Kultur & Showbiz "Tatort" Franken: Keiner hat jemanden gesehen

09:10  16 april  2018
09:10  16 april  2018 Quelle:   zeit.de

Münsteraner "Tatort"-Stars trauern um die Opfer der Amokfahrt

  Münsteraner Münsteraner "Tatort"-Stars trauern um die Opfer der AmokfahrtAm Samstagnachmittag raste ein Kleinbus in der Altstadt von Münster in eine Menschenmenge. Zwei Menschen wurden dabei getötet, zahlreiche verletzt. Die Tat ließ nicht nur die Anwohner, sondern auch die Schauspieler Jan Josef Liefers (53) und Axel Prahl (58), die als Münsteraner "Tatort"-Team Millionen von Fernsehzuschauern begeistern, fassungslos zurück. In den sozialen Medien sprachen die beiden den Opfern und Angehörigen ihr Mitgefühl aus.

" Tatort " Franken : Keiner hat jemanden gesehen Und der Tatort hat es natürlich auch nicht leicht. Er ist Diener vieler Zwecke, weswegen es ihn beständig

" Tatort " Franken : Keiner hat jemanden gesehen . Der vierte Franken -" Tatort " mit Fabian Hinrichs und Dagmar Manzel ist nicht nur schauspielerisch großartig. Der Regisseur Max Färberböck wagt auch mal Pathos.

Seine erste Einweihungsparty: Kriminalhauptkommissar Felix Voss (Fabian Hinrichs) feiert mit Kollegin Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) und Chef Kaiser (Stefan Merki). © BR/Hager Moss Film GmbH/Luis Zeno Kuhn Seine erste Einweihungsparty: Kriminalhauptkommissar Felix Voss (Fabian Hinrichs) feiert mit Kollegin Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) und Chef Kaiser (Stefan Merki).

Der vierte Franken-"Tatort" mit Fabian Hinrichs und Dagmar Manzel ist nicht nur schauspielerisch großartig. Der Regisseur Max Färberböck wagt auch mal Pathos.

Und der Tatort hat es natürlich auch nicht leicht. Er ist Diener vieler Zwecke, weswegen es ihn beständig zerreißt zwischen den verschiedenen Anforderungen, die an ihn gestellt werden. Sehr schön ist das zu sehen am Anfang der neuen Folge aus Franken.

„Tatort“-Kritik: Subtiler Horror und gute Schauspieler überzeugen in „Unter Kriegern“

  „Tatort“-Kritik: Subtiler Horror und gute Schauspieler überzeugen in „Unter Kriegern“ „Tatort“-Kritik: Subtiler Horror und gute Schauspieler überzeugen in „Unter Kriegern“

Die Geschichte des vierten Franken - Tatort . Verantwortlich zeichnet diesmal wieder das Team des erfolgreichen ersten Franken - Tatort : „Der Himmel ist ein Platz auf Erden“. März als Rainer Sturm in der BR-Serie „Dahoam is Dahoam“ zu sehen sein.

Zwei libysche Geschwister werden grausam ermordet. Ihr Ziehsohn Ahmed - untergetaucht. Die Nürnberger Ermittler stehen unter Druck der Öffentlichkeit. Familientragödie, oder Raubmord? (Quelle: Bitprojects).

In Ich töte niemand (BR-Redaktion: Stephanie Heckner) geht's nämlich ausgesprochen munter los mit einer Einweihungsparty bei Kommissar Felix Voss (Fabian Hinrichs). Während sich der ARD-Sonntagabendkrimi mit der Darstellung gerade von Vergnügen häufig schwertut (erinnert sei an das traurige Treiben in Magdeburg in Braschs Bar vor drei Wochen), gelingt hier etwas.

Wegen schneller Schnitte auf Details (Flaschen, die geöffnet werden; Zigaretten, die ausgedrückt werden), wegen der Fülle und Enge, durch die sich die Kamera bewegt (Dominik Kremerskothen), wegen der lustigen Dialogfetzen: "Seit wann bin ich eigentlich in Nürnberg?", fragt Voss. Oder erzählt Kollegin Ringelhahn (Dagmar Manzel) und Chef Kaiser (Stefan Merki), dass das seine erste Einweihungsparty sei. Und dazu singt Bonnie Tyler "because the night belongs to lovers".

"Tatort" aus Franken: Rechter Hass und muslimisches Ehrgefühl - dieser "Tatort" ist hochaktuell

  "Tatort" aus Franken: Rechter Hass und muslimisches Ehrgefühl - dieser "Tatort" ist hochaktuellZwei Libyer werden brutal erschlagen, der Täter kommt vermutlich aus der rechten Szene. Der "Tatort" zeigt eindrucksvoll das Entstehen einer Hass-Spirale - und verschont dabei keine Seite.

