Sport Hoeneß: "Das muss jetzt jedem klar sein"

12:13  16 oktober  2021
12:13  16 oktober  2021 Quelle:   kicker.de

Hoeneß: Eindeutige Sonntags-Botschaft für die Reisegruppe

  Hoeneß: Eindeutige Sonntags-Botschaft für die Reisegruppe Schon knapp zwei Wochen vor dem Kräftemessen mit dem 1. FC Köln läuft dem Trainer der TSG Hoffenheim, Sebastian Hoeneß, die Zeit davon. © picture alliance/dpa Wählte deutliche Worte nach dem 1:3 in Stuttgart: Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß. Der TSG-Trainer und das LänderspielproblemBereits am Samstagabend, unmittelbar nach dem 1:3 beim VfB Stuttgart, sprach Hoeneß von anderthalb Dutzend Länderspielreisenden. Glücklich sah der 38-Jährige dabei nicht unbedingt aus. Zuvor war er gefragt worden, was man denn während der Länderspielpause verbessern müsse.

Man durfte gespannt sein, wie die Hoffenheimer Profis auf die Ansage ihres Coaches reagieren würden: Sie lieferten.

Hatte von seiner Mannschaft eine Reaktion gefordert: Sebastian Hoeneß. © imago images/Avanti Hatte von seiner Mannschaft eine Reaktion gefordert: Sebastian Hoeneß.

TSG zeigt die ersehnte Reaktion - Trainer spürt "Bestätigung und Erleichterung"

Es war nicht das erste Mal, dass Sebastian Hoeneß an die Einstellung und die Haltung seiner Mannschaft appelliert hatte. Vor der Länderspielpause hatte der 39-Jährige seinen zuvor in Stuttgart (1:3) zu nachlässigen Profis eindringlich ins Gewissen geredet und sie gegen Köln entsprechend auf- und eingestellt. Das Ergebnis konnte sich nicht nur zahlenmäßig sehen lassen. "Wir wollten eine Reaktion zeigen, und die war sehr gut", resümierte Hoeneß hochzufrieden nach dem 5:0-Sieg am Freitagabend, "es war von der ersten bis zur letzten Sekunde eine gute Teamleistung. Die Jungs hatten viel positive Energie auf dem Platz, viel Mentalität. Die Grundtugenden des Fußballs haben wir heute gelebt. Das ist die Basis für uns, das ist das, was wir auf den Platz bringen müssen."

Laute Bässe nach dem 5:0: TSG und Hoeneß erleichtert

  Laute Bässe nach dem 5:0: TSG und Hoeneß erleichtert Köln bleibt der Lieblingsgegner der Hoffenheimer. Das Team von Steffen Baumgart bricht nach der Pause richtig ein gegen die TSG, die fast ihren Bundesliga-Rekord einstellt.Mit einem blutleeren Auftritt wie zuletzt beim 1:3 in Stuttgart wäre rund um Hoffenheim mit Sicherheit eine Trainerdebatte losgegangen. Hoeneß führte nach dem Abpfiff in der Sinsheimer Arena keine Freudentänze auf, das entspricht auch nicht seinem Naturell. «Wir freuen uns», sagte der Neffe des langjährigen Bayern-Machers Uli Hoeneß. «Natürlich freuen wir uns. Es ist eine Mischung aus Freude, Bestätigung und Erleichterung, dass wir eine Reaktion gezeigt haben.

Wäre unter diesen Vorzeichen dieses Heimspiel schiefgegangen, und hätte die Mannschaft erneut nicht die volle Leidenschaft auf den Platz gebracht, hätte es für Hoeneß auch ungemütlich werden können. Auch deshalb empfand Hoeneß angesichts der Trotzreaktion seiner Truppe "eine Mischung aus Freude, Bestätigung und Erleichterung." Also betonte der Cheftrainer noch einmal, worauf es ihm ankommt: "Wir wollen für das stehen, was wir heute gezeigt haben, ein Team, das füreinander gefightet und intensiv Fußball gespielt hat. Und dann auch gut Fußball spielen kann", so Hoeneß, der gleich Rückfällen vorbeugte: "Das muss jetzt auch jedem klar sein."

Hoeneß‘ Plan war in jeder Hinsicht aufgegangen. Seine aggressivsten Akteure hatte er nominiert und auch für den Gegner überraschend in einer 3-4-1-2-Formation angeordnet. "Wir waren von Anfang an griffig und wussten, was auf uns zukommt. Es hat von der ersten Minute an geklappt", schilderte Doppeltorschütze Ihlas Bebou, "wir müssen jetzt noch konstanter werden. Wenn wir diese Gier zeigen, werden wir unsere Punkte auch weiterhin holen."

Und das Publikum überzeugen. Wo zuletzt eher triste Stimmung in einem weitgehend leeren Rund herrschte, feierten zumindest die TSG-Fans unter den 14.309 Zuschauern ihre Mannschaft mit stehenden Ovationen und lange nicht gehörten Gesängen: "Oh, wie ist das schön, sowas hat man lange nicht gesehen."

Hoeneß verrät: "Andrej war vor dem Bayern-Spiel relativ krank" .
Wie im vorletzten Wettbewerb zieht Hoffenheim erneut ins Achtelfinale ein. Beim 5:1 gegen Kiel bleibt Andrej Kramaric (30) erneut ohne Treffer. © imago images/Avanti Blieb gegen Kiel ohne Treffer: Andrej Kramaric. TSG will zum achten Mal unter die besten AchtLetztlich blieb die Szene bedeutungslos, bemerkenswert ist sie dennoch. Nach einer Stunde Spielzeit strebte Andrej Kramaric nach einem tollen Schnittstellenpass von Georginio Rutter alleine auf Kiels Schlussmann Ioannis Gelios zu. Es gab Zeiten, da konnten sich die TSG-Fans in vergleichbaren Situationen auf ein sicheres Tor freuen.

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