Sport Nico Müller kritisiert DTM-Reifenregeln: "Du parkst einfach die Karre!"

14:35  23 oktober  2021
14:35  23 oktober  2021 Quelle:   motorsport-total.com

So furios wird das DTM-Finale

  So furios wird das DTM-Finale In der DTM steht das Saisonfinale auf dem Norisring an. Spannung ist garantiert - vier Fahrer kämpfen noch um den Titel. Die DTM lebt wie selten zuvor. © Bereitgestellt von sport1.de So furios wird das DTM-Finale Vor dem DTM-Finale auf dem Norisring können noch vier Fahrer Meister werden. Fest steht schon jetzt: Die DTM ist gerettet – und lebendig wie lange nicht. (DTM: Saisonfinale am Samstag und Sonntag jeweils ab 13 Uhr im LIVETICKER)Sie lag auf der Intensivstation, dank Gerhard Berger und seinen Mitarbeitern blüht die DTM jetzt aber wieder mehr auf denn je.

Nico Müller sieht die aktuellen Reifenregeln in der DTM kritisch © Gruppe C Nico Müller sieht die aktuellen Reifenregeln in der DTM kritisch

Die DTM überzeugte im Jahr eins nach dem Wechsel von Class-1- auf GT3-Autos mit Action auf der Strecke. Daran ändert auch das kontroverse Finale auf dem Norisring nichts. Bei gewissen Regeln gibt es allerdings Verbesserungsbedarf.

Dazu gehört unter anderem die Anzahl der verfügbaren Reifensätze. Nico Müller fordert im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com': "Wir brauchen wirklich weniger Einschränkungen in Sachen Strategie. Die haben wir im Moment vor allem, weil wir nur drei Satz Reifen haben für die beiden Renntage."

Rene Rast feiert 2022 sein DTM-Comeback mit Audi

  Rene Rast feiert 2022 sein DTM-Comeback mit Audi Rene Rast ist zurück in der DTM: Der dreifache Champion gibt 2022 für Audi sein Comeback - Doch bei welchem Team landet er?"Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit Audi. In der Vergangenheit haben wir gemeinsam viele Erfolge gefeiert. Ich hoffe, dass das in Zukunft bei den neuen Projekten so weitergeht", sagt Rast.

Die Anzahl der verfügbaren Reifensätze ist in Artikel 39.21 des DTM-Reglements festgehalten. Demnach erhalten Fahrer ab ihrem zweiten Rennwochenende in der Serie je drei neue Sätze. Zudem dürfen maximal zwei sogenannte Carryover-Sätze vom vorherigen Event nominiert werden. Diese Carryover-Sätze werden bevorzugt freitags eingesetzt.

Der Audi-Pilot erklärt, wie sich das auf die Strategie auswirkt: "Die logische Konsequenz ist: Wenn du beide Rennen zu Ende fährst, wird ein Satz in beiden Rennen eingesetzt. Dann versuchst du natürlich, die Kilometer auf diesem ersten Satz im Rennen kleinzuhalten."

Nico Müller bietet simple Lösung an

"Und dafür gibt es nur zwei Wege: Entweder du stoppst in Runde fünf bis acht, oder du stoppst in den letzten fünf bis acht Runden. Dann passiert in den zwei Dritteln in der Mitte nichts. Und das nur, weil wir keine Reifen haben. Das ist schlecht."

DTM-Champion stichelt gegen Kontrahenten: „Zu hitzköpfig“

  DTM-Champion stichelt gegen Kontrahenten: „Zu hitzköpfig“ Maximilian Götz kann seinen Titel in der DTM noch gar nicht fassen. Der neue Champion profitiert dabei aber von seinen Kontrahenten. © Bereitgestellt von sport1.de DTM-Champion stichelt gegen Kontrahenten: „Zu hitzköpfig“ Maximilian Götz hat sich zum neuen DTM-Champion gekürt.Der Lokalmatador gewann am Sonntag das letzte Saisonrennen am Norisring und entriss dem unglücklichen Neuseeländer Lawson den sicher geglaubten Titel.„Ich kann es nicht beschreiben. Es ist sehr emotional. Ich habe nicht damit gerechnet. Da waren zwei andere Jungs beteiligt, dass es so gekommen ist.

Dieser Umstand führte 2021 dazu, dass aussichtslos zurückliegende Fahrer oder Piloten mit beschädigten Fahrzeugen im Samstagsrennen die Box aufsuchten und das Rennen kurz vor Schluss aufgaben. Oder wie es Müller formuliert: "Du parkst einfach die Karre!"

"Dann fahren nur zwölf Autos über den Strich. Das ist ja wirklich ein Unsinn", echauffiert sich der zweifache DTM-Vizemeister. "Du hast immer diese Ausrede: 'Ich wollte ja Reifen sparen, deswegen bin ich draußen geblieben und stehe noch ein bisschen im Weg rum.'"

Die Lösung ist für Müller simpel: "Wir brauchen einfach einen Satz mehr. Einer mehr für Samstag/Sonntag. Dann machst du einen Carryover-Satz für die Freien Trainings und einen für die Rennen. Dann haben die Freien Trainings auch einen Wert."

Reifenregeln sorgen für zusätzliche Kosten

Denn die aktuellen Regeln haben einen unerwünschten Nebeneffekt, über den bislang nicht so richtig nachgedacht wurde: "Wenn du jetzt aussortiert sein willst, musst du vor jedem Rennen testen gehen. Du hast ja [wegen der alten Reifen] am Wochenende keine Möglichkeit, irgendwas zu lernen." Zusätzliche Testfahrten sind jedoch immer mit zusätzlichen Kosten verbunden.

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  AF-Corse-Teamchef lobt Der AF-Corse-Boss lobt Alexander Albon, obwohl der Brite in der DTM-Saison 2021 im Schatten von Liam Lawson stand - Sein Feedback sei Gold wert gewesenWährend Lawson mit drei Siegen glänzte und erst im letzten Rennen der Saison unter dramatischen Umständen den Titelkampf gegen Maximilian Götz verloren hat, fuhr Albon eine äußerst konstante und solide Saison, die er aber aufgrund der Entscheidung des Teams, Nick Cassady beim Finale einzusetzen, bereits in Hockenheim beendet hat. Es war vor vorne herein der Plan gewesen, den Ferrari zwischen Albon und Cassidy aufzuteilen.

Mit den Regeln hat die DTM also eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufgestellt, die in der Theorie sinnvoll klingt, in der Praxis aber ad absurdum geführt wird. Verschiedene Mischungen als Lösung bezeichnet Müller als "nicht mal unbedingt nötig." Er bleibt bei seinem Ansatz: Einen zusätzlichen Reifensatz pro Wochenende zur Verfügung zu stellen.

Sollte das mit anderweitigen Maßnahmen verbunden sein, wäre das Müller auch egal: "Klar kostet der Reifen ein bisschen Geld. Aber dann sollen sie uns für das Podium Michelin-Kappen geben, dann haben sie noch ein bisschen Werbung. Dafür geben sie uns noch einen Satz Reifen."

Der Schweizer kommt trotz der Kritik zu einem positiven Fazit des ersten GT3-Jahres: "Ich finde, das Produkt ist geil, das Racing ist cool. Da hat Gerhard Berger mit seiner Crew einen Top-Job gemacht und viele Kritiker wirklich verstummen lassen."

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