Panorama: Kinder kommen nach Gebärmutter-Transplantation zur Welt - PressFrom - Deutschland

PanoramaKinder kommen nach Gebärmutter-Transplantation zur Welt

12:40  23 mai  2019
12:40  23 mai  2019 Quelle:   sueddeutsche.de

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Bisher sind schon elf Babys nach Gebärmutter - Transplantationen zur Welt gekommen : in den USA und in Schweden. Doch eine Ausnahme gibt es: Nach einer künstlichen Befruchtung brachte eine Brasilianerin in Sao Paulo das weltweit erste Kind nach einer Uterus - Transplantation von einer.

Die beiden Babys kamen gesund per Kaiserschnitt auf die Welt - eines im März und eines Mitte Mai diesen Jahres, wie das Universitätsklinikum Auch die Amerikanerin Kayla Edwards wurde ohne Uterus geboren. Nach einer erfolgreichen Gebärmutter - Transplantation wurde sie schwanger und

Kinder kommen nach Gebärmutter-Transplantation zur Welt © picture alliance / dpa (Symbolfoto) Die Frau befand sich im Krankenhaus und sollte abgeschoben werden.

• In Deutschland sind die ersten beiden Kinder nach Uterus-Transplantationen geboren worden.

• Zwei Frauen brachten in der Uniklinik Tübingen jeweils ein Kind zur Welt, nachdem ihnen zuvor Gebärmütter von Spenderinnen transplantiert worden waren.

• Beide Mütter waren aufgrund einer Erbkrankheit ohne Gebärmutter geboren worden. Die Spenderinnen der Organe waren ihnen nahestehende Personen.

In Tübingen haben zwei Frauen jeweils ein Kind per Kaiserschnitt zur Welt gebracht, nachdem ihnen zuvor die Gebärmütter von Spenderinnen transplantiert wurden. Beide Frauen wurden ohne Gebärmutter geboren, weil sie an einer seltenen Erbkrankheit leiden, dem Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom. Bei dieser Fehlbildung des weiblichen Genitals sind Vagina und Gebärmutter gar nicht oder nur unvollständig angelegt. Die Funktion der Eierstöcke und damit die Produktion von Östrogenen und Gestagenen ist aber nicht beeinträchtigt, so dass sich die sekundären Geschlechtsmerkmale der betroffenen Frauen normal entwickeln können.

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Erstmals in Deutschland Zwei Kinder nach Transplantation von Gebärmutter geboren. In Tübingen sind zwei gesunde Babys auf die Welt gekommen , deren Mütter zuvor eine Uterustransplantation bekommen hatten. Spenderinnen waren in beiden Fällen die jetzigen Großmütter.

Schweden Frau bringt Baby nach Gebärmutter - Transplantation zur Welt . Aus Schweden wird ein Erfolg in der Transplantationsmedizin gemeldet: Dort wurde Die Eltern wollen anonym bleiben, beide sollen Leistungssportler sein. Die Mutter war ohne Uterus zur Welt gekommen , die Eierstöcke waren

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Die Spenderinnen der beiden Gebärmütter standen den Empfängerinnen nahe; in einem Fall war es die Mutter der Patientin. Die Übertragung fand bereits im Oktober 2016 statt und war die erste Uterus-Transplantation in Deutschland. An den Organverpflanzungen in Tübingen waren auch Ärzte aus Göteborg um Mats Brännström beteiligt, die als Pioniere auf dem Gebiet der Gebärmutter-Transplantation gelten und 2012 das erste Organ verpflanzten.

Eine Weltpremiere waren die Geburten in der schwäbischen Universitätsstadt nicht. Bisher wurden rund um den Globus etwa 40 Gebärmütter transplantiert; anschließend kamen bereits mehr als zehn Kinder zur Welt, die in einer verpflanzten Gebärmutter herangewachsen waren. In Südamerika wurde 2018 sogar das erste Kind geboren, nachdem der Uterus einer verstorbenen Spenderin verpflanzt worden war. "Dieses sind jedoch die ersten zwei erfolgreichen Schwangerschaften nach einer Uterus-Transplantation in Deutschland und selbst innerhalb der acht europäischen Länder, die im Rahmen von Eurotransplant bei Organspende und Transplantation zusammenarbeiten", sagt der belgische Transplantationsexperte Xavier Rogiers vom Universitätsklinikum Gent.

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An der Universitätsfrauenklinik Tübingen sind zwei Kinder zur Welt gekommen , deren Mütter zuvor eine Gebärmutter Die dritte Transplantation , die in Tübingen durchgeführt wurde, fand erst im Januar 2019 statt. Weil die Patientin nach der Transplantation erst ein Jahr abwarten soll, bevor sie

Zum ersten Mal haben Frauen in Deutschland mit einer Spender-Gebärmutter Kinder zur Welt gebracht. Die Babys kamen gesund per Kaiserschnitt auf die Welt – eines im März und „Bei einer Uterus - Transplantation wird eine gesunde Spenderin einer äußerst invasiven Maßnahme – nämlich

Obwohl sich mittlerweile gezeigt hat, dass die Operation technisch möglich ist und das Organ anschließend oftmals so gut funktioniert, dass sogar Schwangerschaften möglich sind, bleibt das Verfahren weiterhin umstritten. "Aus ethischer Sicht ist es wichtig, ein Gleichgewicht zu finden zwischen den Risiken für den Lebendspender - sie sind vermutlich sehr gering, aber nicht Null - und der gebotenen Chance der Empfängerin, ein eigenes Kind zu bekommen", sagt Rogiers. "Auch die Vor- und Nachteile anderer Möglichkeiten wie einer Adoption oder Leihmutterschaft müssen abgewogen werden."

