Sport NFL: Kontrolliertes Chaos und Designer-Shots: Wie funktionieren Big Plays in der NFL?

13:40  24 september  2021
13:40  24 september  2021 Quelle:   spox.com

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Zwei Wochen sind vorüber, die NFL-Saison ist in vollem Gange - und erste Trends sind erkennbar. Defenses stellen sich zunehmend um, doch Offenses finden andere Ansätze. Mal im kontrollierten Chaos, mal im gezielten Isolieren von Matchups. Worauf müssen Defenses derzeit besonders achten?

Wie kreieren NFL-Teams in dieser Saison Big Plays? SPOX geht in die Analyse. © Bereitgestellt von SPOX Wie kreieren NFL-Teams in dieser Saison Big Plays? SPOX geht in die Analyse.

Auch in der modernen NFL gilt: Big Plays sind Trumpf!

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Laut einer PFF-Studie im Zeitraum von 2016 bis einschließlich 2020 besteht bei Drives, bei denen die Offense kein einzelnes Play über mindestens zehn Yards schafft, eine um zehn Prozent niedrigere Wahrscheinlichkeit, dass der Drive in einem Touchdown endet.

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Letztes Jahr hatten nur drei Teams eine durchschnittliche Target-Tiefe - also wie weit der Ball im Schnitt geworfen wird - von weniger als sieben Yards, zehn hatte eine von neun Yards oder mehr. Über die ersten beiden Spiele - in der zugegebenermaßen kleineren Sample Size - haben elf Quarterbacks eine Target-Tiefe von mindestens neun Yards, vier (Wilson, Brady, Lawrence, Allen) liegen sogar jenseits der zehn Yards.

Für mehrere Jahre waren dabei vor allem tiefe Play-Action-Crosser und generell Shot Plays aus Play Action das Nummer-1-Mittel, um Big Plays zu erzielen - das ist ein maßgeblicher Grund dafür, dass die von den Seahawks einst so dominant gespielten Single-High-Defenses, also ein tiefer Safety, zunehmend seltener gespielt werden: Teams konnten den tiefen Safety zu sehr mit etwa tiefen Over-Routes vor und einer Post hinter ihm in unmögliche Situationen bringen.

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Ohne einen herausragenden Free Safety waren Defenses zu anfällig im vertikalen Passspiel. Das konnte man auch bei jenen Seahawks beispielhaft beobachten, wenn Seattle mal auf Earl Thomas verzichten musste. Eine ganz prägende Phase war dann der Saison-Schlussspurt der Los Angeles Rams 2018, als L.A. zunächst die Liga komplett mit einer vertikalen Play-Action-Offense zerlegte - ehe Vic Fangios Bears-Defense mit viel 2-High-Strukturen die Shot Plays vor allem bei Early Down eliminierte.

Diese Taktik setzte sich durch, auch Belichick nutzte Elemente davon im Super Bowl gegen die Rams und erstickte die erst wenige Wochen zuvor scheinbar nicht zu stoppende Offense ebenfalls komplett.

Aus Fangios "Lehre" ging dann auch Brandon Staley hervor, der eine nochmals leicht angepasste Variante dieser Defense letztes Jahr bei den Rams spielen ließ - und die beste Defense der Liga aufs Feld zauberte. Getrieben von zwei der dominantesten Verteidiger der Liga in Aaron Donald und Jalen Ramsey konnten die Rams mit ihren Safety-Rotationen den Run trotz konstant leichter Box stoppen, und gleichzeitig auch Big Plays im Passspiel verhindern.

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Es erfordert immense Geduld, gegen diese Art Defense zu spielen; das Spiel der Packers gegen Detroit am Montagabend war ein Musterbeispiel dafür. Die Lions saßen sehr lange mit zwei Safeties tief, sodass Aaron Rodgers immer wieder den kurzen Pass suchen und seinem Run Game vertrauen musste. Defenses fordern Offense so heraus, lange Drives mit wenig Spielraum für Fehler hinzulegen. Und Offenses müssen Wege finden, trotzdem vertikal zu attackieren.

Wie attackieren Teams tief? Wenn Safeties zum Opfer werden

Ein Effekt dieser vielen 2-High-Formationen ist allerdings auch, dass man anfällig für vertikale Routes aus dem Slot wird. Letzteres sind kein neues Phänomen, Teams wie die Chiefs oder auch die Seahawks nutzen das mit Spielern wie Tyreek Hill und Tyler Lockett schon seit Jahren. In Arizona wird auch Christian Kirk dieses Jahr vermehrt vertikal aus dem Slot eingesetzt, die Broncos spielen es mit K.J. Hamler ebenfalls gerne so, und es gibt weitere Beispiele.

