Lernförderung finanzieren, Sozialprojekte ausweiten und mehr kostenlose und günstige Freizeit-, Sport- und Erholungsangebote anbieten können. Außerdem stimmte die Länderkammer der Auszahlung eines 100-Euro-Freizeitbonus für Kinder aus bedürftigen Familien in diesem Sommer zu.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sprach von einer guten Nachricht für Schülerinnen und Schüler „und vor allem für die leistungsschwächeren Kinder und Jugendlichen“. Es stehe zu befürchten, dass gerade sie durch die Schulschließungen weiter zurückgefallen seien. „Das Mindeste, das wir tun können, ist, diesen Kindern das Aufholen ihrer Lernrückstände zu ermöglichen.“

Über das Corona-Aufholprogramm, das die Folgen der Pandemie für Kinder und Jugendliche abfedern soll, stellt der Bund insgesamt zwei Milliarden Euro zur Verfügung. Das Geld fließt an die Länder aber auch in Bundesprojekte und -programme, die damit ihre Angebote für junge Menschen ausweiten können.

Der hoch ansteckende Delta-Belastung erläutert

 Der hoch ansteckende Delta-Belastung erläutert Die hoch ansteckende Delta-Variante von Covid-19 wird die Länder, die langsame Impfrollen und eine schwache Aufnahme in vorbeugenden Strategien aufweisen, die Wissenschaftler gewarnt haben. © AP Ein Elektronenmikroskopbild zeigt die sphärischen Partikel des neuen Coronavirus, farbig blau, aus dem ersten US-Fall von Covid-19.

Der sogenannte Freizeit-Bonus gehört ebenfalls zum Corona-Aufholprogramm. Familien, die auf Hartz IV oder Wohngeld angewiesen sind, bekommen ab August eine Extra-Zahlung von 100 Euro pro Kind vom Staat, um zum Beispiel Ferien-, Sport- oder Freizeitaktivitäten zu finanzieren.

RKI registriert 774 Corona-Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 774 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.12 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1076 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 6,2 an (Vortag: 6,6; Vorwoche: 10,3).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 62 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 91 Tote.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.725.580 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.616.800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90.678 angegeben.

Den Sieben-Tage-R-Wert gab das RKI am Donnerstagabend mit 0,75 (Vortag: 0,72) an. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 75 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Norddeutschland besonders betroffen: So verbreitet ist die Delta-Variante in den Bundesländern

  Norddeutschland besonders betroffen: So verbreitet ist die Delta-Variante in den Bundesländern Besonders betroffen sind vor allem die Bundesländer in Norddeutschland. Andere dagegen sind in Deutschland noch verschont.In Deutschland sinkt jedoch bisher die Sieben-Tage-Inzidenz weiter und liegt aktuell bei 6,6. In einem Bericht vom RKI ist auch zu erkennen, dass sich die Delta-Variante unterschiedlich hierzulande ausbreitet. Ende Mai lag der Anteil der Delta-Variante dem RKI zufolge bundesweit noch bei 1,6 Prozent. Am stärksten war die mutierte Version des Coronavirus im Saarland (5,2 Prozent), Brandenburg (3,8 Prozent) und Hamburg (3,0 Prozent) verteilt.

Donnerstag, 24. Juni 2021

RKI registriert 1008 Corona-Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1008 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.10 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1330 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 6,6 an (Vortag: 7,2; Vorwoche: 11,6).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 93 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 105 Tote.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.724.806 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.614.500 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90.616 angegeben.

Den 7-Tage-R-Wert gab das RKI am Mittwochabend mit 0,72 (Vortag: 0,68) an. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 72 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

+++ Corona-Update +++: RKI setzt Impfziel: Hohe Impfquote wegen Delta nötig

  +++ Corona-Update +++: RKI setzt Impfziel: Hohe Impfquote wegen Delta nötig +++ Corona-Update +++: RKI setzt Impfziel: Hohe Impfquote wegen Delta nötig (glomex) Fast 183 Millionen Menschen haben sich weltweit nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Mehr als 4,11 Millionen Menschen sind in Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Die Dunkelziffern dürften Experten zufolge deutlich höher sein. Die USA weisen weltweit die höchsten Werte auf.Freitag, 02.

Mittwoch, 23. Juni 2021

Die zunächst in Indien aufgetretene Delta-Variante des Coronavirus wird sich nach Einschätzung der EU-Gesundheitsbehörde ECDC im Laufe des Sommers deutlich in Europa ausbreiten. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Delta-Variante während des Sommers stark zirkulieren wird“, erklärte ECDC-Direktorin Andrea Ammon am Mittwoch. Dies gelte ganz besonders für Jüngere, die nicht zu den Zielgruppen der Impfkampagnen gehörten. Dies könne ein Risiko verursachen, dass sich gefährdetere Personen anstecken und einen schwerwiegenden Krankheitsverlauf erleben oder sterben könnten, wenn sie nicht vollständig geimpft seien.

Den verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge sei die Delta-Variante (B.1.617.2) um 40 bis 60 Prozent übertragbarer als die zunächst in England aufgetretene Alpha-Variante (B.1.1.7), erklärte die in Stockholm ansässige Behörde. Sie rechnet deshalb damit, dass schon Anfang August 70 Prozent aller Corona-Neuinfektionen in der Europäischen Union und den mit ihr verbundenen Ländern Norwegen, Island und Liechtenstein auf Delta zurückzuführen sein werden. Ende August dürften es dann bereits 90 Prozent sein.

Unerfreulicherweise zeigten vorläufige Daten, dass sich auch Menschen mit der Delta-Variante anstecken könnten, die erst eine Dosis der derzeit verfügbaren Impfstoffe erhalten hätten, erklärte Ammon. Die gute Nachricht sei dagegen, dass zwei Impfdosen einen hohen Schutz gegen diese Variante und ihre Folgen böten. Ein sehr hohes Tempo bei den Impfkampagnen sei deshalb äußerst wichtig. Zu diesem Zeitpunkt sei zudem entscheidend, die Zweitimpfung innerhalb der geringsten zugelassenen Zeitspanne nach der Erstimpfung zu verabreichen, um Gefährdete zu schützen. Noch immer bestehe für zu viele Menschen das Risiko, ernsthaft an Covid-19 zu erkranken.

Corona-Regeln am Arbeitsplatz werden gelockert

Die Corona-Regeln am Arbeitsplatz werden ab 1. Juli gelockert. Unternehmen müssen zwar weiterhin zwei Tests pro Woche für Beschäftigte anbieten, die nicht von zu Hause aus arbeiten können. Allerdings ist dies laut neuer Corona-Arbeitsschutzverordnung nicht mehr erforderlich, wenn Arbeitgeber „durch andere geeignete Schutzmaßnahmen einen gleichwertigen Schutz der Beschäftigten“ sicherstellen oder nachweisen können, zum Beispiel wenn diese vollständig geimpft sind. Das Bundeskabinett hat die neue Verordnung am Mittwoch beschlossen. Sie soll bis 10. September gelten.

Arbeitgeber sind demnach aber weiterhin gehalten, „die gleichzeitige Nutzung von Räumen durch mehrere Personen (...) auf das betriebsnotwendige Minimum zu reduzieren“. Zudem bleibt es dabei, dass betriebliche Hygienepläne erstellt und Infektionsschutzmaßnahmen ergriffen werden müssen, etwa durch Trennwände und Abstandsregeln. Wo das nicht möglich ist, müssen medizinische Masken zur Verfügung gestellt werden.

Die verbindliche Vorgabe, dass eine Mindestfläche von zehn Quadratmetern für jede im Raum befindliche Person nicht unterschritten werden darf, entfällt allerdings. Ebenso endet die Pflicht für Unternehmen, dort wo es möglich ist, Homeoffice anzubieten. Diese Regelung ist Teil der sogenannten Bundesnotbremse und läuft gemeinsam mit ihr am 30. Juni aus.

„Wir brauchen auch weiterhin Kontaktbeschränkungen und regelmäßige Testangebote in den Unternehmen und Verwaltungen. Eine vierte Welle muss unbedingt vermieden werden“, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). „Die jetzt vorgenommenen Anpassungen der Corona-Arbeitsschutzverordnungen ermöglichen es, die betrieblichen Infektionsschutzmaßnahmen an die erfreulich gesunkenen Infektionszahlen anzupassen“, fügte er hinzu.

RKI registriert 1016 Corona-Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1016 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Mittwochmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.06 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1455 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 7,2 an (Vortag: 8,0; Vorwoche: 13,2).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 51 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 137 Tote.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.723.798 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.611.500 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90.523 angegeben.

Den 7-Tage-R-Wert gab das RKI am Dienstagabend mit 0,68 (Vortag: 0,68) an. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 68 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Wichtige Hintergründe:

- Erst AstraZeneca, dann Moderna: Warum Merkels Impfmix nicht ungewöhnlich ist.

- Nach Biontechs Impfstoff-Erfolg rückt die Krebsforschung in den Fokus der Anleger. Sie könnte die Basis für langfristige Gewinne sein.

Dienstag, 22. Juni 2021

Die EU-Kommission kauft weitere 150 Millionen Dosen Corona-Impfstoff vom US-Hersteller Moderna. Eine entsprechende Option aus einem Vertrag vom Februar wurde jetzt gezogen, wie ein Kommissionssprecher am Dienstag mitteilte. Die Lieferung soll im dritten Quartal beginnen und sich bis ins Jahr 2022 hineinziehen.

Die Kommission hat zwei Verträge mit Moderna: einen über 160 Millionen Dosen vom vergangenen Jahr und einen zweiten vom Februar. Mit dem zweiten Kontrakt waren 150 Millionen Impfdosen fest bestellt und weitere 150 Millionen Dosen als Option vereinbart worden. Um diesen Teil der Vereinbarung geht es jetzt.

Die EU könne damit an Virusvarianten angepassten Impfstoff sowie Impfstoffe für Kinder und für Auffrischungen kaufen, sagte der Sprecher. Der Vertrag garantiere zeitnahe Lieferung und die Möglichkeit, diese an den Bedarf der EU-Staaten und an die Pandemielage anzupassen. Die Mitgliedsstaaten könnten den Impfstoff auch weiterverkaufen oder spenden, um zur Versorgung anderer Staaten weltweit beizutragen.

Der Impfstoff von Moderna gilt als sehr wirksam und sehr sicher. Das Präparat wurde in Europa inzwischen millionenfach verwendet. Es handelt sich wie beim Vakzin von Biontech/Pfizer um einen mRNA-Impfstoff.

Bund muss sich wegen Corona zwei Milliarden Euro zusätzlich leihen

Der Bund sieht sich gezwungen, den Kapitalmarkt im Sommer wegen der Corona-Kosten stärker anzuzapfen als bislang vorgesehen. Geplant sei die zusätzliche Aufnahme von zwei Milliarden Euro, wie die für das Schuldenmanagement zuständige Finanzagentur am Dienstag mitteilte. Dazu werde das Volumen von drei Anleihen aufgestockt. Dies seit notwendig, "um den im Zuge der Covid-19-Pandemie erhöhten Finanzierungsbedarf des Bundes und seiner Sondervermögen zu decken". "Wir reagieren darauf mit einer kleinen Anpassung nach oben", sagte Finanzagentur-Geschäftsführer Tammo Diemer, nachdem bereits das Volumen für das Frühjahrsquartal um 2,5 Milliarden aufgestockt worden war. Auch für das vierte Quartal schließen die Schuldenmanager nicht aus, noch mal nachzulegen "angesichts der ungewissen Pandemieentwicklung und der damit verbundenen Herausforderungen für die Haushaltsplanung".

Insgesamt will sich der Bund in diesem Jahr das Rekordvolumen von mehr als 480 Milliarden Euro von Investoren leihen. 2020 waren es noch 406,5 Milliarden Euro. Finanzminister Olaf Scholz schreibt in diesem Jahr wegen der hohen Kosten im Kampf gegen die Folgen der Corona-Krise tiefrote Zahlen. Der Bundestag hatte im April den Nachtragshaushalt 2021 mit einer Rekord-Neuverschuldung von 240 Milliarden Euro beschlossen. Nicht nur diese Summe muss durch neue Schulden gedeckt werden, sondern auch die Refinanzierung alter Verbindlichkeiten. Allein im Sommerquartal müssen fast 102 Milliarden Euro an Altschulden getilgt werden.

Bundesweite Inzidenz sinkt auf 8,0 – Widerstand gegen EM-Endspiel in England wächst

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 455 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Dienstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 3.13 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 652 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Dienstagmorgen mit bundesweit 8,0 an (Vortag: 8,6; Vorwoche: 15,5; Vormonat: 66,8).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 77 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 93 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.722.782 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.608.100 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90.472 angegeben.

Wichtige Hintergründe:

- Nach Biontechs Impfstoff-Erfolg rückt die Krebsforschung in den Fokus der Anleger. Sie könnte die Basis für langfristige Gewinne sein.

- Nachdem Pierre Gourdain das Geschäft in Frankreich für Flixbus etablierte, startete er vor drei Jahren in den USA. Am vierten Juli wird das Netz größer sein als vor Covid.

Montag, 21. Juni 2021

Der Widerstand gegen das Endspiel der Fußball-Europameisterschaft in Großbritannien wächst. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass das Endspiel nicht in einem Land stattfindet, in dem die Ansteckungsgefahr sehr groß ist“, sagt Italiens Ministerpräsident Mario Draghi. Zuvor hatte schon Bayerns Ministerpräsident Markus Söder angeboten, das Spiel von London nach München zu verlegen. In Großbritannien breitet sich die Delta-Variante des Coronavirus aus.

Die Türkei will nach einem Rückgang der Infektionszahlen die Corona-Beschränkungen weiter lockern. Präsident Recep Tayyip Erdogan teilt nach einem Kabinettstreffen mit, dass damit zum 1. Juli begonnen wird. In den vergangenen Wochen hatte die Türkei bereits einige Maßnahmen gelockert. So wurden Ausgangssperren auf Sonntage beschränkt. Außerdem durften Restaurants für eine begrenzte Zahl von Gästen wieder öffnen. Im April hatte es noch rund 60.000 Neuinfektionen pro Tag gegeben. Die Zahl sank kontinuierlich auf derzeit rund 5000 Fälle pro Tag.

Indien mit Rekordimpfung, Impfstoffproduktion für Afrika, Briten mit Zuversicht

Am Montag hat Indien mehr als 7,5 Millionen Menschen gegen Corona geimpft - mehr als je zuvor an einem Tag. Das zeigen Zahlen des indischen Gesundheitsministeriums. In Indien leben insgesamt mehr als 1,3 Milliarden Menschen, es ist das Land mit der zweitgrößten Bevölkerung - nach China. Am Montag gab es zusätzliche Impfzentren, die Impfungen für alle Erwachsenen anboten.

Bislang lief die Impfkampagne in Indien allerdings deutlich langsamer als zunächst geplant. Weniger als fünf Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft. Ein Grund dafür ist Impfstoffknappheit - unter anderem da die Regierung zunächst nicht versucht hat, genügend Impfstoff für die große Bevölkerung zu kaufen. Inzwischen will die Regierung gegensteuern, etwa indem sie ein komplexes Impfstoffbeschaffungssystem vereinfacht hat. Davor kauften die Zentralregierung, die Regierungen der Bundesstaaten sowie Privatkrankenhäuser Impfstoffe zu verschiedenen Preisen.

Ein anderer Grund für die bislang langsamere Impfkampagne ist eine besonders in gewissen ländlichen Regionen verbreitete Impfskepsis. Um diese zu bekämpfen, haben sich einige örtliche Behörden Belohnungen für Impfwillige ausgedacht - etwa Benzin, Saatgut, Dreiräder, Tomaten oder Reis, wie örtliche Medien berichteten. In einem Teil von Uttar Pradesh wurden Läden angewiesen, Alkohol nur an Geimpfte zu verkaufen, wie die Zeitung „Mint“ schrieb. Und in einem Distrikt im Bundesstaat Madhya Pradesh prüften Polizisten kürzlich auf der Straße, wer geimpft ist und wer nicht, wie „The Indian Express“ berichtete. Geimpfte erhielten demnach eine Plakette mit der Aufschrift: „Ich bin ein echter Patriot, weil ich geimpft worden bin.“ Ungeimpfte erhielten ein Blatt mit einem Totenkopf drauf.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt den Aufbau eines Zentrums für mRNA-Impfstoffe in Südafrika bekannt. An dem Technologie-Transfer sollen die Unternehmen Afrigen Biologics und Biovac beteiligt sein, teilt WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus mit. Einem WHO-Wissenschaftler zufolge laufen dazu auch Gespräche mit Pfizer - dem Impfstoff-Partner von BioNTech - und Moderna. Im besten Fall könne Südafrika in neun bis zwölf Monaten eigene Coronavirus-Impfstoffe herstellen.

Trotz steigender Fallzahlen gibt sich der britische Premierminister Boris Johnson zuversichtlich, dass die Corona-Maßnahmen in England Mitte Juli komplett aufgehoben werden können. Johnson hatte den sogenannten „Freedom Day“ („Tag der Freiheit“) kürzlich um vier Wochen auf den 19. Juli verschoben. Eigentlich hätten an diesem Montag alle Einschränkungen im größten britischen Landesteil beendet werden sollen. Für den neuen Termin sehe es aber gut aus, sagte Johnson am Montag.

Grund für die Neubewertung waren die durch die Delta-Variante deutlich gestiegene Zahl an Neuinfektionen. Die zunächst in Indien nachgewiesene Mutante ist nach bisherigen Erkenntnissen deutlich ansteckender als alle anderen. In Großbritannien ist sie bereits die dominierende Variante. Wer vollständig geimpft ist, ist nach derzeitigem Kenntnisstand auch bei Delta gut gegen einen schweren Covid-19-Verlauf geschützt.

In Großbritannien haben inzwischen mehr als 80 Prozent aller Erwachsenen eine erste Dosis erhalten. Rund 60 Prozent wurden bereits zweimal gespritzt.

Sorgen um Delta-Variante in Deutschland

Schülerinnen und Schüler in Deutschland müssen sich möglicherweise auch im Herbst teilweise auf Homeschooling einstellen - im Fall von neuen größeren Corona-Ausbrüchen. Der Grund für die unklare Perspektive ist vor allem die riskantere Delta-Variante. Unklar ist, wie sich der Fernunterricht zuletzt auf die Leistungen der Schülerinnen und Schüler ausgewirkt hat. Wenig Licht und viel Schatten gab es durch das Homeschooling einer neuen Studie zufolge beim ersten Corona-Lockdown im Frühjahr 2020. Manche Schülerinnen und Schüler konnten sich damals aber auch teils verbessern. Welche Resultate das Homeschooling mit seinem dann vielfach stärker eingespielten Online-Unterricht im jüngsten Lockdown vom vergangenen Winter und Frühling hatte, ist demnach aber noch offen.

Präsenzunterricht hat Priorität

In einem sind sich der Gesundheitsminister und die Kanzlerin, der Bund und die Länder einig: Präsenzunterricht sollte die Regel sein - auch wenn die Pandemie noch nicht vorbei ist und die gefährlichere Delta-Variante des Virus um sich greift. „Geöffnete Schulen haben eine ganz hohe Priorität“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Es sei sehr zu wünschen, dass nach den Ferien wie vorgesehen überall wieder Präsenzunterricht möglich sei. Aber: Komplett vorauszusehen sei die Entwicklung nicht. „Natürlich ist es nicht auszuschließen, dass es lokal zu größeren Infektionsausbrüchen kommt, auf die dann auch zu reagieren wäre.“ Siehe Großbritannien und Portugal: Auch bei sehr positiver Entwicklung könne die Delta-Variante wieder zahlreiche Infektionen mit sich bringen, sagte Seibert.

