PanoramaMordfall Walter Lübcke: Das Strafregister des Stephan E.

19:21  18 juni  2019
19:21  18 juni  2019 Quelle:   tagesspiegel.de

Auf Fähre nach Wangerooge: SEK-Einsatz soll im Zusammenhang mit Fall Lübcke stehen

Auf Fähre nach Wangerooge: SEK-Einsatz soll im Zusammenhang mit Fall Lübcke stehen Am Anleger in Harlesiel hat es einen Polizeieinsatz gegeben. Es soll eine Verbindung zum Mordfall Lücke geben. Drei Personen wurden offenbar festgenommen. © Foto: Uwe Zucchi/dpa Walter Lübcke (CDU) wurde tot aufgefunden. Im Zusammenhang mit dem gewaltsamen Tod des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke soll es größeren Polizeieinsatz auf einer Urlaubsfähre zur Insel Wangerooge gegeben haben. Das berichtet die "Bild". Zeugen wollen demnach gesehen haben, dass drei Personen, zwei Männer und eine Frau, von den schwer bewaffneten SEK-Einsatzkräften abgeführt worden waren.

Vor zwei Wochen wurde der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke erschossen. Der Tatverdächtige fiel schon in der Vergangenheit als gewalttätig auf.

Erst hatte der tatverdächtige Stephan E . den Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke gestanden. Nun hat der 45-Jährige sein Geständnis widerrufen. (Quelle: t-online.de).

Vor zwei Wochen wurde der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke erschossen. Der Tatverdächtige fiel schon in der Vergangenheit als gewalttätig auf.

Mordfall Walter Lübcke: Das Strafregister des Stephan E. © Foto: Swen Pförtner/dpa Absperrband mit der Aufschrift "Polizeiabsperrung" ist vor dem Haus des verstorbenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) zu sehen.

Der Tatverdächtige im Mordfall Walter Lübcke ist offenbar ein Intensivtäter. Das ergaben Recherchen des Tagesspiegels zu den Einträgen über Strafen für Stephan E. im Bundeszentralregister.

Im Register sind insgesamt sieben Urteile von Gerichten in Hessen, Schleswig-Holstein und Münster gespeichert.

Wie Lübcke zum Ziel rechter Hetze wurde

Wie Lübcke zum Ziel rechter Hetze wurde Wie Lübcke zum Ziel rechter Hetze wurde Der ermordete Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke war seit Jahren Opfer von Hetze und Drohungen. Der Hass gegen ihn ging vor allem von einer Aussage aus, die eigentlich ein Appell an christliche Werte sein sollte. Auf einer Bürgerversammlung im hessischen Lohfelden hatte Lübcke im Oktober 2015 über eine Erstaufnahme-Einrichtung für Geflüchtete gesprochen. Immer wieder war er dabei durch Zwischenrufe unterbrochen worden.

Einen Monat nach dem Mord an Walter Lübcke wurden inzwischen die Waffen des Tatverdächtigen Stephan E . gefunden. Es gab weitere Festnahmen.

Im Mordfall Lübcke hat der Generalbundesanwalt Anklage gegen den Hauptverdächtigen Stephan E . und dessen mutmaßlichen Stephan E . soll den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke Anfang Juni 2019 nachts mit einem Kopfschuss aus nächster Nähe auf dessen Terrasse getötet haben.

Erster Eintrag 1993

Das Amtsgericht Wiesbaden verurteilt Stephan E. wegen Diebstahls zu einer Jugendstrafe von zehn Monaten auf Bewährung. Die Haft bleibt dem damals knapp 20-jährigen Mann erspart.

Zweiter Eintrag 1995

Das Landgericht Wiesbaden verhängt sechs Jahre Jugendstrafe gegen Stephan E. Es geht um schwere Delikte: versuchter Totschlag, eine Messerstecherei und das „versuchte Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion“. Im Dezember 1993 hatte Stephan E. einen Bombenanschlag auf eine Unterkunft von Asylbewerbern Hohenstein-Steckenroth (bei Wiesbaden) vorbereitet. Die Flüchtlinge entgingen jedoch knapp einer Katastrophe. Zwischen den Wohncontainern brannte ein Auto, doch die von E. auf der Rückbank deponierte Rohrbombe explodierte nicht.

Kommentar: Mutmaßliches Motiv im Fall Lübcke: Die Gefahr durch Rechtsterrorismus bleibt

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Mord an Walter Lübcke : Stephan E . widerrief erstes Geständnis. Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni tot auf der Terrasse seines Wohnhauses im nordhessischen Wolfhagen-Istha gefunden worden. Laut Obduktion wurde der 65-Jährige mit einer Kurzwaffe aus nächster Nähe erschossen.

