Kultur & Showbiz Pop und Depression: Er will jetzt reden

11:20  06 november  2019
11:20  06 november  2019 Quelle:   zeit.de

Kellogg bringt dieses neue Pop-Tarts-Aroma im neuen Jahr auf den Markt

 Kellogg bringt dieses neue Pop-Tarts-Aroma im neuen Jahr auf den Markt Gibt es die richtige Tageszeit, um ein Pop-Tart zu essen? Die Leute bei Kellogg glauben das nicht. Wie Ami O'Keefe, der Senior Commercial Strategy Manager für Convenience, gegenüber Food Business News erklärte, hat die Forschung gezeigt, dass etwa die Hälfte der Millennials, die Pop-Tarts konsumieren, das legendäre Toastergebäck als Nachmittagssnack betrachten, nicht ausschließlich als Frühstück Artikel.

Montag, 21. Oktober 2019 Pop und Depression : Er will jetzt reden | Sky Schweiz Entertainment #Sky_Schweiz_Entertainment.

Depression besiegen – der Ausweg aus der Depression . Was tun, wenn dich das schwarze Loch zu verschlingen scheint? Wenn deine Motivation im Keller ist, wo sich Kisten voller ungelöster Probleme und liegengebliebener Träume so hoch stapeln, dass du gar nicht mehr weißt, wo du anfangen sollst

James Blake tut es, Bruce Springsteen und Kanye West auch, sogar manche deutsche Band: Warum sprechen männliche Musiker so offen über psychische Probleme?

James Blake erzählt in einem neuen Buchbeitrag offen über seine Erfahrungen mit Depressionen. Doch weist, was er beschreibt, über ihn selbst hinaus? © Amanda Charchian/​Universal Music James Blake erzählt in einem neuen Buchbeitrag offen über seine Erfahrungen mit Depressionen. Doch weist, was er beschreibt, über ihn selbst hinaus?

Man könnte gerade fast den Eindruck bekommen, die Depression sei im Pop das neue Heroin. Früher sang man von Drogen oder hat zumindest den Eindruck vermittelt, als kenne man die entsprechenden Codes. Mary Jane, Special K, Brown Sugar: Damit waren weder Frauen noch Frühstücksflocken gemeint, sondern Marihuana, Ketamin, Heroin. Heute hingegen singt man mitunter vom Therapeuten (und vom Papa natürlich). Oder schreibt über die eigene Geschichte mit der Depression. Unverschlüsselt. Auch und gerade als Mann, sogar als einigermaßen junger, weißer, gern heterosexueller.

Der Arzt dieses Morgens, Chris Steele, spricht mutig über seinen Kampf gegen Depressionen, da er zugibt, dass ein Tag mit der Krankheit eine "Ewigkeit" ist.

 Der Arzt dieses Morgens, Chris Steele, spricht mutig über seinen Kampf gegen Depressionen, da er zugibt, dass ein Tag mit der Krankheit eine Der in diesem Morgen ansässige Arzt Chris Steele sprach am Dienstag in der ITV-Show live über seine Erfahrungen mit Depressionen. Während eines Abschnitts über Antidepressiva erzählte Dr. Chris, 77, den Gastgebern Holly Willoughby und Phillip Schofield, dass er "ein paar Mal eine Depression hatte, ziemlich schlimm". -Zuschauer lobten den Arzt dafür, dass er seine eigenen Erfahrungen geteilt hatte, als er Holly und Phil sagte, dass er ein "lebender Beweis" dafür sei, dass Antidepressiva wirken.

Wenn Depressive ihre Gedanken beschreiben, sind Außenstehende meist hilflos: Hoffnungslosigkeit, kein Licht am Ende des Tunnels, ein sinnloses Leben. Für Nichtbetroffene ist das kaum nachzuvollziehen.

