Finanzen +++ Corona-Update +++: RKI setzt Impfziel: Hohe Impfquote wegen Delta nötig

12:15  06 juli  2021
12:15  06 juli  2021 Quelle:   wiwo.de

Newsticker Corona: WHO kündigt Zentrum für mRNA-Technologie in Südafrika an

  Newsticker Corona: WHO kündigt Zentrum für mRNA-Technologie in Südafrika an 17.43 Uhr - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt den Aufbau eines Zentrums für mRNA-Impfstoffe in Südafrika bekannt. An dem Technologie-Transfer sollen die Unternehmen Afrigen Biologics und Biovac beteiligt sein, teilt WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus mit. Einem WHO-Wissenschaftler zufolge laufen dazu auch Gespräche mit Pfizer - dem Impfstoff-Partner von BioNTech - und Moderna. Im besten Fall könne Südafrika in neun bis zwölf Monaten eigene Coronavirus-Impfstoffe herstellen. 13.59 Uhr - Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek ruft die Fußballfans im Münchner Stadion erneut zum Tragen von Masken auf.

Laut Berechnungen müssten eigentlich mindestens 85 Prozent der 12- bis 59-Jährigen und 90 Prozent der Senioren ab 60 Jahren vollständig geimpft sein, um die Delta-Variante zu besiegen. Alle aktuellen Corona-News im Überblick.

Montag, 5. Juli

Im Kampf gegen die Delta-Variante sollten laut Berechnungen des Robert Koch-Instituts mindestens 85 Prozent der 12- bis 59-Jährigen und 90 Prozent der Senioren ab 60 Jahren vollständig geimpft sein. „Bei rechtzeitigem Erreichen dieser Impfquote scheint eine ausgeprägte 4. Welle im kommenden Herbst/Winter unwahrscheinlich“, heißt es in dem Papier, das am Montag veröffentlicht wurde. Dennoch müsse sich die Bevölkerung weiter an die Basishygienemaßnahmen halten. Möglicherweise sei es auch notwendig, bei ansteigenden Infektionszahlen Kontakte „zu einem gewissen Grad“ zu reduzieren.

Das sind die typischen Symptome der Corona-Delta-Mutation und so gefährlich ist sie wirklich

  Das sind die typischen Symptome der Corona-Delta-Mutation und so gefährlich ist sie wirklich Husten, Schnupfen oder Kopfschmerzen? So erkennt ihr, ob ihr mit der Delta-Variante infiziert seid – und was für Folgen das haben kann.Doch wie gefährlich ist die Delta-Mutation nun wirklich, wie erkenne ich eine Infektion und welche Folgen kann das haben? Business Insider beantwortet die wichtigsten Fragen.

„Die Ergebnisse zeigen, dass unter den getroffenen Annahmen, insbesondere einer zunehmenden Dominanz der Delta­Variante, die Impfkampagne mit hoher Intensität weitergeführt werden sollte.“ Das RKI ist vorsichtig optimistisch, dass die angestrebten Impfziele auch tatsächlich erreicht werden können. So sei in einer Befragung von Bürgern zwischen Mitte Mai und Anfang Juni eine Impfbereitschaft ermittelt worden, die die „im Modell identifizierten Zielimpfquoten erreichbar erscheinen lassen“.

Bislang haben offiziellen Angaben zufolge 56,5 Prozent der Menschen in Deutschland eine erste Impfdosis erhalten, 38,9 Prozent sind vollständig geimpft.

In den Modellszenarien des RKI wurde unter anderem der Einfluss der Impfquote auf die Covid-19-Inzidenz und auf die Intensivbettenbelegung bis Frühjahr 2022 simuliert. „Diese Szenarien sind keine exakten Prognosen, sondern eine Abschätzung des Einflusses der Maßnahmen auf das Infektionsgeschehen“, heißt es in der Analyse.

Das sind die typischen Symptome der Corona-Delta-Mutation und so gefährlich ist sie wirklich

  Das sind die typischen Symptome der Corona-Delta-Mutation und so gefährlich ist sie wirklich Husten, Schnupfen oder Kopfschmerzen? So erkennt ihr, ob ihr mit der Delta-Variante infiziert seid – und was für Folgen das haben kann.Doch wie gefährlich ist die Delta-Mutation nun wirklich, wie erkenne ich eine Infektion und welche Folgen kann das haben? Business Insider beantwortet die wichtigsten Fragen.

Johnson bestätigt: England soll Corona-Maßnahmen ab 19. Juli beenden

In England sollen am 19. Juli alle Corona-Maßnahmen beendet werden. Dann dürfen auch Nachtclubs wieder öffnen, Abstandsregeln und Maskenpflicht fallen ebenso weg wie eine Zuschauerbegrenzung bei Großereignissen, wie der britische Premierminister Boris Johnson am Montag bestätigte. Er betonte, dass die verbindliche Entscheidung nach einer weiteren Überprüfung der Pandemie-Daten am kommenden Montag (12. Juli) getroffen werde. In Großbritannien hatte sich die Zahl der Corona-Neuinfektionen wegen der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante zuletzt deutlich erhöht.

Es sei klar geworden, dass das Impfprogramm erfolgreich sei und es deutlich weniger Corona-Todesfälle gebe, obwohl die Zahl der Neuinfektionen gestiegen sei, sagte Johnson.

Maas beruhigt Spanien-Urlauber: Corona-Lage „nicht besorgniserregend“

+++ Corona-Update +++: Delta-Variante: RKI erwartet Wiederanstieg der Inzidenzen

  +++ Corona-Update +++: Delta-Variante: RKI erwartet Wiederanstieg der Inzidenzen +++ Corona-Update +++: Delta-Variante: RKI erwartet Wiederanstieg der InzidenzenSamstag, 26.

Bundesaußenminister Heiko Maas hält die Corona-Lage in Spanien trotz steigender Infektionszahlen derzeit nicht für besorgniserregend. „Es gibt keinerlei Hinweise auf Entwicklungen, die befürchten ließen, dass wir in absehbarer Zeit wieder Entscheidungen treffen müssten, die dazu führen, dass deutsche Touristen in Spanien keinen Urlaub mehr machen können“, sagte Maas am Montag bei einem Besuch in der Hauptstadt Madrid. Es bestehe weiterhin Grund zur Vorsicht. Aber er gehe derzeit nicht davon aus, dass eine Wiedereinführung der Quarantänepflicht für rückkehrende Spanien-Urlauber kurz bevorstehe.

In Spanien steigen die Zahlen seit knapp zwei Wochen wieder deutlich. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen (7-Tage-Inzidenz) liegt inzwischen knapp über 100-20 Mal so hoch wie in Deutschland. In der Europäischen Union kommen nur Zypern und Portugal auf noch höhere Werte. Die Bundesregierung hat 6 von 17 Regionen Spaniens als Risikogebiete eingestuft, darunter die sehr beliebten Urlaubsgebiete Andalusien mit der Costa del Sol und Katalonien mit Barcelona und der Costa Brava.

Norddeutschland besonders betroffen: So verbreitet ist die Delta-Variante in den Bundesländern

  Norddeutschland besonders betroffen: So verbreitet ist die Delta-Variante in den Bundesländern Besonders betroffen sind vor allem die Bundesländer in Norddeutschland. Andere dagegen sind in Deutschland noch verschont.In Deutschland sinkt jedoch bisher die Sieben-Tage-Inzidenz weiter und liegt aktuell bei 6,6. In einem Bericht vom RKI ist auch zu erkennen, dass sich die Delta-Variante unterschiedlich hierzulande ausbreitet. Ende Mai lag der Anteil der Delta-Variante dem RKI zufolge bundesweit noch bei 1,6 Prozent. Am stärksten war die mutierte Version des Coronavirus im Saarland (5,2 Prozent), Brandenburg (3,8 Prozent) und Hamburg (3,0 Prozent) verteilt.

