SportBundesliga-Rückschau: Der falsche Elfmeter von Dortmund

10:35  29 april  2019
10:35  29 april  2019 Quelle:   zeit.de

BVB, News und Gerüchte: Otto Addo wohl vor Rückkehr zu Borussia Dortmund

BVB, News und Gerüchte: Otto Addo wohl vor Rückkehr zu Borussia Dortmund Borussia Dortmund arbeitet offenbar an einer Rückkehr von Otto Addo in eine koordinierende Rolle. BVB-Leihgabe Alex Isak schießt die Eredivisie kurz und klein und Marius Wolf muss ziemlich runde Tagessätze für das Fahren ohne Führerschein überweisen. Hier gibt's alle News und Gerüchte zum BVB. BVB, Gerücht: Otto Addo steht offenbar vor Rückkehr Otto Addo steht einem Bericht des kicker zufolge vor einer Rückkehr zu Borussia Dortmund. Der Ex-Profi soll demnach eine koordinierende Rolle einnehmen und künftig den Nachwuchs besser mit dem Lizenzbereich verknüpfen. Darüber hinaus soll er auch eine Funktion als Trainer übernehmen.

Schon wieder diskutiert das Land über Schiris. Dabei ist die Handspielregel gar nicht so kompliziert wie sie oft dargestellt wird. Alles Wichtige vom 31. Spieltag

Bundesliga-Rückschau: Der falsche Elfmeter von Dortmund © Martin Rose/Getty Images Wurden am Samstag keine Freunde: Felix Zwayer und die BVB-Spieler

Wer spielte wie gegen wen?

Ausnahmsweise gewann Nürnberg unsere Herzchenwertung, die meisten unserer Userinnen und User drückten dem FCN die Daumen. Es hat geholfen.

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Nürnberg gegen Bayern. Es war eins der raren "Ich war dabei"-Spiele. Vor dem Anpfiff hatten Franke und Fränkin befürchtet, sie müssten mehrere Torschreie der acht- bis zehntausend Bayern-Fans im eigenen Stadion erleiden. Nach fünf Minuten schaute der eine oder andere staunend auf die Uhr: "Oh, noch immer 0:0." Nach zehn und fünfzehn schon wieder, doch aus Verwunderung wurde nach und nach leise Hoffnung. Der behäbige und satt wirkende Meister aus München, der rund vier Mal so viele Punkte geholt hat wie der Aufsteiger, schoss viel seltener aufs Tor als seine Fans Böller aufs Feld warfen.

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Emotionen: Dann kommen dem Bundesliga-Profi die Tränen

Plötzlich wagten sich die Nürnberger an den Strafraum des Gegners. Tim Leibold, Eduard Löwen und Matheus Pereira trauten sich auch mal, ihre prominenten Gegner auszuspielen. Die Abwehr des Tabellenvorletzten verteidigte abgeklärt. Dann, nach der Pause, geschah das Undenkbare, Unmögliche: Der FCN ging nach einem schönen Angriff durch Pereira in Führung. "Allmächt!", erklang es, und vielen der 50.000 sprang vor Glück das Herz fast aus dem Leib.

Nürnberg legte beinahe sogar noch ein Tor nach. Dann war auf den starken Christian Mathenia im Tor Verlass. Bis auf einmal, da war er chancenlos gegen Serge Gnabry, der angeschossen wurde und so in der 75. Minute ausglich. Der Sturmlauf der Bayern blieb aber aus und als der FCN in der 90. Minute einen Elfmeter zugesprochen bekam, war das Max-Morlock-Stadion bereit zur Explosion. Doch Leibold traf bloß den Innenpfosten, von dort prallte der Ball fast bis zur Eckfahne und ins Seitenaus. Es musste so kommen, wie die leidgeprüften und im Scheitern geübten Franken sagten. Es war bereits der vierte verschossene Strafstoß der Nürnberger in dieser Saison.

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Klarer 4:0-Sieg beim SC Freiburg: Borussia Dortmund bleibt am FC Bayern dran Der BVB zeigt sich in Freiburg deutlich verbessert und siegt am Ende deutlich. Damit bleibt es bei einem Punkt Rückstand auf den FC Bayern. © Foto: dpa Marco Reus erzielte das schon vorentscheidende 2:0, danach lief es wie geschmiert beim BVB. Borussia Dortmund bleibt dem FC Bayern München dicht auf den Fersen und hat den Rückstand auf den Tabellenführer durch ein 4:0 (1:0) beim SC Freiburg wieder auf einen Punkt reduziert.