Für "Post Pop Depression " schrieb Pop zusammen mit Josh Homme (Kyuss, Queens of the Stone Age, Eagles of Death Metal) neun solide bis sehr gute Songs - aufgenommen neben Homme mit Dean Fertita (auch Queens of the Stone Age) und Drummer Matt Helders (Arctic Monkeys) in Joshua Tree

James Blake etwa, der sehr erfolgreiche, elektrozarte Kammerpopsänger, hat sich dieser Tage in einem Buchbeitrag, der von Blakes Erfahrungen mit Depression handelt, als seelisch angeschlagen geoutet. Der Text erschien in einem Sammelband, den die 23-jährige britische Journalistin und Instagram-Influencerin Scarlett Curtis, wie es auf dem Cover steht, "kuratiert" hat: In It’s Not OK to Feel Blue (and other lies), erschienen im ehrwürdigen Verlag Penguin, versammelt Curtis rund 70 Beiträge von bekannten bis berühmten Menschen mit im weitesten Sinne popkultureller Karriere wie Sam Smith und Lena Dunham. Diese geben darin weidlich Auskünfte über ihr Seelenleben. Der Band erfüllt einige negative Vorurteile, die man gegenüber einer spezifischen (Selbst-)Betrachtungsweise zumeist jüngerer Menschen heute hegen könnte. Er beginnt mit einer Trigger-Warnung, und ansonsten wird sehr oft und in sehr großen Buchstaben versichert, dass die Autorinnen und Autoren okay sind, ebenso wie die Leserinnen und Leser okay sind, und dass alle miteinander ein Recht auf ihre Gefühle haben.

Depressionssymptome nehmen im letzten Lebensjahr zu

 Depressionssymptome nehmen im letzten Lebensjahr zu (Reuters Health) - Viele Menschen haben im letzten Lebensjahr eine Verschlechterung der Depressionssymptome. Eine US-amerikanische Studie legt nahe, dass Frauen, jüngere Erwachsene und arme Menschen besonders gefährdet sind. © fizkes / Getty Images Für die Studie untersuchten die Forscher Daten von 3.274 Erwachsenen, die an der landesweiten Gesundheits- und Ruhestandsstudie teilnahmen und innerhalb eines Jahres nach der Bewertung verstarben.

Pop und Depression : Er will jetzt reden . Pop und Depression : Er will jetzt redenMan könnte gerade fast den Eindruck bekommen, die Depression sei im Pop das neue Heroin.

Von Anfang an befand sich im Innenhof eine Wasserstelle. Vielleicht war es gerade dieses Privileg, das den Gasthof all die Zeiten, die guten und die schlechten, überdauern ließ, vermutet Monika Hansen. Ein eigener Brunnen war Gold wert, nicht nur fürs Trinken und Kochen, sondern auch um Feuer zu

Blakes separat veröffentlichter Text indes ist ein beachtliches Dokument der Introspektion. Er beschreibt den Krankheitsverlauf seiner Depression, begonnen hat es offenbar bereits im Jungenalter. Blake erinnert sich: Scheu sei er gewesen, introvertiert, ein leichtes Opfer für bullies in der Schule, verklemmt, einsam. Und als dann mit Anfang 20 der Erfolg als Musiker und die Frauen kamen, fand er das auch wieder komisch und stieß Letztere erst einmal alle von der Bettkante. Gleichzeitig verbringt Blake in diesem rührenden, erwartungsgemäß smarten Text viel Zeit damit zu reflektieren, was er da tut. Die große Frage ist: Darf ein weißer privilegierter junger Mann über sein Leiden reden? Schwierig, ja. Aber um es kurz zu machen: Er darf (weil auf Darf-man-Fragen zuverlässig der Vollzug und also der Beweis folgt, lautet die Antwort stets: Ja, man darf). James Blake scheint zu genießen, dass er nun über seine Depression sprechen kann. Übrigens: Es geht ihm besser, sonst könnte er nicht darüber schreiben.

Look des Tages

 Look des Tages Unter den Snacks ist Popcorn nahezu perfekt. Es ist billig, salzig, butterartig und dauert in der Mikrowelle nur wenige Minuten. Der einzige Nachteil - Körner, die zwischen Ihren Zähnen stecken bleiben - ist leicht die Chance wert, eine Tasche zu genießen, während Sie einen Film bequem von Ihrer Couch aus genießen.