In der Regel werden Regionen mit einer Inzidenz über 50 als Risikogebiete eingestuft. Auch die Balearen mit Mallorca (94,1) und die Kanaren (79,1) könnten bald in diese Kategorie fallen. Durch einen negativenn Test, einen Impf- oder Genesenennachweis kann man sich als Rückkehrer aus einem Risikogebiet allerdings von der Quarantäne befreien. Erst bei einer Einstufung als Hochinzidenzgebiet (ab einer Inzidenz von 200) oder als Virusvariantengebiet gibt es härtere Quarantäneregeln.

„Die Zahlen steigen zwar wieder, aber zunächst nicht besorgniserregend“, sagte Maas nach einem Gespräch mit der spanischen Außenministerin Arancha González Laya. Die Delta-Variante des Coronavirus sei in Spanien noch nicht so weit verbreitet wie im Nachbarland Portugal oder auch in Deutschland. Die spanische Regierung habe klar gemacht, dass sie jederzeit bereit sei, noch einmal Maßnahmen gegen Corona zu ergreifen. „Wenn ich mir anschaue, wo wir vor ein paar Wochen gewesen sind, dann befinden wir uns nach wie vor in einer absolut positiven Entwicklung. Wir werden alles dafür tun – und auch die hiesigen Verantwortlichen – dass das so bleibt.“

Bundesregierung gegen Sanktionen für Impftermin-Schwänzer

Die Bundesregierung hat sich gegen Sanktionen für Impftermin-Schwänzer ausgesprochen. Gleichzeitig rief Regierungssprecher Steffen Seibert die Bevölkerung am Montag in Berlin dazu auf, sich impfen zu lassen. „Nehmen Sie diese Angebote wahr – Sie schützen sich nicht nur selbst vor einer potenziell schweren Krankheit, Sie schützen auch uns alle“, sagte Seibert.

Sommerurlaub 2021: Welche Regeln für Touristen im europäischen Ausland gelten

  Sommerurlaub 2021: Welche Regeln für Touristen im europäischen Ausland gelten Sommerurlaub 2021: Welche Regeln für Touristen im europäischen Ausland geltenDie Impfquote steigt, die Inzidenzzahlen sinken: Die Pandemie-Lage in Europa entspannt sich – zumindest für den Moment. Während in den ersten Bundesländern die großen Sommerferien starten, wächst bei den Deutschen deshalb die Reiselust – und die Sehnsucht nach etwas ferneren Reisezielen. Mehr als die Hälfte der Deutschen kann sich einer aktuellen Umfrage zufolge in diesem Sommer einen Urlaub im Ausland vorstellen. 20 Prozent der Befragten haben einen solchen sogar bereits geplant.

An jene, die einen Termin nicht einhalten, richtete Seibert den „dringenden Appell“: „Sagen Sie ab!“. Die Bundesregierung habe aber keine Planungen für Strafzahlungen für nicht abgesagte Termine. Am Wochenende war eine Diskussion über Strafen für geschwänzte Impftermine aufgekommen.

Bei der Beurteilung der Corona-Lage sei unter anderem maßgeblich, wie viele Menschen mit den Impfungen erreicht werden, sagte Seibert. Hinzu komme, wie sich die ansteckendere Delta-Variante in Deutschland ausbreite und inwieweit es mit dem Delta-Anstieg mehr Corona-Fälle in Kliniken und speziell auf Intensivstationen gebe.

Stiko: Zu wenige Daten für generelle Impfempfehlung für Kinder ab 12

Trotz der Forderungen aus der Politik nach einer generellen Corona-Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren bleibt die Ständige Impfkommission (Stiko) bei ihrem zurückhaltenden Kurs. Das Gremium nehme „die diversen Forderungen der Politik“ sehr wohl wahr, erklärte Stiko-Mitglied Martin Terhardt am Montag auf dpa-Anfrage. „Wir fühlen uns weiterhin unserem Auftrag als unabhängige ehrenamtliche Kommission zur evidenzbasierten Erarbeitung von Impfempfehlungen verpflichtet.“

Die Stiko beobachte die Datenlage täglich und werde „gerade zu diesem Thema sicher schnell reagieren“, wenn es deutliche Änderungen gebe, betonte Terhardt. Die bisher verfügbaren Daten lieferten jedoch noch keine ausreichenden Beweise für die Sicherheit des Impfstoffs in der Altersgruppe. Im RBB-Inforadio hatte Terhardt am Freitag gesagt: „Mich entsetzt das immer wieder, wie die Politik vorprescht und wissenschaftliche Daten eher ignoriert.“

Delta-Variante dominiert jetzt in Deutschland

  Delta-Variante dominiert jetzt in Deutschland Die Delta-Variante des Coronavirus gilt als besonders ansteckend. Sie beherrscht jetzt auch in Deutschland das Infektionsgeschehen. Die Fallzahlen gingen leicht nach oben. © Christian Ohde/imago images Provided by Deutsche Welle Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilte, gehen inzwischen 59 Prozent aller Ansteckungen mit dem Coronavirus in Deutschland auf die Delta-Variante zurück. Der Anteil der zuvor vorherrschenden Alpha-Variante beträgt demnach nur noch 33 Prozent. Alpha wird derzeit also nur noch in jeder dritten Probe nachgewiesen.

SPD-Chefin Saskia Esken hatte die Stiko aufgefordert, ihre Haltung zur Impfung von Jugendlichen zu überdenken. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte am Wochenende gefordert: „Die Stiko sollte dringend überlegen, wann sie das Impfen von Jugendlichen empfiehlt.“ Das würde den Schutz für alle erhöhen und einer Generation, die auf viel verzichten musste, wieder Freiheiten zurückgeben.

Die Stiko hat bisher keine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren ausgesprochen. Sie empfiehlt Impfungen nur für 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen wie Adipositas, Diabetes und chronischen Lungenerkrankungen. Das Gremium begründete seine Empfehlung unter anderem damit, dass das Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung für diese Altersgruppe gering sei.

Auch ohne generelle Stiko-Empfehlung sind Kinder und Jugendliche ab 12 in die deutsche Impfkampagne eingebunden, können also unabhängig von Vorerkrankungen geimpft werden. Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) handelt es sich um eine individuelle Entscheidung von Eltern mit ihren Kindern und den Ärztinnen und Ärzten.

Für Kinder unter 12 Jahren gibt es bislang keinen zugelassenen Impfstoff.

Nach Daten des Robert Koch-Instituts haben bislang 3,5 Prozent der Minderjährigen mindestens eine Impfung gegen Covid-19 erhalten, vollständig geimpft sind 1,2 Prozent.

Biden am Nationalfeiertag: Corona-Impfung ist ein patriotischer Akt

US-Präsident Joe Biden hat die Amerikaner am Nationalfeiertag eindringlich zum Impfen aufgefordert, um gemeinsam die „Unabhängigkeit“ vom Coronavirus zu erreichen. Sich impfen zu lassen sei das „Patriotischste“, was die Bürger jetzt tun könnten, sagte Biden am Sonntagabend (Ortszeit), dem Unabhängigkeitstag, im Garten des Weißen Hauses. „Also bitte: Falls Sie noch nicht geimpft sind, tun Sie es. Tun Sie es jetzt – für sich selbst, für Ihre Lieben, für Ihre Gemeinde, für Ihr Land.“

RKI: Delta-Variante in drei Viertel der untersuchten Corona-Proben

  RKI: Delta-Variante in drei Viertel der untersuchten Corona-Proben Die anteilsmäßige Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus hat sich in Deutschland weiter rasch fortgesetzt. © Bereitgestellt von Finanzen.net Ralph Orlowski/Getty Images Sie erreiche mittlerweile einen Anteil von 74 Prozent an den untersuchten Proben, heißt es in einem Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochabend mit Blick auf die Woche bis zum 4. Juli. Auch Delta-Ansteckungen im Zusammenhang mit Reisen in beliebte Urlaubsziele wie Spanien werden demnach gemeldet.In den Wochen zuvor hatte sich der Delta-Anteil erst von 18 auf 39 und dann auf 60 Prozent erhöht.