Auch die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt, Deutschlands Schulen und Kindergärten in der Pandemie offen zu halten und so Präsenzunterricht für alle Schüler zu ermöglichen - die Öffnungen sollten aber von „geeigneten Schutzmaßnahmen“ begleitet werden. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD), hatte sich im „Tagesspiegel“ (Montag) bereits gegen frühzeitige Festlegungen auf neue Einschränkungen des Regelunterrichts ausgesprochen.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) schloss wegen der Delta-Variante eine Rückkehr zu Kontaktbeschränkungen nicht aus. „Ich rechne damit, dass die Delta-Variante in einem Monat auch in Deutschland die vorherrschende Variante ist“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Montag). Dann stelle sich die Frage: „Wie wirkt welches Vakzin auf sie?“ Man könne auch nicht ausschließen, das Menschen infiziert aus dem Sommerurlaub zurückkehren. Von den Antworten auf diese Fragen hänge ab, „ob wir eine vierte Welle bekommen und wieder zu Kontaktbeschränkungen zurückkehren. Ausschließen können wir das nicht“.

Nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht es in der derzeitigen Pandemie-Phase auch mit Blick auf die Delta-Variante darum, die richtige Balance zu finden. „Wir können jetzt lockern“, sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. Die Stimmung dürfe aber nicht zu Übermut führen. „Also: Zuversicht für den Sommer, aber eben auch Vorsicht vor allem dann auch Richtung Herbst und Winter.“

Mit Blick auf Kinder und Jugendliche sagte Spahn: „Unser Ziel sollte sein, so viel Normalität wie möglich nach den Ferien auch für die Schulen, aber eben auch so viel Sicherheit wie möglich.“ Eine Möglichkeit dabei seien Impfungen für Kinder ab zwölf Jahren. „Wir können bis Ende August, jedem über 12-Jährigen, der geimpft werden will, mindestens die erste Impfung angeboten haben.“ Für alle Nicht-Geimpften brauche es auch weiterhin mindestens regelmäßiges Testen.

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin, Christian Karagiannidis, rechnet in einer möglichen vierten Corona-Welle mit weniger Patienten auf den Intensivstationen. „Wir werden, wenn es im Herbst zu einem Wiederanstieg der Infektionszahlen kommt, sehr genau auf die Neuaufnahmen auf den Intensivstationen schauen müssen. Wenn die vulnerablen Gruppen bis dahin sehr gut geimpft sind, könnte es auch bei höheren Inzidenzen viel weniger schwere Verläufe geben“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Montag).

Bisher seien die Intensiv-Neuaufnahmen weitestgehend parallel zu den Inzidenzen verlaufen. Wenn die vulnerablen Gruppen sehr gut geimpft seien, könne es im Sommer erstmals zu einem abweichenden Verhalten kommen. Die Inzidenzen würden dann stärker steigen als die Intensiv-Aufnahmen, weil die potenziellen Patienten durch Impfung besser geschützt seien.

Oppositionspolitiker forderten von der Bundesregierung einen konkreten Fahrplan, wie der Delta-Variante begegnet werden soll. „Das Politikversagen, das wir im letzten Jahr durch fehlende Luftfilter in Schulen, volle Busse und Bahnen und viel zu wenig Schutz am Arbeitsplatz erleben mussten, darf sich nicht wiederholen“, sagte die Fraktionsvorsitzende der Linken, Amira Mohamed Ali, der „Welt“. „Die Bundesregierung muss endlich aus ihren Fehlern lernen und die Strukturen schaffen, um einen guten Herbst und Winter zu ermöglichen.“

Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen sagte der Zeitung: „Die Bundesregierung darf den Sommer nicht verschlafen und muss Deutschland jetzt für den Herbst vorbereiten.“ Man befinde sich in einem Wettlauf zwischen Impftempo und neuen Mutationen. „Es ist daher wichtig, vorerst an Masken in Innenräumen und Schnelltests festhalten.“

Der stellvertretende FDP-Fraktionschef Michael Theurer verwies auf Risiken im Reiseverkehr. „Letztes Jahr hat das Reiserückkehrmanagement komplett versagt.“ Davon sei eine Infektionswelle ausgelöst worden. Von einem erneuten Lockdown hält die FDP nichts. „Die Politik muss raus aus der Lockdown-Logik“, so Theurer. Die AfD warnte vor einem weiteren Eingriff in Freiheitsrechte. „Die Bürger haben ein Recht darauf, ihre bürgerlichen Freiheiten wieder in Anspruch zu nehmen und Zug um Zug zur Normalität zurückzukehren“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Sebastian Münzenmaier der „Welt“.

Auch der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes forderte eine gute Vorbereitung auf eine mögliche vierte Corona-Welle. „Keiner weiß, ob und in welchem Umfang es eine vierte Welle geben wird. Aber wenn sie kommt, sollten wir darauf gut vorbereitet sein: Es ist sehr wichtig, dass die Gesundheitsämter jetzt zügig zusätzliches Fachpersonal erhalten“, sagte die Vorsitzende Ute Teichert der „Rheinischen Post“ (Montag).

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisierte unterdessen das Auslaufen der Homeoffice-Pflicht. „Die Homeoffice-Regelungen hätten verlängert werden müssen“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). „Noch sind wir nicht durch mit der Pandemie, und es ist erwiesen, dass das Infektionsrisiko in geschlossenen Räumen deutlich höher ist.“ Erleichtert zeigte sich dagegen die Bundesvereinigung der Arbeitgeber. „Die deutsche Wirtschaft begrüßt das Auslaufen der Verordnung zum Homeoffice, da dieser bürokratische Aktionismus ein überflüssiges Einmischen der Politik war“, sagte Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter den Funke-Zeitungen.

Erstmals seit August weniger als 500 Neuinfektionen

Erstmals seit zehn Monaten haben die Gesundheitsämter weniger als 500 Neuinfektionen binnen eines Tages an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet. So registrierte das RKI 346 neue Fälle, wie aus Zahlen vom Montagmorgen hervorgeht. Sie geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.10 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Zuletzt hatte die Zahl der Neuinfektionen pro Tag am 10. August mit 436 unter der Schwelle von 500 gelegen. Montags sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Vor einer Woche hatte der Wert bei 549 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Montagmorgen mit bundesweit 8,6 an (Vortag: 8,8; Vorwoche: 16,6; Vormonat: 67,3).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden zehn neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es ebenfalls zehn Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 722 327 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 605 200 an. Die Zahl der Menschen, die an oder mit einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90 395 angegeben.

Im RKI-Lagebericht von Sonntagabend wurde aus „technischen Gründen“ kein bundesweiter Sieben-Tage-R-Wert ausgewiesen. Am Samstagabend gab ihn das RKI mit 0,69 (Vortag: 0,70) an. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 69 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Sonntag, 20.06.2021

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 842 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.02 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1489 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Sonntagmorgen mit bundesweit 8,8 an (Vortag: 9,3; Vorwoche: 17,3).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 16 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 18 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 721 981 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 603 000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90 385 angegeben.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Angaben von Samstagabend bei 0,69 (Vortag: 0,70). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 69 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Samstag, 19.06.2021

Angesichts der massiven Umsatzeinbußen des Einzelhandels in der Corona-Krise werden die Rufe nach mehr verkaufsoffenen Sonntagen lauter. Nach dem Handelsverband HDE sprach sich am Samstag auch der Städte- und Gemeindebund dafür aus. „Wir müssen jetzt alles tun, damit unsere Innenstädte und Ortskerne nicht weiter veröden“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg dem „Handelsblatt“. „Da wäre es ein positives Signal, zusätzliche Sonntagsöffnungszeiten zu ermöglichen.“ Landsberg verwies auf die bedrohliche Lage des Handels und die Gefahr für Hunderttausende Arbeitsplätze. Auch der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, forderte deswegen eine Lockerung der Öffnungszeiten. „Eine Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten ist dringend geboten, damit der stationäre Einzelhandel sich im Wettbewerb gegen den Onlinehandel behaupten und Arbeitsplätze sichern kann“, sagte Fratzscher der Zeitung.

Über 100.000 Einzelhandelsgeschäfte könnten schließen oder gar nicht mehr öffnen, sagte Landsberg. Damit stünden fast 500.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Der Onlinehandel habe hingegen sieben Tage die Woche, 24 Stunden geöffnet und habe seinen Umsatz im vergangenen Jahr auch pandemiebedingt auf über 72 Milliarden Euro steigern können. Zusätzliche Sonntagsöffnungszeiten wären daher „ein kleines, aber wichtiges Signal, dass die Innenstädte und Ortskerne Zukunft haben“.

Fratzscher wies darauf hin, dass es durch die Pandemie eine massive Verschiebung hin zum Onlinehandel gegeben habe, „was sich auch nach der Pandemie nicht komplett wieder umkehren wird“. Faire Wettbewerbsbedingungen bedeuteten aber nicht, dass Menschen 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche online einkaufen könnten, aber der stationäre Einzelhandel ein „enges Korsett“ habe und sonntags geschlossen sein müsse. „Anstelle von Sanktionen oder Abgaben für den Onlinehandel, sollte die Politik den stationären Einzelhandel attraktiver machen“, sagte der DIW-Chef. Dazu gehörten neben flexibleren Einkaufszeiten auch moderne urbane Konzepte, durch die die Innenstädte wieder attraktiver werden. „Dies hat nicht nur einen unmittelbaren ökonomischen Wert, sondern es ist auch aus sozialer und gesellschaftlicher Perspektive sehr wichtig, dass Menschen sich persönlich begegnen und miteinander in Kontakt kommen.“

Der HDE hatte vorgeschlagen, die Geschäfte zumindest bis Jahresende auch sonntags öffnen zu lassen. Das gebe den Händlern die Chance, wenigstens einen Teil des während der Lockdowns verlorenen Umsatzes nachzuholen und wäre auch ein Signal an die Menschen, dass die Innenstädte wieder offen seien. Auch darüber hinaus sollte es verlässlichere Regeln für eine rechtssichere gelegentliche Sonntagsöffnung geben. Die FDP unterstützte den Vorstoß bereits als geeignete Konjunkturhilfe für den Einzelhandel. Die Gewerkschaft Verdi wies ihn dagegen als zu kurzsichtig gedachten „Generalangriff auf die Handelsbeschäftigten, ihre Familien, aber auch auf das Grundgesetz“ zurück.

Tui-Finanzchef rechnet mit längerer Saison 2021

Die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus könnte nach Einschätzung von Tui eine Verlängerung der Reisesaison 2021 nötig machen. Er sehe grundsätzlich gute Chancen, die als aggressiv geltende Mutante unter Kontrolle zu bringen, sagte Finanzvorstand Sebastian Ebel den Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX. „Wir gehen davon aus, dass es weiter einen hohen Schutz gibt.“ Insgesamt sei die Buchungsentwicklung derzeit solide.

Unter anderem wegen noch vorsichtiger Kunden richtet sich der größte Touristikkonzern aber auf „Nachholeffekte“ ein, die sich bis zum Jahresende ziehen könnten. „Ich würde mich nicht wundern, wenn zunächst einmal auch die Sommersaison 2021 länger wird“, sagte Ebel. „Zumindest der November sollte noch ohne Probleme machbar sein, vielleicht kann es hier und da sogar bis nach Weihnachten gehen.“

Zur Impfwirksamkeit lässt sich Tui etwa vom Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie in Berlin, Stefan Kaufmann, beraten. Die Delta-Variante werde „auch in England stark abflauen, wenn dort noch mehr Menschen zwei Mal geimpft sind“, sagte Ebel zu dem wichtigen Markt. Zudem müsse man durch weitere Tests Menschen mit asymptomatischen Verläufen herausfiltern: „Das haben wir in Deutschland bisher gut gemacht, das Thema ist insgesamt im Griff.“

Der Tui-Finanzchef rief Urlauber auf, in der Heimat vorsichtig zu bleiben, um Öffnungsschritte nicht zu gefährden. Er persönlich würde die Maske weiter anbehalten, wenn er in öffentliche Innenräume gehe. „Aber nicht, wenn ich an einem Tisch sitze oder auf der Sonnenliege bin“, so Ebel. „Wenn irgendwann die Inzidenzen hoffentlich gegen Null gehen, kann man sicher großzügiger werden. Bis dahin finde ich es gut, so oft wie möglich Testmöglichkeiten wahrzunehmen. Das gilt explizit nicht nur für den Urlaub, sondern auch für das Kind, das wieder in die Schule geht, oder für den Gang ins Geschäft.“

Aktuell spüre Tui - trotz der schwierigen Lage in Großbritannien mit verschobenen weiteren Lockerungen - insgesamt eine „sehr deutliche Belebung“. Im Geschäftsquartal von Juli bis September werde mehr Geld zu- als abfließen, ein Umschwung zu einer stabilen Hauptsaison nach den drastischen Einbrüchen 2020 sei möglich. Aber manche Verbraucher dürften angesichts der noch nicht überall sicheren Bedingungen weiter abwarten. „Wenn wie für Portugal Öffnungen und neue Schließungen sich im Takt weniger Wochen abwechseln, lässt das Kunden überlegen: Wann buche ich - jetzt, oder wenn die Reiseregeln klar sind?“, sagte Ebel.

Auch für die klassischen Süd-Ziele könnte eine längere Saison frühere Einbußen ausgleichen. „Das wäre vor allem eine Riesenchance für Griechenland, ebenso für Zypern und Mallorca. Und gerade die Kanaren und Madeira könnten Gewinner sein.“ Zum Winter 2021/22 halte sich Tui einen größeren Reaktionsspielraum bei festen Kapazitäten an Flügen und Hotelbetten: „Es ist schwierig abzuschätzen, ob der nächste Winter bei 70 oder bei 130 Prozent gegenüber dem Vor-Corona-Niveau 2019 landet.“ Man rechne mit einem guten Geschäft.

Den Trend zu mehr Urlaub in Deutschland greife Tui ebenso auf. Es gebe „Initiativen für neue Umsatzquellen“, so Ebel. „Eine davon ist, dass wir Unterkünfte ohne Anreise vermarkten, also das Geschäft, das auch Booking.com betreibt. Da haben wir das größte Wachstum in Österreich, gefolgt von Deutschland und Kroatien.“ Darüber hinaus gehe es daheim nicht um Neubauten von Hotels oder Resorts, sondern um den Betrieb weiterer Häuser: „Wir können den Kunden häufiger abholen, weil der vielleicht einen Urlaub in Spanien oder eine Städtereise macht, aber vielleicht auch noch mal etwas in Deutschland unternehmen will.“ Nach Überzeugung des Tui-Vorstands erlebt parallel dazu die Pauschalreise eine Renaissance - Risiken in der individuellen Planung und der hohe Beratungsbedarf seien Auslöser dafür.

Tui wurde vom Staat und von seinen privaten Aktionären mit Milliarden unterstützt, um nach dem existenzbedrohenden Jahr 2020 wieder in die Spur zu kommen. Daher geht es für den Konzern 2021 ums Ganze. Aktuell seien die Aussichten für eine hinreichende Liquidität positiv, sagte Ebel. „Auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist diese Veränderung sehr wichtig. Wir hatten durch die Schließungen über Monate nur Kosten, jetzt geht es deutlich bergauf, sie spüren das.“

Entscheidend sei es in den kommenden Wochen und Monaten, „operativ einen guten Job zu machen“. Ende März habe die Summe der vorliegenden Anzahlungen bei 1,9 Milliarden Euro gelegen, in normalen Jahren wäre es zu der Zeit mehr als das Doppelte. „Weil unser Niveau da so ist, wie es ist, kann auch weniger abfließen“, meinte der Tui-Finanzchef. „Der bisherige Wert sollte uns gut durch den Winter tragen.“

Die Nettoschulden im Konzern lagen zuletzt bei 6,8 Milliarden Euro. „Davon waren aber die Hälfte Leasing-Verbindlichkeiten etwa für Flugzeuge oder Hotels, die wir nicht laufend refinanzieren müssen, sondern die durch unsere Vermögenswerte gesichert sind“, so Ebel. „Wir sind insgesamt solide finanziert für den Winter, bis es ab Januar zu stärkerem Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft kommt.“

RKI registriert 1108 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 9,3

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1108 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Samstag hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1911 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden nun den Angaben nach binnen 24 Stunden 99 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 129 Tote gewesen. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90 369 angegeben.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Samstagmorgen mit bundesweit 9,3 an und fällt damit erstmal seit dem 13. September 2020 wieder in den einstelligen Bereich (Vortag: 10,3; Vorwoche: 18,3). Das Institut zählte seit Beginn der Pandemie 3 721 139 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 601 200 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Freitagabend bei 0,70 (Vortag: 0,72). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 70 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Freitag, 18. Juni 2021

Messebauer, Konzertveranstalter und andere schwer coronageplagte Firmen können mit weiterer staatlicher Unterstützung rechnen. Die Wirtschaftsminister der Bundesländer forderten am Freitag, die bisher bis Ende September geplanten Finanzmittel bis zum Jahresende fortzusetzen. Dieser Appell richtet sich an den Bund, der die bisherige Überbrückungshilfe III zahlt. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier machte nach einem Treffen mit seinen Länder-Ressortkollegen klar, dass er einer Verlängerung nicht abgeneigt ist. Man werde sich die Situation anschauen und die Hilfe gegebenenfalls nach der Sommerpause verlängern.

Die Corona-Hilfen gelten nur für Firmen, die starke Umsatzeinbrüche nachweisen und diese auf die Pandemie zurückführen können. Da es mit der Wirtschaft derzeit wieder aufwärts geht und wieder mehr Geschäft gemacht wird, sinkt die Zahl der antragsberechtigten Unternehmen.

Bisher habe man insgesamt 105 Milliarden Euro an Unternehmen als Corona-Hilfen überwiesen, sagte Altmaier. Dabei handele es sich etwa zur Hälfte um Kredite und zur Hälfte um Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Hinzu kommt Geld von den Ländern. Die staatliche Unterstützung hat sich nach Altmaiers Darstellung ausgezahlt. „Wir haben es gemeinsam geschafft, dass ein Substanzverlust der deutschen Wirtschaft verhindert worden ist.“

Vor dem Hintergrund gesunkener Infektionszahlen und der Aufhebung von Einschränkungen sagte Altmaier, die Wirtschaft komme „schneller als von vielen befürchtet zu einem Neustart“. Das Wachstum ziehe an – in diesem Jahr werde es bei 3,5 bis 4 Prozent liegen und 2022 bei mehr als 4 Prozent. Spätestens im Frühjahr 2022 werde die Wirtschaft das Vorkrisenniveau erreicht haben. „Das heißt, wir sind aus dem Gröbsten hoffentlich raus“, so der CDU-Politiker. Als die noch bis Ende Juni laufende Überbrückungshilfe um drei Monate als Überbrückungshilfe III plus verlängert worden sei, sei er ohnehin für eine Fortsetzung bis Jahresende gewesen.

Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart sprach sich dafür aus, Branchen wie das Messewesen weiter zu stützen. Schließlich könnten die „im vierten Quartal mutmaßlich noch nicht in der Weise werden arbeiten können, wie es zu normalen Zeiten üblich ist“. Zudem hält der FDP-Politiker die Verlängerung der Bundeshilfen für eine gute Vorsorge für mögliche steigende Inzidenzen im Herbst. Dann müsste man „nicht aus der Hüfte ein neues Programm auflegen“, sondern wäre schon vorbereitet.

Die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger hält die in Aussicht stehende Verlängerung der Hilfen für „ein absicherndes Signal“ an die Wirtschaft. „Wir müssen uns um die Branchen kümmern, die noch immer unter der Pandemie leiden.“ Sie betonte, dass die Zeit genutzt werden sollte, um sich für alle Eventualitäten im Herbst und Winter vorzubereiten. Sollte man wegen der Pandemie nochmal zu Einschränkungen gezwungen sein, könnte es „andere, klügere Maßnahmen“ geben, die Aspekten wie einer hohen Impfquote Rechnung tragen würden.