" Tatort " Franken : Keiner hat jemanden gesehen . Der vierte Franken -" Tatort " mit Fabian Hinrichs und Dagmar Manzel ist nicht nur schauspielerisch großartig. Im neuen " Tatort " aus Franken wird ein Anschlag auf ein Flüchtlingsheim verübt, eine Frau stirbt. Kommissar Voss gibt sich als Flüchtling aus

VonMiriam Sahli-Fülbeck. Schließen. Es gibt vier Gründe, warum Zuschauer den vierten Franken - Tatort „Ich töte niemand“ sehen sollten. Einer davon ist das Drehbuch, den die Erfinder der Kommissare geschrieben haben. Unsere Vorab-Kritik.

Dann kommt ein Anruf, die Ermittler stehen vor zwei Leichen und sind mit den Routinen beschäftigt: "Seit wann liegen die da?" – "Mach einfach weiter" – "Das Opfer heißt Ismael Elmahi". Auf das banale, aber schöne verbale Geplänkel auf der Feier folgt die Zuschauerinnen-Information, die die Assistenten, die immer schon viel mehr wissen, nur scheinbar den Kommissarinnen berichten.

Matthias Dell schreibt seit 2010 wöchentlich über © Daniel Seiffert Matthias Dell schreibt seit 2010 wöchentlich über "Tatort" und "Polizeiruf 110". Auf ZEIT ONLINE seit 2016 in der Kolumne "Der Obduktionsbericht".

Was nun aber das Tolle ist am vierten Nürnberger Tatort (Regie: Max Färberböck, Drehbuch: Färberböck mit Catharina Schuchmann): dass er es schafft, beide Sphären miteinander zu versöhnen, also die Pflicht der Ermittlungsstandards über weite Strecken so mit der Kür der Abschweifungen und des Geplänkels zu verbinden, dass daraus ein Film von eigener Qualität wird. So ist Ich töte niemand zum Beispiel der erste Fall des Franken-Tatort, der eine Vorstellung davon entwickelt, wie mit den spezifischen Fähigkeiten der beiden Hauptdarsteller umzugehen ist: mit Fabian Hinrichs' eigensinnigem, raumgreifendem Spiel und mit Dagmar Manzels Autorität, die trotzdem Eigenständigkeit behauptet.

„Die Hilfe kommt an“: Kölner „Tatort“-Kommissare engagieren sich

  „Die Hilfe kommt an“: Kölner „Tatort“-Kommissare engagieren sich „Die Hilfe kommt an“: Kölner „Tatort“-Kommissare engagieren sichDamals lernten die beiden TV-Kommissare in Manila den engagierten irischen Pater Shay Cullen und dessen Kinderschutzzentrum „Preda“ kennen, in dem er sich für missbrauchte und inhaftierte Kinder einsetzt. „Zum ersten Mal in Asien, mit der Geschichte und den Eindrücken im Kopf entstand die Idee, zu helfen“, erinnern sich Bär und Behrendt.

Unter der Bezeichnung Franken - Tatort entwickelte der Bayerische Rundfunk sein zweites Ermittlerteam neben Batic und Leitmayr für die ARD-Fernsehreihe Tatort . Die fiktiven Ermittler Voss, Ringelhahn, Goldwasser, Fleischer und Schatz sind in Franken tätig.

Franken - Tatort . 18,529 likes · 34 talking about this. Fabian Hinrichs & Dagmar Manzel geben das Nürnberger Duo, das in ganz Franken ermittelt. Die lebensbejahend-ironische Art von Nordlicht Voss und „Ossi“ Ringelhahn ist Teil des Konzepts, die beiden Figuren offen und flexibel anzulegen.

Es wird viel ermittelt in Ich töte niemand, eigentlich die ganze Zeit. Die beiden Toten sind Geschwister, Ismael Elmahi und seine Schwester, Libyer, seit Jahren in Deutschland, "voll integriert". Ihr erwachsener Ziehsohn Ahmad (Josef Mohamed), sehr begabt, Uni-Karriere, ist verschwunden. Die Suche nach ihm ist eines der Momente, die Spannung versprechen.