Diese Shot Plays sind besonders effektiv, wenn man einen explosiven Slot-Receiver dann gegen die Zone Coverage tief gegen einen Safety isolieren kann. Seattle spielte das in Woche 1 gegen die Colts, die schon seit einer Weile primär eine 2-High-Defense spielen, mit großem Erfolg; gleich der erste Touchdown von Lockett war ein solches Play.

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  NFL: Kontrolliertes Chaos und Designer-Shots: Wie funktionieren Big Plays in der NFL? © Bereitgestellt von SPOX

Die Seahawks erwischen hier auch das perfekte Timing, weil Indianapolis blitzt und so noch mehr Räume für Lockett bietet. Die Route-Kombination ist perfekt dagegen, der äußere Slot-Receiver beschäftigt den zweiten tiefen Safety, der Outside-Receiver hält den Corner kurz und so kann Lockett den Safety tief alleine schlagen - was ihm auch mit einem spektakulären Play gelingt.

Und es war nicht das einzige Mal in diesem Spiel, dass Seattle dieses Matchup erzwingen konnte. Nicht einmal das einzige Mal in der ersten Hälfte, denn der 69-Yard-Touchdown von Lockett kurz vor der Pause erfolgte nach einem ähnlichen Muster:

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Dieses Mal ist es gegen die "klassische" Colts-Defense, wie Indianapolis sie häufig spielt - und wie man sie mehr und mehr in der NFL sieht. Zwei tiefe Safeties, dieses Mal attackiert Seattle die Safeties mit den Receivern von außen. Metcalf (unterer Bildrand) und Lockett (oben) laufen vertikale Routes, in Kombination mit kurzen Out-Routes auf beiden Seiten aus dem Slot.

Weil der Linebacker auf Locketts Seite Coverage-Verantwortungen Underneath und in der Mitte hat, muss der Outside-Corner die kurze Out-Route respektieren. Metcalf wird zwar via Safety und Outside-Corner gedoppelt, Lockett aber steht abermals tief Eins-gegen-Eins. Das ist exzellentes Kreieren von Matchups.

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Mehrfach gelang es den Seahawks in diesem Spiel, und die Rams eine Woche später knüpften gegen die Colts genau da an: Auch L.A. attackierte gezielt über Slot-Receiver Cooper Kupp die Safeties.

McVay gelang das auch gegen eine Single-High-Formation - also mit nur einem Safety tief -, indem er Slot-Receiver Cooper Kupp ins Backfield stellte und ihn von da aus die Seam Route laufen ließ, welche Strong Safety Khari Willis auf den Hosenboden setzte.

Die Raiders-Offense mit der Hommage an die Chiefs

Die Las Vegas Raiders sind ebenfalls ein auffälliges Team, was das vertikale Passspiel angeht, und das bereits seit letztem Jahr. Nur Tyreek Hill fing 2020 mehr Deep-Passing-Touchdowns (Pässe, die mindestens 20 Downfield fliegen) als Nelson Agholor, und auch wenn Agholor weg ist, wirft Carr den Ball weiter tief.

Über zwei Spiele hat er bereits zwölf solcher Pässe geworfen, damit liegt er gleichauf mit Kyler Murray und Tom Brady auf dem geteilten vierten Platz. Und auffällig ist, wie sehr sich die Raiders in ihrem offensiven Playbook bei den Kansas City Chiefs bedienen.

Beide Teams haben einen gewaltigen X-Faktor: Dominante Tight Ends. Travis Kelce und auch Darren Waller sind riesige Matchup-Vorteile, sie sind beide der Motor ihrer jeweiligen Passing-Offense, und sie fangen nicht nur sehr viele Bälle - sie öffnen auch Räume.

Kansas City isoliert Kelce schon seit Jahren gerne auf einer Seite der Formation, mit drei Wide Receivern auf der anderen Seite. Das zwingt die Defense, ein Stück weit ihre Coverage zu "verraten", je nachdem, wer gegenüber Kelce steht - und dass Kelce auch sehr gute Cornerbacks Eins-gegen-Eins schlagen kann, haben nicht zuletzt die Browns und Denzel Ward in den Playoffs letztes Jahr in einer solchen Situation zu spüren bekommen.

