Panorama Dutzende Kältetote – Hunderte Flüge annulliert

22:50  07 januar  2017
22:50  07 januar  2017 Quelle:   20min.ch

Israelische Polizei befragt Netanjahu

  Israelische Polizei befragt Netanjahu Israels Ministerpräsident Netanjahu soll von Geschäftsleuten verbotenerweise Geschenke angenommen haben. Ermittler befragten ihn dazu stundenlang in seinem Amtssitz. Der Regierungschef gibt sich betont gelassen. Die Polizei befragte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erstmals zu dem Verdacht. Die Vernehmung in seinem Jerusalemer Amtssitz durch Mitglieder des Sonderermittlungsteams Lahav 433, auch bekannt als "israelisches FBI", habe drei Stunden gedauert, teilte ein Polizeisprecher am späten Montagabend mit.

  Dutzende Kältetote – Hunderte Flüge annulliert © Bereitgestellt von 20 Minuten

Der Winter hat Europa fest im Griff. Die Kälte hat bereits mehrere Todesopfer gefordert: In Polen sind in den letzten zwei Tagen nach aktuellen Kenntnissen zehn Menschen erfroren. Auch in der Ukraine sind vier Personen der Kälte zum Opfer gefallen. An der bulgarisch-türkischen Grenzen haben Anwohner in einem Waldgebiet derweil die Leichen zweier erfrorener Iraker gefunden – offensichtlich Flüchtlinge.

Der Winter behindert auch den Personen- und Güterverkehr: In der türkischen Millionenmetropole Istanbul mussten seit Freitag wegen der heftigen Schneestürme am Flughafen Atatürk derweil Hunderte Flüge gestrichen werden. Der Bosporus – eine der wichtigsten Wasserstrassen der Welt – wurde am Samstagmorgen für den Schiffsverkehr gesperrt. Auch in Serbien türmte der Wind den Schnee am Freitag bis zu zwei Meter hoch. Selbst in Neapel schneite es.

Polen erleidet «den tragischsten Tag dieses Winters»

In Teilen Polens liegen die Temperaturen seit Donnerstag bei minus 20 Grad und darunter. Nach Angaben der Wetterexperten dürfte sich die Kältewelle am Wochenende fortsetzen. Neben mindestens zehn Kältetoten starben zwei weitere Menschen, weil sie an Kohlenmonoxid aus defekten Heizungen erstickten.

Der Freitag sei bislang «der tragischste Tag in diesem Winter», sagte die Sprecherin des Regierungszentrums für nationale Sicherheit (RCB), Bozena Wysocka. Der Wintersturm tobte am Freitag mit bis zu 90 Kilometern pro Stunde durch die Gebirge im Süden des Landes. In der Region Rybnik fiel bei mehr als 2000 Menschen die Heizung aus. In der westukrainischen Region Lwiw starben vier Menschen an den Folgen der Kälte.

Krisenzentrum in Istanbul eingerichtet

In Istanbul sei die Sichtweite auf dem Bosporus zeitweise unter 100 Meter gefallen. Auch die Bosporusfähren zwischen der europäischen und der asiatischen Seite Istanbuls stellten den Verkehr ein. Turkish Airlines allein musste Hunderte Flüge vom Flughafen Atatürk gestrichen. Dutzende weitere Airlines waren betroffen.

Anadolu berichtete am Samstag, stellenweise seien in Istanbul über Nacht bis zu 40 Zentimeter Schnee gefallen. Die heftigen Niederschläge bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt führten zu starken Verkehrsbehinderungen in der hügeligen Stadt. Der Gouverneur von Istanbul richtete ein Krisenzentrum ein.

Eine Kaltfront hatte bereits am Freitag zu einem Temperatursturz in der Stadt geführt. Am Abend hatte zusätzlich zu stürmischen Winden dichter Schneefall eingesetzt, der den Vorhersagen zufolge noch den Samstag über andauern sollte. Auch für kommende Woche ist Schnee vorhergesagt.

Windgeschwindigkeiten bis 160 Stundenkilometer in der Adria

In Italien traf der Sturm unter anderem die im Sommer von einem Erdbeben verwüsteten Gegenden. Auf Sizilien und in Neapel mussten Fähren im Hafen bleiben. In der Stadt am Vesuv schneite es zum ersten Mal seit langer Zeit wieder. Züge fielen aus, Strassen wurden gesperrt. In Rom trotzten rund 35000 Gläubige der Kälte und warteten auf dem Petersplatz auf den Segen von Papst Franziskus zum Dreikönigstag.

In der Adria wütete der Sturm mit Spitzengeschwindigkeiten von 160 Stundenkilometern. Kroatien stoppte den Fährverkehr zu einigen Inseln. Auch Brücken wurden gesperrt.

Verkehrschaos und abgeschnittene Dörfer in Südosteuropa

In Rumänien blieben am Freitag zahlreiche Autos im Schnee stecken. Rettungskräfte holten 90 Menschen aus liegen gebliebenen Fahrzeugen. Rund 30 weitere Personen harrten noch in ihren Autos aus. Die Behörden evakuierten 622 Dialysepatienten und 126 Schwangere. Wegen zugeschneiter Gleise fielen mehr als 40 Züge aus.

In Bulgarien schnitt der Schneesturm die Stromversorgung für rund 650 Dörfer ab. Im Norden Albaniens arbeiteten sich die Rettungsdienste durch bis zu 120 Zentimeter hohen Schnee in abgeschnittene Dörfer vor. Auch der Strom fiel vielerorts aus. (mch/sda)

Flughäfen, Fluggesellschaften, die sich von einem Computerausfall am US-Zoll erholen .
© Joe Raedle, Getty Images Ein US-Zoll- und Grenzschutzbeauftragter am internationalen Flughafen Miami am 4. März 2015. Fluggesellschaften, Flughäfen und Reisende im ganzen Land arbeiten daran, sich zu erholen Ein Computerfehler am Montagabend, bei dem US-Zoll- und Grenzschutzverarbeitungssysteme an zahlreichen Flughäfen für mehrere Stunden abgeschaltet wurden. Der Ausfall begann gegen 17 Uhr.

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