Kultur & Showbiz Gesundheitsminister Jens Spahn: "Bei manchen Regeln fragt man sich: Passt das eigentlich zueinander?"

18:35  22 oktober  2020
18:35  22 oktober  2020 Quelle:   bunte.de

Sonja Zietlow: Das ist ihr Mann Jens Oliver

  Sonja Zietlow: Das ist ihr Mann Jens Oliver Sonja Zietlows Mann ist der Kopf hinter ihren bösen Sprüchen bei „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“. Im australischen Outback nimmt Sonja bekanntlich die Promis gerne aufs Korn und verlässt sich dabei auf ihre bessere Hälfte, den Gag- und Drehbuchautor Jens Oliver Haas. Seit 2002 sind die beiden miteinander verheiratet. 1/10 BILDERN © imago / Christian Schroedter Sonja Zietlow und Jens Oliver Haas RTL-Moderatorin Sonja Zietlow mit ihrem Ehemann Jens Oliver Haas 2/10 BILDERN © Getty Images Sonja Zietlow RTL-Moderatorin Sonja Zietlow 3/10 BILDERN © imago / Futu

In Deutschland wurde ein neuer Höchstwert für nachgewiesene Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages erreicht: Nach Angaben des RKI vom Donnerstag (22. Oktober 2020) meldeten die Gesundheitsämter 11.287 neue Fälle. Die Sorge vor einem erneuten Herunterfahren des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens wird somit stetig größer. Doch Gesundheitsminister Jens Spahn (40) gab jüngst Entwarnung. "Einen zweiten Lockdown, so wie er immer gemeint wird, sehe ich nicht", erklärte er im Interview auf Jodel.

Welche Folgen hat Jens Spahns Corona-Infektion? © Bereitgestellt von BUNTE.de Welche Folgen hat Jens Spahns Corona-Infektion?

Vielmehr wisse man heute, dass es in bestimmten Bereichen, beispielsweise im Einzelhandel oder bei Friseuren, keine Ausbrüche gebe, wenn auf die sogenannte AHA-Regel – Abstand, Hygiene, Alltagsmaske – geachtet werde. Dementsprechend würde man diese Bereiche auch nicht wieder schließen müssen. Ein Lockdown auf lokaler oder regionaler Ebene sei aber bei besonders vielen Infektionen grundsätzlich nicht auszuschließen, wie man am aktuellen Beispiel Berchtesgaden sehe.

Masken und Schutzkleidung: Spahn vergibt Logistik-Auftrag ohne Ausschreibung

  Masken und Schutzkleidung: Spahn vergibt Logistik-Auftrag ohne Ausschreibung Gesundheitsminister Jens Spahn vergab Transportleistungen ohne Ausschreibung - und zwar an ein Unternehmen aus dem Landkreis seines CDU-Kreisverbandes. © Foto: picture alliance/dpa Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei der Übergabe Schutzmasken. Das Unternehmen Fiege, das zu Beginn der Coronakrise vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) ohne Ausschreibung mit der Logistik der Beschaffung Persönlicher Schutzausrüstungen beauftragt wurde, hat dafür bislang einen „niedrigen dreistelligen Millionenbetrag“ erhalten.

Der Appell der Kanzlerin im Video ist klar: "Bleiben Sie zu Hause!"

Corona-Impfstoff zu Beginn des Jahres 2021

Der Gesundheitsminister, der erst am Mittwoch (21. Oktober) selbst positiv auf das Virus getestet wurde, gab zudem bekannt, dass in den ersten Monaten 2021 mit einem Corona-Impfstoff gerechnet werden könne. Allerdings seien immer wieder Rückschläge möglich und es werde dauern, bis viele Menschen geimpft sind.

Da es sich zudem um eine freiwillige Impfung handeln wird, appellierte Spahn an die Bürger: "Wenn es so weit ist, dann lasst euch bitte impfen. Umso schneller können wir wieder zum normalen Leben zurück." Auch an Corona-Selbsttests werde mit Hochdruck gearbeitet. Ob diese jedoch schon vor Weihnachten auf dem Markt sein werden, könne der CDU-Politiker nicht versprechen.