Dank der Impfkampagne seien die USA „näher dran als je zuvor, ihre Unabhängigkeit von dem tödlichen Virus zu erklären“, betonte Biden. Das Virus sei aber noch nicht besiegt, zudem gebe es neue gefährliche Varianten. „Aber die beste Verteidigung gegen diese Varianten ist, sich impfen zu lassen“, sagte Biden. Dank der Impfungen kontrolliere das Virus das Leben der Menschen nicht mehr, „es lähmt unser Land nicht mehr, und es liegt in unserer Macht, dafür zu sorgen, dass es nie wieder so kommt“.

Biden beging den Feiertag mit einem großen Grillfest im Garten des Weißes Hauses für rund 1000 geladene Gäste. Darunter waren viele Soldaten, Mitarbeiter des Gesundheitswesens und deren Familien.

Nach Sonnenuntergang wurde über Washingtons historischer Flaniermeile unweit des Weißen Hauses, der National Mall, das traditionell am 4. Juli übliche Feuerwerk gezündet. Dort hatten sich Tausende Menschen versammelt, um das Feuerwerk aus nächster Nähe zu verfolgen. Fernsehbilder zeigten am Abend auch in anderen Städten wie Nashville und New York große Menschenmengen bei ausgelassenen Feiern und Open-Air-Konzerten.

Der Unabhängigkeitstag hatte in diesem Jahr auch besondere Bedeutung, weil Biden bis dahin ein neues Impfziel erreicht haben wollte. Das Ziel wurde jedoch trotz zahlreicher Impfanreize und eines großen Vorrats an Impfstoffen verfehlt. Bis Sonntag sollten 70 Prozent aller Erwachsenen mindestens eine Impfdosis erhalten haben. Bisher bekamen jedoch nur 67 Prozent, oder 173 Millionen Menschen, mindestens die erste Impfung, wie Daten der Gesundheitsbehörde CDC zeigten. Gut 58 Prozent aller Erwachsenen sind bereits vollständig geimpft.

Das Weiße Haus hatte bereits Ende Juni eingeräumt, das Impfziel könne wohl nicht erreicht werden. Im Schnitt werden pro Tag in etwa eine Million Menschen geimpft - deutlich weniger als die mehr als drei Millionen auf dem Höhepunkt der Impfkampagne im Frühjahr. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung von rund 330 Millionen Menschen haben inzwischen 55 Prozent mindestens die erste Spritze bekommen.

Bidens Grillfest war das größte Event im Weißen Haus seit dem Beginn seiner Amtszeit im Januar, als im Land erst wenige Millionen Menschen geimpft waren. Manche Gesundheitsexperten betrachten die Rückkehr der Regierung zu Großereignissen jedoch mit Sorge. Sie fürchten, derartige Feiern könnten angesichts der sich schnell ausbreitenden Delta-Variante des Coronavirus den falschen Eindruck erwecken, dass die Pandemie vorbei sei und wieder beliebig gefeiert werden könne. Vor allem in eher ländlichen Bundesstaaten, in denen die Impfquote teils deutlich unter dem landesweiten Durchschnitt liegt, war die Zahl der Neuinfektionen zuletzt wieder angestiegen. Im Schnitt gibt es landesweit nun täglich gut 13.000 Neuinfektionen.

Viele Bundesstaaten bieten bereits Anreize wie die Verlosung hoher Geldpreise an, um zögerliche Menschen dazu zu bewegen, sich impfen zu lassen. Umfragen legen jedoch nahe, dass die Impfkampagne nun immer zäher voranschreiten dürfte, weil rund 20 Prozent der Landesbewohner die Impfungen ablehnen. Vor allem unter Republikanern ist eine ablehnende Haltung verbreitet.

In den USA werden vor allem die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna eingesetzt, jener von Johnson AMPERSAND Johnson spielt eine geringere Rolle. Die Regierung hat sich reichlich Impfstoff gesichert und bereits damit begonnen, Millionen Dosen an andere Länder abzugeben.

RKI registriert 212 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 5,0

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 212 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Montagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.40 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 219 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 5,0 an (Vortag: 5,0; Vorwoche: 5,6). Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz während der dritten Corona-Welle hatte es am 26. April 2021 mit 169,3 gegeben. Danach sank der Wert – von wenigen Ausreißern abgesehen – ziemlich stetig. Zuletzt deutete sich aber eine mögliche Trendwende an, vor der Pandemie-Experten wegen der zunehmenden Verbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante schon seit längerem warnen.

Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden ein Todesfall verzeichnet. Vor einer Woche waren es acht Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.731.124 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.629.300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.031.

Wichtige Hintergründe:

- Obwohl Gesundheitsbedenken abnehmen, bleiben Reisende zurückhaltend. Wie Corona die Reiselust der Deutschen verändert hat.

Sonntag, 04. Juli

Vertreter von SPD und Union haben sich Forderungen angeschlossen nach Strafzahlungen für Menschen, die Corona-Impftermine nicht wahrnehmen. „Es wäre richtig, wenn es eine Strafe gäbe für diejenigen, die nicht einmal ihren Termin absagen“, sagte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach der „Bild am Sonntag“ („BamS“). Ähnlich äußerte sich der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende Thorsten Frei (CDU). Kritik an dem Vorschlag kam von Ärztevertretern und von der Opposition: Statt mit Bußgeldern sollte lieber mit Impfanreizen gearbeitet werden.

Die Terminausfälle in den Impfzentren führten dazu, „dass wir langsamer impfen, als wir könnten, und dass wir Impfstoff wegwerfen müssen“, kritisierte Lauterbach. Er sei selbst Impfarzt im Impfzentrum Leverkusen und kenne das Problem ausfallender Termine. In den ARD-„Tagesthemen“ sagte er, dies sei kein Kavaliersdelikt.

Unions-Fraktionsvize Thorsten Frei (CDU) sagte, Impftermine verfallen zu lassen, sei rücksichtslos und ein Schlag ins Gesicht aller, die noch auf den knappen Impfstoff warteten. „Wer nur zu bequem ist, zum Hörer zu greifen oder mit wenigen Klicks einen Termin abzusagen, sollte für die angefallenen Ausfallkosten aufkommen müssen.“

Der Präsident des Berliner Roten Kreuzes (DRK), Mario Czaja, hatte die Debatte angestoßen und Bußgelder von 25 bis 30 Euro vorgeschlagen. Seinen Angaben zufolge werden in Berliner Impfzentren inzwischen fünf bis zehn Prozent der Termine nicht wahrgenommen.

Vermutet wird, dass Menschen Termine verstreichen lassen, weil sie im Urlaub sind, weil sie die Corona-Gefahr als nicht mehr so hoch einschätzen oder weil sie inzwischen einen früheren Termin bei einem Betriebsarzt oder in einer Praxis bekommen haben.