Stephan E ., der Tatverdächtige im Mordfall Walter Lübcke , beging offenbar bereits 1989 eine rechtsmotivierte Straftat. Nach WELT-Informationen hat der damals 15-Jährige am 31. März 1989 im Keller eines Mehrfamilienhauses in Aarbergen-Michelbach in der Nähe von Wiesbaden einen Kanister

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Dritter Eintrag 2003

Das Amtsgericht Neumünster (Schleswig-Holstein) verurteilt Stephan E. wegen einer Körperverletzung zu einer Geldstrafe. Wen E. attackiert hat, steht im Bundeszentralregister jedoch nicht.

Vierter Eintrag 2004

Das Amtsgericht der hessischen Kleinstadt Biedenkopf verhängt ebenfalls eine Geldstrafe, diesmal geht es um Beleidigung.

Fünfter Eintrag 2005

Das Amtsgericht Kassel verurteilt Stephan E. wegen einer Körperverletzung zu einer Geldstrafe.

Sechster Eintrag 2006

Der Rechtsextremist muss sich wieder im Amtsgericht Kassel verantworten. Die Polizei hatte bei ihm einen „verbotenen Gegenstand“ sichergestellt. Das sei in der Regel ein Schlagring, ein Butterflymesser oder ein Würgeholz, sagen Sicherheitskreise. Im Zentralregister steht allerdings nur das Urteil.

Seehofer: "Ein Anschlag auf uns alle"

Seehofer: Erhärte sich das rechtsextreme Tatmotiv im Fall Lübcke, sei das eine "neue Qualität", sagt der Innenminister.

Stephan E . war schon länger als militanten Neonazi im Blick der hessischen Sicherheitsbehörden. Aber als der Linkspartei-Abgeordnete Hermann Schaus ihn auf Stephan E . ansprach, antwortete G. nach kurzem Nachdenken klar und Wie ein AfD-Politiker den Tod von Walter Lübcke verhöhnte.

Stephan E ., Tatverdächtiger im Fall des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke , wird nach einem Haftprüfungstermin beim Der Rechtsextreme Stephan E . soll vor einem halben Jahr den CDU-Politiker Walter Lübcke ermordet haben. Jetzt hat er ein neues Geständnis angekündigt.

Siebter Eintrag 2010

Es folgt der bislang letzte Richterspruch. Das Amtsgericht Dortmund verhängt sieben Monate, allerdings auf Bewährung. Stephan E. hat mit mehreren hundert weiteren Neonazis am 1. Mai 2009 in Dortmund eine Kundgebung des DGB attackiert. Die Rechtsextremisten warfen Steine und schlugen mit Holzlatten auf Polizisten ein. Die Beamten nahmen mehrere Rechtsextremisten fest, einer war Stephan E.

Nach 2010 ist kein weiteres Urteil gegen E. im Bundeszentralregister verzeichnet. Doch Sicherheitskreise betonen, die sieben Richtersprüche seien nur ein Teil der Realität. Mehrere Verfahren gegen E. seien eingestellt worden. Die Vorwürfe lauteten Brandstiftung, Totschlag, gefährliche Körperverletzung, Raub. Für eine Verurteilung hätten die Indizien jedoch nicht gereicht. 2004 habe es das letzte Verfahren gegen E. gegeben, das ohne Strafe endete.

Der vergangenen Sonnabend festgenommene Rechtsextremist steht in Verdacht, am 2. Juni den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke mit einem Kopfschuss getötet zu haben. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen am Montag übernommen und sieht bei der Tat „zureichende Anhaltspunkte für einen rechtsextremen Hintergrund“.

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Nach Berichten über das widerrufene Geständnis im Mordfall Lübcke hat der Anwalt des Hauptverdächtigen Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Geheimnisverrats erstattet.

Im Fall des getöteten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat der als rechtsextrem eingestufte Tatverdächtige Stephan E . sein Geständnis zurückgenommen, wie sein Anwalt mitteilte.

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Polizei nimmt zwei weitere Verdächtige fest.
Hamburg. Die Polizei hat mehreren Medienberichten zufolge zwei weitere Verdächtige im Mordfall Walter Lübcke festgenommen. Außerdem fanden die Ermittler Waffen bei Durchsuchungen mehrere Objekte. © Swen Pförtner Absperrband mit der Aufschrift «Polizeiabsperrung» ist vor dem Haus des verstorbenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) zu sehen. Die Polizei hat mehreren Medienberichten zufolge zwei weitere Verdächtige im Mordfall Walter Lübcke festgenommen. Laut „Spiegel Online“ handelt es sich dabei um einen Waffenhändler, der Stephan E. die Waffe lieferte, und den Vermittler des Geschäfts.

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