Die Schwächen von POST POP DEPRESSION zeigen sich bei „Sunday“: Das Gitarrenriff ist so konservativ wie ein CSU-Landrat aus dem Alpenvorland Generell klingt POST POP DEPRESSION stellenweise überraschend träge. Was bleibt, sind einige prima Einfälle, Iggys großartiger Vortrag

Zate " Depression ": Und so wie feiner Sand verläuft sich meine ganze Welt Ich steh im Ring und kann nur warten bis das H Und so wie feiner Sand versteh ich dieses Leben nicht Sag wenn du weg bist und mich hasst, wieso seh ich dich Sag warum sollten wir reden , guck du redest nicht Und wenn du

Bitte nicht romantisieren

Denn bevor man in Versuchung kommt, Depression zu romantisieren, weil das so gut zur Fistelstimme von Blake passt, sei laut gesagt: Es geht nicht um herbstliche Melancholie. Es geht auch nicht darum, verzückt zu sein darüber, dass Männer jetzt darüber sprechen wollen. Depression ist ein Megahammer, der einem den Kopf zertrümmert und den Körper zur Strecke bringt.

Er habe tagelang nur gekifft und gedaddelt, schreibt Blake. Sein Text zeichnet ein gruseliges Bild von Gras, Games und fiesen Freunden, die ihn finanziell ausgenommen haben. Heute ist er 31 Jahre alt, ein Millennial, Angehöriger der Generation Y, die man Englisch ausspricht: Y wie why. Warum öffnet Blake seine Krankenakte? Im Pop-Business, das für so etwas bislang keinen Platz hatte? Und stimmt das überhaupt? 

Laut einigen Studien aus den vergangenen Jahre werden bei Frauen erheblich häufiger Depression festgestellt als bei Männern. Wobei oft unklar bleibt, inwiefern Geschlechterstereotypen die Diagnostik beeinflussen. Und zumindest im Pop ist es womöglich ein weiteres Klischee aus dem binären Geschlechterknast, dass Frauen besser über ihre Gefühlslage sprechen können als Männer. Schwäche als Thema bei weiblichen Popstars? Im Mainstream-Pop mussten (oder wollten) Frauen oft Stärke performen. Madonna, Britney Spears und Beyoncé waren und sind gepanzerte Hochleistungsmaschinen. Weiter weg von sensibler Introspektion, von einem Krankheitsbild, konnten die alle nicht sein. Sie waren skandalisierbar, klar, doch die Versuche des Göttinnensturzes haben sie meistens pariert. Außer Spears vielleicht. Wer am Boden liegt, kann aber auch nicht mehr gestürzt werden.

Sie können diesen riesigen Ring Pop kaufen, der 3.500 Karat Süßigkeiten entspricht.

 Sie können diesen riesigen Ring Pop kaufen, der 3.500 Karat Süßigkeiten entspricht. Ihr essbares Lieblingsaccessoire wird überarbeitet - Ring Pops werden immer größer. Der neu aufgeblasene Pop wird wirklich wie nichts sein, was Sie jemals zuvor gesehen haben. Zum einen wiegt es 700 Gramm. Dies entspricht der Größe eines -Diamanten mit 3.500 Karat, , der ehrlich gesagt schwer zu ergründen ist. Wir haben die gigantische Süßigkeit hier bei Delish selbst gesehen und können bestätigen, dass sie genauso übertrieben war, wie man denken würde.

Immer wenn es ihm besser zu gehen scheint, kommt der nächste Rückfall. Im Januar war er dann an seinem absoluten Tiefpunkt angelangt. Rund vier Millionen Deutsche leiden an Depressionen . Darüber reden wollen die wenigsten.