Kritisch zum Bußgeld-Vorschlag äußerte sich der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen. „Mit Bußen wird keine Akzeptanz gefördert. Solidarisches Verhalten kann man zudem nicht mit Strafen erzwingen“, sagte er der „BamS“. Ähnlich sieht das die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Christine Aschenberg-Dugnus. Das Drohen mit einer Strafzahlung werde Menschen eher von einer Impfung abschrecken, sagte sie am Sonntag. Es gehe vielmehr darum, noch Unentschlossene zu überzeugen. „Das geht mit mobilen Impfteams, die in der Fläche Menschen wohnortnah aufklären und impfen. Und mit Impfanreizen.“

Einen solchen Weg will das DRK in Sachsen gehen: Nach Angaben eines Sprechers wird an einem Bonussystem gearbeitet, um die Impfbereitschaft hochzuhalten. Wer ins Impfzentrum kommt, soll Rabatte für Dienstleistungen oder Produkte bekommen. Details seien aber noch offen. Sachsen bietet mittlerweile auch spontanes Impfen ohne Termin an. Auf Kreisebene gibt es solche Angebote auch in anderen Bundesländern. Niedersachsen hatte angekündigt, dass voraussichtlich ab kommender Woche ohne Wartelisten geimpft werde.

Große Mehrheit erwartet schärfere Corona-Maßnahmen im Herbst

Trotz fortschreitender Impfkampagne rechnet eine große Mehrheit der Deutschen im Herbst mit steigenden Corona-Infektionszahlen und neuen staatlichen Beschränkungen. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sagten 76 Prozent, dass sie einen Anstieg der Infektionszahlen erwarten. 74 Prozent gehen von einer Verschärfung der Maßnahmen gegen die Pandemie im Herbst aus. Nur 16 Prozent meinen, dass es keine neuen Einschränkungen geben wird. Zehn Prozent machten keine Angaben.keinen neuen Lockdown geben wird - wenn die Impfungen sich auch gegen Varianten behaupten. „Solange unsere Impfung sehr gut wirkt, kommt ja ein Lockdown zulasten derer, die vollständiKanzleramtschef Helge Braun hatte Geimpften am Freitag Hoffnung gemacht, dass es für sie auch bei einer neuen Corona-Welle kg geimpft sind, auch nicht infrage“, sagte der CDU-Politiker dem Nachrichtenradio MDR Aktuell. „Sondern denjenigen, die geimpft sind, kann man dann auch die Normalität ermöglichen - den Besuch im Konzert genauso wie das Einkaufen.“

RKI: Corona-Inzidenz in Deutschland steigt erstmals seit langem wieder

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist erstmals seit Wochen leicht gestiegen. Dieser Wert, der angibt, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben, lag am Sonntag bei 5,0, nach 4,9 am Samstag, wie das Robert Koch-Institut (RKI) mitteilte. Sieben weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöhte sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 91.030. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 3,73 Millionen Corona-Tests positiv aus. Auch dank der verstärkten Impfungen hat sich die Gesamtlage zuletzt merklich verbessert, allerdings blicken Politik

Samstag, 03. Juli

Intensivmediziner: Nicht mehr nur auf Inzidenz schauen

Deutsche Intensivmediziner sprechen sich dafür aus, bei der Pandemiebekämpfung nicht mehr ausschließlich die Inzidenzwerte in den Fokus zu stellen. „Mit steigender Impfquote ist der Inzidenzwert alleine weniger aussagekräftig, um die potenzielle Gefahr für das Gesundheitssystem messen zu können“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), Christian Karagiannidis, der „Rheinischen Post“. „Wir rechnen damit, dass die Inzidenzwerte im Herbst, wie in England aktuell schon der Fall, stärker steigen werden als die Zahl der Intensivpatienten“, so der Intensivmediziner.

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) äußerte sich am Freitag ähnlich: Die Inzidenzwerte würden weiter eine wichtige Rolle spielen, „weil sie natürlich eine Aussage darüber treffen, wie viele Leute sich neu mit Corona infizieren“, sagte er. „Aber wenn wir jetzt in der Situation sind, dass eine hohe Zahl von Bürgern geimpft ist, müssen wir natürlich weitere Faktoren einbeziehen.“ Ganz wichtig sei die Frage, wie gut die Impfung gegen neue Varianten wie Delta wirke.

Hausärzte: Großer Mehraufwand wegen Stiko-Empfehlung zu AstraZeneca

Die Hausärzte beklagen, dass die neue Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zur Kreuzimpfung mit AstraZeneca sie vor enorme Herausforderungen stellt. „Patientinnen und Patienten sind verunsichert, erfragen, welchen Impfstoff sie nun bei der Zweitimpfung erhalten werden und wollen auch ihren Termin entsprechend vorziehen. Für sie macht es natürlich - gerade mit Blick auf die anstehenden Sommerferien - einen großen Unterschied, ob sie neun bis zwölf Wochen auf ihre Zweitimpfung warten oder nur vier“, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND/Samstag). Die Anpassung der Empfehlung habe bereits am ersten Tag in vielen Praxen für einen „enormen Mehraufwand“ gesorgt.

Die Impfkommission hatte am Donnerstag überraschend mitgeteilt, dass Menschen, die eine erste Dosis des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca erhalten haben, künftig unabhängig vom Alter als zweite Spritze einen mRNA-Impfstoff wie den von Biontech oder Moderna erhalten sollen.

Natürlich sei es Aufgabe der Wissenschaft, Empfehlungen dem aktuellen Erkenntnisstand anzupassen, sagte Weigeldt. „Das spricht aber nicht gegen eine klare Kommunikation und die frühzeitige Einbindung derer, die letztlich die Empfehlungen umsetzen. Wenn wir ins Schlingern kommen, dann auch die gesamte Impfkampagne.“

RKI meldet niedrigste Corona-Inzidenz seit fast einem Jahr

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 671 neue Positiv-Tests. Das sind 79 mehr als am Samstag vor einer Woche, als 592 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter auf 4,9 von 5,0 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 16 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 91.023. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 3,7 Millionen Corona-Tests positiv aus.

Weltweit fast 183 Millionen Infektionen und über vier Millionen Tote


Video: RKI setzt Impfziel: Hohe Impfquote wegen Delta nötig (glomex)

Fast 183 Millionen Menschen haben sich weltweit nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Mehr als 4,11 Millionen Menschen sind in Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Die Dunkelziffern dürften Experten zufolge deutlich höher sein. Die USA weisen weltweit die höchsten Werte auf.

Freitag, 02. Juli

Angesichts der schnellen Ausbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante in Deutschland passt die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Corona-Impfempfehlung an. So sollen Menschen, die eine erste Dosis Astrazeneca erhalten haben, künftig unabhängig vom Alter als zweite Spritze einen mRNA-Impfstoff wie den von Biontech oder Moderna erhalten, schreibt das Gremium am Donnerstag in einer Mitteilung mit Verweis auf einen Beschlussentwurf. Der Abstand zwischen erster und zweiter Dosis solle dann mindestens vier Wochen betragen. Auch bei den Impfintervallen der mRNA-Impfstoffe heißt die Stiko nun kürzere Abstände als bisher gut. Die Empfehlung gelte „vorbehaltlich der Rückmeldungen aus dem noch zu eröffnenden Stellungnahmeverfahren“, teilte die Stiko mit. Daran seien Bundesländern und Fachkreise beteiligt.

Die Expertinnen und Experten begründen den Rat zur Kombination von Vektor- und mRNA-Impfstoff damit, dass die Immunantwort nach dem Verabreichen von zwei verschiedenen Präparaten der Immunantwort nach zwei Dosen Astrazeneca „deutlich überlegen“ sei. Fachleute sprechen von einem heterologen Impfschema. Dieses hatte die Stiko bisher nur jüngeren Menschen angeraten, die bereits eine Erstimpfung mit Astrazeneca bekommen hatten, bevor dieser Impfstoff nur noch für Impfwillige ab 60 Jahren empfohlen wurde.