Umfrage: Spahn bei Frage zu CDU-Vorsitz vorn, Söder bei der Kanzlerfrage

  Umfrage: Spahn bei Frage zu CDU-Vorsitz vorn, Söder bei der Kanzlerfrage Der Gesundheitsminister bewirbt sich allerdings gar nicht um den Posten.19 Prozent trauten in der Umfrage Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz am ehesten zu, ein guter CDU-Chef zu sein, 17 Prozent nannten Laschet und 8 Prozent den Außenpolitiker Norbert Röttgen. Bei dem auf einen Tag verkürzten Parteitag soll am 4. Dezember in Stuttgart ein Nachfolger für CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer gewählt werden.

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Spahn versteht den Frust vieler Deutscher

Einige Maßnahmen und Regeln zur Eindämmung der Pandemie stoßen bei den Deutschen auf Unverständnis. Auf die Frage eines Nutzers, warum die todkranke Oma nicht besucht werden dürfe, Fußballfans aber ins Stadion gelassen werden, antwortete der 40-Jährige: "Auch da geht es am Ende um den Schutz. Gerade die Ältesten haben das mit Abstand höchste Risiko." Er verstehe aber, dass manche Regeln auf den ersten Blick nicht zueinander passen.

Auch dass Pflegekräfte, die zwar einen positiven Corona-Abstrich aufweisen, aber symptomfrei frei sind, arbeiten dürfen, stößt vielen bitter auf. Der Gesundheitsminister gab zu verstehen, dass dies eine absolute Ausnahmeregel sei, die nur dann in Kraft trete, wenn die Versorgung bestimmter Bereiche nicht mehr gewährleistet werden könne. Dies wäre beispielsweise der Fall, wenn ganze Stationen, Praxen oder Krankenhäuser aufgrund einer Positiv-Testung oder Quarantäne von Kontaktpersonen nicht mehr arbeiten könnten.

„Das ist nicht irgendwie Willkür oder Zufall“: Spahn verteidigt Pläne für verlängerte Corona-Sonderrechte

  „Das ist nicht irgendwie Willkür oder Zufall“: Spahn verteidigt Pläne für verlängerte Corona-Sonderrechte Gesundheitsminister Spahn hat erklärt, warum er die Verlängerung der Sonderrechte in der Corona-Pandemie für nötig hält. Neue Kritik gibt es von Bundestagsvize Roth. © Foto: Imago Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will Sonderrechte in der Corona-Pandemie verlängern. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die von ihm gewünschte Verlängerung von Sonderrechten verteidigt.

"Wir sind eher den schwedischen Weg gegangen!"

Bei den Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus wird vor allem das schwedische Vorgehen als einzigartig betrachtet. Auch zum Sonderweg der anvisierten Herdenimmunität äußerte sich Spahn: "Schweden hat jedenfalls einen ganz eigenen Weg gewählt – auch mit vielen Risiken gerade für die Älteren. Mit am Anfang auch hohen Todeszahlen bei Pflegebedürftigen, besonders bei den Älteren. Die Wahrheit ist aber auch: Wir in Deutschland sind ja eher den schwedischen als den spanischen Weg gegangen."

Natürlich habe es, so Spahn weiter, Einschränkungen gegeben und gebe noch welche. Aber im Vergleich zu Spanien, wo Militär auf der Straße gewesen sei und die Menschen nur mit Passierschein eine halbe Stunde am Tag raus durften, "haben wir doch einen deutlich anderen Weg wählen können". Spahn betonte, dass das nur möglich gewesen sei, da sich die meisten Deutschen an die Regeln gehalten und aufeinander Acht gegeben haben. Ganz nach dem Motto: Je mehr Eigenverantwortung, desto weniger staatliche Maßnahmen. Dies sei auch der Weg, auf den Schweden setze. Spahns Dank gilt auch deswegen umso mehr denjenigen, die sich an die Regeln halten: "Wir sind diesem Virus nicht machtlos ausgeliefert, wir können einen Unterschied machen – und das machen viele von euch jeden Tag. Danke dafür!"

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