Panorama Bittere Vergangenheit: Heimkinder als „Menschenmaterial“ für medizinische Versuche

13:20  18 november  2016
13:20  18 november  2016 Quelle:   berliner-zeitung.de

Steph Curry ballert sich zum Dreier-Rekord

  Steph Curry ballert sich zum Dreier-Rekord Das gab es noch nie: Steph Curry versenkt in einem NBA-Spiel 13 Distanzwürfe und bricht damit eine Bestmarke. Der Mann von den Golden State Warriors ist die Highlight-Maschine des Basketballs. Ein Best-of in Videos. Ein paar Klicks im Internet können mitunter für Abwechslung sorgen - oder einfach zu großem Erstaunen. Wer also mal wieder so richtig baff sein möchte, der sollte der Suchleiste bei Youtube den Namen "Steph Curry" zuführen und ein wenig Zeit mitbringen. Zeit zum Staunen, Zeit zum Zurückspulen.

Für Pädagogik-Professor Christian Schrapper zeigen sich darin Auswirkungen der Nazi-Zeit. In den „Fürsorgeanstalten“ der 50er und 60er Jahre habe man den Geist nationalsozialistisch geprägter Vorstellungen über Minderwertigkeit wiedergefunden. Daraus ergebe sich das Verständnis von Heimkindern als „ Menschenmaterial , was für medizinische Versuche genutzt werden kann“. Laut Arzneimittelforscherin Wagner gab es in den 50er und 60er Jahren für die Durchführung von Pharmastudien in Westdeutschland keine rechtsverbindlichen und sanktionierbaren Vorschriften.

Schläge, Drangsalierungen, sexueller Missbrauch - eigentlich hätte man nach der historischen Aufarbeitung durch den Runden Tisch Heimerziehung 2010 annehmen können, das Schlimmste zu wissen. Wagner hat nach eigenen Angaben Belege für bundesweit rund 50 Versuchsreihen an Heimkindern gefunden. In den "Fürsorgeanstalten" der 50er und 60er Jahre habe man den Geist nationalsozialistisch geprägter Vorstellungen über Minderwertigkeit wiedergefunden. Daraus ergebe sich das Verständnis von Heimkindern als " Menschenmaterial , was für medizinische Versuche

Ralf Aust © dpa Ralf Aust

Ralf Aust erinnert sich noch daran, dass es Probleme in der Schule gab. Mit elf Jahren kam er dann nach Essen ins Heim. Die Eltern durften ihn zwei Stunden im Monat sehen. Über 50 Jahre später schwingen bei dem 63-Jährigen Wut und Verbitterung mit. Er hat viel geweint damals - geweint und gebrüllt, wie viele andere Kinder auch.

Medikamententests an Kindern: „Bei Kindern, die sich weigerten, habe die Schwester mit ihrem Finger nachgeholfen“

„Nach dem Mittagessen mussten wir uns hintereinander aufstellen, die Hand aufhalten und bekamen eine Tablette. Die mussten wir schlucken und hinterher den Mund aufmachen und zeigen, dass sie weg ist.“ Bei Kindern, die sich weigerten, habe die Schwester mit ihrem Finger nachgeholfen, bis in den Rachen. Anschließend war Ruhe. Mit dem Kopf auf verschränkten Armen auf dem Tisch seien sie eingeschlafen. Ob er im Essener Franz Sales Haus Versuchsobjekt von Medikamententests war - er weiß es nicht.

Murray nach Thriller Sieger über Nishikori bei ATP-Finals

  Murray nach Thriller Sieger über Nishikori bei ATP-Finals Andy Murray und Kei Nishikori haben am Mittwoch bei den mit 7,5 Mio. Dollar dotierten ATP-Finals in London ein Stück Tennis-Geschichte geschrieben. Im bisher längsten, auf zwei Gewinnsätze ausgetragenen Match der Turniergeschichte setzte sich der topgesetzte Brite nach nicht weniger als 3:20 Stunden mit 6:7(9),6:4,6:4 durch und trifft am Freitag im Spitzenduell auf Stan Wawrinka.Murray hat sich für die bittere Fünfsatz-Niederlage im Viertelfinale bei den US Open in New York an dem Weltranglisten-Fünften revanchiert.