Die Stiko teilte nicht mit, auf welche Daten zu den Immunantworten sie sich bezieht. In letzter Zeit veröffentlichten mehrere Teams dazu erste Ergebnisse. Wie etwa die Universität des Saarlandes kürzlich mitgeteilt hatte, ergab eine Analyse der Antikörper-Bildung, dass eine kombinierte Astra-Biontech-Impfung ebenso wie eine zweifache Biontech-Impfung eine wesentlich höhere Wirksamkeit zeigte als eine zweifache Astrazeneca-Impfung. „So konnten bei den beiden erstgenannten Varianten etwa zehnmal mehr Antikörper im Blut nachgewiesen werden“, hieß es. Die Ergebnisse sind noch nicht in einem begutachteten Fachblatt erschienen. Auch das „Ärzteblatt“ berichtete kürzlich anhand weiterer Quellen, dass Impflinge bei diesem Schema eine besonders starke Immunantwort entwickeln könnten.

Die Kehrseite könnten Impfreaktionen sein: Einer „Lancet“-Studie zufolge haben Impflinge bei zwei unterschiedlichen Produkten eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für milde und moderate Impfreaktionen nach der zweiten Dosis.

Die Empfehlung zur Kombination von Vektor- und mRNA-Impfstoff gelte ausdrücklich nur für Erstgeimpfte und nicht für Menschen, die bereits zwei Dosen Astrazeneca bekommen haben, hieß es auf Anfrage beim Robert Koch-Institut (RKI). Ob und wann eine Auffrischimpfung für vollständig Geimpfte nötig ist, ist demnach noch nicht klar. Die Stiko werde sich dazu äußern, sobald entsprechende Evidenz vorliegt.

Die Stiko betonte, es sei angesichts der deutlich ansteckenderen Delta-Variante wichtig, die zweite Impfstoffdosis „zeitgerecht wahrzunehmen“. Nach nur einer Impfstoffdosis scheine der Schutz gegen Delta „deutlich herabgesetzt“ zu sein. Der Schutz vor schweren Krankheitsverläufen durch Delta sei nach vollständiger Impfung im Vergleich zum Schutz vor anderen Corona-Varianten ähnlich gut, hieß es unter Berufung auf Daten aus dem Vereinten Königreich.

Auch beschleunigte zweifache Impfungen mit mRNA-Präparaten sind nun durch die Stiko-Mitteilung gedeckt: Bisher empfahl sie, sechs Wochen zwischen den zwei Dosen verstreichen zu lassen. Im aktuellen Statement schreibt das Gremium, dass im schnellsten Fall nur drei Wochen bei Biontech und vier Wochen bei Moderna vergehen können. Diese Zeiträume sind im Rahmen der Impfstoff-Zulassung gedeckt und wurden teils auch schon von Impfzentren oder Ärzten umgesetzt. Die bisherige Stiko-Empfehlung hatte auch mit knappen Impfstoffmengen zu tun. Die wissenschaftliche Begründung der Stiko wird nach RKI-Angaben für die nächste Woche erwartet.

Ob eine allgemeine Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ausgesprochen wird, werde weiter genau geprüft, sagte Stiko-Leiter Thomas Mertens in einem Interview für die ZDF-Sendung „Maybrit Illner“. Er sehe bislang keine Hinweise auf schwerere Krankheitsverläufe durch die Delta-Variante bei Kindern und Jugendlichen. Natürlich wisse die Stiko, dass es vermehrt Fälle geben werde, wenn man sie nicht impfe. Aber die Auswirkungen auf die Zahl der Krankenhausbehandlungen sowohl in dieser Altersgruppe als auch in der Gesamtbevölkerung seien „eher gering“.

Das RKI schätzt, dass diese Woche in Deutschland bereits mindestens jeder zweite Corona-Fall auf Delta zurückgeht. Die Mutante werde auch bald in Deutschland vorherrschend sein, nun müssten die absoluten Infektionszahlen möglichst niedrig gehalten werden, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag in Berlin. Noch entwickelt sich die Sieben-Tage-Inzidenz bundesweit rückläufig, es wird aber eine Trendwende befürchtet.

Bundesregierung stuft Zypern und Katalonien als Risikogebiete ein

Mit Zypern und der spanischen Region Katalonien setzt die Bundesregierung am Sonntag zwei weitere Urlaubsgebiete auf die Liste der Corona-Risikogebiete. Außerdem werden drei weitere Regionen in Spanien und Norwegen zu Risikogebieten erklärt, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag mitteilte. Das hat aber kaum faktische Auswirkungen für Urlauber, da Flugreisende sich ohnehin bei Einreise testen lassen müssen und damit dann die Quarantänepflicht entfällt. Allerdings bedeutet die Einstufung als Risikogebiet, dass das Auswärtige Amt von Reisen dorthin abrät.

Als Risikogebiete werden Länder und Regionen eingestuft, in denen die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz) über 50 liegen. Es ist die niedrigste Risikostufe. In die beiden höheren Kategorien der Hochinzidenz- und Virusvariantengebiete werden am Sonntag keine zusätzlichen Länder oder Regionen eingestuft. Von der Risikoliste gestrichen wird in Europa nur eine Region in Kroatien, außerdem Katar und die Karibikinseln Guadeloupe und Aruba.

Die neuen Einstufungen spiegeln die Trendwende bei den Infektionszahlen in Europa wider. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind sie in der vergangenen Woche nach zehn Wochen Rückgang erstmals wieder um zehn Prozent gestiegen. Laut europäischer Gesundheitsbehörde ECDC vom Donnerstag lag Zypern in der EU bei der 14-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner mit 179,6 an der Spitze – noch vor dem Virusvariantengebiet Portugal mit 168,8. Spanien, das beliebteste Urlaubsland der Deutschen, nimmt mit 107,5 Platz 3 ein. Zum Vergleich: Deutschland liegt bei 13,7.

Mehr infizierte junge Leute, viel weniger Tote, auf diese Formel lässt sich die Entwicklung in Spanien bringen. Seit April waren die Corona-Zahlen dort stetig gesunken, jetzt steigen sie wieder deutlich. Am brisantesten ist die Lage in Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona. Dort liegt die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit schon bei 173. Vor einer Woche betrug der Wert dort nur 55. Auch die Balearen mit Mallorca und die Kanaren liegen bei steigender Tendenz inzwischen weit über 50. Anders als bei früheren Corona-Wellen sind dieses Mal besonders jüngere Menschen betroffen. In dieser Gruppe beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz rund 300.

Die meisten Fälle gehen bisher noch auf die zuerst in Großbritannien festgestellte Alpha-Variante des Coronavirus zurück. Aber auch die als ansteckender geltende Delta-Variante ist in Spanien auf dem Vormarsch. Ihr Anteil wird derzeit auf etwa 15 Prozent geschätzt, weniger als zum Beispiel in Deutschland. Experten gehen aber davon aus, dass sie bis zum Sommer wie in ganz Europa vorherrschend sein wird.

Die spanische Regierung verweist angesichts der wieder steigenden Corona-Zahlen auf die Impfkampagne. 54 Prozent der 47 Millionen Bürger haben bisher mindestens eine Dosis erhalten, 38 Prozent sind vollständig geimpft. Die Lage in den Krankenhäusern ist deshalb entspannt, nur etwa gut sechs Prozent der Betten auf Intensivstationen sind mit Corona-Patienten belegt. Auch die Zahl der mit Corona Gestorbenen ist sehr niedrig. Binnen der vergangenen Woche wurden 53 Fälle registriert. In den schlimmsten Tagen der ersten Welle 2020 waren es fast 1000 – pro Tag.

Die Tourismusindustrie hat angesichts der Entwicklung noch keinen Alarm geschlagen. Sie setzt weiter darauf, dass die Haupturlaubssaison im Juli und August ohne größere Reisebeschränkungen stattfinden kann. Alles andere könnte aber eine wirtschaftliche Katastrophe bedeuten.