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Die Raiders kamen gegen Pittsburgh ebenfalls mit der 3x1-Formation zu ihrem Big Play des Tages, der 61-Yard-Touchdown von Henry Ruggs. Pittsburgh ist in Single-High-Coverage, auch wenn sie es Pre-Snap etwas unklar halten. Der Strong Safety Terrell Edmunds geht nach dem Snap nach vorne in die Box und übernimmt Hunter Renfrow aus dem Receiver-Bunch - das ist für sich betrachtet schon ein nettes Matchup für die Raiders.

Das Shot Play kommt aber woanders zustande: Der tiefe Safety nämlich spielt nicht wirklich einfach das Zentrum, sondern er hält sich eher auf Wallers Seite - das ist der Effekt des Elite-Tight-Ends.

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Das wiederum bringt Cornerback Akhello Witherspoon (unterer Bildrand) in die undankbare Position, das gesamte Feld gegen Ruggs, einen der schnellsten Receiver in der NFL, verteidigen zu müssen. Wenig überraschend läuft Ruggs einfach an Witherspoon vorbei und fängt den tiefen Touchdown.

Matchups kreieren ist immer noch der primäre Offense-Schlüssel in der NFL, und der Elite-Tight-End ist die beste individuelle Waffe, um das zu erreichen.

Die Arizona Cardinals: Kontrolliertes Chaos

Play-Caller in der NFL haben den Ruf, gigantische Kontrollfreaks zu sein. Jedes Play wird bis ins kleinste Detail geplant, und die Offense - angefangen mit dem Quarterback - soll dieses dann auch exakt nach Plan umsetzen. Arizona stellt über die ersten beiden Spiele die Frage in den Raum: Wie viel unplanbares Chaos parallel zum strukturierten Teil der Offense kann funktionieren?

Ein "wichtiges Thema" seien die Scramble-Drills gewesen, betonte Cardinals-Coach Kliff Kingsbury nach dem Sieg über die Minnesota Vikings am Sonntag, "letztes Jahr, und dann in der Offseason. Wenn man sich einige der Top-Offenses anschaut, Mahomes, Rodgers, Lamar, Josh Allen - diese Jungs kreieren, in der zweiten Phase des Plays. Nichts im Football ist schwieriger zu verteidigen als ein Broken Play."

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Über die ersten beiden Spiele wandern die Cardinals auf dem schmalen Grat dazwischen: Mit einem Quarterback, der spektakuläres Big Play auf spektakuläres Big Play kreiert, was Arizonas Offense unvorhersehbar und teilweise nicht zu verteidigen macht.

Diese Big Plays gleichzeitig kommen mit einem Preis; einerseits wird das Risiko auf negative Plays erhöht, andererseits kann es aus offensiver Sicht schwer sein, eine schematische Baseline zu kreieren, auf die man notfalls zurückfallen kann, und es ist generell umso schwieriger, schematisch eine Identität aufzubauen, in der Plays ineinandergreifen, wenn der Quarterback derartige kreative Freiheiten hat.

Scramble Drill: Wie viel Chaos funktioniert noch?

Deshalb ist es ein schmaler Grat, und eine "mal damit gewinnen, mal damit verlieren"-Situation.

Murray beschrieb den spektakulären 77-Yard-Touchdown zu Rondale Moore nach dem Vikings-Spiel so: "Das sind alles Reaktionen, alles Instinkt, da raus zu kommen, zu verstehen, welche Konzepte wir laufen und wo die Jungs sind, wenn ich scramble. Wir arbeiten jede Woche am Scramble Drill, und es freut mich, dass sich das auszahlt. Der Touchdown zu Hop war ein Scramble, der Touchdown zu Rondale war ein Scramble. Das ist etwas, wo man gut sein muss, wenn man einen mobilen Quarterback hat."

Die Cardinals haben die improvisierten Plays ein Stück weit in ihr Playbook mit aufgenommen. Das sind einerseits die - so weit das möglich ist - einstudierten Scrambles; eines von Murrays spektakulärsten Plays gegen die Titans, als er mehreren Pass-Rushern quer über das Feld auswich und dann Moore fand, war ebenfalls bei einem Scramble und auch beim ersten Touchdown zu DeAndre Hopkins in Woche 1 ging er vielleicht etwas zu früh aus der Pocket, fand so aber seinen Star-Receiver mit etwas Verspätung.

