Panorama BGH-Urteil: Eltern dürfen Facebook-Konto der toten Tochter einsehen

12:51  12 juli  2018
12:51  12 juli  2018 Quelle:   berliner-zeitung.de

In ganz Deutschland: Linke Aktivisten benennen Straßennamen nach NSU-Opfern

  In ganz Deutschland: Linke Aktivisten benennen Straßennamen nach NSU-Opfern In ganz Deutschland: Linke Aktivisten benennen Straßennamen nach NSU-OpfernMit der Aktion wolle man „das Ausmaß rassistischer Gewalt sichtbar machen und den Opfern des NSU und ihren Angehörigen Respekt erweisen“, hieß es. Zudem äußerte die IL Kritik an den Behörden und an der Bundesanwaltschaft. Diese habe die Aufklärung des Terrornetzwerks verhindert und staatliche Beteiligung vertuscht.

Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können. BGH - Urteil : Eltern dürfen Facebook - Konto der toten Tochter einsehen . Diese Fragen trieb eine verzweifelte Mutter aus Berlin bis nach Karlsruhe - zum Bundesgerichtshof (BGH).

Facebook muss den Eltern eines toten Mädchens als Erben Zugang zu dem seit fünfeinhalb Jahren gesperrten Nutzerkonto der Tochter gewähren. Das hat der Bundesgerichtshof ( BGH ) in Karlsruhe in letzter Instanz entschieden. Die Richter hoben am Donnerstag (Az. III ZR 183/17) ein Urteil des

Facebook App auf dem Handy: dpa © dpa dpa

Warum? Warum ist eine 15-jähriges Mädchen tot? Warum wurde sie von einer U-Bahn überrollt? War es ein Unfall, war es Suizid? Diese Fragen trieb eine verzweifelte Mutter aus Berlin bis nach Karlsruhe - zum Bundesgerichtshof (BGH).

Sie hatte sich in ihrer Verzweiflung durch alle Instanzen geklagt, um in den Facebook-Account ihrer Tochter nach Antworten suchen zu können. Sie erhoffte sich in den Posts Hinweise zu finden, die auf einen möglichen Suizid hindeuten würden. Um endlich trauern zu können.

Der Zugang zum Konto des sozialen Netzwerkes wurde der Mutter verwehrt - von Facebook. Aber die Frau gab auf der Suche nach Antworten nicht auf. Und bekam am Donnerstagvormittag in letzter Instanz Recht. Die obersten deutschen Zivilrichter stellten mit ihrem Urteil das digitale Erbe dem analogen gleich. Erstmals wurde das Urteil live beim TV-Sender Phoenix übertragen.

Fall vor Bundesgerichtshof: Angehörige wollen Chats von verstorbener Tochter lesen

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BGH - Urteil Facebook muss Eltern Zugriff auf Nachrichten verstorbener Tochter gewähren. Erben dürfen auf das Facebook - Konto eines Verstorbenen zugreifen. Dieses richtungsweisende Urteil verkündete der Bundesgerichtshof in Karlsruhe.

Facebook muss den Eltern eines toten Mädchens Zugang zum gesperrten Nutzerkonto der Tochter gewähren. Das hat der Bundesgerichtshof in letzter Instanz BGH : Eltern haben Zugriff auf Facebook - Konto . Wenn das eigene Kind vor einem stirbt, ist das für die Eltern verheerend genug.

Wie David gegen Goliath

Es war wie ein Kampf David gegen Goliath, den die Mutter und der Vater des Mädchens seit Jahren gegen den milliardenschweren Internetgiganten Facebook führten. Nun aber können sie aufatmen: Laut BGH muss Facebook den Eltern Zugang zum Account ihres toten Kindes gewähren.

Vor sechs Jahren starb die 15-jährige Tochter der Frau im U-Bahnhof Schönleinstraße in Kreuzberg. Das Mädchen wurde von einem einfahrenden Zug überrollt. Die Polizei schloss damals ein Fremdverschulden aus.

Seitdem stritten die Eltern mit dem Internetkonzern um den Zugang zum Facebook-Account der Tochter. Sie wollten wissen, warum ihr Kind sterben musste. Zwei Gerichtsinstanzen hat die Mutter, die Klägerin ist, bereits hinter sich. Die Prozesse seien für die Eltern des Mädchens zermürbend, hatte der Anwalt der Mutter einmal gesagt.

