Kultur & Showbiz „Berlin Visionen“: Wie Filme das Bild der Stadt prägen

16:10  21 januar  2022
16:10  21 januar  2022 Quelle:   tip-berlin.de

Jurassic World 3: Der neuste Dino ist anscheinend zu doof, um Türen zu öffnen

  Jurassic World 3: Der neuste Dino ist anscheinend zu doof, um Türen zu öffnen Jurassic World 3: Ein neues Zeitalter wartet mit neuen Dinos auf, darunter ein besonders gefräßiger Raptor. Aber erwartet keinen allzu hohen IQ von dem Biest. Der Trailer für Jurassic World 3: Ein neues Zeitalter rückt immer näher, das deutet zumindest die wachsende Anzahl von neuen Bildern aus dem Film an. Zu sehen gab es einen der bizarrsten Dinos der Reihe (oder zumindest seine Klauen), einen Parasaurolophus (siehe weiter unten) und einen neuen Raptor, der seinen Jurassic-Einstand gibt. Darüber hinaus gibt es noch Infos zu zwei weiteren neuen Dinosauriern, aber fangen wir beim Raptor an...

Wie sich Berlin verändert und welche Vorstellungen von der Stadt existieren, zeigen nicht zuletzt Filme. Das kürzlich im Martin Schmitz Verlag veröffentlichte Buch „Berlin Visionen – Filmische Stadtbilder seit 1980“ ist eine sich über vier Jahrzehnte erstreckende Auseinandersetzung mit den Wechselwirkungen von Urbanität und Film. Ob Tatort, Partystadt oder subkulturelles Refugium, Filme bildeten und bilden immerzu das Wesen Berlins ab, das sich im Rückblick erst recht begreifbar lässt. Parallel zum Buch findet im Lichtblick-Kino eine Filmreihe mit ausgewählten Spiel- und Dokumentarfilmen statt, der Fokus richtet sich auf Subkulturen und Blicke von Nicht-Berlinern auf die Stadt.

13 Filme über Familien, die richtig verkorkst sind - und uns zu Weihnachten ermutigen

  13 Filme über Familien, die richtig verkorkst sind - und uns zu Weihnachten ermutigen Familienchaos gehört ebenso zu den Feiertagen wie Geschenke und Festessen. Aber keine Sorge, Ihre Lieben sind sicher nur halb so schräg wie die Protagonisten der folgenden 13 Filme.Mörder, Diebe, Ehebrecher und jede Menge Narzissten: Bei den verkorksten Sippen, um die es in den folgenden Komödien geht, sind unangenehme Gespräche am Esstisch wohl vorprogrammiert. Nicht zuletzt erinnern uns die folgenden 13 Filme über Familien daran, dass wir es wahrscheinlich alle schlechter treffen hätten können.

Das Buch „Berlin Visionen“ untersucht die Filme zur Stadt. Besonders bekannt: Leander Haußmanns „Herr Lehmann“ (2003). Foto: Imago/Mary Evans/AF Archive/Boje Buck Produktion © Bereitgestellt von tipBerlin Das Buch „Berlin Visionen“ untersucht die Filme zur Stadt. Besonders bekannt: Leander Haußmanns „Herr Lehmann“ (2003). Foto: Imago/Mary Evans/AF Archive/Boje Buck Produktion

Welchen Anteil an der Berlin-Faszination haben Filmbilder?

„Berlin gehört zu den schillerndsten Städten der Welt“, schreiben die Herausgeber der „Berlin Visionen“, der Filmwissenschaftler Marcus Stigglegger und der Filmkritiker Stefan Jung, und fragen sich, welchen Anteil an dieser Faszination Filmbilder haben. Tatsächlich ist die Aura einer Metropole stark von der jeweiligen medialen Produktion geprägt. Unsere Vorstellungen von New York, London oder Paris haben nur zum Teil etwas mit den eigenen Eindrücken zu tun, viel von dem, wie wir eine Stadt begreifen, nimmt Bezug auf den eigenen Konsum von Filmen und Serien. Natürlich hat auch Berlin ein Image – oder besser eine ganze Bandbreite an Images: Subkulturparadies, Partyhauptstadt, Polithochburg, Tatort und so weiter. Diese unterschiedlichen Perspektiven und ihre filmische Verwertung arbeiten die Autoren und Autorinnen der Beiträge in dem 400 Seiten starken Sammelband heraus.