Abseits des Politikertreffens beschrieb Jörn Holtmeier, Geschäftsführer des Messeverbandes Auma, die Lage in seiner langfristig planenden Branche als „katastrophal“. Im September fänden zwar erste Branchentreffs wieder statt, die Zahl der Messen bis Jahresende sei aber übersichtlich. Es habe viele Absagen gegeben.

„Wenn ein Messebauer endlich wieder einen Auftrag für seine erste Messe im November oder Dezember bekommt, dann im Oktober aber kein Geld mehr vom Staat bekommt, so kann das die ohnehin angespannte Finanzlage seines Unternehmens extrem verschlechtern.“ Dann seien Firmenpleiten möglich – „und das, nachdem man so lange durchgehalten hat und auch dank der Staatshilfen die Firma irgendwie über Wasser gehalten hat“, sagte Holtmeier.

Es geht vor allem um Messebauer, Caterer und um private Messeveranstalter. Messegesellschaften, die Kommunen und dem Land gehören, haben keinen Anspruch auf die Corona-Hilfen des Bundes. Holtmeier ist ebenfalls für eine Verlängerung der Hilfen bis zum Jahresende. Dies wäre nur ein Sicherheitsnetz, sagte er. „Einige Firmen werden schon vorher wieder Aufträge bekommen und Umsatz machen, die werden die Hilfe dann nicht in Anspruch nehmen müssen.“

Deutschlands Messebranche hat nach Auma-Angaben etwa 231.000 Beschäftigte. Hierbei sind nicht nur Veranstalter und Messebauer eingeschlossen, sondern auch Betriebe mit starkem Messegeschäft – ein Hotel etwa, das den Großteil seines Geschäfts mit Messebesuchern macht, wird in die Beschäftigtenzahl anteilig eingerechnet. Seit März 2020 hat die Krise in der Messebranche laut Ifo-Institut zu einem volkswirtschaftlichen Schaden von schätzungsweise 40 Milliarden Euro geführt: Händler konnten auf den Branchentreffs nichts mehr einkaufen, und es gab keine Besucher mehr, die für Restaurantbesuche, Hotelübernachtungen oder Taxifahrten Geld ausgeben.

Reiseerleichterungen für Griechenland und Frankreich

Für Reiserückkehrer aus Frankreich, Griechenland, der Schweiz und weiteren Ländern und Regionen werden ab Sonntag die Bestimmungen gelockert. Wegen sinkender Corona-Infektionszahlen werden sie von der Liste der Risikogebiete gestrichen, wie das Robert Koch-Institut am Freitag mitteilte. Die Bundesregierung nimmt demnach auch Belgien, Norwegen und einzelne Regionen in Dänemark, den Niederlanden und Spanien von der Liste.

Wer von dort auf dem Landweg nach Deutschland kommt, muss künftig keinerlei Einreisebeschränkungen wegen Corona mehr beachten. Die Regeln für Flugreisende bleiben allerdings bestehen: Jeder, der mit dem Flugzeug einreist, egal ob aus einem Risikogebiet oder nicht, muss vor dem Abflug ein negatives Testergebnis, einen Impf- oder Genesenennachweis vorlegen.

Die Bundesregierung bewertet regelmäßig die Corona-Lage im Ausland und unterscheidet dabei zwischen „Virusvariantengebieten“, in denen sich neue Coronavirus-Varianten ausbreiten, „Hochinzidenzgebieten“ mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 200 und „Risikogebieten“ mit einer Inzidenz über 50.

Die Einstufung ist für die Rückreise aus diesen Ländern wichtig, weil sich danach die Vorgaben für Tests, Registrierung und Quarantäne richten. Für die Einreise in das jeweilige Land gelten die dortigen Vorgaben, die auf der Internetseite des Auswärtigen Amts zu finden sind.

Von Frankreich bleiben nur wenige Überseegebiete auf der Risikoliste. Der gesamte europäische Teil des Landes wird gestrichen. In den Niederlanden fallen die Küstenregionen, Friesland, Seeland und Groningen aus der Liste, in Dänemark die Region Süddänemark an der Grenze zu Deutschland. In Spanien sind unter anderem Katalonien mit der bei Urlaubern beliebten Küstenmetropole Barcelona und der Costa Brava sowie Madrid ab Sonntag risikofrei.

Auch mehrere Regionen Sloweniens sowie ganz Litauen und Estland sind ab Sonntag keine Risikogebiete mehr, weil die Zahl der Neuinfektionen dort unter 50 pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen gesunken ist. Das gilt auch für Jordanien, die Palästinensischen Gebiete und St. Lucia in der Karibik.

In einigen Ländern verschlechtert sich die Lage allerdings. Namibia im Süden Afrikas rückt in die höchste Risikostufe und gilt nun als Virusvariantengebiet. Damit wird die Einreise von dort massiv eingeschränkt. Oman wird zum Hochinzidenzgebiet mit Quarantänepflicht.

Die Kapverden, St. Kitts and Nevis und Uganda werden vom Hochinzidenzgebiet zum Risikogebiet heruntergestuft. Damit entfällt für diese Länder die generelle Quarantänepflicht. Wer von dort einreist, kann sich davon freitesten lassen.

Rückkehrer aus Risikogebieten, Hochinzidenz- und Variantengebieten müssen sich grundsätzlich vor der Rückreise im Internet über ein Einreiseportal („digitale Einreiseanmeldung“) registrieren und den Reiseort und weitere Daten angeben. Impf-, Test- oder Genesenennachweis können dort hochgeladen werden. Zu Hause gilt dann eine Quarantänepflicht. Wer vollständig geimpft oder genesen ist, ist davon befreit. Bei Einreisen aus einem Variantengebiet, etwa Großbritannien, ist Quarantäne aber immer Pflicht, ob geimpft, genesen oder nicht.

Urteil: Astrazeneca muss weitere 50 Millionen Dosen an EU liefern

Ein belgisches Gericht hat Astrazeneca verurteilt, bis Ende September 50 Millionen Dosen Corona-Impfstoff an die Europäische Union zu liefern. Dazu müsse ein fester Lieferplan eingehalten werden, teilte das Brüsseler Gericht erster Instanz am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Anderenfalls drohen Zwangsgelder.

Die EU-Kommission hatte Astrazeneca verklagt, weil der Hersteller viel weniger Corona-Impfstoff geliefert hat als vertraglich zugesagt. Bestellt waren 300 Millionen Dosen von Astrazeneca bis Ende Juni. Doch gingen im ersten Quartal nur 30 Millionen statt 120 Millionen Impfdosen an die 27 EU-Staaten. Die Kommission verlangte per Eilverfahren Ende Mai zunächst rasche Lieferung der ausstehenden 90 Millionen Dosen aus dem ersten Quartal. Das Gericht gestand der EU nun zumindest die rasche Lieferung von 50 Millionen Dosen zu.

Nach der Mitteilung des Gerichts fiel das Urteil im Eilverfahren so aus: Astrazeneca muss bis 26. Juli, 9.00 Uhr, 15 Millionen Dosen liefern oder anderenfalls 10 Euro pro fehlender Dosis zahlen. Bis 23. August sind der Mitteilung des Gerichts zufolge weitere 20 Millionen Dosen fällig, mit derselben Strafandrohung, bis 27. September dann noch einmal 15 Millionen Dosen.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen erklärte: „Diese Entscheidung bestärkt die Position der Kommission: Astrazeneca hat nicht die im Vertrag eingegangenen Verpflichtungen erfüllt.“

Astrazeneca stellte das Urteil jedoch anders da und sah seine eigene Position gestärkt. „Astrazeneca begrüßte heute das Urteil des Gerichts erster Instanz in Brüssel“, heißt es in einer Pressemitteilung. „Der Richter hat die Lieferung von 80,2 Millionen Dosen bis 27. September 2021 angeordnet. Bis heute hat die Firma mehr als 70 Millionen Dosen an die Europäische Union geliefert und wird bis Ende Juni 2021 erheblich über die 80,2 Millionen Dosen kommen.“

Der Widerspruch in der Interpretation der beiden Parteien in dem Rechtsstreit war nicht sofort zu klären.

Lissabon wegen Delta-Variante abgeriegelt

Wegen einer besorgniserregenden Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus ist Lissabon für zweieinhalb Tage abgeriegelt. Vom Freitagnachmittag (16.00 Uhr MESZ) und bis zum Montagmorgen (6.00 Uhr) dürfen die gut 2,8 Millionen Bewohner der Hauptstadt Portugals den Großraum Lissabon nur aus triftigem Grund verlassen. Auswärtige dürfen nur in Ausnahmefällen einreisen.

Touristen, die in Lissabon landen, um in einem anderen Landesteil Urlaub zu machen, oder auch Besucher, die nach Hause zurückfliegen, sind nicht betroffen. Man darf aber am Wochenende Lissabon als Tourist nicht besuchen, wenn man irgendwoanders untergebracht ist.

Ministerpräsident António Costa wies Kritik zurück, die Maßnahme sei angesichts einer noch relativ entspannten Lage übertrieben. Die Abriegelung sei angemessen, sagte er bei einem Besuch in Brügge. „Wenn man keine Maßnahmen ergreift, nimmt die Pandemie wieder zu.“

Die zunächst in Indien entdeckte Delta-Variante machen die Behörden für eine Zunahme der Infektionsfälle in den vergangenen Tagen verantwortlich. Mit 928 neuen Infektionen binnen 24 Stunden hatte Lissabon am Donnerstag den höchsten Wert seit dem 19. Februar verzeichnet. Das waren etwa 75 Prozent aller in Portugal erfassten Fälle (1233). In der „Area Metropolitana“ Lissabons wohnen aber lediglich rund 27 Prozent aller 10,3 Millionen Bürger Portugals.

„Es ist nicht leicht, solche Maßnahmen zu ergreifen, aber uns erschien sie unerlässlich, damit die Lage, die in Lissabon derzeit herrscht, nicht auf das ganze Land übergreift“, erklärte Präsidentschaftsministerin Mariana Vieira da Silva. Ob die Abriegelung an den kommenden Wochenenden wiederholt wird, soll nach Angaben der Zentralregierung kurzfristig entschieden werden.

Der einstige Hotspot Portugal hatte im Winter erfolgreich gegen Corona gekämpft und im Frühjahr zeitweilig mit die niedrigsten Werte Europas aufgewiesen. Der Ausnahmezustand zur Eindämmung der Pandemie war deshalb am 1. Mai nach fünfeinhalb Monaten zu Ende gegangen. Die landesweite 14-Tage-Inzidenz stieg jedoch nach Angaben der EU-Behörde ECDC innerhalb weniger Wochen von 55 auf 87.

Curevac sieht trotz enttäuschender Zahlen gute Chancen auf Zulassung

Trotz enttäuschender Zahlen zur Wirksamkeit seines Corona-Impfstoffs sieht der Tübinger Hersteller Curevac gute Chancen auf eine Zulassung. Vorstandschef Franz-Werner Haas zeigte sich am Freitag überzeugt, den Impfstoff auch bei geringer Wirksamkeit zur Zulassung bringen zu können. Der Leiter der Impfstoff-Studie, Peter Kremsner, betonte, er sehe Curevac weiter in der Spitzengruppe der Covid-Vakzin-Hersteller. Investor Dietmar Hopp und der Bund als Anteilseigner kündigten an, an dem Unternehmen festhalten zu wollen.

Curevac-Studienleiter Kremsner zeigte sich am Freitag optimistisch, den Impfstoff trotz der enttäuschenden Ergebnisse einer Zwischenanalyse zur Einsatzreife bringen zu können. „Aus meiner Sicht wird das nicht in den nächsten Wochen gelingen“, sagte Kremsner dem Radiosender Bayern 2. „Aber es wird möglich sein, den Impfstoff so aufzubereiten, dass er sehr wirksam sein kann.“

Der Impfstoff stehe zu Unrecht in der Kritik, sagte Vorstandschef Haas. Kein anderes Vakzin sei an so vielen Virusvarianten getestet worden. Es sei daher „faktisch eigentlich nicht korrekt“, die Zahl vom Mittwoch mit denen zur Wirksamkeit anderer Impfstoffe zu vergleichen, sagte Haas. „Die Zahlen zur Wirksamkeit der anderen Impfstoffe sähen vermutlich anders aus, wenn man deren Studien zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt hätte.“

Auch eine relativ geringe Wirksamkeit solle aber einer Zulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA nicht im Wege stehen, betonte Vorstandschef Haas am Freitag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. „Angesichts der Pandemie kann es nur heißen: Wenn es einen wirksamen Impfstoff gibt, sollte dieser auch zum Einsatz kommen“, sagte Haas. Er verwies dabei auch auf viele Entwicklungsländer, in denen bislang kaum oder gar keine Corona-Impfstoffe verfügbar sind. Nach Angaben der EMA gibt es bei der Zulassung keine harte Mindestgrenze bezüglich der Wirksamkeit.

Curevac hatte am Mittwochabend mitgeteilt, dass sein Vakzin nur eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung „jeglichen Schweregrades“ zeigt. Damit habe es die vorgegebenen statistischen Erfolgskriterien nicht erfüllt. Diese Mitteilung hatte einen drastischen Sturz des Börsenkurses von Curevac ausgelöst.

40 Prozent der Deutschen mit Einkommenseinbußen wegen Corona

Die Coronakrise brockt fast 40 Prozent der deutschen Verbraucher Einbußen beim Einkommen ein. „Ende April 2021 hatten 16,4 Millionen Haushalte weniger Geld zur Verfügung. Das waren rund 1,7 Millionen mehr als bei unserer Befragung im Oktober 2020“, sagte Chefökonom Patrik-Ludwig Hantzsch zu einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage der Wirtschaftsauskunftei Creditreform. Zu den Betroffenen zählen neben Kurzarbeitern immer häufiger auch Minijobber und Solo-Selbstständige. Creditreform geht davon aus, dass es spätestens 2023 zu einem deutlichen Anstieg der privaten Überschuldungen kommt. Staatliche Hilfe sorgten hier noch für einen Zeitverzug. „Höchstwahrscheinlich wird die Spitze der Neuverschuldung erst nächstes oder übernächstes Jahr erreicht werden.“

Fast jeder dritte Befragte fürchtet demnach, in den nächsten zwölf Monaten regelmäßige oder außergewöhnliche Verbindlichkeiten des eigenen Haushalts nicht bezahlen zu können. Hierzu gehörten vor allem Kosten für Elektrizität und Heizung, dringende und notwendige Anschaffungen für Haus oder Wohnung sowie für Mieten. „Gut zehn Prozent der Befragten räumten ein, in den vergangenen zwölf Monaten schon einmal das Gefühl gehabt zu haben, dass ihnen die finanziellen Verbindlichkeiten über den Kopf wachsen.“

Das geringere Haushaltsbudget sowie die Furcht vor drohenden Zahlungsproblemen veranlassen viele Verbraucher, ihre Ausgaben zu kappen. 57 Prozent der Befragten gaben an, krisenbedingt weniger Geld für Konsum und Lebenshaltung ausgeben zu wollen. Hochgerechnet sind das laut Creditreform 23,7 Millionen Haushalte. Ganz oben auf der Streichliste stehen Ausgaben für Freizeit und Urlaub sowie für Bekleidung und Heimtextilien. Gleichzeitig hat die Corona-Krise viele Verbraucher veranlasst, regelmäßig Geld zur Seite zu legen. „Der Anteil regelmäßiger Sparer ist im April 2021 auf den höchsten Stand seit Beginn unserer Umfragen im Oktober 2010 gestiegen“, erläutert Stephan Vila, Geschäftsführer von Creditreform Boniversum. Abhängig von der persönlichen Einkommenssituation schwankt der Anteil der regelmäßigen Sparer zwischen 20 Prozent bei Geringverdienern und mehr als 60 Prozent bei Gutverdienern.

Aber viele Verbraucher haben auch Nachholbedarf. Fast 40 Prozent gaben laut Umfrage an, sich in den nächsten Monaten auf Kredit etwas für den Haushalt zu kaufen. „Sie wollen das Corona-Konsum-Trauma hinter sich lassen“, sagte Vila

1076 Corona-Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1076 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.52 Uhr wiedergeben, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 2440 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden nun den Angaben nach binnen 24 Stunden 91 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 102 Tote gewesen. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90.270 angegeben.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Freitagmorgen mit bundesweit 10,3 an (Vortag: 11,6; Vorwoche: 18,6). Das Institut zählte seit Beginn der Pandemie 3 720 031 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.598.100 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Donnerstagnachmittag bei 0,72 (Vortag: 0,71). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 72 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Wichtige Hintergründe:

- Vier Gründe, warum Curevac in Rückstand geraten ist.

- Schwache Testergebnisse des Corona-Impfstoffs ließen den Curevac-Kurs kollabieren.

- Der Schock kam kurz vor Mitternacht: Der lange angekündigte Impfstoff von Curevac ist nicht so wirksam wie erhofft.

Donnerstag, 17. Juni 2021

Angesichts der Fälle von gefälschten Impfpässen und Testzertifikaten dringen die Justizminister der Länder auf eine rasche Verschärfung des Strafrechts für solche Taten. Die Fälschung von Gesundheitszeugnissen sollte nach Auffassung der Länderminister der Urkundenfälschung bei anderen Dokumenten gleichgestellt werden, für die härtere Strafen gelten, wie sie nach einem Online-Treffen am Donnerstag bekanntgaben. Die Bundesjustizministerin wird in einem Beschluss gebeten, einen entsprechenden Gesetzentwurf zu erarbeiten.

„Gefälschte Impfpässe, aber auch falsche Testzertifikate sind so problematisch, weil wir natürlich jetzt gerade in dieser Pandemie alle darauf angewiesen sind, dass die Dokumente auch echt sind und dass das, was dahinter steht, tatsächlich stattgefunden hat, um sozusagen auch die Ansteckungsgefahr in unserer Gesellschaft möglichst gering zu halten“, sagte die Hamburger Senatorin für Justiz, Anna Gallina (Grüne), in einer Online-Pressekonferenz nach dem Treffen. Immer häufiger werden nach ihren Worten gefälschte Impfpässe im Internet oder auch in Chatgruppen zum Kauf angeboten.

Justizminister für Strafverschärfung bei gefälschten Impfpässen

Unternehmen in Deutschland haben bisher viel weniger Corona-Hilfen abgerufen als von der Bundesregierung geplant. „Nur ein Bruchteil der veranschlagten Hilfsmittel wurde an die von der Corona-Pandemie betroffenen Unternehmen ausgezahlt“, sagte Selina Schulze-Spüntrup, Forscherin am Ifo-Institut am Donnerstag. „Das hat auch damit zu tun, dass die Anspruchsvoraussetzungen zum Teil recht streng gefasst wurden, um Missbrauch auszuschließen.“

Der Bund hatte den Angaben nach in Zuschussprogrammen 150 Milliarden Euro bereitgestellt. Davon seien bislang 24 Prozent abgerufen worden. Für die Soforthilfen des Bundes wurden 50 Milliarden Euro veranschlagt, laut Ifo wurde weniger als ein Drittel davon in Anspruch genommen.

Auch bei den anschließenden Überbrückungshilfen lagen die ausgezahlten Gelder deutlich unter den veranschlagten Summen: Bei der Überbrückungshilfe I waren es den Wirtschaftsforschern zufolge 6 Prozent, bei der Überbrückungshilfe II rund 10 Prozent, bei der Überbrückungshilfe III gut 28 Prozent. Von den Novemberhilfen wurden 56 Prozent der verfügbaren Mittel ausgezahlt, von den Dezemberhilfen 33 Prozent. Die staatliche KfW-Bank habe aus ihrem Sonderprogramm bisher 46 Milliarden Euro zugesagt.

