SportVor dem Rückspiel gegen Stuttgart: Union stapelt tief – und will hoch hinaus

22:40  26 mai  2019
22:40  26 mai  2019 Quelle:   tagesspiegel.de

Statistik spricht gegen Union

Statistik spricht gegen Union Bis Donnerstag bleibt dem Union Berlin Zeit zum Frustabbau. Die Enttäuschung über die verpasste Chance sitzt tief. Gegen den VfB Stuttgart soll nun in der Relegation der erste Bundesliga-Aufstieg her. Die Statistik spricht gegen den Außenseiter. Mit leeren Gesichtern verabschiedeten sich die Profis des 1. FC Union von ihren Fans, Torwart Rafal Gikiewicz suchte in Tränen aufgelöst Trost bei seiner Familie. Erst einige Minuten nach Ende des Traums vom direkten Aufstieg fanden die Berliner vor der Rückreise aus Bochum langsam ihre Angriffslust für die Relegation gegen den VfB Stuttgart wieder. „Es geht um alles.

Union war immer ein Arbeiterverein, in der Industrielandschaft von Oberschöneweide lebten die Fans und verehrten ihre Stars, die es mal bis zum Endspiel um die deutsche und Berliner Meisterschaft gebracht hatten Vor dem Rückspiel gegen Stuttgart Union stapelt tief und will hoch hinaus .

Vorteil Union Berlin? VfB Stuttgart bangt vor Relegations- Rückspiel um Bundesliga-Verbleib. Union war in der abgelaufenen Saison das heimstärkste Team in der zweiten Liga. Nur gegen Aufsteiger SC Paderborn mussten die 'Eisernen' daheim eine Niederlage hinnehmen.

Vor dem Rückspiel gegen Stuttgart: Union stapelt tief – und will hoch hinaus © Foto: Sebastian Gollnow/dpa Bloß keine Euphorie. Bei Union wollten sie das 2:2 von Stuttgart schon direkt nach dem Hinspiel nicht überbewerten.

Der 1. FC Union will vor dem Relegationsrückspiel gegen Stuttgart am Montag nicht als Favorit gelten, rechnet sich aber gute Chancen auf den Aufstieg aus.

Meinungen können sich zuweilen schnell ändern, sowieso in einem Fußballgeschäft, das gern als schnelllebig bezeichnet wird. Die Relegation zwischen dem 1. FC Union, der in die Bundesliga aufsteigen will, und dem VfB Stuttgart, der dort gern verweilen würde, ist dafür ein gutes Beispiel. Die Schwaben gingen qua Bundesligazugehörigkeit als Favorit ins Duell mit den Berlinern, sind es nach dem 2:2 am Donnerstag aber nicht mehr. Zumindest meinen das viele Menschen, Fans wie Experten, die zuvor noch anders meinten. Und tatsächlich basiert der Meinungsumschwung vor dem Rückspiel am Montag (20.30, live im Eurosportplayer) auf einer gesunden Grundlage. Unions imposante Heimstärke, Stuttgarts verheerende Auswärtsschwäche und das Hinspiel bilden eine solche. Je stärker sich die Köpenicker nun aber in die Favoritenrolle gedrängt fühlen, desto entschiedener wehren sie sich dagegen – und das aus gutem Grund.

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Als sich Unions Trainer Urs Fischer am Samstag zu seiner letzten Vorschau-Pressekonferenz in dieser Saison aufmachte, betrat er diese jedenfalls mit derselben Meinung wie zuletzt. Achtung, Spoiler: Er verließ die PK auch mit dieser Meinung. „Ich bleibe bei der Meinung: Favorit bleibt Stuttgart“, sagte Fischer also. Entgegen seiner Wir-sind-auf-gar-keinen-Fall-der-Favorit-Strategie musste er zwar einräumen, dass das 2:2 „ein gutes Resultat“ sei und noch „Gold wert sein“ könne, mehr aber auch nicht.

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Unions Coach nimmt die Außenseiterrolle möglicherweise deshalb gerne an, weil sein Team in dieser Saison mit ihr die besten Leistungen abrief. In die Heimspiele gegen den Hamburger SV und den 1. FC Köln (je 2:0) ging Union auch nicht als Favorit, in den am Ende so großartigen Pokalauftritt, der mit einer knappen Niederlage (2:3 n. V.) bei Borussia Dortmund endete, erst recht nicht.

