Sport Zwickau und die "echt blöden zehn Minuten"

21:20  11 september  2021
21:20  11 september  2021 Quelle:   kicker.de

Zwickau lässt „Hängt die Grünen“-Plakate abhängen

  Zwickau lässt „Hängt die Grünen“-Plakate abhängen Zwickau. Auf Anweisung der Stadt Zwickau müssen die mit einem Mordaufruf versehenen Wahlplakate der rechtsextremen Partei „Der III. Weg“ abgehängt werden. Die Plakate mit dem Slogan „Hängt die Grünen“ müssen innerhalb von drei Tagen nach Erhalt der Beseitigungsverfügung entfernt werden. © Stefan Puchner Eine Statue der Göttin Justitia mit Waagschale (Symbolbild). Das teilte die Stadtverwaltung am Mittwoch mit. Begründet wird die Anordnung mit einem „Verstoß gegen die öffentliche Ordnung und gegen den Anstand und die Würde des Menschen“.

Die 1:3-Niederlage gegen den SC Verl besiegelte beim FSV Zwickau einen neuen - allerdings negativen - Vereinsrekord: Sieben Spiele ohne Sieg - so schlecht wie im sechsten Drittliga-Jahr ist der FSV noch nie in die Saison gestartet.

Davy Frick (li. FSV Zwickau), hier im Duell mit  Verls Ron Berlinski, erlebte mit seinem Team © imago images/Kruczynski Davy Frick (li. FSV Zwickau), hier im Duell mit  Verls Ron Berlinski, erlebte mit seinem Team "echt blöde zehn Minuten".

Wachsmuth und Enochs hadern mit Fehlerquote und Chancenverwertung

Dabei begann das Duell gegen den SC Verl vielversprechend: Die Sachsen traten mutig auf, erspielten sich erste Chancen und gingen in der 36. Minute per Schikora-Kopfball in Front. Doch wie in den drei vorherigen Heimspielen gelang es Zwickau wieder nicht, diese Führung zu verteidigen. Denn dann kam das, was Frick nach Spielende am Mikrofon von MagentaSport als "echt blöde zehn Minuten" betitelte: Vor der Halbzeit drehte Verl die Partie durch einen Doppelschlag von Sapina (43.) und Schäfer (45.) und erhöhte direkt nach Wiederanpfiff durch Rabihic (46.) auf 3:1 - die frühe Vorentscheidung.

Zwickau: Staatsanwaltschaft muss gegen die rechtsextreme Partei »Der III. Weg« ermitteln

  Zwickau: Staatsanwaltschaft muss gegen die rechtsextreme Partei »Der III. Weg« ermitteln Wegen radikaler Wahlplakate mit dem Slogan »Hängt die Grünen« wollte die Staatsanwaltschaft Zwickau nicht ermitteln. Jetzt muss sie es – die Generalstaatsanwaltschaft zwingt sie dazu. © Carsten Koall/ Getty Images Nun gibt es doch ein Ermittlungsverfahren in Zwickau. Anfang der Woche waren dort Wahlplakate der rechtsextremen Partei III. Weg aufgetaucht, auf denen der Slogan »Hängt die Grünen« stand. Die Staatsanwaltschaft sah darin keinen Straftatbestand und mochte nicht ermitteln. Man wisse nicht, »wer konkret angesprochen wird«, hieß es als Begründung.

"Ich glaube, es war wieder mal ein Spiel, was unnötig war zu verlieren. Und trotzdem haben wir es wieder einmal nicht geschafft, einfach mehr Sachen richtig zu machen als falsch", fasste Toni Wachsmuth, Zwickaus Sportdirektor, beim MDR die hohe Fehlerquote zusammen. Denn schaut man sich die Gegentreffer an, ging jedem Tor ein individueller Fehler voraus: Coskuns Kopfballverlängerung brachte Vorlagengeber Rabihic ins Spiel, Königs Klärungsversuch wurde direkt zum Assist, und Frick und Butzen liefen sich gegenseitig um.

Während die Gäste aus Verl die Fehler des Gegners eiskalt nutzten, ließ Zwickau auf der Gegenseite die Effektivität vor dem Tor vermissen. Zum einen brauche der FSV aktuell zu viele Chancen, um ein Tor zu erzielen, fasste Wachsmuth zusammen, zum anderen sei der letzte Pass häufig so ungenau, dass daraus nicht einmal Chancen entstünden.

Trotz Doppelschlag: Kein Sieger zwischen Zwickau und Halle

  Trotz Doppelschlag: Kein Sieger zwischen Zwickau und Halle Die Flutlichtpartie zwischen Zwickau und Halle endet nach einem Tor-Doppelschlag im zweiten Durchgang im Remis. Zwickau läuft nach erneuter Führung immer noch dem ersten Saisonsieg hinterher. © imago images/Kruczynski Belohnt sich in der ersten Hälfte mit dem Führungstreffer: Marco Schikora vom FSV Zwickau. FSV verspielt erneut FührungZwickaus Coach Joseph Enochs brachte nach dem 1:3 gegen Verl vier neue Kräfte in die Anfangsformation: Jansen, Göbel, Starke und Gomez rückten für Möker, Hauptmann, Willms und Lokotsch in die Startelf.

„Wir brauchen viel zu viele Chancen, um ein Tor zu schießen - oder aber der letzte Pass ist einfach so ungenau, dass wir nicht einmal eine richtige Chance haben.“ (Toni Wachsmuth)

Und so sieht es danach aus, als stünde Zwickau die befürchtete schwere Saison bevor, die bei Trainer Joe Enochs Erinnerungen an 2019 weckte, als der Verein am letzten Spieltag erst den Klassenerhalt sichern konnte. Eine Situation, die man unbedingt vermeiden wolle, so der Trainer, der hinzufügte: "Das heißt, dass wir halt langsam punkten müssen - das heißt nicht nur einen Punkt, sondern drei Punkte mitnehmen müssen."

Die Chance dazu haben die Sachsen bereits am Mittwoch, wenn das Nachholspiel gegen eine "verdammt gute Mannschaft" vom Halleschen FC ansteht. Trotz der schweren Aufgabe schreibt Wachsmuth das Team nicht ab: "Obwohl wir nicht so viele Punkte haben und noch keinen Sieg geholt haben, können wir der Mannschaft nicht vorwerfen, dass sie nicht alles gibt - und das ist erstmal die Grundtugend, die Grundbasis." Eine Basis, die für den FSV wichtig sein wird, um den Negativtrend zu stoppen.

Bär fehlt Sechzig gegen Zwickau .
Ein teuer bezahlter Punkt schien das 1:1 von 1860 München beim Halleschen FC gewesen zu sein. Zum Teil Entwarnung gab es am Montag hinsichtlich der beiden verletzten Profis. © imago images/Christian Schroedter Die Schulter schmerzt: Marcel Bär musste das Spiel in Halle frühzeitig verlassen. Tallig steht wohl bereitBinnen weniger Sekunden mussten Erik Tallig und Marcel Bär in der zweiten Hälfte der Partie beim HFC (1:1) ihren Dienst quittieren. Tallig ging wegen einer Blessur am Kopf, Bär wegen starker Schulterschmerzen (57.).

usr: 1
Das ist interessant!