Wieder mehr Touristen in Spanien

Der Tourismus in Spanien kommt nur langsam wieder auf die Beine. Die Zahl der ausländischen Urlauber stieg im Mai zwar auf 1,36 Millionen, nachdem sie vor Jahresfrist wegen des strikten Lockdowns fast bei null lag, wie das nationale Statistikamt (INE) am Freitag mitteilte. Die Zahl der Touristen hat sich nach der Lockerung von Reisebeschränkungen zum April damit mehr als verdoppelt, lag aber immer noch 83 Prozent unter dem Vorkrisen-Niveau von Mai 2019. Ausländische Gäste gaben im Mai insgesamt 1,39 Milliarden Euro aus, dies waren ebenfalls 83 Prozent weniger als im gleichen Monat 2019. Tourismus ist eine Schlüsselbranche für die spanische Wirtschaft. Für Deutsche ist Spanien seit Jahren das beliebteste Urlaubsland.

Der anziehende Tourismus dürfte sich auch positiv auf den Jobmarkt auswirken. Die Arbeitslosigkeit sank im Juni so stark wie noch nie in einem einzelnen Monat seit Beginn der Statistik 1996, wie das Arbeitsministerium in Madrid erklärte. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen fiel zum Mai um 4,4 Prozent oder 166.911 auf 3,61 Millionen. Dies war der vierte Rückgang in Folge.

RKI registriert 649 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 5,0

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 649 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 07.18 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche waren 774 Ansteckungen registriert worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 5,0 an (Vortag: 5,1; Vorwoche: 6,2).

Deutschlandweit wurden nach diesen Angaben binnen 24 Stunden 69 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 62 Tote. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 729 682 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit rund 3 626 800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91 007.

Donnerstag, 01. Juli

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn plant für das Jahr 2022 die Beschaffung von so viel Corona-Impfstoff ein, dass jede Person in Deutschland zweimal geimpft werden könnte. Das kündigte der CDU-Politiker nach Informationen von Reuters aus Teilnehmerkreisen am Mittwoch im Bundeskabinett an. In einem dem Kabinett vorgelegten Bericht des Gesundheitsministeriums heißt es dazu, dass man neben dem Bezug von 84,4 Millionen Impfdosen von BioNTech/Pfizer auf einen Mix von verschiedenen Impfstoff-Technologien und -Herstellern setze. Die Impfstoffe des zweiten deutschen Impfstoff-Herstellers Curevac und von AstraZeneca sind dabei nicht eingeplant.

Statt dessen sei die Beschaffung von 31,8 Millionen Dosen des mRNA-Impfstoffs von Moderna vorgesehen, daneben 18,3 Millionen Dosen des Vektor-Impfstoffs von Johnson AMPERSAND Johnson. Zudem sollen die bisher allerdings nicht zugelassenen Protein- beziehungsweise inaktiven Impfstoffe von Sanofi (42,7 Millionen Dosen), Novavax (16,3 Millionen Dosen) und Valneva (elf Millionen Dosen) beschafft werden.

Insgesamt sei eine Menge von 204 Millionen Dosen geplant. Damit sollen die Nachimpfungen abgesichert werden. „Zudem wird die empfohlene Gesamtmenge an notwendigem Impfstoff inklusive 'Sicherheitspuffer' erreicht“, heißt es in dem Papier. Die Kosten der über die EU beschafften Impfstoffe beziffert das Gesundheitsministerium auf 3,9 Milliarden Euro. Zuerst hatte das „Handelsblatt“ über das Papier berichtet.

RKI registriert 892 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 5,1

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 892 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.14 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1008 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 5,1 an (Vortag: 5,2; Vorwoche: 6,6).

Deutschlandweit wurden nach diesen Angaben binnen 24 Stunden 63 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 93 Tote. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 729 033 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 625 700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 90 938.

Mittwoch, 30. Juni

Seit Inkrafttreten der Corona-Einreiseverordnung Mitte Januar haben Bundespolizisten bei rund 7,8 Millionen Einreisekontrollen rund 210.000 Verstöße festgestellt. Es habe rund 150.000 Mängel bei der Digitalen Einreiseanmeldung und 60.000 bei der Pflicht für den Nachweis einer Impfung, Genesung oder eines Negativtestes gegeben, teilte die Bundespolizei am Mittwoch mit.

Die Coronavirus-Einreiseverordnung gilt nach den Angaben für alle grenzüberschreitenden Reisen. Sie legt die Vorgaben fest, die bei der Einreise nach Deutschland zu berücksichtigen sind.

Die Bundespolizei unterstütze damit die Bundesländer maßgeblich bei der Pandemiebekämpfung, sagte Dieter Romann, Präsident des Bundespolizeipräsidiums. Jeder Einzelne könne seinen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie durch Beachtung der gültigen Bestimmungen leisten. „In Anbetracht des Auftretens der Delta-Variante tragen wir alle Verantwortung, die Pandemie weiterhin bestmöglich einzudämmen.“ Jeder Einzelne könne dazu seinen Beitrag schon durch die Beachtung der gültigen Bestimmungen leisten, zum Wohle aller.

Deutschland überholt USA bei Impfungen

Deutschland hat die USA bei den Corona-Erstimpfungen eingeholt. „Die USA sind schnell gestartet, heute liegt Deutschland bei Erstimpfungen erstmals gleichauf“, schrieb Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch bei Twitter. 45,3 Millionen der rund 83 Millionen Bürgerinnen und Bürger oder 54,5 Prozent seien mindestens einmal geimpft. Die Webseite der US-Gesundheitsbehörde CDC zeigte am Mittwoch eine Quote von 54,2 Prozent Erstimpfungen an. Allerdings lagen dort zunächst noch die Daten vom Vortag vor.

Beim Blick auf die vollständigen Impfungen liegt Deutschland noch deutlich hinter den Vereinigten Staaten: Spahn zufolge haben inzwischen 30,3 Millionen Menschen in Deutschland (36,5 Prozent) den vollen Impfschutz. In den USA sind es laut CDC mehr als 46 Prozent der rund 330 Millionen Einwohner.

Das Interesse an den Impfungen in Deutschland sei nach wie vor ungebrochen, sagte ein Sprecher der Bundesregierung am Mittwoch. Im Tagesschnitt gebe es aktuell 800 000 Impfungen. Spahn rief angesichts der Delta-Variante dazu auf, das Impfangebot wahrzunehmen.

Astrazeneca: Hoher Impfschutz auch bei längerem Abstand der Impfdosen

Der Schutz des Astrazeneca-Impfstoffs vor Covid-19 wird bei einem längeren Abstand zwischen erster und zweiter Dosis einer aktuellen Studie zufolge nicht beeinträchtigt. Forscher der Universität Oxford konnten bei einem Abstand von bis zu 45 Wochen zwischen beiden Impfdosen eine ebenso starke oder teilweise sogar bessere Immunantwort nachweisen wie bei dem standardmäßigen kürzeren Intervall, wie aus den veröffentlichten Ergebnissen hervorgeht. Die Studie ist noch nicht von Fachleuten begutachtet.

„Das ist eine beruhigende Nachricht für Länder mit niedrigen Impfstoffmengen, die sich um Verzögerungen der zweiten Dosis in ihren Bevölkerungen sorgen“, sagte der Immunologe Andrew Pollard, der auch an der Entwicklung des Vakzins beteiligt war, laut einer Mitteilung. „Sogar nach zehn Monaten Abstand nach der ersten Dosis gibt es eine exzellente Immunantwort.“

Die Forscher untersuchten außerdem, welche Wirkung eine dritte Dosis mit Astrazeneca, die mindestens sechs Monate nach der zweiten verabreicht wird, auf den Impfschutz hat. Hierbei wurde eine deutlich stärkere Immunantwort festgestellt, außerdem soll der Schutz vor den derzeit kursierenden Varianten besser sein. In Ländern mit hohen Impfquoten wie Großbritannien wird bereits darüber diskutiert, ob im Herbst mit Auffrischungsimpfungen begonnen werden soll.