Impfzentren sollen in Bereitschaft bleiben

Städte und Gemeinden haben die Absicht der Gesundheitsminister der Länder begrüßt, die Impfzentren auch über September 2021 hinaus verfügbar zu halten. „Die Impfzentren sind ein unverzichtbarer Baustein in der Pandemiebekämpfung, der Weiterbetrieb mindestens bis Ende des Jahres notwendig“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte-und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, der „Rheinischen Post“ (Donnerstag). „Wenn, wie zu erwarten ist, die Lieferung von Impfdosen weiterhin kontinuierlich steigt, können die Impfzentren einen wichtigen Beitrag leisten, das Impfgeschehen bis September insgesamt deutlich zu beschleunigen.“ Hinzu komme, dass voraussichtlich ab dem Herbst Millionen von Menschen eine Auffrischungsimpfung benötigen.

Die Impfzentren sollen über den Sommer hinaus in Bereitschaft gehalten werden, etwa falls sie für Auffrischimpfungen gebraucht werden. Bund und Länder hatten am Mittwoch vereinbart, dass die Länder binnen zwei, drei Wochen ein entsprechendes Bereitschaftskonzept entwickeln, so Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Gewährleistet werden solle ein Mindestbetrieb der Zentren. Bei Bedarf sollten die Zentren schnell wieder hochgefahren werden. Der Bund sei weiter zur Finanzierung bereit, vorerst ist es bis Ende September vereinbart. In mehreren Ländern gibt es aber Pläne zu einem längeren Erhalt der Zentren, etwa in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern.

Die Gesundheitsminister hatten am Mittwoch daneben unter anderem beschlossen, dass bei Urlaubsreisen ins Ausland trotz sinkender Corona-Zahlen den ganzen Sommer über Vorgaben zu Tests und Quarantäne greifen sollen. „Reisen ja, aber bitte weiterhin mit Vorsicht und Umsicht“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch. Die Regeln für Reiserückkehrer sollten bis mindestens Mitte September verlängert werden. Ziel sei auch, den Eintrag riskanterer Virusvarianten, so lange es gehe, zu verhindern.

1330 Corona-Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1330 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.34 Uhr wiedergeben, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 3187 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden nun den Angaben nach binnen 24 Stunden 105 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 94 Tote gewesen. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90.179 angegeben.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Donnerstagmorgen mit bundesweit 11,6 an (Vortag: 13,2; Vorwoche: 19,3). Das Institut zählte seit Beginn der Pandemie 3 718 955 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.594.700 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Mittwochabend bei 0,71 (Vortag: 0,72). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 71 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Wichtige Hintergründe:

- Curevac galt als vielversprechend. Umso größer ist die Enttäuschung nach der Bekanntgabe neuester Daten zur Wirksamkeit.

- Das Licht am Ende des Tunnels ist ganz nah. Muss im Job ab Herbst alles wieder so werden wie früher? Die Pandemie bringt neue Vorlieben.

Mittwoch, 16. Juni 2021

Biontech liefert nach „Übererfüllung“ wieder wie vereinbart

Bei den Corona-Impfungen in Deutschland werden für Juli wie vorgesehen weniger Dosen des wichtigsten Herstellers Biontech erwartet als jetzt im Juni. Durch eine vorgezogene Lieferung habe Biontech ermöglicht, dass im zweiten Quartal und besonders im Juni deutlich mehr Dosen geliefert werden können als ursprünglich angenommen, erklärte das Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch. Es sei immer klar gewesen, dass die Gesamtliefermenge dann im dritten Quartal auf 40,2 Millionen Dosen sinken würde. Im noch bis Ende Juni laufenden zweiten Quartal würden rund 50 Millionen Dosen erwartet.

Für Juli lägen vom Unternehmen bisher nur für die 1. Woche konkrete Prognosen vor. Nach der Gesamtmenge sei jedoch ein Durchschnitt von rund 3,3 Millionen Dosen pro Woche zu errechnen. Diese Zahlen seien auch den Ländern transparent mitgeteilt worden, erläuterte das Ministerium. Laut einer veröffentlichten neuen Übersicht werden in der Woche ab 5. Juli gut 3,2 Millionen Dosen von Biontech erwartet. In der laufenden Woche sind es demnach 4,6 Millionen Dosen. In den Wochen vom 21. und vom 28. Juni sollen je 5,7 Millionen Dosen kommen.

Biontech erklärte, man habe für das zweite Quartal den Vertrag übererfüllt. „Wir werden im Juni mehr Dosen liefern als ursprünglich vereinbart war, um die Impfkampagnen in Europa und damit auch in Deutschland zu unterstützen und zu beschleunigen“, sagte eine Unternehmenssprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Im dritten Quartal und damit auch im Juli werde die Zahl der Dosen wie vertraglich vereinbart geliefert.

Johnson AMPERSAND Johnson liefert nach EU-Angaben weniger als geplant

Der US-Hersteller Johnson AMPERSAND Johnson kann nach Angaben der EU-Kommission sein Lieferziel für Corona-Impfstoff bis Ende Juni nicht einhalten. Die den EU-Staaten zugesagte Menge von 55 Millionen Dosen im zweiten Quartal werde nicht erreicht, sagte ein Kommissionssprecher am Mittwoch in Brüssel. Wie viel geliefert werde, könne er noch nicht sagen. Der Sprecher bekräftigte aber das Ziel, bis Ende Juli insgesamt genug Corona-Impfstoff verschiedener Hersteller zu haben, damit 70 Prozent der Erwachsenen in der EU geimpft werden können.

Der Impfstoff von Johnson AMPERSAND Johnson ist wichtig für die europäische Impfkampagne, weil anders als bei anderen Vakzinen eine Dosis für den vollen Impfschutz ausreicht. Sehr seltene Thrombosefälle bei Geimpften hatten kritische Fragen aufgeworfen, doch hat der Impfstoff weiter die uneingeschränkte Zulassung durch die EU-Arzneimittelagentur EMA.

Bund zahlt 1,7 Milliarden Euro für Bürgertests

Seit dem Start der kostenlosen Bürgertests gegen Corona in Deutschland hat der Bund dafür rund 1,7 Milliarden Euro ausgegeben. Das geht aus Zahlen des Bundesamts für Soziale Sicherung und des Gesundheitsministeriums hervor. Damit bewegen sich die Ausgaben in der zuvor angenommenen Größenordnung. Erwartet hatte die Regierung im Februar auf vier Monate gerechnet zwischen 1,7 und 2,6 Milliarden Euro. Allein von Mitte Mai bis Mitte Juni wurden laut den neuen Angaben 1,2 Millionen Euro für Corona-Tests ausgegeben, darin sind etwa PCR-Tests für Kontaktpersonen enthalten.

Spahn will Apotheken-Vergütung für digitalen Impfnachweis senken

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will die Vergütung der Apotheken fürs Erstellen digitaler Corona-Impfnachweise zum 1. Juli senken. Je Zertifikat sollen es statt jetzt 18 Euro noch sechs Euro pro Zertifikat sein, teilte der CDU-Politiker am Mittwoch bei Beratungen mit seinen Länderkollegen mit, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Die höhere Vergütung zu Beginn sollte demnach dazu dienen, Anlaufkosten etwa für Schulungen, IT-Ausstattung und Registrierungen zu finanzieren und an möglichst vielen Stellen ein Angebot für die Bürger zu schaffen. Die Zahlen der ersten zwei Tage in den Apotheken zeigten, dass dies gelungen sei.

Insgesamt seien über alle Ausgabestellen inzwischen mehr als zehn Millionen digitale Impfnachweise erstellt worden, berichtete den Spahn den Angaben zufolge weiter. Ausgegeben werden soll der digitale Nachweis direkt nach der zweiten Impfung in Impfzentren und Praxen. Nachträglich ist es seit Montag auch in vielen Apotheken möglich. Mehr als 10.000 Apotheken hätten mitgemacht, sagte Spahn.

Keine Tests für Geimpfte und Genesene: Ist das immer sinnvoll?

Im Sommer ist trotz Coronavirus wieder viel möglich: Einer Gartenparty etwa steht nichts im Wege, wenn alle Beteiligten vollständig geimpft oder genesen sind. Doch sollten sich die Gäste auch testen?

Behauptung: Bei einer Gartenparty ausschließlich mit vollständig Geimpften und Genesenen sind keine Tests nötig.

Bewertung: Das stimmt. Falls allerdings auch nicht immunisierte Personen anwesend sind, raten Experten zu Testungen.

Fakten: Für den Gesetzgeber ist die Sache klar: Seit 9. Mai gibt es für vollständig Geimpfte und Genesene mehr Freiheiten. Das heißt: Das Infektionsschutzgesetz „gilt nicht für eine private Zusammenkunft, an der ausschließlich geimpfte Personen oder genesene Personen teilnehmen“, so Paragraf 4 der Covid-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung.

Heißt das aber auch, dass von diesen Menschen hinsichtlich Corona keine Gefahr mehr ausgeht? Das Robert Koch-Institut (RKI) schränkt ein: „Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person trotz vollständiger Impfung PCR-positiv wird, ist niedrig, aber nicht Null.“ Es müsse davon ausgegangen werden, dass „einige Menschen nach Kontakt mit Sars-CoV-2 trotz Impfung (asymptomatisch) PCR-positiv werden und dabei auch infektiöse Viren ausscheiden“. Das Risiko muss laut RKI durch das Einhalten der Maßnahmen wie Abstand halten und Maske tragen reduziert werden.

Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI), gibt für eine Gartenparty mit vollständig Geimpften trotzdem grünes Licht. Seine Rechnung: Das Risiko, dass ein vollständig Geimpfter infiziert sei, reduziere sich je nach Vakzin deutlich - um etwa 90 Prozent bei Biontech und etwa 70 Prozent bei Astrazeneca. Diese Zahlen decken sich mit denen des RKI.

Und selbst wenn sich ein Geimpfter infiziere, sei seine Viruslast deutlich geringer und er dadurch deutlich weniger ansteckend, erklärt Watzl. Wenn alle Teilnehmer doppelt geimpft seien und das Ganze im Sommer draußen stattfinde, gehe „das Risiko gegen null“.

Genesene können sich aber nach Ansicht der DGfI-Präsidentin Christine Falk immunologisch von vollständig Geimpften unterscheiden. Vergleichbar seien die Gruppen erst dann, wenn die Genesenen etwa sechs Monate nach der Infektion mit einer einmaligen „Auffrisch“-Impfung immunisiert würden.

Auch für Watzl ist die Gruppe der Genesenen aus immunologischer Sicht „heterogen“. Das heißt: Einige, die die Krankheit durchgemacht haben, zeigen Antikörperspiegel wie Geimpfte und „haben wahrscheinlich auch einen vergleichbaren Schutz“. Aber es komme auch vor, dass Genesene keine nachweisbaren Antikörper haben. Trotzdem, so Watzl, könnten sie durch T-Zellen - also Gedächtniszellen - vor einer schwer verlaufenden Corona-Infektion geschützt sein.

Sputnik-Zulassung verzögert sich wohl bis September

Die Zulassung des russischen Corona-Impfstoffes Sputnik V in der EU verschiebt sich deutschen Regierungskreisen zufolge „voraussichtlich auf September, vielleicht sogar auf Ende des Jahres“. Der Grund sei, dass der russische Hersteller bislang nicht die nötigen Daten der klinischen Studien bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA eingereicht habe, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag aus Regierungskreisen. Das klinische Dossier habe eigentlich bis 10. Juni vorliegen sollen.

In Deutschland hatten etliche Politiker wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und ostdeutsche Landeschefs einen Einsatz von Sputnik V gefordert - allerdings erst, wenn die Zulassung durch die EMA vorliegt. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte bei einem Besuch in Moskau gesagt, dass Deutschland insgesamt 30 Millionen Sputnik-V-Impfdosen habe kaufen wollen - im Juni, Juli und August. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zurückhaltend auf die Äußerung reagiert und früher bereits darauf verwiesen, dass der Hersteller der EMA bisher nicht alle nötigen Daten für eine Zulassung übermittelt habe.

Der russische Staatsfonds RDIF, der Sputnik V vertreibt, lehnte zunächst eine Stellungnahme ab. Von der EMA war vorerst keine zu erhalten.

RKI registriert 1455 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 13,2

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1455 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Mittwochmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.11 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 3254 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden nun den Angaben nach binnen 24 Stunden 137 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 107 Tote gewesen. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90.074 angegeben.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Mittwochmorgen mit bundesweit 13,2 an (Vortag: 15,5; Vorwoche: 20,8). Das Institut zählte seit Beginn der Pandemie 3.717.625 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.590.900 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Dienstagnachmittag bei 0,72 (Vortag: 0,77). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 72 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

„Zurück ins Leben wie wir es kennen“: 70 Prozent in New York geimpft

Nachdem mehr als 70 Prozent der Erwachsenen im US-Bundesstaat New York mindestens eine Impfdosis gegen das Coronavirus bekommen haben, hat Gouverneur Andrew Cuomo alle noch verbliebenen Einschränkungen aufgehoben. „Heute ist ein bedeutsamer Tag“, sagte Cuomo am Dienstag bei einer Pressekonferenz. „Wir können jetzt in das Leben zurückkehren, was wir kennen.“ Zuvor hatte es unter anderem noch Beschränkungen für Großveranstaltungen und ähnliches gegeben, die meisten Einschränkungen des Alltags waren allerdings schon in den vergangenen Wochen aufgehoben worden.

Mit 70 Prozent Erstimpfungen bei Erwachsenen hat der Bundesstaat auch das von US-Präsident Joe Biden landesweit bis zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli vorgegebene Ziel erreicht. Zur Feier solle es in der Nacht zum Mittwoch an zahlreichen Orten im Bundesstaat Feuerwerk geben, außerdem sollten berühmte Gebäude in Gold und Blau leuchten, sagte Cuomo. Nicht alle Bundesstaaten sind schon so weit, landesweit haben nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC rund 65 Prozent aller Erwachsenen mindestens eine Impfdosis erhalten.

In der US-Ostküstenmetropole ist das Leben schon seit Wochen fast komplett zurück: In den Kneipen drängen sich die Menschen ohne Maske, es gibt wieder Privatpartys, Feiern in geschlossen Räumen und Konzerte. Auch die Restaurants sind auch im Innenbereich gut gefüllt.

Der Staat New York mit seinen fast 20 Millionen Einwohnern war im vergangenen Frühjahr zum Epizentrum der Coronavirus-Pandemie in den USA geworden - mit Hunderten Toten pro Tag über Wochen und zwischenzeitlich knapp 20 000 Menschen im Krankenhaus. Inzwischen ist das Infektionsgeschehen weitgehend unter Kontrolle: Am Dienstag lag die tägliche Zahl der wegen Covid-19 im Krankenhaus Liegenden bei 617, sieben Menschen starben.

Die wichtigsten Hintergründe:

- Die Corona-Impfung ist für jeden Patienten kostenlos. Doch Fälle aus Köln und Berlin zeigen: Dienstleister im Auftrag von Firmen und ein Betriebsarzt lassen nichts unversucht, um mit der Impfung Geschäft zu machen.

- Heute beraten die Gesundheitsminister der Länder über die Zukunft der Impfzentren. Werden Sie zur Bekämpfung der Pandemie noch benötigt? Oder sind sie bald überflüssig? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Dienstag, 15. Juni 2021

Angesichts weiter sinkender Ansteckungszahlen nehmen die Bundesländer immer mehr Corona-Einschränkungen zurück. Die Maskenpflicht im Freien wird aufgehoben, Menschen dürfen sich wieder ohne Beschränkungen treffen, und Maskenvorgaben an Schulen werden weiter gelockert. Auch Partys in Clubs werden nach Monaten wieder möglich.

Die Regierungen in Sachsen-Anhalt und Brandenburg gaben am Dienstag den Startschuss für die Rückkehr des Nachtlebens: Tanz-Clubs könnten mit beschränkter Personenzahl und strengen Hygiene-Auflagen wieder öffnen, sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) nach einer Sitzung seines Kabinetts.

In Berlin fällt die Masken-Tragepflicht auf belebten Plätzen weg, im Freien im Zoo und im Tierpark. Auch in Hamburg, im Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und in Rheinland-Pfalz können die Masken bei Aktivitäten draußen künftig in der Tasche bleiben. Tragepflicht gilt nur noch zum Teil, etwa wo dichtes Gedränge herrscht oder wie in Bremen beschlossen nur noch an Bushaltestellen oder Bahnhöfen.

Treffen draußen werden zum Teil gar nicht mehr beschränkt: So beschloss Sachsen-Anhalt, die bislang geltenden Kontaktbeschränkungen in Kontaktempfehlungen umzuwandeln. In Brandenburg werden sogar sämtliche Kontaktbeschränkungen in der Öffentlichkeit aufgehoben.

Unterschiede gibt es beim Maske-Tragen in öffentlichen Verkehrsmitteln: In der Hauptstadt ist weiter eine FFP2-Maske Pflicht. In Nordrhein-Westfalen reicht schon seit dem vergangenen Wochenende eine OP-Maske. Auch in Sachsen-Anhalt muss in Bussen oder Bahnen künftig keine FFP2-Maske mehr getragen werden. Es reicht ebenso wie beim Shopping die OP-Maske.

Die Tragepflicht im Unterricht fällt zum Beispiel in Rheinland-Pfalz und im Saarland weg. Auch in Sachsen-Anhalt sollen Schüler nur noch auf dem Schulflur einen Mund-Nasen-Schutz aufsetzen. Baden-Württemberg lockert ebenfalls: Keine Maske im Unterricht mehr, wenn die Inzidenz unter 35 liegt und es zuletzt keine Corona-Fälle an der Schule gab. In Bayern dürfen Schüler zumindest auf dem Pausenhof und bei Wandertagen künftig ihre Masken wieder ablegen, wie die Staatskanzlei am Dienstag in München mitteilte.

Im Norden müssen sich Schüler allerdings darauf einstellen, dass die Maske im Unterricht auch in den ersten beiden Wochen nach den Sommerferien noch aufgesetzt werden muss. Dieser Puffer nach den Ferien sei in Bezug auf die Urlaubsrückkehrer wichtig, sagte Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) am Dienstag. Solche Pläne gibt es auch in Berlin und Brandenburg.

Eine Mehrheit von 59 Prozent der Deutschen befürwortet einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zufolge eine Aufhebung der Maskenpflicht in Unterrichtsräumen an Schulen. 31 Prozent sprachen sich in der am Dienstag veröffentlichten Umfrage dagegen aus.

Fünf Millionen Impf-Zertifikate

Nach dem Andrang auf das digitale Corona-Impfzertifikat wird nach den Worten von Gesundheitsminister Jens Spahn bereits an diesem Dienstag die Marke von fünf Millionen Exemplaren geknackt. Diese Zahl nannte der CDU-Politiker am Rande eines Treffens mit seinen EU-Kollegen in Luxemburg, bei dem das europäische Zertifikat Thema sein sollte.

„Gerade jetzt auch zu Beginn des Sommers, der Reisezeit, (ist es) für viele Bürgerinnen und Bürger sehr, sehr wichtig, dass wir eine Einheitlichkeit haben, dass ein digitaler Impfpass, der in Deutschland oder Spanien oder Finnland ausgestellt wird, eben auch dann in allen europäischen Ländern genutzt werden kann und gültig ist“, sagte Spahn.

Mit dem Zertifikat kann eine vollständige Corona-Impfung ebenso nachgewiesen werden wie eine durchgestandene Infektion oder ein frischer Test. Die digitale Bestätigung einer vollständigen Impfung ist in Deutschland seit Montag bei entsprechenden Papiernachweisen in Apotheken möglich. Wegen großen Interesses kam es vielerorts zu technischen Problemen und Überlastungen von Servern. Die Apotheken rieten den Menschen, sich nicht alle sofort einen digitalen Impfnachweis zu holen.