Depressive Kinder in der Schule. Ein Beitrag zur Diagnostik der Depression im Kindes- und Jugendalter. Sofort reden . Da muss man kein Psychologe sein, das kann jeder. Das Wesentliche ist das aktive Gespräch. Sie wollen sich jemandem "face to face" anvertrauen, erwarten sich dann

Dagegen war für Männer, die ihre Feinfühligkeit oder Andersheit zur Schau tragen wollten, immer etwas mehr Platz im Pop als im Rest des Lebens. Musik war in diesem Sinne für Männer emanzipatorischer als für Frauen. Pop, die Volkskunst des Kapitalismus, machte Angebote für die Bebrillten auf dem Schulhof, für die Schwulen in der Provinz und für alle Scheuen in der Ecke. Was sie in der Realität oft nicht ausleben durften, konnten sie in ihrer Kunst darstellen. Was sie in der Wirklichkeit oft nicht waren, konnten sie durch die und in der Musik sein, Helden und Besitzer ihrer eigenen Erzählungen.

Schon in den ersten Jahren des Rock’n’Roll entsprachen etwa Buddy Holly oder Little Richard nicht dem Paradigma des weißen Mackers – Holly war zu dürr und seine Brille zu dick, Richard war schwarz und homosexuell. Man könnte in jedem Jahrzehnt Protagonisten finden, die gerade in der vermeintlichen Abweichung einen Markt fanden, ein sich in ihnen spiegelndes Publikum. In den Siebzigern feierte der Glam Rock von David Bowie oder noch mehr der New York Dolls das Schizoide – Pop als Anti-Psychiatrie. Punk nahm diesen Impuls direkt auf, aber mit mehr proletarischer Attitüde und mit weniger sexueller Transgression. Und in den Achtzigerjahren hieß dann ein ganzes Genre wie die Eckensteher in der Schule: Shoegazer-Bands wie Jesus and Mary Chain oder My Bloody Valentine, in der populären Variante sogar The Cure machten Musik für Leute, die lieber auf die Schuhe starrten (shoegazing) als dem Gegenüber in die mit Kajal schwarzumrundeten Augen. 

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Doch das Kostüm der Andersheit bestätigt keineswegs nur die Liberalität des Pop. Little Richard, bürgerlich Richard Penniman, sagte einmal, er habe seine irre Pompadour-Frisur und die krasse Schminke vor allem deshalb getragen, um den weißen Männern damit zu signalisieren: So einer lässt deine (weiße) Frau garantiert in Ruhe. Was die Männer, ob Homo oder Hete, nicht ahnen konnten: Die Frauen fuhren dessen unbeirrt weiter auf Little Richard ab. Er war einfach zu sexy, wie er mit funkelnden Augen, breit geöffnetem Mund und immer stehend das Klavier bearbeitete, den Po provokant rausgestreckt.

Seit den frühen Nullerjahren gibt es ganze Heerscharen von sensiblen Männern, die ihr kompliziertes Mannsein zum Problem hochjodeln. Die Popkritik schimpfte prompt: neobürgerliche Innerlichkeit, entpolitisierter Gefühlsmist, narzisstische Nabelschau. Gleichzeitig beklagte man, vor allem im klassenbewussten Großbritannien, den Rückzug des proletarischen Pop und den Durchmarsch der oberen Mittelklasse, die in Pop-Akademien studieren durfte. Dort hat man die zarteren Probleme. Und man lernt auch besser, über psychische Krankheiten zu reden. Insofern könnte man die Art, wie explizit James Blake nun über seine Depression schreibt, darüber außermusikalisch spricht, auch lediglich als eine Steigerung der Selbstbespiegelung begreifen: Was in Songtexten weitgehend kodifiziert blieb, wird nun erzählt, die Musik lässt sich rückwirkend nun auch als Soundtrack einer Krankheitsgeschichte hören.

Taylor Swifts Stilentwicklung im Laufe der Jahre hat einen langen Weg zurückgelegt

 Taylor Swifts Stilentwicklung im Laufe der Jahre hat einen langen Weg zurückgelegt Unter den Snacks ist Popcorn nahezu perfekt. Es ist billig, salzig, butterartig und dauert in der Mikrowelle nur wenige Minuten. Der einzige Nachteil - Körner, die zwischen Ihren Zähnen stecken bleiben - ist leicht die Chance wert, eine Tasche zu genießen, während Sie einen Film bequem von Ihrer Couch aus genießen.

