Kultur & Showbiz So anders hätte der Netflix-Hit "The Blacklist" aussehen sollen – doch der "faule" James Spader wurde zum Glücksfall

18:20  20 august  2021
18:20  20 august  2021 Quelle:   filmstarts.de

Netflix: Bitte kein Adam-Sandler-Spiel!

  Netflix: Bitte kein Adam-Sandler-Spiel! Der Streamingdienst Netflix hat Wachstumsprobleme und will deshalb künftig auch Videospiele über die eigene App anbieten. Das ist konsequent, könnte aber peinlich enden. © Ina Fassbender/​AFP/​Getty Images Ein Videospiel für "Wir konkurrieren mehr mit Fortnite als mit HBO – und wir verlieren." Diese Worte schrieb Netflix-Gründer und CEO Reed Hastings vor gut zweieinhalb Jahren in einem Brief an die Aktionäre des Streamingdienstes.

Eigentlich ist es bei Serien ähnlich wie bei Filmen. Wenn du eine große Produktion auf den Weg bringen willst, die nicht bereits auf einer etablierten Marke beruht, brauchst du erst einmal einen großen Star. Doch „The Blacklist“ bildet hier eine Ausnahme. Drei Tage vor Produktionsbeginn der Pilotfolge war die wichtigste Rolle sogar noch unbesetzt und es war unklar: Wer spielt Raymond Reddington? Doch der Reihe nach.

So anders hätte der Netflix-Hit © Will Hart/NBC / Netflix So anders hätte der Netflix-Hit "The Blacklist" aussehen sollen – doch der "faule" James Spader wurde zum Glücksfall "The Blacklist": Ein Mega-Hit seit 2013

Im Herbst 2013 startete „The Blacklist“ in den USA und wurde direkt zum Mega-Hit. Über 12,5 Millionen Menschen schalteten direkt zur US-Premiere ein, fast 15 Millionen verfolgten die erste Staffel im Schnitt. Zur zweiten Season strahlte US-Sender NBC eine Episode sogar direkt im Anschluss an die Super-Bowl-Ausstrahlung aus, der wohl prestigeträchtigste Sendeplatz, den es im US-TV gibt.

Starttermin der 9. Staffel "The Blacklist"? Mit großer Veränderung geht es auch auf Netflix weiter

  Starttermin der 9. Staffel Mittlerweile gibt es die achte Staffel von „The Blacklist“ schon so lange auf Netflix, dass viele Fans durch sind und nach mehr gieren. Die neunte Season könnt ihr schon bald sehen – auf Netflix müsst ihr aber noch warten.Das Datum ist auch für deutsche Fans wichtig, denn VoD-Anbieter wie Amazon Prime Video werden aller Voraussicht nach die Folge direkt nach der US-Ausstrahlung auch zum Kauf anbieten.

In Deutschland kam „The Blacklist“ zuerst auch gut an. RTL brachte die Thriller-Serie nur kurz nach US-Ausstrahlung erst ins Pay-TV, bereits Anfang 2014 dann ins Free-TV. Doch die Quoten sanken, mit der vierten Season stellte RTL die zeitnahe Free-TV-Ausstrahlung ein. So richtig erfolgreich wurde die Serie dann aber hierzulande noch mal durch ., wo die Episoden nach RTL-Veröffentlichung landeten. Mittlerweile erscheinen beim Streamingdienst die Staffeln nicht mehr nach der TV-Auswertung, sondern als Deutschlandpremiere, wenn auch immer erst nach Ausstrahlung aller Folgen in den USA.

Wer ist Red wirklich? Die 8. Staffel "The Blacklist" auf Netflix gibt Hinweis auf die wahre Identität von Raymond Reddington

Dass gerade die achte Staffel sich nun seit Wochen in den internen Netflix-Top-10 hält und „The Blacklist“ mittlerweile kein TV-Hit mehr, sondern ein Netflix-Hit ist, hat vor allem einen Grund: James Spader als Raymond Reddington. Der „Boston Legal“-Star und „Avengers: Age Of Ultron“-Bösewicht ist einfach perfekt in der Rolle des durchtriebenen und charismatischen Strippenziehers. „The Blacklist“ ohne Spader als Red? Undenkbar! Aber stellt euch mal vor, wir hätten „24“-Star Kiefer Sutherland oder einen der anderen Kandidaten, die es auch vor Spader gab, in der Rolle zu sehen bekommen? So wäre es beinahe gekommen.