22,3 Millionen Menschen mit vollem Impfschutz

Immer mehr Menschen in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. 22,3 Millionen Menschen haben den vollständigen Impfschutz, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag (Stand: 09.55 Uhr) hervorgeht. Das sind 26,8 Prozent der Gesamtbevölkerung. Knapp 40,5 Millionen Menschen (48,7 Prozent) haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Am Montag wurden 590 529 Millionen Impfdosen verabreicht. 407.728 davon führten zur vollständigen Impfung.

Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 54,0 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Auch das Saarland, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen haben die 50-Prozent-Marke geschafft, Mecklenburg-Vorpommern steht kurz davor. Schlusslicht bleibt Sachsen mit 43,5 Prozent. Das Saarland zählt mit 31,9 Prozent den höchsten Anteil an Einwohnern mit vollständigem Impfschutz. Hessen ist hier mit 24,5 Prozent am Ende der Rangliste.

Die Impfkampagne gegen den Erreger Sars-CoV-2 hat in Deutschland Ende vergangenen Jahres begonnen. Zunächst waren Menschen über 80, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft. Seit Montag vergangener Woche können sich Menschen unabhängig von der bisher gültigen Prioritätenliste um einen Termin bemühen.

Kaum Widerspruch gegen Masken-Verzicht draußen – Aber nicht innen

In der Diskussion über die Maskenpflicht gibt es kaum Widerspruch gegen Lockerungen im Freien – aber viele Warnungen von Experten und Politikern vor zu früherem Verzicht in Innenräumen. „Wenn wir in puncto Impfquote bei 70 Prozent angelangt sind, und die Inzidenzen weiterhin auf niedrigem Niveau bleiben – dann ist der richtige Zeitpunkt für solche Diskussionen gekommen“, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Dienstag) mit Blick auf Innenräume.

Derzeit haben rund 26 Prozent der Bürger die für den vollen Impfschutz nötige Impfdosis bekommen – wenn man die zweiwöchige Wartezeit bis zur vollen Wirkung einbezieht, sind erst knapp 18 Prozent voll impfgeschützt. Bis zu 70 Prozent Impfquote wird es also noch Monate dauern.

Um die Maskenpflicht generell aufzuheben, sollte nach Ansicht des Leipziger Epidemiologen Martin Scholz bis zum regulären Ende der Impfkampagne gewartet werden, wie er dem Nachrichtenportal Watson sagte. Die Bundesregierung hat jedem bis Ende September ein Impfangebot versprochen.

Gleichwohl befürwortet er ebenso wie der Intensivmediziner Marx und die Braunschweiger Helmholtz-Virologin Melanie Brinkmann Lockerungen im Freien. „Da die Verbreitung der Erreger über Aerosole draußen kaum ein Thema ist, könnten wir im Freien gut auf Masken verzichten“, sagte Brinkmann der „Braunschweiger Zeitung“ (Dienstag). Marx riet aber, in Menschenansammlungen auch draußen eine Maske zu tragen, etwa beim Schlangestehen oder an Bushaltestellen.

Zugleich kritisierte Brinkmann, dass Schüler in Niedersachsen bei weniger als 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner und Woche im Unterricht keine Masken mehr tragen müssen, obgleich Kinder in der Regel nicht geimpft und Schnelltests nur bedingt zuverlässig sind. „Es ist ein Stück zu früh“, sagte sie. „Wir haben doch bald Sommerferien. Die paar Wochen hätten wir doch noch warten können.“

Auch Mecklenburg-Vorpommern hat die Maskenpflicht im Schulunterricht bereits aufgehoben. Allerdings liegt dort die Inzidenz unter 5.

Wie am Montag bereits der Lehrerverband, warnte auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) davor, die Maskenpflicht in Schulen jetzt abzuschaffen. „Viele Klassenräume lassen sich nicht richtig lüften. Zudem gibt es bei der Bereitstellung und Einrichtung von Lüftungsanlagen noch erheblichen Nachholbedarf“, erklärte GEW-Chefin Maike Finnern beim Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstag). Viele Lehrkräfte seien auch noch nicht vollständig geimpft.

Unionsfraktionsvize Stephan Stracke und die Grünen- Gesundheitsexpertin Kordula Schulz-Asche äußerten sich in der „Welt“ ebenfalls vor einem vorschnellen Aussetzen der Maskenpflicht.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte am Wochenende darauf verwiesen, dass die Länder laufend prüfen müssten, ob und wo die Maskenpflicht noch verhältnismäßig ist. Sie ist in Verordnungen der Länder geregelt. Für draußen gibt es zum Beispiel Vorgaben für belebte Plätze und Einkaufsstraßen, teils auch für Spielplätze.

RKI registriert 652 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 15,5

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 652 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Dienstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.02 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1204 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Dienstagmorgen mit bundesweit 15,5 an (Vortag: 16,6; Vorwoche: 22,9).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 93 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 140 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.716.170 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.586.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89.937 angegeben.

166 Millionen Euro Corona-Nothilfe an Studenten ausgezahlt

In den vergangenen zwölf Monaten sind rund 166 Millionen Euro Corona-Nothilfe an Studenten ausgezahlt worden. Die Summe nannte das Deutsche Studentenwerk (DSW) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Im Durchschnitt hätten die Betroffenen knapp 450 Euro im Monat bekommen. Die sogenannte Überbrückungshilfe kann seit einem Jahr (16. Juni 2020) online beantragt werden.

Insgesamt seien bei den 57 Studenten- und Studierendenwerken, die sich um die Bearbeitung kümmern, 548.000 Anträge eingegangen. 370.000 Mal sei Überbrückungshilfe gewährt worden. Da die Leistung für jeden Monat neu beantragt werden muss, lässt sich aus den Zahlen aber nicht schließen, wieviele Studentinnen und Studenten sie in Anspruch genommen haben.

Die Unterstützung ist für Betroffene gedacht, die während ihres Studiums zum Beispiel durch einen wegbrechenden Nebenjob in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Überwiesen werden 100 bis maximal 500 Euro pro Monat, wenn per Kontoauszug nachgewiesen werden kann, dass eine pandemiebedingte Notlage besteht. Das Geld muss nicht zurückgezahlt werden.

DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde sagte der dpa: „Die Überbrückungshilfe kommt an, sie funktioniert, sie hilft, leider jedoch nicht allen.“ Es gebe eine Gruppe von Studierenden in dauerhaft prekärer Lage. „Bei mehr als der Hälfte der abgelehnten Überbrückungshilfe-Anträge befinden sich die Studierenden zwar in einer finanziellen Notlage, diese war aber schon vor der Pandemie gegeben und nicht Folge der Pandemie.“ Daher greife die auf die pandemiebedingte Notlage angelegte Überbrückungshilfe für sie nicht.

Meyer auf der Heye bekräftigte die Forderung des DSW nach einer strukturellen Reform und Öffnung des Bafög, so dass wieder mehr Studenten damit erreicht werden. Zudem müsse im Bafög für nationale Krisensituationen ein Notfallmechanismus geschaffen werden.

Kassenärzte fordern mehr Impfstoff

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, fordert von Bund und Ländern Schritte für steigendes Tempo beim Impfen und für eine Rückkehr zu mehr Freiheiten. Er erwarte entsprechende „klare Signale“ von der Gesundheitsministerkonferenz an diesem Mittwoch, sagte Gassen, berichtet die Deutsche Presse-Agentur in Berlin.

„Es müssen mehr Impfstoffe in die Praxen“, sagte Gassen. „Solange Impfstoffe leider immer noch knapp sind, appelliere ich an die Patientinnen und Patienten, Geduld zu haben.“ Jeder werde geimpft werden, der geimpft werden möchte – aber nicht sofort und gleich alle auf einmal.

„Trotzdem ist schon jetzt klar: Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte machen aus dem Impffortschritt erst einen Impfturbo“. sagte Gassen. In diesem Zusammenhang sei auch zu klären, wie lange es Sinn mache, die teuren Impfzentren noch aufrecht zu erhalten. „Die nächsten Wochen sollten wir zwar noch an allen Fronten impfen, aber es ist klar, dass wir die Impfzentren dauerhaft nicht brauchen werden.“

Gassen machte sich für eine sofortige Abkehr von der Maskenpflicht im Freien stark. Die Gesundheitsminister müssten einen Weg aufweisen, „wie die Bürgerinnen und Bürger ihre Freiheiten so schnell wie möglich vollumfänglich wiedererhalten werden“, sagte der KBV-Chef. „Beispielsweise kann die Maskenpflicht im Freien sofort und bei einem weiteren Absinken der Infektionszahlen sehr bald auch komplett entfallen.“

Bereits Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich dafür ausgesprochen, dass die Maskenpflicht draußen entfällt.

Wichtige Hintergründe:

- Biontech, Moderna, Astrazeneca, Johnson AMPERSAND Johnson. Welcher ist der beste Corona-Impfstoff?

Montag, 14. Juni 2021

Briten verschieben Ende der Corona-Beschränkungen

Großbritannien verschiebt wegen der Ausbreitung der Delta-Variante geplante Lockerungen um einen Monat. Die Zahl der Fälle steige um 64 Prozent je Woche und es müssten immer mehr Patienten auf den Intensivstationen behandelt werden, erklärt Premierminister Boris Johnson. Ein umsichtiges Vorgehen jetzt könne Tausende Leben retten.

Andrang auf digitalen Impfnachweis

In Tausenden Apotheken haben sich am Montag bundesweit Menschen einen digitalen Corona-Impfnachweis besorgt. Zwei Drittel der Apotheken bieten den Service für vollständig gegen das Coronavirus Geimpfte an. Für die Bürgerinnen und Bürger ist er kostenlos. Am Vormittag kam es in einigen Regionen zu technischen Problemen und Überlastungen von Servern. Die Apotheken sprachen aber insgesamt von einem gelungenen Start und rieten den Menschen, sich nicht alle sofort einen digitalen Impf-Nachweis zu holen.

Mehr als 13.000 Apotheken bieten die Leistung an, wie der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverband (DAV), Thomas Dittrich, sagte. Apothekerverbände aus den Bundesländern meldeten eine hohe Nachfrage, vereinzelt bildeten sich demnach kleine Schlangen vor den Apotheken. Auf dem Online-Portal „mein-apothekenmanager.de“, wo man teilnehmende Apotheken abrufen kann, kam es laut Dittrich zu einer „extrem hohen Nachfrage“. Phasenweise war das Portal am Vormittag nicht zu erreichen. Aus mehreren Bundesländern meldeten Apotheken zunächst auch Probleme beim Zugriff auf den Apotheken-Server, die im Tagesverlauf aber behoben waren. Nach Angaben des Brandenburger Apothekerverbandes lag das an der Vergabe von neuen Passwörtern aufgrund höherer Sicherheitsanforderungen.

Der digitale Nachweis ist eine freiwillige Ergänzung des weiter gültigen gelben Impfheftes aus Papier. Deutschland setzt damit ein Vorhaben der Europäischen Union um. Dafür wurden einheitliche Details eines Zertifikats vereinbart, mit dem man Impfungen, Tests und überstandene Covid-19-Erkrankungen nachweisen kann. Die App soll als Beleg bei gelockerten Corona-Beschränkungen eingesetzt werden können und zur Sommerferienzeit Reisen in Europa erleichtern. Der digitale Nachweis sei komfortabel, einfach und sicher, betonte Dittrich. Einfacher sei es auch für jene, die einen Impfstatus überprüfen möchten, sagte der Verbandsvorsitzende im ZDF-„Morgenmagazin“.

Hälfte der über 60-Jährigen hat vollen Impfschutz

Der Anteil der Erstgeimpften an der Gesamtbevölkerung nähert sich der 50-Prozent-Marke. 48,4 Prozent (40,2 Millionen Menschen) haben bislang mindestens eine Impfung gegen das Coronavirus bekommen, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montag hervorgeht. Den vollständigen Impfschutz haben nun 26,2 Prozent (21,8 Millionen Menschen). Insgesamt wurden laut RKI bislang 60,7 Millionen Impfdosen in Deutschland verabreicht. Am Wochenende kamen über 622.000 hinzu. Am Samstag waren es 391.072 Dosen, am Sonntag 231.Etwa die Hälfte der Menschen über 60 Jahre hat nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn den vollen Impfschutz erhalten. Alle aktuellen Corona-News im Überblick.211.

Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 53,5 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Auch das Saarland, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen haben die 50-Prozent-Marke geschafft. Schlusslicht bleibt Sachsen mit 43,3 Prozent. Das Saarland zählt mit 31,0 Prozent den höchsten Anteil an Einwohnern mit vollständigem Impfschutz. Hessen ist hier mit 23,9 Prozent am Ende der Rangliste.

Die Impfkampagne gegen den Erreger Sars-CoV-2 hat in Deutschland Ende vergangenen Jahres begonnen. Zunächst waren Menschen über 80, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft. Seit Montag vergangener Woche können sich Menschen auch unabhängig von der bisher gültigen Prioritätenliste impfen lassen.

Lehrerverband gegen Aufhebung der Maskenpflicht

Der Deutsche Lehrerverband ist gegen eine schnelle Aufhebung der Maskenpflicht an den Schulen. Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger sagte der Deutschen Presse-Agentur am Montag in Berlin, er rate insbesondere während des Unterrichts zu „größtmöglicher Vorsicht“. „Das Virus ist ja noch nicht von der Bildfläche verschwunden.“ Maskenpflicht und auch regelmäßige Tests sollten im auslaufenden Schuljahr bleiben. Wegen der stark gesunkenen Corona-Zahlen wird in Deutschland verstärkt über die Maskenpflicht diskutiert, insbesondere auch an Schulen.

Meidinger sagte, alle freuten sich sehr über die fallenden Inzidenzen und die Rückkehr zum Präsenzunterricht. Es gebe aber noch immer erhöhte Infektionszahlen in der Gruppe der Kinder und Jugendlichen, die bisher kaum geimpft seien. „Auch rund 50 Prozent aller Lehrkräfte verfügen noch nicht über einen vollständigen Impfschutz.“ Zudem sei die Gefahr einer vierten Welle wegen der zunächst in Indien entdeckten Delta-Variante des Virus auch für Deutschland nicht völlig auszuschließen.

„Es ist zwar richtig, dass Masken eine Belastung für die Betroffenen sind, sowohl für Lehrkräfte als auch für Schüler, aber in der Gesamtabwägung warnen wir vor einer vorschnellen Abschaffung“, sagte der Präsident des Lehrerverbands. Zuvor hatte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) die Länder aufgerufen, die Maskenpflicht zu prüfen. Besonders für Schüler, die den Schutz vor Mund und Nase stundenlang im Unterricht tragen müssten, sei dies eine Belastung.

Soll die Maskenpflicht fallen? – Disput über Mund-Nasen-Schutz

Die weitgehende Aufhebung der Maskenpflicht in Dänemark von diesem Montag an befeuert auch in Deutschland die Diskussion über den Sinn des Mund-Nasen-Schutzes. „Bei den fallenden Inzidenzen sollten wir gestuft vorgehen: In einem ersten Schritt kann die Maskenpflicht draußen grundsätzlich entfallen“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). In Regionen mit sehr niedriger Inzidenz und einer hohen Impfquote könne die Pflicht nach und nach auch drinnen entfallen. „Als Empfehlung bleibt in jedem Fall eine einfache Regel: im Zweifel mit Maske – besonders beim Reisen und bei Treffen in Innenräumen“, betonte der CDU-Politiker.

In Dänemark wird ab diesem Montag die Pflicht zum Tragen einer Maske für fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens aufgehoben. Einzige Ausnahme davon bleibt der öffentliche Nahverkehr – dort aber auch nur, wenn man nicht sitzt.

Von FDP und AfD kamen am Wochenende Forderungen nach einer kompletten Aufhebung. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt halten dies draußen für möglich, nicht aber in Innenräumen. „Ich kann mir gut vorstellen, dass wir die Maskenpflicht da, wo sie überhaupt noch besteht draußen, entfallen lassen“, sagte Dobrindt in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“. Für Innenräume rate er zur Vorsicht.

CSU-Generalsekretär Markus Blume warnte im „Bild live“-Talk „Die richtigen Fragen“ davor, so zu tun, als sei Corona schon vorbei. Er halte die Abstandsregeln und die Maskenpflicht „für die geringste Zumutung und für einen sehr guten Schutz nach wie vor“. Ähnlich äußerte sich sein SPD-Kollege Lars Klingbeil in dem Talk: „Ich glaube, es verlangt uns als Gesellschaft nicht viel ab, wenn wir jetzt im öffentlichen Nahverkehr, dort, wo wir wirklich auf Menschen treffen, wenn wir dort die Masken weiterhin tragen. Ich halte das für richtig.“

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) rief die Länder auf zu klären, ob und wo eine Maskenpflicht noch verhältnismäßig sei. Besonders für Schüler, die Masken stundenlang im Unterricht tragen müssen, sei dies eine Belastung, hatte sie der „Bild am Sonntag“ gesagt.

Fast halbe Bevölkerung mindestens einmal gegen Corona geimpft

Im sechsten Monat nach dem Start der Corona-Impfkampagne in Deutschland hat beinahe die Hälfte der Bevölkerung mindestens eine erste Dosis erhalten. Die Quote der erstgeimpften Bürgerinnen und Bürger lag nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag bei 48,1 Prozent, 25,7 Prozent haben bereits den vollen Schutz.

Das bedeutet auch: Viele Millionen Menschen sind noch ungeschützt oder erst teilgeschützt. Eine einmalige Impfung biete noch nicht genügend Schutz vor einer Infektion, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler Anfang Juni. Anders ist das nur beim Janssen-Impfstoff, der bereits nach einer Dosis vollen Schutz bietet. Um weitgehend auf Maßnahmen verzichten zu können, brauchten mehr als 80 Prozent der Bevölkerung einen Immunschutz – entweder durch vollständige Impfung oder durchgemachte Infektion plus Impfung. Sollte man künftig einer noch ansteckenderen Virusvariante die Stirn bieten müssen, wäre wohl ein noch höherer Anteil nötig.

Genaue Daten zum Impffortschritt in bestimmten Gruppen vermissen Experten in Deutschland. Seit auch Spritzen in Arztpraxen gesetzt werden, gibt es in RKI-Statistiken zum Beispiel nur noch eine grobe Alterseinteilung: Ablesen lässt sich der Anteil der Impfungen bei Menschen über 60 oder unter 60 Jahren – und das auch nicht bei allen Bundesländern. Genauere Daten würden höheren Dokumentationsaufwand bedeuten.

Watzl befürchtet für Deutschland, dass Impfmüdigkeit einsetzen könnte, wenn erst einmal 50 Prozent und mehr geimpft sind: „Wenn es uns gelingt, die Inzidenzen über den Sommer niedrig zu halten, werden sich 30-Jährige, die im Frühjahr nicht an einen Impftermin gekommen sind, vielleicht fragen, warum sie sich jetzt noch impfen lassen sollten. Sie könnten sich fragen, wo denn ihr Risiko ist.“ Auch in anderen Ländern, die bereits höhere Quoten aufweisen, zeigte sich, dass die Kampagnen ab einem gewissen Punkt ins Stocken gerieten – teils wird dort nun mit allen erdenklichen Anreizen für den Piks geworben.

Dabei ist der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie sicher, dass es eine vierte Welle geben wird, spätestens im Herbst. „Wie groß sie ausfallen wird, hängt vom Impferfolg und der Höhe der Inzidenzen am Ende des Sommers ab.“ Vermieden werde müsse ein Szenario, bei dem ein Teil der Bevölkerung erst im Herbst bei direkter Konfrontation mit der Virusgefahr wieder ans Impfen denkt: „Dann bekommen wir ein logistisches Problem.“

Erstimpfungen gelten als Schutz insbesondere vor schwerer Erkrankung. Dieser wird durch die Zweitimpfung noch verbessert und verlängert. „Ein bisschen entspannen können sich einfach Geimpfte, aber leichtsinnig werden sollten sie nicht“, sagte Watzl. Insbesondere Virusvarianten, die seit Monaten für das Gros der Fälle in Deutschland sorgen, werden als Gefahr gesehen. „Die Zweitimpfung ist dringend notwendig, um auch die Mutanten gut abwehren zu können.“ Lediglich das Präparat von Johnson AMPERSAND Johnson ist als Einmalimpfung zugelassen.