Auch Männer, die eher bildungsfern aufgewachsen sind, öffnen sich. Bruce Springsteen, unlängst 70 geworden und in sehr einfachen irisch-italienischen Verhältnissen am amerikanischen Atlantik groß geworden, erzählt in seiner hervorragenden, so packend wie, ja, doch, sensiblen Autobiografie Born to Run, niemand in seiner Familie habe das Wort "Psychiater" richtig schreiben können. In dem Buch, das vor drei Jahren erschienen ist, beschreibt Springsteen seinen lebenslangen Kampf mit Depressionen, unter denen wohl schon sein Vater gelitten hatte.

Im selben Herbst 2016, als Springsteens Buch herauskam, begann Kanye West über seine bipolare Störung zu reden. Beide Männer waren zu dem Zeitpunkt schon lange herausgehobene Berühmtheiten, Springsteen war da seit Jahrzehnten bereits The Boss, und Kanye West hatte ein paar fantastische Hip-Hop-Platten gemacht, mit My Beautiful Dark Twisted Fantasy im Jahr 2010 gelang ihm wohl die allerbeste. Den Titel dieses grandiosen Albums hat niemand richtig ernst genommen. Nur schon der Text des ersten Tracks hätte die Diagnose vorwegnehmen können: Dark Fantasy legt offen, wie die Berühmtheit diesen Künstler verwüstet hat. Es war ein Testimonial der Depression.

Andere hatten es auch nicht leicht

Springsteen und West gebührt Respekt, dass sie die Tore geöffnet haben für eine Diskussion ernster psychischer Erkrankungen auch im Popgeschäft. Aber Mut? Sie waren und sind zu groß, um dafür gestürzt zu werden. Andere Riesen hatten es auch nicht leicht, die mit 18, 19 Jahren ganze Nächte auf Hamburgs Reeperbahn durchspielten, voll mit Speed und schon länger ohne Mutter: John Lennon hatte Depressionen, Paul McCartney, der zweite Mutterlose der Beatles, sprach später von seiner existenziellen Krise nach der Auflösung der größten Band aller Zeiten.

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 Die 16 besten italienischen Lebensmittel, die Sie bei Trader Joe's bekommen können Im Durchschnitt ist das Leben von Männern weniger gesund - und kürzer - als das von Frauen. Diese gesundheitliche Ungleichheit besteht teilweise darin, dass Frauen besser auf sich selbst aufpassen als Männer. Mehrere neuere Studien haben jedoch herausgefunden, dass in vielen Fällen ein Mann und eine Frau mit genau demselben Zustand ganz unterschiedlich darauf reagieren können.

Aber es ist doch etwas anderes, so explizit darüber zu reden wie James Blake. Oder wie die deutsche Band Ok Kid in ihrem neuen Video zu dem Lied Im Westen. Die dreiköpfige Band stammt aus Gießen, mischt rauchigen Rap und süßen Indie, textet links und hat einen mittelständischen Habitus. Manchmal klingen Ok Kid etwas nach Casper. In einem Landhaus in Brandenburg hat die Band ein erzählendes Album aufgenommen, es heißt Woodkids und klingt so spontan und nett unterproduziert, wie es nur geht, wenn niemand reinredet. Es ist DIY, do it yourself, selbst gemacht – und das will es auch vermitteln. Indie eben.

Der Song Im Westen spricht zentral eine Depression an, die ganz klassisch auf unerwiderte Vaterliebe zurückgeht: "Glaubst Du, ich wollte ein Kind ham’ / das Löcher in die Wand schaut / bei all meinen Kindern ist kein Platz dafür im Stammbaum." Im Video sehen wir nicht Jonas Schubert, den Rapper, sondern den Schauspieler und Sänger Wilson Ochsenknecht an seiner Stelle, wie er die neurotische Idylle am Familientisch sprengt. Ausgerechnet Ochsenknecht, der seinem Vater, dem Schauspieler Uwe Ochsenknecht, so ähnlich sieht, spielt im Video einen Vatermord. Seine Waffen sind Messer, Gabel und ein übergroßer Phallus, der Schaum spritzt. Pop-Tagesgericht: Schlachtplatte mit Papi.