Vanessa Hudgens macht Visionen anstelle der Neujahrsvorsätze

 Vanessa Hudgens macht Visionen anstelle der Neujahrsvorsätze Vanessa Hudgens zieht es vor, Visionen anstelle der Auflösungen des Neujahrs zu erstellen. © von Cover Media Vanessa Hudgens zur Verfügung gestellt, während viele Menschen ihre Ziele jeden Januar für das Jahr in einem Interview für das Glamour-Magazin aufschreiben, erklärte die Princess-Switch-Schauspielerin, dass sie gerne Zeit verbringen möchte, ihre Wünsche und Träume zu visualisieren. "Ich bin ein sehr großes Vision-Board Gal.

Die filmische Reise in das Herz von Berlin beginnt 1980, eigentlich schon einige Jahre zuvor. Die Mythen der Mauerstadt sind aus Filmen wohlbekannt. Dokus, Videoclips, avantgardistischen Montagen und Spielfilme, durch die sich das Panoptikum der West-Berliner-Prominenz bewegt. Claudia Skoda, David Bowie, Einstürzende Neubauten, Nick Cave, aber auch „ganz normale Menschen“, ihre Geschichten und Alltagsdramen. Auch die Kneipen, Straßenszenen, der Bahnhof Zoo, die Realität der Mauerstadt, all das existiert in einer gefilmten Erinnerung.

„Berlin Visionen“ beginnt mit Dreck, Drogen, Dunkelheit

Selbst wer dabei war, erinnert sich vielleicht eher an Szenen aus „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ als an die echte Gropiusstadt oder die realen Junkies in der Kurfürstenstraße. Wirklichkeit und Fiktion vermengen sich. „Dreck, Drogen, Dunkelheit. Ein urbaner Moloch“, heißt es im Vorwort, doch auch das bleibt ein Mythos der Frontstadt, der durch die Filmproduktion verstärkt wurde. Die Bilder entstehen im Kopf. Auch die einer Stadt, der eigenen Stadt, und die Filmbilder füttern das visuelle Gedächtnis.

Bauministerin sucht Haus zum Einziehen

  Bauministerin sucht Haus zum Einziehen BERLIN. Klara Geywitz soll den Wohnungsbau in Deutschland voranbringen und endlich den Bonn-Vertrag aufsetzen, den Vorgänger Horst Seehofer vier Jahre verschleppt hat. Doch ihr Ministerium ist klein und die Kompetenzen zersplittert © Marcus Brandt Soll den Wohnungsbau in Deutschland voranbringen: Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) Von Holger MöhleBERLIN. Klara Geywitz hat es jetzt in der Hand. Die Potsdamerin kann sich in ihrer Partnerstadt Bonn sehr beliebt machen.

Den Filmemachern ergeht es nicht anders, die eigenen Erfahrungen fließen neben politischen und kulturellen Schwingungen in die Filme der jeweiligen Epochen hinein. Man könnte sie lapidar „Zeitgeist“ nennen, aber es geht um mehr. Das wird bei der zuweilen anspruchsvollen Lektüre der diversen Essays deutlich. Im Zentrum der filmästhetischen Betrachtungen stehen also die „Berlin-Bilder“, die Texte spüren den spielenden Figuren als auch dem urbanen Kosmos nach, und der Frage, wie es diese Bilder schaffen, etwas über das Wesen der Stadt zu behaupten.

Auch wenn es sich zumeist um fiktionale Stoffe handelt, geht es in dieser Gesamtbetrachtung des Berliner Filmkanons um eine Art symbolischer Perspektive, die den städtischen Zusammenhang nachvollziehbar macht. „Erst die Imagination der Großstadt schafft das Bild von Berlin, die Sehnsucht- und Hassbilder“, heißt es weiter. Erst die Filme machen die Stadt zu dem was sie ist.

Die „Berlin Visionen“ untersuchen den filmischen Schauplatz Berlin. Von 1980 ausgehend, streifen die Beiträge berühmte, weniger berühmte und obskure Beispiele aus der Filmgeschichte. Konrad Wolfs letzter Spielfilm „Solo Sunny“ (1980) dient als gelungenes Beispiel einer detailliert ausformulierten Millieustudie in der (Ost-)Berlin eher als Wohnstadt denn als Großstadt funktioniert. Carl Schenkel, der einige Jahre später den legendären Fahrstuhlthriller „Abwärts“ drehte, erzählte 1981 in seinem Drama „Kalt wie Eis“ von Jugendkriminalität in West-Berlin. Ein raues Abstiegsszenario samt Besäufnissen in Kreuzberger Kneipen. Mit dabei: Rolf Eden, Otto Sander, Blixa Bargeld und Hanns Zischler, mehr West-Berlin geht nicht.