Allerdings wirkt keine Impfung zu 100 Prozent, Ansteckungen und zumindest leichtere Erkrankungen sind weiterhin möglich – sie sind nur wesentlich unwahrscheinlicher. Varianten können zudem durch Erbgutveränderungen Eigenschaften erlangt haben, die es ihnen ermöglichen, Antikörpern von Geimpften und Genesenen zu entgehen. In der Fachsprache heißt das Immunescape (Immunflucht). Beobachtet wird das etwa bei Beta (B.1.351), Gamma (P.1) und Delta (B.1.617). Der Immunschutz wird nicht komplett ausgeschaltet, ist aber merklich vermindert.

Die derzeit in Deutschland dominierende Variante Alpha (B.1.1.7) hat die Eigenschaft, ansteckender zu sein. Wie eine „Science“-Studie kürzlich zeigte, scheiden damit Infizierte etwa 10 mal mehr Virus aus als Menschen, die sich mit Vorgängerversionen ansteckten. Auch das ist für den Impfschutz bedeutsam, wie Watzl erläutert: „Wie gut der Schutz ausfällt, hängt nicht nur vom Immunsystem des Einzelnen ab, sondern auch von der Menge an Virus, der man ausgesetzt ist.“

Zudem hat sich gerade bei immungeschwächten Menschen – etwa nach Organtransplantation oder mit Krebs – gezeigt, dass die Impfung nicht so gut anschlägt. Watzl rechnet in diesen Gruppen mit Drittimpfungen bereits im Herbst.

Nach Zahlen, die das Bundesgesundheitsministerium im Mai bekanntgab, steckten sich bisher rund 13.000 Menschen an, die bereits voll geimpft waren. Die Zahl klingt hoch, aber in Relation zur Gesamtzahl der bis dahin komplett Geimpften waren nur 0,16 Prozent betroffen. Auch war bei den Zahlen nicht klar, ob die Infektion bei vollem Impfschutz auftrat – also mehr als 14 Tage nach der zweiten Impfung – oder in den Tagen davor.

Debatte über Erhalt der Impfzentren – Ministerberatungen am Mittwoch

Vor den Beratungen der Gesundheitsministerkonferenz am Mittwoch rückt die Debatte über die Zukunft der Impfzentren in den Fokus. „Impfzentren sind sehr teuer“, sagte der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, der „Augsburger Allgemeinen“ (Montag). Eine Impfung dort sei siebenmal teurer als beim Hausarzt. Die Impfzentren seien geschaffen worden, um die Hausärzte von der Bürokratie – etwa der Priorisierung – zu entlasten und eine gerechte Verteilung des knappen Impfstoffs zu gewährleisten, sagte Montgomery. Wenn es genug Impfstoff gebe und die Bürokratie wegfalle, könnten in den meisten Regionen die niedergelassenen Haus- und Fachärzte die Impfungen „hervorragend übernehmen“. Alles stehe und falle mit ausreichenden Impfstoffmengen.

Ähnlich sieht das die FDP-Gesundheitspolitikerin Christine Aschenberg-Dugnus. Die Bundesregierung müsse dafür sorgen, dass die Ärzte mehr und zuverlässig Impfmittel erhalten. „Dann können die Impfzentren demnächst auch auslaufen“, sagte sie der „Augsburger Allgemeinen“.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach widersprach in derselben Zeitung. Deutschland könne sehr schnell wieder auf die Einrichtungen angewiesen sein. „Impfzentren sind auch eine Anlaufstelle für alle, die keinen Hausarzt haben“, argumentierte Lauterbach. Und sie seien eine sehr wichtige Säule, um eventuelle Nachimpfungen im Herbst zu bewältigen.

Für den längerfristigen Betrieb der Impfzentren hatte am Wochenende auch der Deutsche Städtetag geworben. Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy verwies in der „Passauer Neuen Presse“ darauf, dass von den Zentren aus die mobilen Impfteams in Pflegeeinrichtungen und soziale Brennpunkte starten. Der Chef des Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, bezeichnete es im Redaktionsnetzwerk Deutschland hingegen als fraglich, Strukturen mit so hohen Kosten aufrechtzuerhalten.

Der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz und bayerische Ressortchef Klaus Holetschek (CSU) sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Ich denke, die Impfzentren sollten auf jeden Fall bis Ende des Jahres beibehalten werden.“ Dafür sprächen gerade die Auffrischungsimpfungen, die ab Herbst notwendig sein könnten. Es gebe viele Gründe für die Forderungen der Länder, die Impfzentren weiter betreiben zu wollen, hatte auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach der jüngsten Konferenz mit den Länderchefs erklärt.

Laut Robert Koch-Institut wurden bisher etwa zwei Drittel aller Impfungen in den Zentren vorgenommen, ein Drittel in Arztpraxen. Die Hausärzte stiegen flächendeckend am 7. April in die Impfungen ein. Die Betriebsärzte folgten am 7. Juni.

Apotheken beginnen mit dem Ausstellen digitaler Corona-Impfnachweise

Menschen, die vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind, können sich ab Montag in Apotheken einen digitalen Impfnachweis abholen. Die Apothekerverbände wiesen allerdings darauf hin, dass die Zahl der teilnehmenden Apotheken in den ersten Tagen aus technischen und organisatorischen Gründen noch begrenzt sei und baten um Geduld. Die Website mein-apothekenmanager.de soll ab Montag anzeigen, welche Apotheke vor Ort den digitalen Impfpass anbietet.

Der digitale Nachweis ist eine freiwillige Ergänzung des weiter gültigen gelben Impfheftes aus Papier. Deutschland setzt damit ein Vorhaben der Europäischen Union um. Dafür wurden einheitliche Details eines Zertifikats vereinbart, mit dem man Impfungen, Tests und überstandene Covid-19-Erkrankungen nachweisen kann. Die App soll als Beleg bei gelockerten Corona-Beschränkungen eingesetzt werden können und zur Sommerferienzeit Reisen in Europa erleichtern.

Der Nachweis wird in einem sogenannten QR-Code aus schwarzen und weißen Quadraten hinterlegt, der künftig in der Regel mit dem zweiten Impfgang im Impfzentrum oder beim Arzt ausgehändigt wird. Der Code kann dann mit bestimmten Handy-Apps eingescannt und vorgezeigt werden. Neben der App CovPass und der Corona-Warn-App des Bundes wird der Nachweis ab Mittwoch auch über die Luca-App möglich sein.

Nach einer Testphase sollen sich laut Bundesgesundheitsministerium nun nach und nach Impfzentren, Arztpraxen und Apotheken anschließen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung betonte, es werde aus technischen Gründen nicht sofort einen flächendeckenden Start in den Praxen geben.

Ob, ab wann und auf welchem Weg neben Apotheken auch Impfzentren oder Ärzte auch Nachweise für die bereits vor der Einführung vollständig geimpften rund 20 Millionen Menschen ausstellen, hängt vom jeweiligen Bundesland ab. In Bayern oder Sachsen-Anhalt etwa sollen Menschen, die bereits in Impfzentren geimpft worden sind, über eigens eingerichtete Websites Zugang zum Zertifikat bekommen. In Baden-Württemberg sollen Impfnachweise laut Gesundheitsministerium im Laufe der nächsten Wochen nachträglich per Post verschickt werden.

In Thüringen hatte die Kassenärztliche Vereinigung am Freitag dagegen klargestellt, dass eine nachträgliche Ausstellung des digitalen Impfpasses für bereits Geimpfte in den Impfzentren und Impfstellen nicht möglich sei, weil der Aufwand nicht zu bewältigen sei. Auch in Nordrhein-Westfalen hatten die Kassenärztlichen Vereinigungen erklärt, dass in den Arztpraxen und Impfzentren zunächst noch keine elektronischen Impfzertifikate ausgestellt werden könnten.

RKI registriert 549 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 16,6

Erstmals seit mehr als acht Monaten haben die Gesundheitsämter in Deutschland weniger als 1000 Neuinfektionen binnen eines Tages an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet. So registrierte das RKI 549 neue Fälle, wie aus Zahlen vom Montagmorgen hervorgeht. Sie geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.01 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Zuletzt war die Zahl der Neuinfektionen pro Tag am 21. September mit 922 dreistellig.

Vor einer Woche hatte der Wert bei 1117 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Montagmorgen mit bundesweit 16,6 an (Vortag: 17,3, Vorwoche: 24,3).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 10 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 22 Tote.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.715.518 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.580.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89.844 angegeben.

Ein Jahr Corona-Warn-App: Vertrauen der Bevölkerung steigt

Ein Jahr nach der Vorstellung der offiziellen Corona-Warn-App können sich immer mehr Menschen in Deutschland vorstellen, der Anwendung auch ein positives Testergebnis anzuvertrauen. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Digitalverbandes Bitkom, berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

72 Prozent derjenigen, die die App installiert haben oder dies planen, würden ein positives Ergebnis in der App teilen. Im Januar 2021 waren es nur 62 Prozent. 33 Prozent hatten zum Jahresbeginn eingeräumt, andere App-Anwender im Falle einer eigenen Infektion trotz der durch die App gesicherten Anonymität nicht warnen zu wollen. Dieser Anteil sank nun auf nur noch 22 Prozent.

Eine Mehrheit derjenigen, die ein positives Ergebnis nicht teilen würden, sorgt sich, dass die eigenen Daten nicht anonym sind (79 Prozent). 35 Prozent aus dieser Gruppe wollen grundsätzlich keine Gesundheitsdaten teilen. Fünf Prozent sehen sich technisch außerstande.

Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes war am 16. Juni 2020 in den App-Stores von Apple und Google veröffentlicht worden. Seit dem vergangenen Dezember ist auch eine inoffizielle Version („Corona Contact Tracing Germany (CCTG)“) verfügbar, die auch auf Android-Smartphones läuft, die nicht über Google-Dienste verfügen.

In den ersten Monaten entwickelte sich die Verbreitung sehr dynamisch. Im September 2020 hatte das Robert Koch-Institut (RKI) über 18 Millionen Downloads in den Stores von Google und Apple registriert. Danach flachte die Kurve deutlich ab. Zuletzt verzeichnete das RKI 28,3 Millionen Downloads.

Bei der Bitkom-Umfrage sagten 36 Prozent der Menschen, sie hätten die App installiert. Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung wären das über 29 Millionen. Weitere sechs Prozent planen demnach, dies künftig zu tun. Insgesamt 55 Prozent der Befragten nutzen die Corona-Warn-App nicht, wovon 22 Prozent kein Smartphone besitzen. Acht Prozent haben die Corona-Warn-App bereits wieder deinstalliert, 25 Prozent haben generell kein Interesse.

Bitkom-Präsident Achim Berg sagte, die App habe sehr wertvolle Dienste geleistet: „Sie funktioniert, sie ist kostenlos und sie schützt die persönlichen Daten optimal.“ Die Anwendung habe Menschenleben gerettet. Berg betonte, entscheidend sei, dass wirklich alle Nutzerinnen und Nutzer ihre Testergebnisse über die App teilen. „Wir schlagen daher bei einem positiven Testergebnis eine automatische Warnmeldung mit Widerspruchsmöglichkeit vor. Das würde die Hürden für jeden Einzelnen senken und die Wirksamkeit der App weiter steigern.“

Wichtige Hintergründe:

- Die Impfrate steigt, aber es ergeben sich neue Fragen: Wie gefährlich ist die Delta-Variante?

- Die Ökonomin Dalia Marin sagt ein neues Automatisierungszeitalter in deutschen Fabriken und eine Rückverlagerung von Produktion voraus.

- Wie gefährlich sind die Corona-Mutationen? Die Virologin Helga Rübsamen-Schaeff sagt voraus, dass es Dritt- oder Viertimpfungen geben wird.

Sonntag, 13. Juni 2021

Merkel: G7 liefern bis Ende 2022 2,3 Milliarden Impfdosen an ärmere Länder

Die G7-Staaten werden nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel ärmeren Ländern bis Ende 2022 2,3 Milliarden Corona-Impfdosen liefern. Deutschland finanziere vor allem über die internationale Impfinitiative Covax dabei umgerechnet 350 Millionen Impfdosen, sagte Merkel am Sonntag am Rande des G7-Gipfels. Aus eigenen Beständen werde man zunächst 30 Millionen Dosen spenden. Es könnten aber noch mehr werden, wenn es einen Überschuss gebe. Derzeit sei es schwierig, auf diesem Feld Zusagen zu machen, weil man etwa durch die Kürzung beim Hersteller Johnson AMPERSAND Johnson wieder die Erfahrung gemacht habe, dass nicht alle bestellten Impfstoffmengen geliefert würden.

„Wenn wir etwas überzählig haben, werden wir das weitergeben“, sagte Merkel mit Blick vor allem auf das vierte Quartal, wenn mehr Impfstoff von den Firmen geliefert werden solle, als für die Impfungen der Menschen in Deutschland nötig ist. Die Bundesregierung wolle ausdrücklich, dass Impfstoffe künftig auch in Afrika produziert würden. Sie freue sich deshalb, dass das deutsche Unternehmen BioNTech dazu bereits die Initiative ergriffen habe.

EMA-Vertreter für Zurückhaltung mit AstraZeneca auch bei Älteren

Ein Vertreter der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) wirbt für Zurückhaltung bei der Verimpfung des Wirkstoffs von AstraZeneca auch bei Menschen im Alter von über 60 Jahren. „Im Kontext der Pandemie war und ist es unsere Position, dass der Nutzen einer Astrazeneca-Impfung die Risiken in allen Altersgruppen übersteigt“, sagt EMA-Impfexperte Marco Cavaleri der italienischen Zeitung „La Stampa“. Auf Nachfrage sagte Cavaleri, die Behörden sollten aber nicht nur für Jüngere, sondern auch für Personen über 60 eher mRNA-Impfstoffe wie jene von Biontech/Pfizer und Moderna empfehlen. „Viele Länder wie Frankreich und Deutschland erwägen dies mit Blick auf die größere Verfügbarkeit von mRNA-Vakzinen.“

IWF: Pandemie verstärkt soziale Spaltung der Welt

IWF-Chefin Kristalina Georgiewa warnt vor einen stärkeren sozialen Spaltung auf der Welt durch die Pandemie. Die konjunkturelle Erholung von der Krise falle sehr unterschiedlich aus, weil es für einige Länder noch keinen Impfstoff gebe. „Die jüngsten Daten bestätigen, dass sich dieser Trend nicht nur fortsetzt, er verstärkt sich“, sagt die Bulgarin zu Journalisten am Rande des G7-Gipfels in England.

Fast 1000 Neuinfektionen weniger als vor einer Woche

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 1489 neue Positiv-Tests. Das sind 951 weniger als am Sonntag vor einer Woche, als 2440 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter auf 17,3 von 18 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 18 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 89.834. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 3,7 Millionen Corona-Tests positiv aus.

Samstag, 12. Juni 2021

Mehr als 40 Millionen Menschen in Deutschland erstgeimpft

Mehr als 40 Millionen Menschen in Deutschland haben bislang mindestens eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Das entspricht 48,1 Prozent der Gesamtbevölkerung, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstag (Stand: 10.10 Uhr) hervorgeht. Den vollständigen Impfschutz hat nun demnach mehr als jeder Vierte (21,35 Millionen Menschen oder 25,7 Prozent). Insgesamt wurden laut RKI bislang 60,1 Millionen Impfdosen in Deutschland verabreicht, 965 478 davon am Freitag. In dieser Woche sei erstmals an drei Tagen die Millionenmarke bei den täglichen Impfungen geknackt worden, schrieb Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei Twitter. Laut RKI wurden etwa zwei Drittel aller Impfungen in Impfzentren verabreicht, ein Drittel in Arztpraxen.

Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 52,9 Prozent weiterhin den höchsten Anteil Erstgeimpfter, Schlusslicht bleibt Sachsen mit 43,0 Prozent. Das Saarland zählt mit 30,4 Prozent den höchsten Anteil an Einwohnern mit vollständigem Impfschutz und hat pro Einwohner bislang auch die meisten Impfdosen verabreicht. Am langsamsten läuft die Impfkampagne dem RKI zufolge in Hamburg, das aber auch zu den Ländern gehört, die bislang die wenigsten Impfdosen erhalten haben.

Die Impfkampagne gegen den Erreger Sars-CoV-2 hat in Deutschland Ende vergangenen Jahres begonnen. Zunächst waren Menschen über 80, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft. Seit Montag können sich Menschen auch unabhängig von der bisher gültigen Prioritätenliste impfen lassen.

Studie: Hohe Impfquote mindert Corona-Risiko für junge Ungeimpfte

Eine hohe Impfquote im Land kann offenbar das Risiko für ungeimpfte Jugendliche vermindern, sich mit Corona anzustecken. Das zeigen Gesundheitsdaten aus Israel, die im Fachjournal „Nature Medicine“ vorgestellt werden. Mit zunehmender Zahl geimpfter Erwachsener wurden demnach immer weniger unter 16-Jährige positiv auf Corona getestet – im Mittel halbierte sich der Anteil positiv Getesteter in der noch ungeimpften Bevölkerung mit jedem Anstieg um 20 Prozentpunkte beim Anteil Geimpfter.

Die Daten stützen die Hoffnung, dass die Kinder in Deutschland im Herbst vor größeren Ansteckungswellen geschützt sein könnten, wenn bis dahin ein Großteil der Erwachsenen den vollen Impfschutz hat. Die Forscher merken allerdings an, dass bei den Ergebnissen die Möglichkeit einer natürlich erworbenen Immunität gegen Corona – also durch überstandene Infektion – bei den unter 16-Jährigen nicht berücksichtigt wurde. Zudem habe es zeitweise Lockdown-Maßnahmen gegeben, deren Einfluss auf das Infektionsgeschehen in der Auswertung nicht berücksichtigt sei.

Die Forscher um Roy Kishony vom Technion-Israel Institute of Technology in Haifa hatten Impfdaten von Erwachsenen und Corona-Testergebnisse von unter 16-Jährigen in Israel betrachtet. Für die junge Altersgruppe war in dem Land zum Erhebungszeitpunkt noch keine Impfung zugelassen. Die Ergebnisse basieren auf Daten aus 177 israelischen Gemeinden, die von Anfang Dezember 2020 bis Anfang 2021 erfasst wurden.

Das Neun-Millionen-Einwohner-Land Israel setzt seit dem 19. Dezember sehr schnell seine Impfkampagne um. Rund 5,5 Millionen Menschen haben dort bereits eine Erstimpfung und mehr als 5,1 Millionen eine Zweitimpfung erhalten. Inzwischen werden auch 12- bis 15-Jährige geimpft. Die Zahl der Neuinfektionen und schweren Erkrankungen ging in den vergangenen Monaten stark zurück. In Israel wird das Vakzin der Hersteller Biontech und Pfizer verwendet.

Die hohe Wirksamkeit dieses Impfstoffs bei der Vorbeugung von Infektion und Krankheit hätten klinische Studien und Impfkampagnen gezeigt, heißt es in der Studie. Dennoch habe es in Israel zunächst Bedenken gegeben, die Impfkampagnen könnten zu einer vermehrten Übertragung des Virus führen - wenn geimpfte Menschen unachtsamer mit Abstands- oder Quarantäneregeln umgingen. Dies sei offensichtlich nicht passiert.