Langes Leiden an Corona: Experten erwarten steigende Reha-Zahlen

Tausende Patientinnen und Patienten in Deutschland leiden nach einer Covid-19-Erkrankung an Langzeitfolgen. Allein bei der zweitgrößten deutschen Krankenkasse, der Barmer, waren zwischen November 2020 und März 2021 mehr als 2900 Versicherte von einem Post-Covid-Syndrom betroffen, wie eine Auswertung von Versichertendaten der Kasse zeigt, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Die Deutsche Rentenversicherung erwartet eine steigende Zahl an Reha-Fällen wegen Post- oder Long-Covid.

„Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten Monaten eine deutliche Steigerung sehen werden“, sagte Susanne Weinbrenner vom Geschäftsbereich Prävention der Rentenversicherung vor Journalisten in Berlin. Zu den häufigsten Langzeitfolgen bei den Patientinnen und Patienten in Reha-Einrichtungen der Rentenversicherung zählen demnach Belastungsatemnot, Fatigue, eingeschränkte Belastbarkeit, muskuläre Schwäche, Angststörungen, Depression, chronische Nierenerkrankungen und Brustschmerz. Die zahlenmäßige Bedeutung von Long-Covid sei derzeit aber noch schwer einzuschätzen.

Der ärztlicher Direktor am Reha-Zentrum Seehof in Teltow und Leiter der Forschungsgruppe Psychosomatische Rehabilitation der Charité Berlin, Volker Köllner, sagte, wahrscheinlich führe Covid-19 häufiger zu länger anhaltenden Folgesymptomen als andere Infektionen. Rund jeder vierte beatmete Patient sei psychisch stark belastet.

Der Psychosomatik-Experte Köllner erwartet wegen der hohen Zahl an Corona-Infizierten nun auch einen „relevanten Bedarf“ nach Rehabilitation für Long-Covid-Patientinnen und -Patienten. Betroffene mit Organschäden bräuchten eine Reha im jeweiligen somatischen Fachgebiet. Besonderes Augenmerk legte der Arzt aber auf die Betroffenen ohne wesentliche Organschäden: Angst, Depression und dysfunktionale Verhaltensmuster etwa bei der Atmung spielten hier eine besondere Rolle - und müssten entsprechend behandelt werden. Geeignet seien hier etwa bei anderen Krankheiten bereits bewährte Patientenschulungen, Bewegungstherapie und psychotherapeutische Angebote.

RKI registriert 808 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 5,2

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 808 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Mittwochmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.12 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1016 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 5,2 an (Vortag: 5,4; Vorwoche: 7,2).

Deutschlandweit wurden nach diesen Angaben binnen 24 Stunden 56 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 51 Tote.

Der Sieben-Tage-R-Wert lag nach RKI-Angaben am Dienstagabend bei 0,79 (Vortag: 0,79). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 79 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Seehofer: Es hat vier Wochen gedauert, bis ich nicht mehr positiv war

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat seine Corona-Infektion ohne größere Probleme überstanden. „Ja, es geht mir gut“, sagte der 71-Jährige der „Augsburger Allgemeinen“ (Mittwoch). „Ich war zum Glück schon einmal geimpft und hatte vermutlich deshalb kaum Beschwerden. Aber es hat vier Wochen gedauert, bis ich nicht mehr positiv war.“

Seine vierwöchige Quarantäne habe er unter der strengen Aufsicht des Gesundheitsamtes Ingolstadt verbracht, inklusive „sofortige schriftliche Belehrung inklusive Strafandrohung im Falle von Verstößen gegen die Regeln und tägliche Meldepflicht“, berichtete Seehofer. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich von der Dame, die beim Gesundheitsamt für mich zuständig war, bevorzugt behandelt wurde.“

Der CSU-Politiker war am 10. Mai positiv auf das Coronavirus getestet worden und hatte sich daraufhin in häusliche Isolation begeben. Am 14. April war er erstmalig mit dem Präparat von Biontech/Pfizer gegen Covid-19 geimpft worden. Anfang Juni kehrte er nach Berlin zurück.

Großes Ost-West-Gefälle bei der Impfbereitschaft

Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey hat die Impfbereitschaft der Deutschen in den 16 Bundesländern untersucht. In der zweiten Junihälfte wurden noch nicht Geimpfte gefragt, ob sie die schützende Spritze bekommen wollen – ein Angebot vorausgesetzt. Die Ergebnisse weisen eine bemerkenswerte regionale Spreizung auf: Während in Hamburg, Bremen, NRW oder Niedersachsen rund 80 Prozent den Piks noch wollen, sind es in Sachsen nicht einmal 60. Vor allem von West nach Ost, jedoch auch von Norden nach Süden nimmt die Bereitschaft derzeit teilweise merklich ab. Wobei einschränkend zu betonen ist: Die Zahl der Befragbaren schrumpft von Tag zu Tag. Denn je nach Statistik lässt sich die bestehende Zurückhaltung auch im tatsächlichen Impffortschritt erkennen. Hier lesen Sie die gesamte Geschichte.

Dienstag, 29. Juni

Der Impfstoff von Moderna zeigt nach Angaben des US-Pharmakonzerns eine vielversprechende Wirkung gegen Varianten des Coronavirus. Eine Laborstudie ergebe, dass neutralisierende Antikörper gegen Mutanten gebildet würden – auch gegen die erstmals in Indien festgestellte Delta-Variante und die zuerst in Südafrika nachgewiesene Beta-Variante. Die neuen Daten seien ermutigend und bestärkten die Überzeugung, dass der Impfstoff weiterhin vor neu entdeckten Varianten schütze, sagt Moderna-Chef Stephane Bancel.

Regierung: Impfzusage wird früher erfüllt

Die Bundesregierung rechnet damit, dass sie ihr Corona-Impfversprechen früher einlösen kann als geplant. Die Zusage, jedem bis zum Ende des Sommers im September ein Impfangebot machen zu können, werde bereits in der ersten Hälfte des Sommers, wahrscheinlich schon im Juli erfüllt, hieß es am Dienstag aus Regierungskreisen in Berlin. Noch im Juli werde man 17 bis 18 Millionen Erstimpfungen mit einem mRNA-Impfstoff anbieten können. Die Nachfrage sei wahrscheinlich mehr als gedeckt, hieß es weiter.

Die Infrastruktur der Corona-Impfzentren soll den Informationen zufolge über den 30. September hinaus in „abgespeckter Version“ beibehalten werden. Es gehe dabei aber weniger um die „großen Tanker“ wie Messehallen, sondern um „Schnellboote“ wie die mobilen Impfteams. Diese würden im Herbst voraussichtlich für Auffrischungsimpfungen etwa in Pflegeeinrichtungen gebraucht.

Söder fordert mehr Kontrolle

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat den Bund aufgefordert, bei den Kontrollen von Reiserückkehrern aus dem Sommerurlaub strikter die Test- und Quarantänepflichten zum Schutz vor Corona zu kontrollieren. „Die Weigerung des Bundes, sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen, ist aus meiner Sicht nicht verständlich und ehrlich gesagt auch etwas enttäuschend“, sagte Söder am Dienstag nach einer Sitzung des bayerischen Kabinetts in München.

„Die Testpflichten müssen eingehalten, müssen kontrolliert werden, das gilt für Busse, für Bahnen und für Flieger“, betonte der bayerische Regierungschef. Bayern werde ein Konzept vorlegen, das auch eine umfassende Schleierfahndung beinhalte, mit der die Einhaltung der Testpflicht an den Grenzen zu Tschechien und Österreich überwacht werden soll.