Die 14 besten Netflix-Crime-Serien nach wahren Begebenheiten

  Die 14 besten Netflix-Crime-Serien nach wahren Begebenheiten Mord, Kidnapping und Co.: Netflix widmet sich seit Jahren auch dem Verbrecherkosmos. Es entstehen immer mehr True-Crime-Dokus auf der Streaming-Plattform und mal ehrlich: Von den Serien geht eine schaurige Faszination aus, vor der man als Zuschauer kaum genug bekommen kann. Das sind die besten True-Crime-Serien auf Netflix Wir zeigen euch die spannendsten Netflix-Crime-Serien, von denen ihr nicht loskommen werdet. Diese Netflix-Serien basieren auf wahren Begebenheiten

Kiefer Sutherland als Raymond Reddington: Er war die 1. Wahl

Könnt ihr euch „Jack Bauer“ Kiefer Sutherland als Raymond Reddington vorstellen? Das wäre sicher eine ganz andere Version von Red – zumindest stellt man sich ihn deutlich rauer vor, mehr Mann der Tat statt des Wortes. Kiefer Sutherland war aber wirklich lange Zeit die erste Wahl und sollte Raymond Reddington spielen.

  So anders hätte der Netflix-Hit © Fox

Nach dem Ende von „24“ war Sutherland schließlich der US-TV-Star Nr. 1, den jeder haben wollte. Und weil seine nächste Serie „Touch“ nach zwei Staffeln abgesetzt wurde, war er verfügbar. Doch aus unbekannten Gründen sagte Sutherland dann ab, machte später noch eine „24“-Staffel („24: Live Another Day“) und eine andere Thriller-Serie („Designated Survivor“).

Die Produzenten von „The Blacklist“ beschrieben in Rückblicken den anschließenden Casting-Prozess immer wieder als schwierig. Sie schickten zahlreiche Anfragen raus – unter anderem an Bryan Cranston („Breaking Bad“), Richard Gere („Pretty Woman“) oder Ex-James-Bond Pierce Brosnan.

Ist die 8. Staffel "The Blacklist" auf Netflix eine große Lüge? Beliebte Fan-Theorie stellt alles auf den Kopf

  Ist die 8. Staffel In der achten Staffel „The Blacklist“, die es dank Netflix seit ein paar Wochen nun auch in Deutschland gibt, erfolgen Antworten auf viele Rätsel. Wirklich? Viele Fans sind komplett anderer Meinung und so macht eine sehr beliebte Theorie die Runde.Raymond Reddington (James Spader) nimmt Liz mit nach Lettland, wo in einem geheimen Bunker die Blacklist wirklich existiert, alle Geheimnisse für ihn verwaltet und aufbereitet werden. Und hier gewährt er ihr einen Blick in ihre Vergangenheit und Antworten auf (fast) all die Fragen, die sie über ihre Herkunft so umtreiben.

Es gab Absage um Absage, wobei Produzent und Chefautor John Eisendrath später sogar verriet, dass er bis heute nicht wisse, ob die Schauspieler selbst überhaupt je die Anfragen gehört haben oder sie von ihren Agenten direkt abgeblockt wurden.

  So anders hätte der Netflix-Hit © AMC / Tobis / Metropolitan Film Export

Die „The Blacklist“-Macher standen schließlich vor einem Horror-Szenario. Es waren nur noch drei Tage bis zum geplanten Drehbeginn und die wichtigste Rolle war nicht besetzt. Da sagte der ebenfalls angefragte James Spader plötzlich zu. Völlig ungewöhnlich für eine Serie, die auch noch so von der Hauptfigur lebt, trafen die verantwortlichen Macher um John Eisendrath, Serienerfinder Jon Bokenkamp und Pilot-Regisseur Joe Carnahan („Boss Level“) den Hauptdarsteller dann das allererste Mal am Set beim Dreh zur Auftaktepisode.

Normalerweise ist es ein wichtiger Teil der Vorbereitung, die Rolle auf den Schauspieler abzustimmen. Das lief bei „The Blacklist“ quasi nebenher. Man nahm Anpassungen während der ersten Drehtage vor, damit der Part zu Spader passt, was er nun perfekt tut.

"The Blacklist" auf Netflix: Darum sind Fans mächtig verwirrt und spekulieren wild

  Im Finale der achten Staffel von „The Blacklist“ stirbt eine Hauptfigur. Doch der Mörder verwirrt viele Fans. Wir klären auf, was es damit auf sich hat und warum die wilden Spekulationen wohl keine Grundlage haben – Achtung: SPOILER!Doch verzweifelt wollen viele Fans den Tod der Figur nicht wahrhaben. In den „The Blacklist“-Foren gibt es zahlreiche Theorien, dass Liz noch lebt und der vermeintliche Mord nur eingefädelt wurde, um sie untertauchen zu lassen. Und ausgerechnet Attentäter VanDyke bzw. Schauspieler Lukas Hassel dient diesen Fans als Argumentationshilfe. Denn Hassel hat eine „The Blacklist“-Vergangenheit und das kann für viele Fans kein Zufall sein.

Mittlerweile gibt es 174 Folgen von „The Blacklist“, 22 weitere sollen mit der neunten Staffel mindestens noch dazu kommen – und wenn es nach James Spader geht, sollen es sogar noch viel, viel mehr werden. Dass das so ist und er bei „The Blacklist“ gelandet ist, hat eine Menge mit der Faulheit des Schauspielers zu tun, wie er selbst verriet.