Johnson AMPERSAND Johnson muss Corona-Impfstoffdosen entsorgen

Die US-Gesundheitsbehörde FDA ordnet den Wegwurf von Millionen an JohnsonAMPERSANDJohnson-Impfdosen an, die in einer Fabrik in Baltimore hergestellt wurden. Die New York Times meldet unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen, dass etwa 60 Millionen Dosen davon betroffen seien. In einer Pressemitteilung teilt die FDA keine genauen Angaben über die Anzahl der zu vernichtenden Impfdosen mit. Zwei Lieferungen seien zur Verwendung zugelassen worden, viele weitere seien jedoch nicht zur Verwendung geeignet, heißt es in der Pressemitteilung. Zwei mit der Situation vertraute Personen sagten Reuters, die Behörde habe etwa zehn Millionen Dosen aus der von Problemen geplagten Fabrik freigegeben.

Fast vier Millionen Menschen starben im Zusammenhang mit dem Coronavirus

Weltweit haben sich mehr als 175,1 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das ergibt eine Reuters-Erhebung auf Grundlage offizieller Daten. Danach starben mehr als 3,93 Millionen Menschen in Zusammenhang mit dem Virus, seit es im Dezember 2019 erstmals im chinesischen Wuhan nachgewiesen wurde. Nach den USA weist Brasilien mit mehr als 482.000 die meisten Todesfälle auf. Dort wurden mehr als 17,2 Millionen Ansteckungsfälle nachgewiesen. Weltweit ist das der dritthöchste Wert nach den USA und Indien.

Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 1911 neue Positiv-Tests. Das sind 383 weniger als am Freitag vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt leicht auf 18,3 von 18,6 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 129 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 89.816. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 3,7 Millionen Corona-Tests positiv aus.

Freitag, 11. Juni 2021

Nach mehr als einem Jahr hebt die Bundesregierung die Reisewarnung für touristische Reisen in Corona-Risikogebiete am 1. Juli auf. Das betrifft fast 100 Länder weltweit. „Nach langen Monaten des Lockdowns dürfen wir uns auf mehr Normalität freuen, das gilt auch für das Reisen“, erklärte Außenminister Heiko Maas (SPD) am Freitag diesen Schritt.

Die Bundesregierung rät ab 1. Juli auch nicht mehr generell von touristischen Reisen ins Ausland ab. Für Länder der EU sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz, die nicht mehr als Risikogebiet eingestuft sind, wird künftig in den Reisehinweisen des Auswärtigen Amts nur noch „um besondere Vorsicht gebeten“. Das betrifft zum Beispiel Italien, große Teile Spaniens und ab kommenden Sonntag auch ganz Österreich.

G7 will ärmeren Ländern mit einer Milliarde Impfdosen helfen

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie will die G7-Gruppe westlicher Wirtschaftsmächte ärmeren Staaten mit einer Milliarde Impfdosen helfen. Dies solle sowohl durch Verteilung als auch durch Finanzierung von Impfstoff möglich werden, teilte die britische Regierung in der Nacht zum Freitag mit. Die Staats- und Regierungschefs wollen demnach auch einen Plan ausarbeiten, um die Impfstoffproduktion auszuweiten. Der britische Premierminister Broris Johnson ist in diesem Jahr Gastgeber des dreitägigen G7-Gipfels, der am Freitagnachmittag im südwestenglischen Cornwall beginnt.

Erstmals seit zwei Jahren kommen die Staats- und Regierungschefs der wirtschaftsstarken westlichen Demokratien wieder persönlich zusammen – wenn auch wegen Covid-19 unter strengen Vorsichtsmaßnahmen. Zur Gruppe der Sieben (G7) gehören die USA, Deutschland, Großbritannien, Kanada, Frankreich, Italien und Japan. Für US-Präsident Joe Biden ist es der erste große internationale Gipfel, für den er seine erste Auslandsreise seit Amtsantritt unternimmt. Bundeskanzlerin Angela Merkel reist erst am Freitag an. Für sie wird es der 15. und letzte G7-Gipfel sein.

Die G7-Staaten wollen bei dem Gipfel ihre Kräfte bündeln, um die Pandemie zu bekämpfen und die Welt besser für künftige Virusausbrüche zu rüsten. „Globale Lösungen sind gefordert“, steht in dem Entwurf einer „Gesundheitserklärung von Carbis Bay“, berichtet die Deutsche Presse-Agentur vorliegt. Darin verpflichten sich die Staats- und Regierungschefs, „die kollektiven Abwehrkräfte zu stärken, um durch wirksames multilaterales Handeln und ein gestärktes globales Gesundheitssystem besser gegen künftige Pandemien vorzubeugen, diese zu entdecken, darauf zu reagieren und sich davon zu erholen“.

Biden unterstrich, dass die Pandemie noch nicht besiegt sei. „Ich möchte klarstellen, dass dies nicht das Ende unserer Bemühungen ist, Covid-19 zu bekämpfen und die Welt zu impfen“, sagte er am Donnerstagabend. „Morgen werden die G7-Staaten den vollen Umfang unseres Engagements ankündigen.“

- Für die VEREINIGTEN STAATEN hat Biden kurz vor dem Gipfel eine neue Spende von 500 Millionen Impfdosen an 92 ärmere Länder sowie an die Afrikanische Union zugesagt. Sie sollen bis spätestens Juni nächsten Jahres geliefert und mithilfe der internationalen Impfstoffinitiative Covax verteilt werden. „Unsere Impfstoffspenden beinhalten keinen Druck für Gefälligkeiten oder mögliche Zugeständnisse. Wir tun das, um Leben zu retten. Um diese Pandemie zu beenden“, betonte Biden. „Dieser US-Beitrag ist die Grundlage für weitere koordinierte Anstrengungen, um die Welt zu impfen.“

- Für GROSSBRITANNIEN hat Premierminister und Gipfel-Gastgeber Boris Johnson angekündigte, dass sein Land 100 Millionen Impfdosen aus seinem Überschuss beisteuern werde, den Großteil über die Impfstoffinitiative Covax. Großbritannien hatte sich derart mit Impfstoff eingedeckt, dass es seine Bevölkerung damit mehrfach durchimpfen könnte. Bisher hat das Land kaum Impfstoffe exportiert – das rief scharfe Kritik hervor. „Wegen des erfolgreichen britischen Impfprogramms sind wir nun in der Lage, einige unserer überzähligen Dosen mit denen zu teilen, die sie benötigen“, sagte Johnson nun.

- Wie viel DEUTSCHLAND zur Spende von einer Milliarde Impfdosen beitragen könnte, blieb zunächst offen. Merkel hatte im Mai angekündigt, bis Jahresende 30 Millionen Dosen an Covax spenden zu wollen. Gleichzeitig verwies sie darauf, dass Deutschland das Programm auch mit mehr als einer Milliarde Euro finanziell unterstütze. Dieses Geld könnte für die Milliarden-Spende der G7 in Impfdosen umgerechnet werden. Zusätzliche Beiträge stellte die Bundesregierung vor dem Gipfel jedenfalls nicht in Aussicht. Man habe bereits sehr viel getan und sei „einer der großen Unterstützer“, hieß es aus Regierungskreisen.

Keine Einigkeit gibt es innerhalb der G7 weiter in der Debatte, ob der Patentschutz für Impfstoffe aufgehoben werden soll – Biden, viele andere Staaten sowie Entwicklungsorganisationen fordern das. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigte am Donnerstag an, gemeinsam mit Südafrika auf dem G7-Gipfel einen Vorschlag auf den Tisch zu legen, um an einer zeitlich und räumlich begrenzten Ausnahmeregelung zu arbeiten.

Kanzlerin Merkel und die EU-Kommission sprachen sich erneut gegen eine Aussetzung aus. In Regierungskreisen in Berlin hieß es, die Kanzlerin glaube nicht, dass eine Freigabe hilfreich und der Patentschutz das Problem sei. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller sprach sich in der „Augsburger Allgemeinen“ für den Aufbau einer afrikanischen Impfstoffproduktion aus. „Das hilft mehr, als Patente einfach nur freizugeben, denn dadurch wird noch keine einzige Impfdosis zusätzlich produziert.“

Kritiker einer Freigabe argumentieren, nicht die Patente seien das Hindernis, sondern Produktionskapazitäten, Kenntnisse und Rohstoffnachschub. EU-Ratspräsident Charles Michel sagte: „Eine Aussetzung von Patenten mag gut klingen, aber sie ist keine Wunderwaffe.“ Er verwies darauf, dass aus der EU bereits mehr als 270 Millionen Impfstoffdosen exportiert worden seien. Zudem sei die EU der größte Unterstützer der Covax-Initiative für eine faire Impfstoff-Verteilung. Mit mehr als 2,8 Milliarden Euro würden bis Jahresende mindestens 100 Millionen Dosen an Impfstoff gespendet.

Dass der Gipfel in Pandemiezeiten Risiken birgt, wurde schon vor Beginn deutlich. Trotz aller Schutzmaßnahmen kam es zu einem Corona-Ausbruch in einem Hotel, in dem zwei Sicherheitsleute Merkels untergebracht waren. Auf die Anreise Merkels wird das nach Angaben aus London und Berlin aber keine Auswirkungen haben.

RKI registriert 2440 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 18,6

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 2440 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 3165 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Freitagmorgen mit bundesweit 18,6 an (Vortag: 19,3; Vorwoche: 29,7).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 102 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 86 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.711.569 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.569.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, beträgt nun 89.687.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Donnerstagabend bei 0,79 (Vortag: 0,74). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 79 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Wichtige Hintergründe:

- Mit seinem Coronavakzin liegt Curevac gegenüber der Konkurrenz im Rückstand. Nun hofft das Unternehmen auf seine letzten Trümpfe.

- Der Bundesgesundheitsminister hat stolz den Start des digitalen Impfnachweises CovPass angekündigt.

- Bis zur Zulassung des Curevac-Impfstoffs wird es wohl noch bis August dauern.

Donnerstag, 10. Juni 2021

Von der Leyen: Jeder zweite Erwachsene in der EU geimpft

Jeder zweite Erwachsene in der Europäischen Union ist mindestens einmal gegen Covid-19 geimpft. Die Zahl nannte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Donnerstag. Nach Angaben der EU-Gesundheitsbehörde ECDC sind das 183,1 Millionen Menschen. Knapp 26 Prozent der Erwachsenen - rund 94,8 Millionen - haben demnach den vollen Impfschutz, für den in der Regel zwei Spritzen nötig sind.

Von der Leyen schrieb auf Twitter, die EU sei auf gutem Weg zu dem Ziel, bis Ende Juli genügend Impfstoff zu haben, um 70 Prozent der Erwachsenen zu impfen. Ein Sprecher der EU-Kommission stellte klar, dass dieses Ziel gelte, auch wenn sich die Zulassung für den deutschen Hersteller Curevac verzögern sollte.

1,3 Millionen Impfungen an einem Tag

In Deutschland sind innerhalb eines Tages fast 1,3 Millionen Impfungen gegen das Coronavirus vorgenommen worden. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag (Stand: 11.05 Uhr) wurden am Mittwoch 1.280.338 Impfdosen gespritzt. 47,0 Prozent (39,1 Millionen Menschen) sind nun laut RKI mindestens einmal gegen Corona geimpft, 23,9 Prozent (19,9 Millionen) bereits vollständig geimpft. Insgesamt wurden laut RKI bislang 57,9 Millionen Impfdosen verabreicht.

Je nach Bundesland variiert laut RKI die Impfquote. Die höchste Quote an Menschen, die mindestens einmal geimpft sind, verzeichnet Bremen mit 51,2 Prozent. Sachsen bleibt mit 42,1 Prozent etwas hinter den anderen Bundesländern zurück.

Der neue digitale Corona-Impfnachweis soll jetzt schrittweise starten, erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Nach einer Testphase würden sich nach und nach Impfzentren, Praxen und Apotheken anschließen. „Aber nicht alle sind heute oder morgen schon angeschlossen.“ Ziel sei, dass bis Ende Juni die Anwendung namens „CovPass“, eine freiwillige Ergänzung des weiter gültigen gelben Impfausweises aus Papier, für alle Interessenten zu Verfügung stehe. Für das nachträgliche Erstellen eines digitalen Nachweises hätten viele Bundesländer in diesen Tagen damit begonnen, per Post einen QR-Code nach Impfungen in Impfzentren zu verschicken. Den Code kann man dann mit dem Smartphone einscannen.

Apotheken erzielen Rekordumsatz

Der Deutsche Apothekerverband (DAV) hat höhere Vergütungen für Impfstofflieferungen an Privat-, Betriebs-, und Kassenärzte gefordert. „Der Aufwand, der in den Apotheken betrieben werden muss, um eine in einer derartigen Mangelsituation im Wesentlichen reibungslose Lieferung zu gewährleisten, ist enorm“, sagte der DAV-Vorsitzende, Thomas Dittrich, am Donnerstag in Berlin. „Eine Entspannung der Situation ist nicht in Sicht, die schwierige Versorgungssituation wird noch eine ganze Weile bestehen bleiben.“

Derzeit erhielten Apotheker pro abgegebenem Impfstoff-Fläschchen 6,58 Euro. Das sei „weit entfernt von den tatsächlich in den Apotheken anfallenden Kosten“. Die Politik sei aufgefordert, „Anpassungen der Vergütung vorzunehmen, um den Kolleginnen und Kollegen vor Ort eine kostendeckende Lieferung der Corona-Impfstoffe an die Ärzte zu ermöglichen“, sagte Dittrich.

Das Corona-Jahr 2020 haben Deutschlands Apotheken mit einem Rekordumsatz abgeschlossen: Die Branche setzte 56,71 Milliarden Euro um, mehr als je zuvor. Das hat zum einen mit dem Verkauf der Corona-Produkte zu tun, aber auch mit Vorzieheffekten, weil viele Verbraucher zu Beginn der Krise Medikamente horteten. Die Zahl der öffentlichen Apotheken ist im ersten Quartal 2021 weiter zurückgegangen. Insgesamt zählte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) in den ersten drei Monaten dieses Jahres rund 18.670 Filialen und Einzelapotheken, wie sie am Donnerstag mitteilte. Das waren demnach 82 Apotheken weniger als Ende 2020. Während 103 Einrichtungen schließen mussten, wurden lediglich 21 neu eröffnet.

RKI registriert 3187 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 19,3

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 3187 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5.03 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 4640 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Donnerstagmorgen mit bundesweit 19,3 an (Vortag: 20,8; Vorwoche: 34,1).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 94 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 166 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.709.129 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.563.800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89.585 angegeben.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Mittwochabend bei 0,74 (Vortag: 0,71). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 74 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Start für freiwilligen Corona-Impfpass fürs Smartphone

Eine vollständige Corona-Impfung soll man künftig auch per Smartphone nachweisen können – mit einem digitalen Impfpass, der am Donnerstag an den Start gehen soll. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will Einzelheiten dazu in Berlin vorstellen. Die Anwendung namens „CovPass“ soll als Beleg bei gelockerten Corona-Beschränkungen eingesetzt werden können und zur Sommerferienzeit Reisen in Europa erleichtern. Dabei geht es um eine freiwillige Ergänzung des weiter gültigen gelben Impfheftes aus Papier. Vorgesehen ist auch, dass sich mehrere Millionen bereits geimpfte Menschen den digitalen Nachweis etwa bei Ärzten und Apotheken nachträglich besorgen können.

Spahn will ab Juli 5,50 Euro weniger pro Schnelltest erstatten

Nach Betrugsfällen in Testzentren sollen die Kontrollen verschärft und die staatliche Kostenerstattung verringert werden. Private Betreiber von Teststellen sollen vom 1. Juli an nicht mehr 18 Euro sondern nur noch bis zu 12,50 Euro pro Schnelltest abrechnen können, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstagausgaben) aus dem Entwurf einer neuen Corona-Testverordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) berichten. In der künftigen Erstattungssumme seien acht Euro für die Dienstleistung und bis zu 4,50 Euro für Sachkosten enthalten. Zudem würden die Kassenärztlichen Vereinigungen verpflichtet, mehr Kontrollen durchzuführen. „Die Kassenärztliche Vereinigung hat stichprobenartig und, sofern dazu Veranlassung besteht, gezielte Prüfungen durchzuführen.“

Veranstaltungswirtschaft dringt auf Konzept für Events ohne Abstandsregeln

Der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) kritisiert vor dem Bund-Länder-Treffen die Corona-Politik. „Es ist nicht erkennbar, was noch geschehen soll, damit die Branche endlich wieder Geld verdienen kann anstatt auf staatliche Hilfen angewiesen zu bleiben“, sagt BDKV-Präsident Jens Michow den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstagausgaben) laut Vorabbericht. Die Branche sei in der Lage, nur geimpften, getesteten oder genesenen Personen den Zutritt zu Veranstaltungen zu gewähren. „Sofern sich die aktuelle Entwicklung der Inzidenzrate fortsetzt, ist für mich nicht erkennbar, wieso Kapazitätseinschränkungen in Veranstaltungsstätten noch verhältnismäßig sein sollten.“ Er fordert Rahmenbedingungen, wie Veranstaltungen ohne Abstandsregeln wieder möglich sein können.

Kein deutliches Wachstum von Virusvariante Delta in Deutschland

Die in Indien entdeckte Coronavirus-Variante Delta bleibt in Deutschland weiter relativ selten. Ihr Anteil an den untersuchten Proben betrage nun 2,5 Prozent, geht aus einem Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) zu den als besorgniserregend eingestuften Mutanten vom Mittwochabend hervor. Die Angabe bezieht sich auf Proben aus der Woche vom 24. bis 30. Mai.

Die Entwicklung der Variante (B.1.617.2) der Wochen zuvor beschreibt das RKI in der Tendenz als ansteigend, auf bis zu 3,1 Prozent in der Woche vom 17. bis 23 Mai. In den RKI-Berichten der Vorwochen war der Anteil dieser Variante stets mit Werten um zwei Prozent beziffert worden, nun gab es aber rückwirkend Änderungen, die etwa mit Nachmeldungen begründet werden.

Mit einem Anteil von 94 Prozent an den untersuchten Proben löst die Variante Alpha (B.1.1.7, entdeckt in Großbritannien) bundesweit weiter den Großteil der Infektionen aus. Die weiteren besorgniserregenden Varianten Beta und Gamma spielen nach wie vor eine untergeordnete Rolle.

Mittwoch, 09. Juni 2021

Berichte: USA wollen 500 Millionen Impfdosen an andere Länder spenden

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie will die US-Regierung übereinstimmenden Medienberichten zufolge 500 Millionen Impfdosen erwerben und sie an andere Länder spenden. Das Weiße Haus habe sich entsprechend mit den Pharmakonzernen Pfizer und Biontech geeinigt, berichtete am Mittwoch unter anderem die „Washington Post“ unter Berufung auf mehrere mit den Plänen vertraute Personen. Den Berichten zufolge dürfte US-Präsident Joe Biden das Vorhaben vor oder beim G7-Gipfel im südwestenglischen Cornwall verkünden, an dem er während seiner ersten Auslandsreise als Präsident teilnimmt. Laut „New York Times“ sollen die Impfdosen im Laufe der kommenden zwei Jahre an etwa 100 Länder verteilt werden.

Die Impfkampagnen gehen in den einzelnen Ländern der Welt im Vergleich in höchst unterschiedlichem Tempo voran. In den USA haben bereits mehr als 171,7 Millionen der rund 330 Millionen Einwohner mindestens eine Impfdosis erhalten. Mehr als 140,4 Millionen Menschen sind voll geimpft.

Die US-Regierung hat bislang zugesagt, bis Ende Juni 80 Millionen Impfstoffdosen mit anderen Staaten zu teilen. Vergangene Woche hatte das Weiße Haus Details zur Verteilung der ersten 25 Millionen Dosen veröffentlicht. Mindestens 75 Prozent davon, knapp 19 Millionen Dosen, sollen demnach über das Impfprogramm Covax vergeben werden. Die verbleibendenden rund 25 Prozent, etwa 6 Millionen Dosen, will die US-Regierung direkt an Länder abgeben: etwa an die Nachbarländer Kanada und Mexiko sowie Indien und Südkorea.