Im Vordergrund der Versuche an Heimkindern standen demnach neue Psychopharmaka-Substanzen, die teilweise noch gar nicht in der Apotheke erhältlich waren oder die nach den Tests auch nie auf den Markt gebracht worden sind. Die Studie legt nahe, dass die Sorgeberechtigten der betroffenen Jungen und Mädchen nicht immer angemessen über die Versuche aufgeklärt wurden. Mitunter fehlte die Einverständniserklärung. Als problematisch beschreiben die Wissenschaftlerinnen zudem, dass Tests durchgeführt wurden, obwohl für die Minderjährigen keine positiven Auswirkungen erwartbar

Schläge, Drangsalierungen, sexueller Missbrauch - eigentlich hätte man nach der historischen Aufarbeitung durch den Runden Tisch Heimerziehung 2010 annehmen können, das Schlimmste zu wissen. Wagner hat nach eigenen Angaben Belege für bundesweit rund 50 Versuchsreihen an Daraus ergebe sich das Verständnis von Heimkindern als " Menschenmaterial , was für medizinische Versuche genutzt werden kann". Laut Arzneimittelforscherin Wagner gab es in den 50er und 60er Jahren für die Durchführung von Pharmastudien in Westdeutschland keine rechtsverbindlichen und

Die Arzneimittelforscherin Sylvia Wagner hatte mit der Veröffentlichung von ersten Ergebnissen ihrer Studie zu Medikamententests am Heimkindern in den 50er und 60er Jahren ungläubiges Entsetzen ausgelöst. Schläge, Drangsalierungen, sexueller Missbrauch - eigentlich hätte man nach der historischen Aufarbeitung durch den Runden Tisch Heimerziehung 2010 annehmen können, das Schlimmste zu wissen.

Bundesweit rund 50 Versuchsreihen an Heimkindern

Wagner hat nach eigenen Angaben Belege für bundesweit rund 50 Versuchsreihen an Heimkindern gefunden. Sie geht davon aus, dass wahrscheinlich Tausende Säuglinge, Kinder und Jugendliche als Versuchsobjekte für bis dahin unerprobte Medikamente herhalten mussten - etwa wie 1960 die 139 Säuglinge, Kinder und Jugendliche im Westberliner Elisabethstift für einen Impfstoff gegen Kinderlähmung. Oder für Tests mit Medikamenten, die den Sexualtrieb hemmten, und mit Psychopharmaka wie dem beruhigenden Decentan.

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Heimkinder als „ Menschenmaterial “. Die Arzneimittelforscherin Sylvia Wagner hatte mit der Veröffentlichung von ersten Ergebnissen ihrer Studie zu Medikamententests an Heimkindern in den 50er und 60er Jahren ungläubiges Entsetzen ausgelöst. Schläge, Drangsalierungen, sexueller Missbrauch – eigentlich hätte man nach der historischen Aufarbeitung durch den Runden Tisch Heimerziehung 2010 annehmen können, das Schlimmste zu wissen. Wagner hat nach eigenen Angaben Belege für bundesweit rund 50 Versuchsreihen an Heimkindern gefunden.

Gemeinsam ist diesen Versuchen , dass sie an Unfreiwilligen gemacht wurden, herab-gewürdigt zu Gegenständen, verfügbar gemacht als Nichtmenschen, entkleidet ihres Person-seins als Gegenüber der die Experimente Leitenden und Ausführenden. Die Begriffe Versuch und Experiment sind nicht für alle angeklagten Untaten anwendbar: Euthanasie-Programm, Skelettsammlung, Tötung von Tuberkulosekranken aus ökonomischen, rassenideologischen und seuchenhygienischen Interessen.

Allein mit Decentan hatte es laut Wagner Tests in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bayern, gegeben. Für sie ist das alles nur die Spitze des Eisbergs. „Ich stoße auf immer neue Studien für Medikamententests. Denen kann ich gar nicht alle nachgehen“, sagt die Wissenschaftlerin. Sie ist erstaunt, wie offen in Fachzeitschriften vor allem über Impfversuche an Heimkindern berichtet wurde.