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Union -Trainer Urs Fischer vor dem Spiel. AUSGANGSLAGE: Union ist Außenseiter und schiebt die Favoritenrolle auch gern den Stuttgartern zu. Die Berliner mussten nach dem durch das 2:2 in Bochum knapp verpassten direkten Aufstieg erst einmal ihre Enttäuschung verkraften.

Der VfB Stuttgart spielt gegen Zenit St. Petersburg. "Wir gehen als Außenseiter in diese Begegnung", stapelt VfB-Coach Markus Babbel tief , fügt aber hinzu: "Wir haben nichts zu verlieren." St. Petersburg ist russischer Meister und hatte im vergangenen Mai den Uefacup gewonnen.

Viel schwerer taten sich die Berliner derweil in Duellen gegen vermeintlich schwächere Gegner, wenn die Köpenicker das Spiel gestalten mussten, gezwungen waren zu agieren statt zu reagieren. Unter anderem wegen dieser fehlenden Stärke, häufig verbunden mit einem wenig durchdachten Offensivplan, ist der Klub knapp am direkten Aufstieg vorbeigeschrammt. Fischer ist daher daran gelegen, das Außenseiter-Gefühl aufrecht zu erhalten – trotz veränderter Vorzeichen.

Als erster Ersatz für Trimmel gilt Julian Ryerson

Ein gutes Resultat ist das 2:2 schließlich, das lässt sich schlecht wegdiskutieren. Den Berlinern reicht neben einem Sieg auch ein 0:0 oder 1:1 zum erstmaligen Aufstieg in die Bundesliga. Das liegt an der Europapokal-Arithmetik, wonach Auswärtstore mehr wert sind, sofern beide Teams nach Hin- und Rückspiel dieselbe Tordifferenz aufweisen. Selbst dem Schweizer Fischer ist diese europäische Regel geläufig, weshalb er seiner ohnehin abwehrstarken Mannschaft eine stramme Defensivordnung oktroyieren könnte. Könnte. „Wenn du mit dem Gedanken ins Spiel gehst, 0:0 zu spielen, wird das nicht aufgehen“, erklärte Fischer und leitete daraus ab: „Wir gehen mit der Einstellung aufs Feld zu gewinnen. Wir müssen im Kopf haben, wieder Tore zu erzielen.“

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Welches Ergebnis reicht Union zum Aufstieg? Gibt es noch Karten für das Rückspiel der Relegation zwischen Union Berlin und dem VfB Stuttgart ? Der 1. FC Union hat sich mit dem 2:2 beim VfB Stuttgart in der Relegation zur Fußball-Bundesliga eine ausgezeichnete Ausgangsposition verschafft.

Rückspiel ohne Zuschauer. Damit war die Partie so gut wie entschieden. Zumal der VfB es auch in der Folgezeit versäumte, zwingende Aktionen in Richtung Lazio-Tor zu starten. Der VfB Stuttgart steht vor dem Rückspiel in der Relegation beim Zweitligisten Union Berlin mit dem Rücken an der Wand.

Wer die Tore erzielen soll, steht weitgehend fest. Aus dem Offensivspektrum stehen Fischer alle Kandidaten zur Verfügung, darunter die in Stuttgart hervorragend eingestellten Suleiman Abdullahi und Sebastian Andersson. Im Mittelfeld ist Felix Kroos kein Kandidat (Gelbsperre). Noch mehr schmerzt Fischer der Ausfall von Kapitän und Rechtsverteidiger Christopher Trimmel, der in Stuttgart das 2:2 per Eckball vorbereitete und ebenfalls eine Gelbsperre absitzen muss. „Ich finde diese Regel komisch“, sagte Fischer zum Umstand, dass die in der Liga gesammelten Gelben Karten mit in die Relegation genommen werden. „Ich bin aber zuversichtlich, dass die anderen Spieler, die bereitstehen, das gut machen werden.“

Als erster Ersatz für Trimmel gilt Julian Ryerson, der in dieser Saison zwar selten spielte, beim 2:0 gegen den HSV aber überzeugen konnte. Zudem könnte Innenverteidiger Florian Hübner nach abgesessener Gelbsperre wieder in die Viererkette rücken, Michael Parensen müsste dann weichen – oder für Trimmel auf die rechte Seite rücken. Fischer, in Personalfragen wie immer zurückhaltend, wollte diesbezüglich weder etwas bestätigen noch ausschließen. Es gehört eben auch zur Meinungsfreiheit, seine Meinung für sich behalten zu dürfen.

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