Das Spiel hielt noch eine Zugabe parat: Durch eine Unachtsamkeit Nürnbergs fuhren die Bayern in der 95. Minute einen Konter, die Chance für Kingsley Coman war mindestens genau so groß wie der Elfer zuvor. Als er gut fünfzig Meter lang alleine auf Mathenia zulief, wussten alle: Die Bayern, so schwach sie auch waren, würden wieder gewinnen. Manche Zuschauerinnen und Zuschauer schlossen ihre Augen. Doch Nürnbergs Keeper hielt den Ball und zu Ende war ein Spiel, von dem die Nürnberger nicht wissen, was sie davon halten sollen.

Es kam alles viel, viel besser, als sie sich ausgemalt hatten. Am Ende waren sie stolz auf ihre Elf, die fast nie gewinnt. Und doch, typisch Glubb, fühlte sich selbst ein Unentschieden gegen Bayern wie eine kleine Niederlage an, denn er war der Verlierer des Spieltags, weil die Konkurrenz überraschend gewann. Der FCN kann kaum noch die Klasse halten, ihm bleibt vielleicht noch die Freude, dem FC Bayern die Meisterschaft versaut zu haben. Was in Franken kein kleiner Trost wäre. Nach den falschen Elfmetern in dieser Woche war es dem FCN zu verdanken, dass die Fußballwelt nicht völlig verdunkelt. Er erhielt Gratulationen aus ganz Deutschland. Nürnberg rettete das Titelrennen, aber nicht sich selbst.

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Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Dortmund gegen Schalke, alles andere als ein schönes Spiel. Der BVB war wieder wenig meisterlich. Er kassierte erneut ein Tor nach einer Ecke und hat nur einen starken und verlässlichen Innenverteidiger, Manuel Akanji. Das zentrale Mittelfeld baute das Spiel wie so oft nur in die Breite auf. Marco Reus war kaum zu sehen. Mario Götze schoss ein schönes Tor, verlor aber oft den Ball. Dortmund kam nicht zum ersten Mal gegen ein sehr defensives Team kaum in die Gefahrenzone. Und Lucien Favre gab nach der Niederlage auch noch den Titel auf, obwohl der Rückstand des BVB nur einen Punkt betrug (inzwischen zwei). Und die Schalker schossen zwar vier Tore, aber mehr als ein oder zwei vernünftige Angriffe bekamen sie in den neunzig Minuten nicht hin. Sie stellten sich hinten rein und kloppten die Bälle nach vorne, außerdem foulten sie mit Absicht, oft hart. Sie brachten gar das Kunststück hin, in zweifacher Überzahl ein Tor zu kassieren. Vom Feiern hielt sie das freilich nicht ab.

Und manche Fans wurden wohl straffällig. Die Polizei sprach von einer "gewaltbereiten Minderheit", es gab Festnahmen wegen Körperverletzung, Landfriedensbruch und Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz. Im Dortmunder Block hing ein schwulenfeindliches Plakat, im Schalker ein Transparent mit der Aufschrift: "Immer noch ne Bombenidee, Freiheit für Sergej W." Eine makabre Anspielung auf das Attentat auf den Dortmunder Mannschaftsbus vor zwei Jahren. Zudem wurde der beste BVB-Spieler Jadon Sancho aus dem Schalke-Block mit einem Feuerzeug beworfen und leicht verletzt. Während er behandelt wurde, glichen die Schalker aus. Ihr Sieg war ein Festtag allenfalls für Zyniker, Nihilisten, Misanthropen, Leuten, die in Bond-Filmen Ernst Stavro Blofeld die Daumen drücken, oder halt noch Bayernfans. Ansonsten müssen sich die Schalker alleine über den Derbysieg freuen.

Witsel will keinen Schalker Abstieg, aber...