Der "faule" James Spader

Dem i erklärte Spader bereits 2016, dass er sich deutlich von vielen seiner Schauspielkolleg*innen unterscheide. Er suche nicht nach Rollen, er beteilige sich nicht an der Entwicklung neuer Stoffe. Er sei faul und genieße das übrige Leben viel zu sehr. Sein Ideal sei: Er muss sich um nichts kümmern, außer am Set zu erscheinen, dort alles zu geben und anschließend wieder nach Hause zu gehen.

So war Spader überhaupt kurzfristig frei, weil er nicht wie viele andere TV-Stars in der sogenannten Pilot-Season verzweifelt versucht, ein Projekt an den Start zu bekommen, sondern einfach zu Hause saß und abwartete, ob irgendetwas zu ihm kommt.

Schwache 8. Staffel "The Blacklist" auf Netflix: Darum lief so viel gewaltig schief

Und deswegen will Spader auch noch lange „The Blacklist“ erhalten bleiben. Er gibt selbst zu, dass er sich damit ein bequemes Nest geschaffen hat. Das TV-Geschäft sei eine so wunderbar zuverlässige Einkommensquelle und es kommen regelmäßig die Gehaltsschecks. Spader teilt sich so sein Leben ein. Ungefähr das halbe Jahr arbeitet er an „The Blacklist“, das andere halbe Jahr hat er frei und genießt das Leben.

"The Blacklist"-Theorie begeistert Fans: Wird sie die neue Gegenspielerin von Red in Staffel 9?

  Auch in Deutschland haben nun viele „The Blacklist“-Fans die achte Staffel auf Netflix geschaut und fragen sich: Was passiert in Season 9? Eine Theorie findet dabei immer mehr Anklang.Erst einmal erinnern wir uns noch kurz an die Ausgangslage nach der 8. Staffel von „The Blacklist“: Red (James Spader) ist angeblich todkrank, seine auserkorene Nachfolgerin Liz (Megan Boone) wurde ermordet und die Zukunft der Task-Force um Leiter Cooper (Harry Lennix) ist mehr als ungewiss.

Und er zieht das auch ziemlich konsequent durch. Spader macht sich außerhalb von „The Blacklist“ komplett rar. Seine bis dato einzige andere Rolle seit dem Start von „The Blacklist“ war in „Avengers: Age Of Ultron“ von 2015, wo er zwar nur zu hören ist, aber trotzdem die Killer-KI Ultron auch schauspielerisch zum Leben erweckte, wie das nachfolgende kurze Video sehr gut illustriert.

“ von 2012 sowie in „The Homesman“, der erst 2014 erschien, aber bereits 2013 vor dem Serienengagement gedreht wurde. Es ist eigentlich verwunderlich, dass James Spaders Karriere sich so entwickelt hat, war er doch lange Zeit ein Spezialist für auch schwierig zu finanzierende, außergewöhnliche Filmprojekte. In „Sex, Lügen und Video“, „Crash“ und „Secretary“ spielte er so die Hauptrolle, doch wie er später verriet, passt das nicht so richtig zu seinem Lebensstil:

Er gehe nicht sehr verantwortungsvoll mit seinem Geld um und das sei problematisch bei solchen Filmprojekten. Denn an solchen Filmen arbeitet man oft Jahre und dann sei er pleite, wenn er das nächste Projekt in Angriff nehme. Bei Fernsehjobs wisse er dagegen, dass er alle seine Rechnungen bezahlen kann.

Keine Faulheit am Set

Auch wenn sich James Spader als faul bezeichnet, sollte man aber nicht glauben, dass das auch auf sein Engagement bei der eigentlichen Schauspielerei selbst zutrifft ist. Wenn Spader am Set ist, gilt er als jemand, der immer alles gibt und das auch von seinen Co-Stars verlangt. Aber das dürfte euch sowieso klar sein, wenn ihr schon einmal mindestens eine Episode von „The Blacklist“ gesehen hat. Denn so großartig verkörpert niemand Raymond Reddington, der es sich am Set selbst einfach macht.

Starttermin der 9. Staffel "The Blacklist"? Mit großer Veränderung geht es auch auf Netflix weiter

Schon gewusst? Vor dem Netflix-Hit arbeitete dieser "The Blacklist"-Star als Feuerwehrmann in den Trümmern von 9/11 .
Als Feuerwehrmann stand Hisham Tawfiq mitten in den Trümmern der Anschläge aufs World Trade Center am 11. September 2001. Dennoch bekam es der muslimische „The Blacklist“-Star seitdem mit Vorurteilen zu tun, die er nun auch als Schauspieler bekämpft.In einem Artikel, der 2011 unter anderem in der i veröffentlicht wurde, schildert der Schauspieler seine Erfahrungen. Vor 9/11 habe kaum jemand etwas über seine Religion gesagt. „Wir waren alle wie eine große Familie“, so Hisham Tawfiq.

usr: 1
Das ist interessant!