Arizona gibt Murray aber auch mehr Freiheiten - und Rushing-Gelegenheiten - aus Empty, insbesondere in der Red Zone. Murray hatte laut den Stats von Sharp Analysis letztes Jahr nur neun Dropbacks aus Empty in der Red Zone, sowie keinen einzigen Run aus Empty in der Red Zone. Quarterback-Runs, und davon gab es auch 2020 einige, waren in erster Linie Option-Plays, dieses Jahr ist das anders.

Die Cardinals haben ihre Offense für Murray mehr geöffnet, sie geben ihm mehr Freiheiten, auch an der Line of Scrimmage. Bereits zwei Mal in den ersten beiden Partien identifizierten Murray und der neue Center Rodney Hudson Pre-Snap einen aggressiven Blitz, Murray wählte sein Matchup Pre-Snap - in beiden Fällen war es Christian Kirk aus dem Slot mit einer vertikalen Route - und bestrafte die Defense.

Kyler Murrays einfache Gesamtrechnung

"Das ist das dritte Jahr im System, und wir geben ihm die Freiheit an der Line, Dinge zu verändern, je nachdem, was er sieht", bestätigte Kingsbury nach dem Titans-Spiel. "Und ich denke, er fühlt sich damit zunehmend wohler."

Die Cardinals spielen eine Art "Playmaker-Offense". Die Big Plays kommen aus einer Mischung aus vorteilhaften Matchups - Kirk im Slot, A.J. Green Eins-gegen-Eins, DeAndre Hopkins je nach Situation und Gegenspieler -, Pre-Snap-Recognition und entsprechenden Anpassungen, sowie Kyler Murrays Kreativität.

In dieser Kombination ist die Offense brandgefährlich. Und es sollte nicht der Eindruck entstehen, dass Arizona ausschließlich über Murrays Kreativität Big Plays kreiert; in beiden Spielen hatte Arizona mehrere Big Plays, auch in kritischen Momenten, die komplett innerhalb der Struktur der Offense stattfanden. Auch Arizonas Screen Game, ein wichtiger Bestandteil in Kingsburys Offense, ist bislang deutlich effektiver als letztes Jahr: 9,8 Yards pro Screen-Pass, auf die ganze Saison letztes Jahr betrachtet waren das 3,8 Yards pro Pass, einer der schwächsten Werte in der NFL.

Aber das, was die Offense unberechenbar macht, und ihr in jedem möglichen Spiel die Elite Upside geben kann, ist Murrays individuelle Qualität. Innerhalb der Struktur, aber eben auch wenn er selbst kreiert. "Es ist nicht alles so chaotisch, wie es aussieht", stellte Kingsbury weiter klar. Ich denke nicht, dass das deine Basis sein kann. Aber es kann eine Waffe sein."

Dafür nimmt man die Fehler, die unweigerlich mit diesem Spielstil einhergehen, auch in Kauf. Kingsbury wurde nach dem Vikings-Spiel mit Blick auf Murrays zweite Interception gefragt, ob Murray manchmal etwas konservativer spielen müsse - seine klare Antwort: "Nein, er spielt aggressiv, er spielt, um zu gewinnen. Wir wollen, dass er aggressiv ist, wir wollen, dass er sein Spiel spielen kann. Ich werde es ihm niemals vorwerfen, wenn er etwas sieht und tief geht."

Und so ist die Gleichung letztlich relativ simpel, um es in Murrays Worten vom Sonntag zu sagen: "Am Ende des Tages geht es darum, sich nicht selbst im Weg zu stehen. Wenn wir punkten, fühlt es sich leicht an und macht Spaß. Und wenn wir Turnover haben, negative Plays, dann fühlt es sich mies an."

Big Plays aus kurzen Pässen: Das Screen Game

Die Cardinals sind dabei selbstredend nicht das einzige Team, das seinem Quarterback Plays außerhalb der Struktur zugesteht, wenn nicht sogar ihn bisweilen dazu ermutigt. Die Chiefs haben dieses Element mit Mahomes, die Seahawks mit Wilson, die Bills mit Josh Allen, um nur einige Beispiele zu nennen. Bei Arizona allerdings ist es über die ersten beiden Wochen fraglos am auffälligsten.

Zwei übergreifende Punkte gibt es noch, wenn man den defensiven Trend zu mehr 2-High-Coverages mit Safety-Rotationen nach dem Snap betrachtet - und wie Offenses das kontern können. Einer ist ganz klar das Run Game, das fällt insbesondere jetzt in der Frühphase der Saison auf, wo einige Defenses noch im Prozess sind, die Defense schematisch umzustellen, vielleicht mit neuem Defensive Coordinator.