Witsel will keinen Schalker Abstieg, aber... BVB-Mittelfeldspieler Axel Witsel hat vor dem 176. Revierderby (Bundesliga: Dortmund - Schalke ab 15.30 Uhr im LIVETICKER) über den FC Schalke 04 gesprochen. Auf die Frage, ob er sich über einen Schalke-Abstieg freuen würde, sagte der Belgier der Bild: "Ganz ehrlich - nein. Wenn ich sehe, wie viel das Derby den Menschen in der Region bedeutet, wie viel darüber im ganzen Land gesprochen wird: Weshalb sollten wir dann verzichten wollen." Witsel

Wer stand im Blickpunkt?

Nico Willig. Der junge Stuttgarter Interimstrainer mit der hohen Stirn feierte einen erfolgreichen Einstand. 1:0 schlug der VfB die Gladbacher in einem teils spektakulären, stellenweise wilden, allerdings auch bisweilen überharten Spiel. Glück war dabei, das Tor fiel nach einer der vielen spontanen Hüftersteifungen der Borussen-Abwehr. Die Stuttgarter Fans schwiegen am Anfang aus anhaltender Enttäuschung über das 0:6 in Augsburg in der Vorwoche, erst im Laufe des Spiels wurde die Stimmung besser. Es war erst der zweite Sieg der Stuttgarter in diesem Jahr, die erstmals ohne Gegentor blieben. Es läuft wohl auf Platz 16 hinaus.

Worüber reden nach dem Spieltag alle?

Handspiel. Felix Zwayer ahndete ein solches im Derby und schon wieder diskutiert das Land über Schiris. "Wenn man das pfeift, muss man jedes Handspiel pfeifen. Damit würde man den Fußball zerstören." Das sagte ein anderer Schiri, der Ehemalige Markus Merk, über den Elfmeter für Schalke. Vielen Spielern, Trainern, Fans und Schiedsrichtern sprach er aus dem Herzen. Der Dortmunder Julian Weigl mag zwar ungeschickt in den Zweikampf gegangen sein, doch wurde er aus sehr kurzer Entfernung angeschossen, und sein Arm war hüfthoch. Kein Strafstoß, schon gar nicht per Videobeweis, der ja nur die gröbsten Irrtümer korrigieren soll. Niemand auf dem Feld forderte einen Elfmeter, der Schalker Trainer Huub Stevens lachte sogar über die Entscheidung. Zwayer erklärte sich, indem er sagte, der Arm sei "auf Schulterhöhe ausgestreckt", was nicht stimmte.

Auch dank Karius: Besiktas mit sechstem Sieg in Folge

Auch dank Karius: Besiktas mit sechstem Sieg in Folge Das Titelrennen in der türkischen Süperlig spitzt sich zu. Dank eines 4:1-Erfolgs gegen MKE Ankaragücu bleibt auch Besiktas im Rennen. Trotz des klaren Ergebnisses ein Erfolgsgarant bei Istanbul: Der frühere Mainzer Loris Karius, der einige starke Paraden zeigte. © imago Zeigte gegen Ankara einige Paraden: Loris Karius (re.). "Wir waren in der ersten Halbzeit nicht gut, hatten auch ein bisschen Glück. In diesem Saisonabschnitt musst du solche Spiele gewinnen, und das haben wir dann gemacht", sagte Karius nach der Partie. Die Leihgabe des FC Liverpool parierte beim Stand vom 3:0 in der 75.

Wieder also ein falscher Elfmeter in einem titelrelevanten Spiel, wie drei Tage zuvor in Bremen. Wieder auch ein überflüssiger Handelfmeter, sie häufen sich. "Wenn man mit dieser Regel nicht einverstanden ist, sind die Schiedsrichter die ärmsten Schweine", sagte Zwayer. "Wir setzen das um, was vorgegeben wird." Das verneinen Leute wie Merk. Der Schiedsrichter ist ihrer Meinung nach kein reiner Vollstrecker der Regeln, er soll nicht mit dem Regelbuch unterm Arm auf den Platz laufen und sich hinter ihm verstecken, sondern hat es auszulegen, mit Leben und Geist zu füllen. Die Handspielregel ist übrigens gar nicht so kompliziert, wie sie oft dargestellt wird. Sie besagt schlicht: Es ist dann strafbar, wenn Absicht vorliegt, oder wenn der Spieler ein Handspiel durch eine unnatürliche Bewegung in Kauf nimmt, quasi fahrlässig handelt. Sonst nicht und daran hat sich auch nichts geändert.

