Finanzen Tarifstreit: Bahn legt GDL neues Angebot vor und betont: „Gibt jetzt keinen Grund mehr für Streik“

23:15  01 september  2021
23:15  01 september  2021 Quelle:   handelsblatt.com

Tarifkonflikt: Halten die Lieferketten? So rüsten sich Unternehmen für weitere Bahn-Streiks

  Tarifkonflikt: Halten die Lieferketten? So rüsten sich Unternehmen für weitere Bahn-Streiks Ein neuer Ausstand der Lokführer könnte länger dauern. Autohersteller und Chemiekonzerne wie VW oder BASF suchen nach alternativen Transportmöglichkeiten. Einfach ist das nicht. © dpa Die Unternehmen sorgen für einen erneuten Bahnstreik vor. Es war eine überschaubare Zahl an Mitarbeitern, die am frühen Dienstagnachmittag vor dem Bahn-Tower in Berlin ihren Unmut kundtaten. Doch das machten sie lautstark. Die Lokführergewerkschaft GDL wollte mit dem Protest vor der Zentrale der Deutschen Bahn eine letzte Warnung an das Management des Staatskonzerns senden, bevor erneut gestreikt wird.

Wenige Stunden vor dem Beginn des Streiks im Personenverkehr macht die Deutsche Bahn der Lokführergewerkschaft einen neuen Vorschlag – darunter eine konkrete Corona-Prämie.

„Wir erfüllen zentrale Forderungen der GDL“, sagt der Bahn-Personalvorstand. © dpa „Wir erfüllen zentrale Forderungen der GDL“, sagt der Bahn-Personalvorstand.

Die Deutsche Bahn hat der Lokführergewerkschaft GDL nun doch ein neues Angebot vorgelegt, um den bevorstehenden Streik im Personenverkehr in letzter Sekunde abzuwenden. Dies teilte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler am Mittwoch in Berlin mit.

Darin bietet die Bahn eine Corona-Prämie bis zu 600 Euro sowie eine Laufzeit des Tarifvertrags von 36 Monaten nach zuvor 40 Monaten. Die Bahn habe damit „einen weiteren entscheidenden Schritt Richtung GDL getan“, sagte Seiler. „Es gibt nun wirklich überhaupt keinen Grund mehr, nicht zurück an den Verhandlungstisch zu kommen.“ Das Angebot sei der GDL schriftlich unterbreitet worden, hieß es. Wie die Gewerkschaft auf das neue Angebot reagiert, war zunächst unklar.

Bahnstreiks: Wo GDL-Chef Weselsky recht hat

  Bahnstreiks: Wo GDL-Chef Weselsky recht hat Bahnstreiks: Wo GDL-Chef Weselsky recht hatClaus Weselsky weiß zu provozieren – schon von der allerersten Minute an. Der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte für 11 Uhr am Freitag zur Pressekonferenz in die Friedrichstraße in Berlin-Mitte geladen. Rund ein Dutzend Journalisten folgte seiner Einladung, auf die Minute ging es los. Weselsky setzt sich auf den Stuhl vor der Wand mit dem GDL-Aufsteller und kommentiert: „Lassen Sie uns loslegen – pünktlich wie die Eisenbahn früher einmal war.

In der Nacht zum Donnerstag sollen nach bisherigen Ankündigungen der GDL ab 02.00 Uhr die Züge nach dem Güter- auch im Fernverkehr stillstehen. Der dritte und bislang längste Ausstand innerhalb von vier Wochen soll auch über das Wochenende fortgesetzt werden und erst am Dienstagmorgen enden. Im Güterverkehr wird bereits seit Mittwochnachmittag gestreikt.

Seiler begründete den Schritt des Unternehmens nun damit, dass viele Menschen mit der Bahn aus den Ferien zurückkommen wollten und die Versorgung mit Gütern gewährleistet sein müsse. „Wir haben geliefert“, sagte Seiler. „Jetzt liegt es an der GDL.“

Konkret bietet die Bahn an, eine Corona-Prämie in gleicher Höhe wie im Öffentlichen Dienst zu zahlen: Je nach Entgeltgruppe würden damit bei der GDL 400 oder 600 Euro ausgeschüttet. Bei der Laufzeit ging die Bahn um vier Monate herunter. An der Erhöhung von Löhnen und Gehältern um 3,2 Prozent hielt der Konzern fest. Bezogen auf die Zeitpunkte der jeweiligen Tarifstufen nannte die Bahn keine Änderungen.

Bahnstreik: Das müssen Reisende wissen

  Bahnstreik: Das müssen Reisende wissen Ab Donnerstag bestreikt die GDL das dritte Mal in drei Wochen den Personenverkehr der Bahn, nun aber direkt für fünf Tage. Spartickets können nun flexibel genutzt werden, aber Abos bei VRR und VRS werden nicht erstattet. Das Gute: Sehr viele Züge in NRW werden doch unterwegs sein. © Marius Becker Der RRX zwischen Köln, Düsseldorf, Essen und Dortmund wird trotz Streik weiter fahren- Abellio ist der Betreiber. Ab Donnerstag früh um zwei Uhr bis Montagnacht kommende Woche bestreikt die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) wieder die Personenzüge der Deutschen Bahn. Ab 7.