Die Besetzung spielt hübsch mit Authentizität und bringt damit etwas Durchlässigkeit in das Musikvideo. Doch eigentlich kommt die Situation von Im Westen nicht über das versiegelte Klischee des reichen, aber gefühlskalten Vaters hinaus, der dem Sohn den Psychoschlamassel eingebrockt hat. Vielleicht braucht es diesen Holzschnitt, um den Unterschied der Generationen klarer zu konturieren. Denn wichtig scheinen weniger die Gründe dieser Depression zu sein, als vielmehr der Umstand, dass der Sohn es nun anders macht als der Papa. Die Botschaft lautet: Auch im Musikvideo sind der Mann und seine Störung jetzt akzeptierte Themen. Der junge Mann ist sensibel. Er will jetzt reden. Über seine Gefühle. Nein, lasst uns ehrlich sein, über seine Krankheit. Und er ist nicht allein. Heißt im Pop immer: Du bist nicht allein.

Was treibt Ok Kid und Blake noch zu ihrer Offenheit, außer den Umstand zu feiern, dass man das jetzt darf? Wir leben in einer Zeit, in der im Pop viele Perspektiven wichtiger erscheinen oder anders erzählt werden als bisher. Der weiße Mann aus gutem Haus mit seinen kleinen oder großen Verstimmungen muss länger anstehen, um angehört zu werden, als er es bis dahin gewohnt war. Vielleicht aber kann man den Mann, der achtsam genug ist, über sein Problem zu reden, auch als ein Mittel im Kampf gegen, Achtung, toxische Männlichkeit verstehen.

Der Depressive wird dringend gebraucht

Toxische Männlichkeit wird definiert als das Gift des gekränkten Mannes, der Angst hat, seine Privilegien zu verlieren. Ob der Begriff immer zutrifft, sei dahingestellt. Aber im Drohszenario der toxischen Männlichkeit bekommt der Depressive, eben noch als potenzieller Narzisst oder Neo-Bourgeois verschmäht, eine neue Bedeutung. Er wird dringend gebraucht.

Allerdings bleibt die Frage offen, wie die Pop-Depressiven ihre Krankheit verstehen. Handelt es sich um eine individuelle Psychopathologie, das Modell Papi-ist-schuld wie bei Ok Kid? Von den jungen Männern, die ihre Krankheit nach außen tragen (und dafür zweifellos unsere Unterstützung verdienen), stellt jedenfalls bislang keiner die Systemfrage. Niemand dieser Männer leidet unter Verletzungen, die strukturell begründet sein könnten und in der Art und Weise zu suchen sind, wie wir leben und wachsen und die sozialen Unterschiede vergrößern. Da haben Bruce Springsteen und Kanye West ihnen einiges voraus. Denn die wissen beide, wie sich Traumata vererben können, die mit Migration, Rasse und Arbeit zu tun haben. Es gibt immer gute Gründe für schlechte Laune, aber es gibt auch systembedingte Gründe für Depressionen.

Fatal wäre, wenn die Konjunktur der depressiven Selbstbeschreibung dazu führen würde, immer nur die Geschichte der Genesung zu erzählen. Darauf weist James Blake sogar selbst hin. Zentral für die Zukunft wird sein, auch mögliche äußere Anlässe und Umstände der Krankheit zu besingen, nicht nur ihre Heilung. Mit der Wunde, dem Trauma auf Griechisch, muss auch Pop leben lernen. Um von Dingen zu erzählen, die größer sind als ein einzelner Mann, seine Gefühle, seine Erkrankungen.

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bekommen können Im Durchschnitt ist das Leben von Männern weniger gesund - und kürzer - als das von Frauen. Diese gesundheitliche Ungleichheit besteht teilweise darin, dass Frauen besser auf sich selbst aufpassen als Männer. Mehrere neuere Studien haben jedoch herausgefunden, dass in vielen Fällen ein Mann und eine Frau mit genau demselben Zustand ganz unterschiedlich darauf reagieren können.

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