Finanzen Siemens Energy im Minus - Druck auf Windkrafttochter wächst

14:20  04 august  2021
14:20  04 august  2021 Quelle:   msn.com

Siemens Healthineers profitiert von Corona-Schnelltests

  Siemens Healthineers profitiert von Corona-Schnelltests Die Siemens-Tochter Healthineers profitiert von einer großen Nachfrage nach Corona-Tests und erhöht seine Gewinnprognose. Doch das Geschäft mit den Tests dürfte seinen Höhepunkt erreicht haben.Vor allem beim Umsatz zeigte sich die Erlangener Siemens-Tochter am Freitag optimistischer. Dabei profitiert das Unternehmen von einem außergewöhnlich guten Geschäft seiner Diagnostik-Sparte - dank der hohen Nachfrage nach Corona-Schnelltests überwiegend in Europa.

Probleme bei der Windkrafttochter Siemens Gamesa drücken Siemens Energy zurück in die roten Zahlen. Im abgelaufenen dritten Geschäftsquartal von April bis Juni machte der Konzern 307 Millionen Euro Verlust, wie er am Mittwoch mitteilte.

Schutzhelme mit der Aufschrift „Siemens Energy“ in einer Halle in Görlitz. © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa Schutzhelme mit der Aufschrift „Siemens Energy“ in einer Halle in Görlitz.

Damit rutscht er für die ersten neun Monate des seit Oktober 2020 laufenden Geschäftsjahres in die Verlustzone und erwartet auch im Gesamtjahr rote Zahlen. In den ersten beiden Quartalen hatte Siemens Energy noch jeweils Gewinne verbuchen können.

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Der Ärger über die Probleme bei der Windkrafttochter Siemens Gamesa, die Energy zwar zu zwei Dritteln gehört, aber eigenständig aus Spanien heraus arbeitet, ist unüberhörbar. Hohe Rohstoffpreise und vor allem Probleme bei Projekten mit Windkraftanlagen an Land haben die Ergebnisse so gründlich verhagelt, dass sie das eigentlich gut laufende Geschäft mit der konventionellen Energieerzeugung in der Sparte Gas and Power mit nach unten ziehen. Die Leistung könne nicht zufriedenstellen, kritisierte Energy-Chef Christian Bruch und spricht von einem «herben Rückschlag im Hinblick auf den Turnaround des Onshore-Geschäfts».

Wenig Transparenz trotz runderneuertem Management

Neben den schlechten Zahlen beklagte Bruch am Mittwoch auch immer wieder mangelnde Transparenz von Gamesa. Dabei hat Energy in den vergangenen zwölf Monaten das Management dort «runderneuert», wie Bruch sagte. «Die gehen die Probleme an», betonte er. «Aber mir ist das ehrlicherweise nicht schnell und konsequent genug.»

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  QIX Deutschland: Deshalb schauen alle Investoren derzeit gebannt auf Siemens Healthineers Der QIX Deutschland ist am Montag nach den Verlusten vom Freitag mit leichtem Schwung in den Monat August gestartet. Am Nachmittag liegt der Index folglich leicht im Plus bei 17.250 Punkten. © Bereitgestellt von Finanzen.net Spencer Platt/Getty Images Eine starke Kursperformance zeigte im Qualitäts-Index in der vergangenen Woche die Aktie von Siemens Healthineers. Auch am heutigen Montag kommt es zu weiteren Zugewinnen und die Papiere stehen damit auf einem Rekordhoch bei 55,85 Euro.


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Das ist viel Druck auf Gamesa-Chef Andreas Nauen, der seit Juni 2020 im Amt ist. Im Moment ist sein Job aber wohl sicher: Gleich wieder die Führung auszuwechseln, lehnt Bruch ab. Man habe in der Vergangenheit eine hohe Frequenz von Wechseln gehabt, jetzt müsse man die Dinge mit dem Management durcharbeiten, sagte er. Das Anlagengeschäft sei ein Detailgeschäft.

Eine andere Maßnahme, über die immer wieder spekuliert wird, wäre die Komplettübernahme von Gamesa, um das Unternehmen enger an Energy zu binden und direkter Einfluss nehmen zu können. Dazu gefragt, wollte Bruch am Mittwoch allerdings nicht spekulieren.

Prognosen zurückgefahren

Siemens Energy hatte bereits Mitte Juli wegen Gamesa seine Ergebnisprognose zurückgenommen. Nun konkretisierte der Konzern die erwartete angepasste operative Marge auf 2 bis 3 Prozent. Der alte Wert hatte bei 3 bis 5 Prozent gelegen.

Auch der Auftragseingang entwickelte sich schwach - vor allem bei Gamesa, wo es weniger Großaufträge gab. Allerdings hatte die spanische Windkrafttochter noch im zweiten Geschäftsquartal für einen außergewöhnlich hohen Auftragseingang gesorgt. Im dritten Quartal stürzte dieser nun konzernweit auf 5,9 Milliarden Euro ab. Damit lag er deutlich unter dem um 8,8 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro gestiegenen Umsatz, so dass auch der Auftragsbestand sank. Mit dem zweieinhalbfachen des Jahresumsatzes liegt er aber weiter im komfortablen Bereich.

Siemens Energy war vergangenes Jahr als Abspaltung von Siemens entstanden und an die Börse gebracht worden. Seit März gehört die Aktie zum Börsenbarometer Dax. Der Konzern hat rund 91.000 Mitarbeiter weltweit, 26.000 davon in Deutschland.

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Der Industriekonzern thyssenkrupp hat durchwachsene Quartalszahlen vorgelegt und die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr bestätigt. © Bereitgestellt von Finanzen.net PHILIPPE HUGUEN/AFP/Getty Images Allerdings präzisierte das Unternehmen seine Prognose für den freien Cashflow vor M&A (Fusionen und Übernahmen) und erwartet hier nun höhere Abflüsse als bisher. thyssenkrupp zeigte im dritten Geschäftsquartal, das von April bis Juni lief, durchweg ein beeindruckendes Wachstum, waren doch die Vorjahreszahlen stark von der Corona-Pandemie beeinträchtigt.

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