Schon vor der vorigen Streikrunde in der vergangenen Woche hatte die bundeseigene Bahn eine Corona-Prämie in Aussicht gestellt und damit gehofft, den damaligen Arbeitskampf noch abwenden zu können. GDL-Chef Claus Weselsky hatte den Vorstoß aber kurz darauf abgelehnt und unter anderem kritisiert, dass die Bahn keine konkrete Zahl genannt habe. Die nun angebotenen 600 Euro Prämie entsprechen der Forderung der Gewerkschaft.

Bei der Laufzeit eines Tarifvertrags will die GDL allerdings 28 Monate erreichen. Außerdem will sie, dass die erste Tarifstufe von 1,7 Prozent noch im laufenden Jahr gezahlt wird. Eine Antwort Weselskys auf das Angebot der Bahn stand zunächst aus.


Video: Tarifstreit mit Deutscher Bahn: GDL kündigt weitere Streiks an (SAT.1)

Weselsky schimpft über „Trickserei und Täuscherei“ der Bahn

Die GDL hatte zuletzt ein verbessertes Angebot des Staatskonzerns gefordert. Dies hatte die Bahn zunächst abgelehnt und von der Gewerkschaft eine sofortige Rückkehr an den Verhandlungstisch gefordert.

Martin Seiler: Warum der Druck auf den Personalchef der Deutschen Bahn immer weiter wächst

  Martin Seiler: Warum der Druck auf den Personalchef der Deutschen Bahn immer weiter wächst Der Manager versucht, mit einem neuen Angebot den hochkomplexen Tarifkonflikt mit den Lokführern zu beenden. Keine leichte Aufgabe für Martin Seiler. © dpa Der erfahrene Tarifexperte steht im aktuellen Konflikt mit der Lokführergewerkschaft GDL vor einer schwierigen Aufgabe. Bisher gab es bei der Bahn im laufenden Tarifkonflikt mit der Lokführergewerkschaft GDL lediglich die Bereitschaft, über konkrete Zahlen zu reden. Jetzt hat der Staatskonzern dies mit konkreten Zahlen untermauert und damit die Möglichkeit geschaffen, dass die beiden Kontrahenten an den Verhandlungstisch zurückkehren.

Die Bahn wirft der GDL vor, mit dem Streik vor allem ihre Position gegenüber der konkurrierenden und größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) verbessern zu wollen. GDL-Chef Claus Weselsky wiederum wirft der Bahn „Trickserei und Täuscherei“ vor. Die Führungsriege schaffe es nicht, die Bahn zu verbessern und stopfe sich stattdessen die Taschen voll, sagte er. Mit der EVG hatte der auch durch die Coronakrise angeschlagene Konzern bereits 2020 einen Sanierungstarifvertrag geschlossen, den die GDL als völlig unzureichend kritisiert.

Die Gewerkschaft hatte am Mittwochnachmittag mit dem Streik im Güterverkehr begonnen. Am Donnerstagmorgen um 2.00 Uhr soll der Arbeitskampf auf den Personenverkehr ausgeweitet werden. Insgesamt mehr als fünf Tage soll der Streik dieses Mal dauern. Ob die Bahn mit dem erneuten Vorstoß den Arbeitskampf noch verhindern kann, war zunächst offen.

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  Bahnstreik: Ersatzfahrplan, Stornierungen, Entschädigung: Was Bahnreisende im Streik wissen müssen Fünf Tage Bahnstreik stehen ab diesem Donnerstag bevor – Pendler und Reisende sind besonders stark betroffen. Welche Rechte und Alternativen sie jetzt haben. © dpa Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat ihren Streik bei der Deutschen Bahn am frühen Donnerstagmorgen auch auf den Personenverkehr ausgeweitet. Ab dem heutigen Donnerstag bestreiken die Lokführer den Personenverkehr – bis zum kommenden Dienstag (7. September), um zwei Uhr nachts. Dem Bahnverkehr stehen fünf Tage voller Ausfälle, Verspätungen und Anschlussprobleme bevor.

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Deutsche Bahn bietet GDL neue «Entgeltkomponente» an .
Kann die Bahn eine neue Streikrunde der GDL verhindern? Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen der Lokführer-Gewerkschaft einen weiteren Schritt entgegengekommen.«Mit dem neuen Angebot bewegt sich das Unternehmen einen weiteren, großen Schritt auf die GDL zu.» Personalvorstand Martin Seiler forderte die GDL erneut zu Verhandlungen auf. «Es liegen tragfähige Lösungen auf dem Tisch.» Die Gewerkschaft hatte angekündigt, von Montag an den nächsten Streik vorzubereiten, sollte die Bahn bis dahin kein «verhandlungsfähiges Angebot» vorlegen.

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