„Wir haben keine Lust, dass wir im September wieder da stehen, wo wir letztes Jahr waren“, sagte Söder. Eine Warnung müsse reichen. Im vergangenen Jahr waren Reiserückkehrer als eine der Ursachen ausgemacht worden, dass die Infektionszahlen im Herbst wieder deutlich nach oben gegangen sind. Die stark gestiegenen Inzidenzen im Herbst 2020 führten schließlich zum Lockdown im November, der sich bis in den Mai hineinzog.

404 Corona-Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 404 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Dienstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.24 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 455 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 5,4 an (Vortag: 5,6; Vorwoche: 8,0).

Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 57 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 77 Tote. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.727.333 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Rechtzeitig vor den großen Ferienzeit sind nun alle EU-Länder an die notwendige Technik für das EU-Impfzertifikat angeschlossen. Laut EU-Kommission haben alle Länder die Möglichkeit, einen in Deutschland ausgestellten Nachweis über eine Impfung, einen frischen Test oder überstandene Infektion auszulesen. Die offiziellen EU-Impfzertifikate sind auch für die Nicht-EU-Länder Norwegen und Island vorgesehen. An welchen Stellen ein Nachweis Urlaube, Shoppingausflüge oder Wochenendtrips erleichtern, legt jedes Land selbst fest, aber entsprechende Vorgaben gibt es viele.

Montag, 28. Juni

Auf Reisende kommen vorerst keine schärferen Corona-Regeln bei der Einreise oder Rückkehr nach Deutschland zu. Das ist das Ergebnis von Beratungen von Bund und Ländern vom Montag, wie die Deutsche Presse-Agentur in Berlin erfuhr. Demnach soll die geltende Einreiseverordnung nicht kurzfristig geändert werden. Mehrere Ministerpräsidenten hatten schärfere Bestimmungen gefordert, um eine erneute Verschärfung der Corona-Lage zu verhindern.

Der Bund hatte sich für konkrete Vorschläge für eine verbesserte Einreiseverordnung offen gezeigt. Nur Mecklenburg-Vorpommern habe einen konkreten Vorschlag gemacht. Diesem Vorschlag zufolge sollte ab einer Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in 7 Tagen in einer Region wieder eine fünftägige Mindestquarantäne eingeführt werden, ohne die derzeit mögliche Freitestung am ersten Tag.

Nach diesen Informationen ist dem Vorschlag aber kein anderes Land gefolgt. Deshalb gab es bei der Beratung keinen Vorschlag, den der Bund habe aufgreifen können, hieß es.

Derzeit muss bei Rückreisen aus Risikogebieten mit einem negativen Test keine Quarantäne angetreten werden. Nach einem Aufenthalt in Hochinzidenzgebieten kann eine Testung frühestens fünf Tage nach Einreise vorgenommen werden. Nach Aufenthalt in Virusvariantengebieten dauert die Quarantäne 14 Tage, und eine vorzeitige Beendigung der Quarantäne ist nicht möglich. Seit Dienstagfrüh sind Portugal und Russland als Virusvariantengebiete eingestuft. Damit gilt ein weitgehendes Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, Bus- und Bahnunternehmen. Sie dürfen nur noch deutsche Staatsbürger und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland über die Grenze bringen.

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hatte in der „Welt“ kritisiert, dass bei Einreisen aus Risikogebieten derzeit ein Antigen-Test reiche, um Quarantäne zu vermeiden. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte im ZDF gesagt, die Stichproben, die im Moment von der Bundespolizei umgesetzt werden, reichten nicht.

RKI: Jeder zehnte Landkreis mit Inzidenz von 0

Rund jeder zehnte Landkreis in Deutschland hat nach RKI-Angaben in den vergangenen sieben Tagen keinen einzigen Corona-Fall verzeichnet. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts von Montag hervor. Demnach lag die 7-Tage-Inzidenz in 40 von 412 erfassten Kreisen und kreisfreien Städten bei 0. In weiteren 45 Kreisen gab es jeweils nur einen Fall. Zu bedenken ist, dass es zu Nachmeldungen kommen kann.

In knapp 50 Kreisen lag die Inzidenz noch höher als 10, Schlusslicht ist der Landkreis Lichtenfels in Bayern mit 46,4. Bei den Bundesländern ist die Inzidenz in Sachsen-Anhalt an niedrigsten (1,9), in Hamburg an höchsten (10,0). Die bundesweite Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche, gab das RKI am Montag mit 5,6 an.

Mehr als 35 Prozent der Menschen vollständig gegen Corona geimpft

Mehr als 35 Prozent der Menschen in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Montag hervor (Stand: 10.50 Uhr). Rund 44,6 Millionen Menschen (53,6 Prozent) haben mindestens eine Impfung bekommen, 29,4 Millionen Menschen (35,4 Prozent) sind vollständig geimpft. Allein am Sonntag wurden 275.827 Impfdosen verabreicht.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schrieb auf Twitter, damit sei das für Juni gesetzte Ziel, in Deutschland mindestens jeden Zweiten einmalig und mindestens jeden Dritten vollständig geimpft zu haben, übertroffen worden.

Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 61,6 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Bis auf Sachsen (47,6 Prozent) liegen alle Bundesländer über der 50-Prozent-Marke. Das Saarland hat mit 41,8 Prozent den höchsten Anteil an vollständig Geimpften. Brandenburg ist mit 32,4 Prozent das Schlusslicht.

Die Impfkampagne gegen den Erreger Sars-CoV-2 hat in Deutschland Ende vergangenen Jahres begonnen. Zunächst waren Menschen über 80 Jahren, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft. Mittlerweile können sich Menschen unabhängig von der bisher gültigen Prioritätenliste um einen Termin bemühen.

Lauterbach: Impfkommission soll Empfehlung für Kinder-Impfungen überdenken

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 219 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Montagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.24 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 346 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 5,6 an (Vortag: 5,7; Vorwoche: 8,6).

Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden acht neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es zehn Tote. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.726.929 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat die Ständige Impfkommission (Stiko) aufgefordert, ihre eingeschränkte Empfehlung für die Corona-Impfung von Kindern zu überdenken. „In Großbritannien sind bereits viele Kinder mit Covid in der Klinik. Die Ständige Impfkommission argumentiert, dass Covid für Kinder harmlos sei. Für die Delta-Variante gilt dies meiner Ansicht nach aber nicht“, sagte Lauterbach der „Rheinischen Post“ (Montag).

Die Stiko hat bisher keine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren ausgesprochen. Sie empfiehlt Impfungen nur für 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen wie Adipositas, Diabetes und chronischen Lungenerkrankungen. Das Gremium begründete seine Empfehlung vor knapp drei Wochen unter anderem damit, dass das Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung für diese Altersgruppe gering sei.

„Die Angaben der Stiko beziehen sich immer auf alte Varianten“, kritisierte Lauterbach. „Die Durchseuchung der Kinder mit der Delta-Variante ist zu riskant. Und Wechselunterricht ist keine Lösung.“

Wichtige Hintergründe:

- Eine Krise bietet viel Raum für Prognosen. Diese Corona-Thesen haben sich so nicht bewahrheitet.

- Die Regierung führt einige Coronahilfen zurück, doch das könnte verfrüht sein. Gerade im Einzelhandel.

RKI: Delta-Variante in drei Viertel der untersuchten Corona-Proben .
Die anteilsmäßige Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus hat sich in Deutschland weiter rasch fortgesetzt. © Bereitgestellt von Finanzen.net Ralph Orlowski/Getty Images Sie erreiche mittlerweile einen Anteil von 74 Prozent an den untersuchten Proben, heißt es in einem Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochabend mit Blick auf die Woche bis zum 4. Juli. Auch Delta-Ansteckungen im Zusammenhang mit Reisen in beliebte Urlaubsziele wie Spanien werden demnach gemeldet.In den Wochen zuvor hatte sich der Delta-Anteil erst von 18 auf 39 und dann auf 60 Prozent erhöht.

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