Die Tätersuche taugt dafür nicht. Schnell wird klar, dass es sich um ein rassistisches Motiv gehandelt haben muss und die Tat eigentlich Ahmad gelten sollte, der einen Gewaltakt dreier Jugendlicher zur Anzeige und vor Gericht gebracht hatte. Für die mühselig Beladenen unter den Zuschauern, für die ein rassistischer Mord in der Regel kein Grund zur Empörung ist, wird die Tötung der Geschwister auf der Opferseite ausbalanciert: Ahmad begibt sich, angestachelt von einem radikalen Religiösen, auf einen Rachefeldzug, der die Dringlichkeit der Suche nach ihm erhöht.

In erster Linie geht es dem Tatort um ein Gesellschaftsbild. Um die Arbeit an der Differenzierung (wer ist Vordenker, wer Ausführer, wer Mitläufer?) in einem Steinbruch des Schweigens, den die verschworene Gemeinschaft um einen lokalen Fußballverein bildet. Das Schweigen liefert den Vorwand für ungewöhnlichen Dialog ("Zwei Tonnen Überstunden und Augen so frisch wie gerade geboren"), etwa in den Verhören, wo der spielerische, ausschweifende Text dem gebrochen-bühnenhaften Spiel von Fabian Hinrichs entgegenkommt. In den besten Szenen erinnern dessen Ausführungen ("Es gibt eine Million Gründe, warum Dinge aus dem Ruder laufen") an die legendären René-Pollesch-Inszenierungen an der Berliner Volksbühne mit Hinrichs als Solisten im weiten Bühnenrund: an die lausbubenhafte, variierte Deklamation, die am Rande des Komischen wohnt, hinter der sich aber der Abgrund des Tragischen auftut.

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  Krimi-Reihe Krimi-Reihe "Tatort" bekommt Comic-Ableger in EntenhausenDonald Duck trifft Harry Krassnitzer: "Tatort Entenhausen" erscheint am 24. April in "Lustigem Taschenbuch".

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«Einfach toll, diese Möglichkeiten beim Observieren!» # Gesehen von Tom Künzli. pic.twitter.com/gfvZekrwZr. Damit auch in Konfliktgebieten Konsens geschaffen werden kann. # Gesehen von Tom Künzli pic.twitter.com/v4qnpJm1hE.

Dagmar Manzels Figur wird unprätentiös ihre Herkunft aus dem Osten zugestanden: "Mein Ausbilder in der DDR hat einmal gesagt: Frau Ringelhahn, gucken Sie nicht so tief in die Dinge hinein, sonst gucken sie zurück", sagt sie auf einer Autofahrt in einen langen, elaborierten Vortrag des Zweifels hinein, den der Kollege hält. So reagiert Ringelhahn wirkungsvoll auf die berückenden Exkurse ihres Partners: lakonisch, knapp, manchmal auch nur mit einem Gesichtsausdruck.

Wenn Voss von außen kommt, von einer fast philosophisch, aber immer originell formulierten Betrachtung der Polizeiarbeit, dann nimmt Ringelhahn eine Abkürzung ins Innere des Falls – auch weil sie eine Liebe verbunden hat mit einem Polizisten (André Hennicke, fast ohne Text), der sich in der Vereinsgemeinschaft radikalisierte, in rechtsextreme Weltbilder abglitt und sich mit dem Auto zu Tode fährt, weil er die eigene Schwäche nicht verwinden kann.

Die persönliche Verwicklung einer Kommissarin hat zwar immer etwas Schales, weil sie dem Betrachter, der die Vorgeschichte nicht kennt, zufällig erscheinen muss. Sie motiviert am – detektivisch gesehen – nicht arg überraschenden Ende allerdings noch mal einen darstellerischen Kraftakt.

Ich töte niemand gibt aber nicht nur schauspielerisch was her. Färberböcks Regie holt aus den begrenzten Mitteln des ARD-Sonntagabendkrimis allerhand Bewegung raus: die herrlichen Choreografien von vorfahrenden Autos der Ermittler, die eine dynamische Kamera erfasst wie ein Ballett. Oder die irritierenden Raumverkürzungen, wenn ein Darsteller einen Flur entlang ins Bild kommt und die Kamera ihm zugleich entgegengeht.

Mittendrin traut sich der Nürnberger Tatort zudem einmal Pathos. Da stürzt auf der Tonspur, die sonst von der sanften Vergeblichkeit des traurigen So-Far-Songs von Ólafur Arnalds dominiert wird, die ganze Wucht von Vivaldis Vier Jahreszeiten hinein in die Geschichte. Allein energetisch ist das weit weg vom Dienst nach Vorschrift am ARD-Sonntagabendkrimi.

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Van fährt in Toronto in Menschengruppe - neun Tote• Die Hintergründe sind unklar, die Polizei hat den mutmaßlichen Fahrer festgenommen.

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