Frauenärzte sehen weitere Bereiche, in denen die Uterus-Transplantation eine Rolle in der Behandlung spielen könnten:

  • Etwa die uterine Infertilität durch Verwachsungen im Inneren des Organs.
  • Oder wenn nach einem Trauma oder bei Frühstadien von Krebs die Gebärmutter entfernt werden musste.

Ethiker bewerten die Methode jedoch trotz dieser Therapieoptionen skeptisch. "Wesentlicher Bestandteil des ärztlichen Ethos ist die Pflicht eines Arztes, Patienten keinen Schaden zuzufügen", sagt die Medizinethikerin Claudia Bozzaro von der Universität Freiburg. "Bei einer Uterus-Transplantation wird eine gesunde Spenderin einer äußerst invasiven Maßnahme - nämlich einer mehrstündigen Operation - unterzogen, die für sie keinen gesundheitlichen Nutzen hat."

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Die erste Geburt nach einer Gebärmutter - Transplantation war im September 2013 in Schweden gelungen, jedoch stammte das Organ von einer Seitdem sind dem "Lancet"-Bericht zufolge weltweit elf Kinder auf diesem Weg zur Welt gekommen . Dagegen waren bislang alle Versuche mit Organen

Vincent war das erste Kind , das dank einer Gebärmuttertransplantation zur Welt kam . Inzwischen gibt es zwei weitere. Brännström habe ebenso hartnäckig wie gründlich Schritt für Schritt die Grundlagen für eine Uterus - Transplantation und die anschließende Schwangerschaft geschaffen.

Im Unterschied zu anderen Transplantationen etwa von Herz, Leber oder in manchen Fällen der Nieren, geht es im Fall der Gebärmutterverpflanzung auch nicht darum, dass dadurch das Leben des Empfängers gerettet wird. Bei der Uterus-Transplantation wird die Lebensqualität verbessert, Unfruchtbarkeit ist schließlich keine lebensbedrohliche Erkrankung. "Dies wirf die Frage auf, ob die Schaden-Nutzen-Abwägung in diesem Fall eine ethische Legitimation für den Eingriff liefert", sagt Bozzaro. "Ich halte die Transplantation für nicht verhältnismäßig, um einer Frau eine Schwangerschaft zu ermöglichen."

Rechtfertig der Kinderwunsch einer Frau die Risiken für die Spenderin?

Letztlich geht es um die Frage, wie hoch der Kinderwunsch einer Frau gegenüber den Risiken sowohl für die Spenderin als auch die Empfängerin zu bewerten ist. Ein unerfüllter Kinderwunsch kann zwar zu einer enormen Belastung werden und mit viel Leid einhergehen. Ethikerin Claudia Bozzaro hält die Uterus-Transplantation jedoch für "derart invasiv, risikoreich und sowohl ökonomisch als auch personell aufwendig", dass sie es nicht plausibel findet, sie mit Verweis auf einen unerfüllten Kinderwunsch zu rechtfertigen. Das sei auch der Unterschied zu reproduktionsmedizinischen Methoden wie etwa der künstlichen Befruchtung. Zudem lasse sich ein Kinderwunsch auch durch eine Adoption ermöglichen.

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Beide Frauen waren ohne Scheide und Gebärmutter zur Welt gekommen . "Bei einer Uterus - Transplantation wird eine gesunde Spenderin einer äußerst invasiven Maßnahme – nämlich einer mehrstündigen Operation unterzogen – die für sie keinen gesundheitlichen Nutzen hat."

Bisher sind schon elf Babys nach Gebärmutter - Transplantationen zur Welt gekommen : in den USA und in Schweden. Doch eine Ausnahme gibt es: Nach einer künstlichen Befruchtung brachte eine Brasilianerin in Sao Paulo das weltweit erste Kind nach einer Uterus - Transplantation von einer

Umstritten bleibt zudem, wer die Kosten des Eingriffs tragen soll und ob etwa die Krankenkassen - und damit die Solidargemeinschaft - verpflichtet werden können, die Therapie eines Leidens zu bezahlen, das weder lebensbedrohlich ist, noch eine Krankheit mit Dringlichkeitswert darstellt.

Im deutschsprachigen Raum findet die Transplantation einer Gebärmutter bisher nur im Rahmen von Forschungsprojekten statt. Auch die Nationale Ethikkommission im Bereich der Humanmedizin (NEK) der Schweiz bewertet die Uterus-Transplantation als ein experimentelles Verfahren, schließt allerdings nicht aus, dass es nach weiterer Forschung - vor allem zu mittel- und langfristigen Effekten auf die Gesundheit der Kinder - Eingang in die Therapie finden könnte.

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