Digitaler Impfpass ab Donnerstag im Einsatz

Der digitale Impfpass soll ab Donnerstag in Deutschland in den Einsatz kommen. Das sagt ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Mit dem digitalen Impfpass sollen Nutzer leichter nachweisen können, dass sie bereits ausreichend gegen Corona geimpft sind. Dies gilt etwa für die Reisebranche als wichtig.

In Deutschland geht die Zahl der gemeldeten Ansteckungen mit dem Coronavirus weiter deutlich zurück. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Mittwoch eine 7-Tage-Inzidenz von 20,8 (Vortag: 22,9; Vorwoche: 36,8), das ist der niedrigste Wert seit acht Monaten. Die gute Entwicklung könnte an den wärmeren Temperaturen, dem wachsenden Immunschutz in der Bevölkerung vor allem durch Impfungen sowie an Schnelltests bei Schule, Arbeit und Freizeit liegen. Ein Risikofaktor bleiben Virus-Mutanten wie die zunächst in Indien aufgetretene Delta-Variante. Bislang ist hierzulande aber keine starke Zunahme zu sehen.

Bis auf wenige Ausnahmen lag die Inzidenz in allen Landkreisen und kreisfreien Städten unter der prägnanten Schwelle von 50 – nur etwas mehr als 10 lagen darüber. Schlusslicht ist der Stadtkreis Zweibrücken mit 79 Infektionen pro 100.000 Einwohner und Woche.

Auf Bundeslandebene liegen alle Länder unter einer Inzidenz von 25 – außer Baden-Württemberg. Für den Südwesten gab das RKI den Wert mit 26,9 an. Die Zahl der Menschen auf den Intensivstationen geht weiter zurück. Zuletzt gab die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin sie mit deutlich unter 2000 an. Ende April waren es noch mehr als 5000.

Mittlerweile haben mehr als 45 Prozent der Menschen in Deutschland mindestens eine Impfdosis erhalten. Man müsse nun aufpassen, dass die Menschen künftig nicht nachlässig würden und sich zum Beispiel die Zweitimpfung nicht mehr abholten, weil sie keine Lust mehr hätten oder es zu kompliziert sei, sagte der Leiter der Virologie der Berliner Charité am Dienstag im Podcast „Coronavirus-Update“ (NDR-Info). „Solche Dinge dürfen einfach nicht eintreten. Das wird, glaube ich, die nächste große Aufgabe sein.“

Drosten erwartet demnach in einigen Wochen eine Diskussion über die Förderung der Impfbereitschaft. Ziel seien mindestens 80 Prozent Zweifachimpfungen, zumindest in der „impffähigen erwachsenen Bevölkerung“. Dies werde hoffentlich bis Ende August, Mitte September erreicht werden. Auch nach der Aufhebung der festgelegten Reihenfolge seit Montag bleibe es zunächst wichtig, die Gruppen zu impfen, in denen dies wegen des erhöhten Covid-19-Risikos dringlich sei. Das Augenmerk müsse im Moment noch auf der Versorgung der Menschen ab Mitte 40 liegen, so Drosten.

Bei den Neuinfektionen pro Tag meldeten die Gesundheitsämter dem RKI 3254 Fälle. Vor einer Woche hatte der Wert bei 4917 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 107 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 179 Tote gewesen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Dienstagnachmittag bei 0,71 (Vortag: 0,76). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 71 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Wichtige Hintergründe:

- Auch in der Schweiz können Bürger sich in Testzentren und bei Ärzten kostenlos testen lassen – aber von Betrugsfällen ist dort nichts zu hören.

- Markus Söder hat der EMA vorgeworfen, die Prüfung des russischen Impfstoffs Sputnik V zu verzögern.

- In der Krise liegt eine Chance: vier Bausteine, mit denen wir nach Corona Dynamik entfalten und digitalen Wandel beschleunigen.

Dienstag, 08. Juni 2021

Viele deutsche Apotheken werden ab dem 14. Juni einen digitalen Impfnachweis für vollständig gegen das Corona-Virus geimpfte Bürger ausstellen können.

Statt den gelben Impfpass der Weltgesundheitsorganisation WHO ständig bei sich tragen zu müssen, können Geimpfte ihre Immunisierung dann per Handy nachweisen und so gegebenenfalls Freiheiten bei Reise, Sport, Gastronomie oder Kultur genießen. Derzeit sind bereits mehr als 17 Millionen Menschen, ein Fünftel der Bevölkerung, vollständig geimpft und können den digitalen Impfnachweis nachfragen.

„Wir wollten so schnell wie möglich ein Werkzeug entwickeln, mit dem Apotheken sicher und rechtsverbindlich einen Impfnachweis digitalisieren können. Über das wohnortnahe Apothekennetz bringen wir den Impfnachweis am besten zu den Menschen“, sagt Thomas Dittrich, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV). „In den ersten Tagen wird die Zahl der Apotheken, die das Angebot machen, wahrscheinlich noch begrenzt sein. Wir gehen aber davon aus, dass die Zahl der Apotheken sehr schnell im vierstelligen Bereich liegt.“

Fast die Hälfte der Deutschen mindestens einmal gegen Corona geimpft

In Deutschland sind inzwischen 46 Prozent der Menschen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag (Stand: 10.05 Uhr) haben 38,2 Millionen Menschen mindestens eine Impfdosis erhalten. 18,2 Millionen Menschen (21,9 Prozent) sind vollständig geimpft. Insgesamt sind demnach 55,5 Millionen Impfdosen verabreicht worden. Am Montag wurden laut RKI 577.653 Dosen gespritzt.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schrieb am Dienstag bei Twitter, bei den Über-60-Jährigen seien über 80 Prozent und bei den 18- bis 59-Jährigen 40 Prozent mindestens einmal geimpft. „Wollen wir eine Impfquote von über 75 Prozent erreichen, müssen wir mindestens noch 15 Millionen Menschen überzeugen.“

Je nach Bundesland variiert laut RKI die Impfquote. Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften verzeichnet Bremen mit 49,9 Prozent. Sachsen liegt mit 41,0 Prozent etwas hinter den anderen Bundesländern zurück. Das Saarland liegt bei der Berücksichtigung aller verabreichter Impfdosen beim Tempo an der Spitze, während die Kampagne dem RKI zufolge in Brandenburg am langsamsten läuft. Das östliche Bundesland hat aber von allen Ländern bislang auch knapp die wenigsten Impfdosen erhalten.

Impfwillige können sich seit Montag unabhängig von der bisher gültigen Prioritätenliste in Deutschland gegen Corona impfen lassen. Gleichzeitig stiegen Tausende Betriebsärztinnen und -ärzte in die Impfungen ein. Die Impfkampagne in Deutschland hat Ende vergangenen Jahres begonnen. Zunächst waren Menschen über 80, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft.

Appell vor G7-Gipfel: Patente zur Impfstoffproduktion freigeben

Vor dem G7-Gipfel in Großbritannien haben regierungsunabhängige Organisationen die reichen Industrieländer aufgefordert, im Kampf gegen die Pandemie die Patente für Impfstoffe freizugeben. Auch müsse Technologie in ärmere Länder transferiert werden, um dort eine Produktion aufzubauen. „Spenden können marginal helfen, aber die Entwicklungsländer brauchen die Rechte, das Know-how und die Technologie zur eigenen, regionalen Herstellung der Impfstoffe“, sagte Jörn Kalinski von Oxfam International am Dienstag, berichtet die Deutsche Presse-Agentur vor dem Gipfel im britischen Carbis Bay.

Die Staats- und Regierungschefs der Gruppe der Sieben (G7) aus USA, Deutschland, Großbritannien, Kanada, Frankreich, Italien und Japan kommen von Donnerstag bis Sonntag in dem Touristenort in Cornwall zusammen. Der Kampf gegen Covid-19 ist eines der zentralen Themen des Gipfels, der Freitag beginnt. Oxfam und andere in der People's Vaccine Alliance zusammengeschlossene Organisationen warnten, dass ohne eine Ausweitung der Impfungen in Entwicklungsländern das Virus weiter mutieren und heutige Impfstoffe unwirksam machen könnte.

Scharfe Kritik wurde an Deutschland und G7-Gastgeber Großbritannien geübt, die einen Vorstoß von US-Präsident Joe Biden und Ländern wie Indien und Südafrika zur vorübergehenden Aufhebung der Impfpatente „blockieren“. „Mit ein paar gespendeten, überzähligen Impfdosen kann die Welt nicht geimpft werden“, sagte Kalinski. „Die Covid-19-Pandemie ist eine weltweite Katastrophe, und es kann nicht sein, dass die Mittel und das Wissen zu ihrer Bekämpfung sich in Privatbesitz befinden.“ Die Entwicklung der Impfstoffe sei mit Milliarden an öffentlichen Geldern unterstützt worden. „Sie sind ein globales Gut und gehören unter öffentliche Kontrolle.“

Die Technologie zur Herstellung von Impfstoffen müsse über C-TAP (Covid-19 Technology Access Pool) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) an qualifizierte Hersteller weltweit weitergegeben werden. Es müsse strategisch in allen Regionen der Welt in den Kapazitätsaufbau investiert werden. „Alles andere wird scheitern“, sagte Kalinski. „Alles andere würde unnötig Millionen Menschenleben gefährden.“

„Langfristig braucht Afrika eigene Produktionskapazitäten, um selbst in die Herstellung von Vakzinen einzusteigen“, sagte auch Karoline Lerche von der Entwicklungsorganisation One. Die G7-Staaten hätten sich zusammen mit der EU über 2,6 Milliarden mehr Impfdosen gesichert als sie benötigten. Das Nachsehen hätten ärmere Länder: Weniger als ein Prozent der Impfungen weltweit seien Menschen verabreicht worden, die in Ländern mit niedrigem Einkommen leben. „Dieser Impfnationalismus kann Leben kosten und die Pandemie um Jahre verlängern“, warnte Lerche.

Daher müssten die reichen Länder bereits jetzt beginnen, Impfdosen an ärmere Länder abzugeben, forderte Lerche. Die bisherigen Zusagen reichten nicht. „Kanzlerin Merkel muss mit gutem Beispiel und ehrgeizigen Maßnahmen vorangehen, um die anderen G7-Staaten dazu zu bewegen, die zu viel bestellten Impfdosen abzugeben.“

RKI registriert 1204 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 22,9

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1204 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Dienstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.02 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1785 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Dienstagmorgen mit bundesweit 22,9 an (Vortag: 24,3; Vorwoche: 35,2).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 140 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 153 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.702.688 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.549.900 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89.384 angegeben.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Montag bei 0,76 (Vortag: 0,81). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 76 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Roche-Selbsttest wird in Europa breit zugelassen

Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat in Europa die Zulassung für einen Covid-Antigen-Selbsttest für den Heimgebrauch erhalten. Der über einen Nasenabstrich funktionierende Test liefere innerhalb von 15 Minuten ein Ergebnis. Eine frühe Version des Tests sei bereits seit Februar in einer Reihe von europäischen Märkten im Rahmen lokaler Sonderzulassungen erhältlich. Neu verfüge der Test nun über eine offizielle Zulassung.

Die wichtigsten Hintergründe:

- Seit Montag ist die Impfreihenfolge aufgehoben. Mit Blick auf die nahende Urlaubssaison wollen nicht alle auf Biontech warten.

- Ab Montag impfen die Betriebsärzte mit. Die Konzerne sind vorbereitet, doch es fehlt weiterhin an Dosen.

- Die Antwort scheint für viele klar: Den mRNA-Vakzinen steht eine große Zukunft bevor. Doch was unterscheidet eigentlich die beiden Arten?

Montag, 07. Juni 2021

Corona-Impfung für alle möglich – aber Geduld weiter nötig

Die streng festgelegte Reihenfolge bei der Corona-Impfung ist seit diesem Montag bundesweit aufgehoben. Mit dem Ende der sogenannten Priorisierung haben alle ab zwölf Jahren nun zumindest theoretisch die Möglichkeit, einen Impftermin zu bekommen. Allerdings ist Geduld gefragt, und in den Bundesländern wird die Priorisierung teilweise auch noch aufrechterhalten. Mediziner und Vertreter der Kommunen sowie Betriebsärzte, die seit Montag ebenfalls mitimpfen dürfen, dämpften entsprechend die Erwartungen.

Knapp 55 Millionen Impfdosen wurden nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) inzwischen verabreicht (Stand Montagmittag). 38 Millionen Menschen (45,7 Prozent) sind mindestens einmal, 17,7 Millionen (21,3 Prozent) vollständig geimpft. Die Impfungen hatten Ende vergangenen Jahres begonnen. Zunächst waren Menschen über 80, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. In der Reihenfolge kamen auch chronisch Kranke, später Lehrkräfte und Erzieher und andere Berufsgruppen früher zum Zug, bis die sogenannte Priorisierung nun schließlich aufgehoben wurde.

Moderna lässt Impfstoff für Kinder und Jugendliche zu

Nun hat auch der US-Hersteller Moderna bei der EU-Arzneimittelbehörde EMA die Zulassung seines Corona-Impfstoffs für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren beantragt. Dies teilte das Unternehmen am Montag mit. Bisher darf in der EU nur das Vakzin von Biontech/Pfizer auch so jungen Menschen verabreicht werden. Moderna hat eine EU-Zulassung ab 18 Jahren.

Grundlage des Antrags sei eine Phase-2/3-Studie mit dem mRNA-1273 genannten Moderna-Impfstoff bei 2500 Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren in den USA, teilte das Unternehmen mit. Die Wirksamkeit habe dabei bei 100 Prozent gelegen. Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil seien wie bei der Phase-3 Studie von Erwachsenen, hieß es weiter. Das Präparat werde „im Allgemeinen gut vertragen“.

Für Erwachsene hat der Moderna-Impfstoff bereits seit 6. Januar eine bedingte Marktzulassung in der Europäischen Union. Er wurde inzwischen millionenfach gespritzt. Die EU-Kommission hatte im Namen der 27 Mitgliedsstaaten zunächst 160 Millionen Dosen des Präparats geordert. Im Februar folgte dann ein zweiter Vertrag über bis zu 300 Millionen weitere Dosen.

Viele Betriebsärzte starten erst ab Dienstag mit Corona-Impfungen

Viele Betriebsärzte in Deutschland können erst am Dienstag oder Mittwoch in größerem Umfang mit den Corona-Schutzimpfungen beginnen. Der Präsident des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte, Wolfgang Panter, begründete dies damit, dass die Lieferungen von Impfdosen erst im Laufe des Montag erfolgten. Somit könnten die Ärzte erst für die Folgetage sicher planen. Die Bereitschaft unter den Betriebsärzten, beim Impfen mitzuwirken sei sehr hoch, sagte Panter der Deutschen Presse-Agentur in Karlsruhe. Das gelte auch für die Mitarbeiter. In Pilotprojekten hätten sich bis zu 70 Prozent der Mitarbeiter impfen lassen.

Die Betriebsärzte starten an diesem Montag mit den Impfungen. In der ersten Woche sollen sie insgesamt 702.000 Dosen bekommen. Sie starten zunächst mit dem Präparat von Biontech/Pfizer.

„Wir könnten mehr leisten“, sagte Panter mit Verweis auf die begrenzten Impfstoffmengen. Rund 6300 Betriebsärzte hätten Impfstoff geordert. „Da ist eine Menge Power da“, sagte der Verbandsvorsitzende. Geimpft werde in großen, mittleren, aber auch in kleinen Betrieben. Auch Familienangehörige können sich bei Betriebsärzten impfen lassen. Panter ging aber davon aus, dass die Unternehmen sich zunächst auf die Belegschaften konzentrieren werden.

RKI registriert 1117 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 24,3

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1117 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Montagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.20 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1978 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Montagmorgen mit bundesweit 24,3 an (Vortag: 24,7; Vorwoche: 35,1).

Das RKI wies allerdings in einem Lagebericht auf den Feiertag Fronleichnam in vielen Bundesländern am Donnerstag hin: „Bei der Interpretation der Fallzahlen ist zu beachten, dass an Feiertagen weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden. Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden.“

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 22 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 36 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.701.484 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.542.700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89.244 angegeben.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Sonntagabend bei 0,81 (Vortag: 0,84). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 81 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Patientenschützer gegen Aufhebung der Impfpriorisierung

Patientenschützer kritisieren die Aufhebung der Impfpriorisierung. „Die vom Bundesgesundheitsminister angekündigten 80 Millionen Impfdosen des zweiten Quartals werden reine Illusion bleiben. Daher haben am 8. Juni zig Millionen Kranke und Menschen in gefährdeten Berufsgruppen immer noch kein Impfangebot erhalten“, sagt Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, der Zeitung „Rheinische Post“ (Montagausgabe). Er wirft der Politik vor, sich mit der Aufhebung der Priorisierung aus der Verantwortung zu stehlen. So würden der Impfneid und Streit in die Gesellschaft getragen. Auch die Betriebsärzte schon jetzt zuzuschalten, werde den Konflikt vergrößern. Es mangele nicht an Impfstellen, sondern an Impfstoff. Für die Patienten sei das ein verheerendes Zeichen, wenn ihre Hausärzte für sie nur zehn Impfdosen pro Woche vorhalten könnten, aber „im Gewerbegebiet nebenan die Betriebe gleich mit Tausenden Ampullen“ versorgt würden.

Hausärzte dämpfen Erwartung an das Ende der Impfpriorisierung

Die deutschen Hausärzte haben die Erwartungen an das Ende der Impfpriorisierung an diesem Montag gedämpft. „Denn letztlich ist der Impfstoff noch immer zu knapp für die hohe Nachfrage und wird auch weiterhin zu unzuverlässig geliefert“, sagte Ulrich Weigeldt, Vorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). Gleichzeitig werde mit der Aufhebung der Priorisierung und der Ankündigung der Kinder- und Jugendimpfungen die Nachfrage noch zunehmen. „Aber das Setting wird das Gleiche bleiben: Wir impfen, so viel wir eben können.“

Um Enttäuschungen unter den Impfwilligen zu vermeiden, sollten sich die Ankündigungen der Politik künftig stärker an der tatsächlichen Umsetzbarkeit der Impfkampagne orientieren und weniger am beginnenden Bundestagswahlkampf, forderte Weigeldt. Für viele Kolleginnen und Kollegen werde der 7. Juni ein Tag wie viele andere seit Beginn der Impfkampagne sein.

Impfwillige können sich ab diesem Montag unabhängig von der bisher gültigen Prioritätenliste in Deutschland gegen Corona impfen lassen. In Deutschland können nun alle ab zwölf Jahren geimpft werden. Allerdings soll es den Sommer über dauern, bis für alle genug Impfstoff da ist.

Mehr als 45 Prozent der Bevölkerung haben mindestens eine Impfung. Vielerorts dominieren derzeit die Zweitimpfungen, denn erst mehr als jede und jeder Fünfte hat den kompletten Impfschutz.

Die wichtigsten Hintergründe:

- Ab Montag impfen die Betriebsärzte mit. Die Konzerne sind vorbereitet, doch es fehlt weiterhin an Dosen.

- Bis zur Zulassung des Curevac-Impfstoffs wird es wohl noch einige Wochen dauern. Das hätte schneller gehen sollen.

+++ Corona-Update +++: RKI setzt Impfziel: Hohe Impfquote wegen Delta nötig .
+++ Corona-Update +++: RKI setzt Impfziel: Hohe Impfquote wegen Delta nötig (glomex) Fast 183 Millionen Menschen haben sich weltweit nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Mehr als 4,11 Millionen Menschen sind in Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Die Dunkelziffern dürften Experten zufolge deutlich höher sein. Die USA weisen weltweit die höchsten Werte auf.Freitag, 02.

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