Was mit den Facebook-Daten von Toten passiert

  Was mit den Facebook-Daten von Toten passiert Was mit den Facebook-Daten von Toten passiertWenn das eigene Kind vor einem stirbt, ist das für die Eltern verheerend genug. Eine Mutter in Berlin muss seit dem Tod ihrer Tochter zusätzlich einen zähen Rechtsstreit ausfechten. Weil die Jugendliche unter bis heute ungeklärten Umständen starb, erhofften sich die Eltern vom ihrem Facebook-Account Antworten. Um Zugriff zu erhalten, verklagten sie das soziale Netzwerk. Der Fall ist mittlerweile bei der höchsten Instanz, dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe angelangt. Ein Urteil wird für diesen Donnerstag erwartet.

12.07.2018, 18:35. Urteil : Eltern dürfen Facebook - Konto toter Tochter einsehen . Das hat der Bundesgerichtshof ( BGH ) in Karlsruhe in letzter Instanz entschieden.

Eltern dürfen als Erben auf das Facebook - Konto ihrer verstorbenen Tochter zugreifen. Das entschied der Bundesgerichtshof ( BGH ) in Karlsruhe am Donnerstag im Fall einer Mutter, der das Onlinenetzwerk diesen Zugang verwehrt hatte.

Im Gedenkzustand eingefroren

Die Mutter hatte ihrer Tochter im Jahr 2011 erlaubt, sich bei Facebook anzumelden. Da war das Mädchen 14 Jahre alt. Bedingung der Mutter: Die Tochter musste ihr das Passwort nennen. Zur Sicherheit, die Mutter wollte so bei einem Missbrauch jederzeit eingreifen können.

Nach dem Tod der Tochter konnte sich die Mutter aber trotz des richtigen Passworts nicht mehr bei Facebook anmelden, um den virtuellen Nachlass zu sichten. Facebook hatte das öffentlich sichtbare Profil des Kontos bereits im sogenannten Gedenkzustand eingefroren – mit dem Zusatz „In Erinnerung an“.

Der Gedenkzustand wird aktiviert, wenn jemand dem sozialen Netzwerk den Tod des Nutzers meldet. Das Konto ist dann nicht mehr einsehbar, es eine Art virtuelles Kondolenzbuch. Unklar ist, wer den Tod der Schülerin angezeigt hatte. Die Eltern waren es nicht. Ihr Wunsch, in den Account der Tochter schauen zu dürfen, wurde von Facebook verwehrt. Die Mutter klagte.

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Facebook muss den Eltern eines toten Mädchens als Erben Zugang zu dem seit fünfeinhalb Jahren gesperrten Nutzerkonto der Tochter gewähren. Das hat der Bundesgerichtshof ( BGH ) in Karlsruhe in letzter Instanz entschieden. Die Richter hoben am Donnerstag ein Urteil des Berliner

Berliner Landgericht gab ihr Recht

In erster Instanz vor dem Berliner Landgericht bekam sie zunächst Recht. Ende 2015 urteilten die Richter, dass Facebook den Eltern Einblick in das Konto der Tochter gewähren müsse. Facebook ging gegen die Entscheidung vor. Das soziale Netzwerk berief sich auf die Persönlichkeitsrechte Dritter, die zu schützen seien.

Das Kammergericht gab in der folgenden Berufungsverhandlung nach langer Beratung dem Internetunternehmen Recht und wies Mitte vergangenen Jahres die Klage der Mutter ab. Begründung: Der Schutz des Fernmeldegeheimnisses stehe dem Anspruch der Erben entgegen, Einsicht in die Kommunikation der Tochter mit Dritten zu erhalten.

Die Richter am Kammergericht ließen aber eine Revision ausdrücklich zu – um die nun gefallene Grundsatzentscheidung zu erstreiten. Denn die Vererbbarkeit digitaler Inhalte ist juristisches Neuland. Schon am ersten Verhandlungstag vor dem BGH Ende Juni dieses Jahres ließ der Zivilsenat unter dem Vorsitzenden Richter Ulrich Herrmann nach einstündiger Verhandlung eine Tendenz erkennen, die den Eltern Hoffnung gab. Diese hat sich nun erfüllt.

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