In „Fürsorgeanstalten“ der 50er und 60er Jahre Auswirkungen der Nazi-Zeit spürbar

Für Pädagogik-Professor Christian Schrapper zeigen sich darin Auswirkungen der Nazi-Zeit. In den „Fürsorgeanstalten“ der 50er und 60er Jahre habe man den Geist nationalsozialistisch geprägter Vorstellungen über Minderwertigkeit wiedergefunden. Daraus ergebe sich das Verständnis von Heimkindern als „Menschenmaterial, was für medizinische Versuche genutzt werden kann“.

Am Anfang des Punk: Ein böses Lachen

  Am Anfang des Punk: Ein böses Lachen Vor 40 Jahren, am 26. November 1976, erschien "Anarchy in the U. K.", die erste Single der Sex Pistols. Die Radios boykottierten sie bald, die Plattenfirma kündigte die BandDrei Tage nach Erscheinen klagte Dave Goodman, Produzent der B-Seite („I Wanna Be Me“), weil auf dem Label ein falscher Produzent vermerkt war. Doch die richtigen Ärgernisse sollten erst kommen: In der TV-Talkshow des etwas überforderten Bill Grundy begann Sänger John Lydon vulgo Johnny Rotten laut eigener Aussage „nach zwei Tagen auf Speed und ohne Schlaf“ Four-letter-words zu verwenden, was damals noch für massive Erregung in den Zeitungen sorgen konnte.

Voller medizinischer güter. Es wurden hunderte von flachbildschirmen installiert, die arabische botschaften aus dem wahabittischen koran vermittelten. Egal ob schuldig oder nicht. So war es eigentlich immer in der Vergangenheit . Schaun wir mal, ob die Deutschen sich lieber vegan abschlachten lassen, oder wieder zu Sachsenkriegern werden, die ganze Landstriche wieder das Fürchten lehren und wieder Zigeunerschnitzel und Mohrenkopf cool finden.

Die NDR Recherchen zu den umstrittenen medizinischen Tests an Kindern in den 1970er-Jahren in Niedersachsen haben auch eine mögliche Verwicklung des Sozialministeriums ergeben. So ist einer der beteiligten Ärzte nach seiner Zeit in der Jugendpsychiatrie in die Behörde gewechselt, die für die Aufsicht über die Psychiatrien zuständig war. Der eigentliche Skandal ist aber nicht das Versagen einzelner Ärzte, sagt der Geschichtswissenschaftler Heiko Stoff von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).

Laut Arzneimittelforscherin Wagner gab es in den 50er und 60er Jahren für die Durchführung von Pharmastudien in Westdeutschland keine rechtsverbindlichen und sanktionierbaren Vorschriften. Bis zur Verabschiedung des Arzneimittelgesetzes 1978 wurden demnach Studien zum Nachweis der Sicherheit von Firmen nur in eigenem Interesse durchgeführt.

Pharmakonzern Merck öffnet Archiv

Der Pharmakonzern Merck hatte bei Bekanntwerden von Wagners Studie mitgeteilt, man habe damals unterschiedlichsten Einrichtungen die Testung des Neuroleptikum Decentan ermöglicht. Die Verantwortung liege bei dem Arzt, der das Medikament verabreicht habe. Der Konzern mit Sitz in Darmstadt hatte die Wissenschaftlerin in sein Archiv gelassen, wo sie die bisher einzigen 28 Nachnamen von Versuchskinder im Essener Franz Sales Haus fand. Trotzdem hat das Haus bisher nur einen ausfindig machen können.

Ralf Aust hat nach seiner Entlassung aus dem Heim ein normales Leben gelebt, sagt er. Mit den Berichten über die Studie holen ihn die Ereignisse von damals wieder ein. „Das soll nie wieder passieren“, sagt er. Darum erzählt er in aller Öffentlichkeit von sich.

Japan plant Supercomputer einen Sprung in die technologische Zukunft .
© REUTERS / Thomas Peter / Datei Foto Japans Premierminister Shinzo Abe spricht während einer Pressekonferenz in seiner offiziellen Residenz in Tokio. Japan plant den Bau des schnellsten bekannten Supercomputers der Welt Rüsten Sie die Hersteller des Landes mit einer Plattform für Forschung aus, die ihnen helfen könnte, fahrerlose Autos, Robotik und medizinische Diagnostik zu entwickeln und zu verbessern.

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