Auch in anderer Sache, der Foulbewertung, hatte Dortmund Grund zur Nachfrage. Die Rote Karte für Marius Wolf war noch ein Muss-Platzverweis. Bei Marco Reus hingegen, der erstmals in seiner Karriere vom Feld flog, hätte Zwayer ein wenig Spielraum gehabt, sagen die Praktiker unter den Schiris. Reus wollte nämlich nicht absichtlich foulen, was Zwayer selbst bestätigte. Rot für Reus war keine Fehlentscheidung, allerdings hätte Zwayer kurz darauf auch Weston McKennie vom Platz stellen müssen, denn der sprang Axel Witsel mit Vorsatz in die Standwade. Und dann ist es egal, ob von der Seite oder von hinten. Dieses Foul war das schwerere, hässlichere. Es gab aber nur Gelb für den Schalker. Das fairere beider Teams, Dortmund, wurde mit einem Elfmeter und zwei Roten Karten bestraft.

Mourinho: "Dieses Comeback hat nur einen Namen - Jürgen!"

Mourinho: Was für eine magische Nacht an der Anfield Road, was für ein Spektakel – was für ein Wunder! (Das Spiel im TICKER zum Nachlesen) Jürgen Klopp hat das Unmögliche mal wieder möglich gemacht und selbst einen seiner größten Kritiker durch Liverpools famosen 4:0-Sieg über den FC Barcelona zum Umdenken gebracht. Mourinho hätte keinen Cent auf Liverpool gesetzt Nach dem spektakulären Erfolg der Reds im Halbfinale der Champions League lobte José

Was machten die Frauen?

Die Bayerinnen verpassten den Einzug ins Finale der Champions League. Zuhause verloren sie wie im Hinspiel 0:1 gegen den FC Barcelona, der am 18. Mai in Budapest auf die Seriensiegerin Olympique Lyon trifft. Das Tor schoss die Französin Kheira Hamraoui.

Was war sonst noch wichtig?

  • Bremen unterlag wohl dem Irrtum, sich auf die knappe Niederlage gegen die Bayern etwas einzubilden, und zählte in Düsseldorf vier Gegentore.
  • Die Hannoveraner schossen sich gegen Mainz für den FC Bayern warm, auf den sie am nächsten Spieltag treffen.
  • Frankfurt war gegen Hertha gedanklich schon im Europe-League-Halbfinale gegen Chelsea, das am Donnerstag steigt.
  • Inzwischen, siehe 1. FC Köln in der Zweiten Liga und Markus Anfang, entlassen sogar Spitzenreiter ihre Trainer.
  • Der HSV verzichtet nur auf einen Spieler, den streikenden Lewis Holtby, ließ allerdings Union Berlin auf Rang drei und Paderborn auf Rang zwei vorbeiziehen.
  • 2,5 Zentimeter und Manchester City war wieder Tabellenführer in England – so viel war der Ball beim 1:0-Siegtreffer in Burnley hinter der Linie.
  • Es gibt sie noch, die guten Nachrichten: Der argentinische Kulttrainer Marcelo Bielsa ordnete seinem Team Leeds United ein Gegentor an, nachdem es ein Tor schoss, obwohl ein Gegner verletzt am Boden lag.

Was war das Zitat des Wochenendes?

"Das ist eine Schande für den Fußball."

(Lucien Favre über den Handelfmeter)

"Ich denke, dass sie in München glücklich sind. Jetzt hoffe ich auch, dass sie sich in einer bestimmten Art gegenüber unseren Spielern benehmen. Weil was letzte Woche passiert ist mit Nübel, das gehört sich nicht."

(Bayern-Helfer Huub Stevens rügt Uli Hoeneß, der im Fernsehen über einen möglichen Transfer des Schalker Tormanns sprach)

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Niko Kovac sollte über Rücktritt nachdenken.
"Meinen Sie, dass wir in dieser Woche eine Trainerdiskussion haben werden?" Als Uli Hoeneß diese, aus seiner Sicht rhetorische Frage, einigen Reportern Samstagabend am Mannschaftsbus stellte, wollte man fast glauben, dass es tatsächlich keine geben wird. Schließlich hat sich der Präsident zum glaubhaften Pflichtverteidiger von Niko Kovac entwickelt, indem er ihn zuletzt entweder öffentlich stärkte oder demonstrativ schwieg. Wenig später stand

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