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Nach der Wende ändert sich die Perspektive. Die Ost-West-Reibung entfällt und auch die kaputte Stimmung der Mauerjahre lichtet sich. Im Kapitel „Transferräume“ werden unter anderem Filmhits wie Tom Tykwers „Lola rennt“ (1998) und Leander Haußmanns „Herr Lehmann“ (2003) untersucht, aber auch weniger berühmte Berlin-Filme wie Thomas Arslans „Der schöne Tag“ (2001). Frei von historischen Bezügen ist die Ära nicht, die Aufarbeitung von Ostalgie und Westalgie schreitet voran, doch das Kino liefert andere Bilder, die Stimmung wird positiver und Berlin wirkt als Stadt des Wandels und der Bewegung.

Die Stadt als Weltzentrale der Nachtschwärmer

Dazu passen auch die Beiträge, die sich der Stadt als Weltzentrale der Nachtschwärmer annehmen. Clubs, Techno, Hedonismus. Der Aufbruch begann schon 1990 und machte Berlin international als Partylocation bekannt. Auch im Film verbreitete sich der neue Sound. Etwa in Hannes Stöhrs DJ-Drama „Berlin Calling“ (2008), aber auch in Dokumentarfilmen, die in die subkulturellen Universen abtauchen und Phänomene wie die Retro-Exploitation oder Punk und Post-Punk beleuchteten.

„Berlin Visionen“ ist ein komplexes Nachschlagewerk mit großer theoretischer Wucht und vielen kurzweiligen Betrachtungen. Eine Berliner Filmgeschichte der vergangenen 40 Jahre, die Mainstream und Underground gleichermaßen wertschätzt, die viele vergessene Filme (neu) entdecken lässt und so manchen Klassiker in ein frisches Licht stellt. Letztlich sind die Berlin-Filme, auch das macht das Buch klar, nicht nur mediale Bausteine eines universellen Wesens namens Berlin, es sind auch Zeitreisen. Filmexpeditionen in die Geschichte, Atmosphäre und Befindlichkeit dieser Stadt, und für viele werden sie wohl auch zu Reisen in die eigene Biografie.

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Besonders hübsch ist übrigens zum Ende hin Jochen Werners Beitrag über die „Seltsame Abwesenheit von Berlin in Til Schweigers Filmen“. Dass Schweiger Berlin nicht kapiert hat, ahnte man schon vorher, hier kann man es noch einmal gut begründet nachlesen.

Berlin Visionen – Filmische Stadtbilder seit 1980 von Stefan Jung / Marcus Stiglegger (Hrsg.), Martin Schmitz Verlag, 372 Seiten, 24 Euro

Von Januar bis März 2022 findet im Lichtblick-Kino eine begleitende Filmreihe statt, die am 29.1.2022, 19 Uhr, mit einer Buchpräsentation durch Stefan Jung und einer anschließenden Vorführung von „Wrestler“ (in Anwesenheit des Regisseurs Wieland Speck) eröffnet wird. Mehr Infos dazu lest ihr hier.

Mehr Berlin, mehr Visionen

Die Stadt als Kulisse: Berliner Drehorte berühmter Filme und Serien. Immer wissen, was läuft: Hier ist das aktuelle Kinoprogramm in Berlin. Neuigkeiten aus der Filmwelt findet ihr in unserer Rubrik Kino & Stream.

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Ukraine-Krise: Wie DDR-Haubitzen die Bundesregierung in Bedrängnis bringen .
Estland plant Ausrüstung sowjetischer Bauart in die Ukraine zu liefern. Das Problem: Die Waffen stammen aus NVA-Beständen - und deswegen hat Berlin ein Wörtchen mitzureden. © Kay Nietfeld /Pool/Getty Images Wie DDR-Haubitzen die Bundesregierung in Bedrängnis bringenDie Ukraine wisse, woher sie welche Waffen bekommen könne, sagte Außenminister Dmytro Kuleba beim Besuch von Bundesaußenministerin Annalena Baerbock vergangenen Montag. Das hörte sich noch so an, als könne Kiew ganz gut leben mit der Haltung der Ampel-Koalition, keine letalen Waffen zu liefern. Doch der Ton hat sich deutlich gewandelt seither.

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