Green Bay wäre so ein Beispiel. Die Packers hatten Joe Barry in der Offseason als ihren neuen Defensive Coordinator verpflichtet, er hatte die vier Jahre zuvor bei den Rams verbracht und sollte seine Variante der Fangio-/Staley-Defense mit in den Norden bringen.

Das lief bislang holprig an, vor allem das Stoppen des Runs erweist sich noch als schwierig. In dieser Defense wird von den Safeties viel verlangt, auch das konstante Verteidigen von Run Gaps aus der tiefen Position heraus. Dafür muss die Front aber auch dementsprechend mehr als eine Gap spielen können, und diese Rädchen müssen ineinander greifen.

Solange das nicht klappt, können die leichten Boxes - welche unweigerlich präsentiert werden, wenn man häufig zwei Safeties tief postiert - von Offenses im Run Game ausgenutzt werden; sowohl die Saints, als auch die Lions taten das dann auch prompt gegen Green Bay. Als nächstes wartet Kyle Shanahan.

Ein anderer Punkt ist das Quick-Passing- und das Screen-Game. Den Ball schnell horizontal verteilen, um dann gezielt einen Punkt in der Defense anzugreifen. Wenn die Safeties nach dem Snap erst nach vorne arbeiten müssen, kann die Offense hier aus kurzen Pässen große Raumgewinne machen. Nach zwei Spielen verzeichnen laut PFF fünf Quarterbacks (Minimum: acht Screen Pässe) mehr als neun Yards pro Screen-Pass. Letztes Jahr war keine Offense hier über 8,5.

Die Sample Size ist hier zu beachten, aber das ist ein Trend, den man im Auge behalten sollte.

Per Screen die Defense aus ihrer Ordnung bringen

Hier wiederum zeigten die Packers gegen Detroit auch ein Musterbeispiel, wie es gehen kann:

  NFL: Kontrolliertes Chaos und Designer-Shots: Wie funktionieren Big Plays in der NFL? © Bereitgestellt von SPOX

Green Bay kommt hier mit drei Receivern zur linken Seite raus, der Running Back setzt sich zudem Pre Snap bereits in Bewegung, und die beiden äußeren Receiver scheinen für einen schnellen Pass zum Running Back zu blocken. Das setzt die ganze Front in Bewegung und lässt auch beide Safeties auf die Seite tendieren.

Auf der rechten Seite blockt der Tight End zunächst scheinbar die Backside des Plays. Dann aber legen die Packers die Karten auf den Tisch: Right Tackle, Center und Left Guard lösen sich aus der Formation, der Tight End lässt seinen Block los und startet in seine kurze Route - und läuft hinter mehreren Blockern für 19 Yards.

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Hier sieht man dann sehr gut, wie die beiden Safeties (gelber Kreis) die Grundordnung aufgrund der Formation und des angetäuschten Passes nach links bereits aufgegeben haben - und wie Green Bay so die komplette rechte Seite freiräumen, und vier Blocker gegen vier Verteidiger hier stellen konnte.

Wie es noch eine Spur kreativer geht, zeigten die Cowboys im Spiel gegen die Chargers:

  NFL: Kontrolliertes Chaos und Designer-Shots: Wie funktionieren Big Plays in der NFL? © Bereitgestellt von SPOX

Mit zwei Offensive Linemen plus Tight End außen, und zwei Wide Receivern auf der anderen Seite kreiert Dallas, da die Chargers bei ihrer Grundformation mit zwei tiefen Safeties bleiben, auf seiner linken Seite eine Drei-gegen-Drei-Situation mit Pollard dahinter.

Der kann sich den anstürmenden Safety dann hinter seinen Blocks zurechtlegen und macht 13 "einfache" Yards daraus.

Das übergreifende Duell "Offense vs. Defense" ist ein permanentes Katz-und-Maus-Spiel. Mehr Teams scheinen sich dieses Jahr im Play-Action-Passspiel auf das Kurzpassspiel zu verlagern, was auch damit zu tun hat, wie Defenses sich derzeit verändern - und wie sie vor allem gegen bestimmte Offenses spielen.

Wir sehen gerade in Realzeit, wie Offenses neue Wege finden, um Big Plays zu kreieren. Und es wird spannend sein, zu sehen, welche Defenses im Laufe der Saison die besten Antworten darauf finden.

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