Sport Jörg Butt im großen Elfmeter-Interview: "Halten ist das bessere Gefühl"

15:15  04 dezember  2021
15:15  04 dezember  2021 Quelle:   kicker.de

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Die Bundesliga steht vor ihrem 5000. Elfmeter. Rund 75 Prozent wurden verwandelt, etwas über 18 Prozent gehalten. Hans Jörg Butt (47) kennt beide Situationen. Im kicker-Interview spricht er über seine Strategie, über Schüsse gegen Kahn und Buffon - und er erklärt, was er gegen Lewandowski tun würde.

Ein Experte vom Punkt: Jörg Butt trifft gegen Edwin van der Sar. © imago/Team 2 Ein Experte vom Punkt: Jörg Butt trifft gegen Edwin van der Sar.

Vor dem 5000. Bundesliga-Elfmeter

kicker: Herr Butt, ist es für einen Torhüter ein Vorteil, wenn er selbst ein sicherer Elfmeterschütze ist?

Hans Jörg Butt: Es ist hilfreich, den Blick des Schützen auch zu kennen. Ein Elfmeter ist eine besondere Situation, weil sich ein Torhüter darauf speziell vorbereiten kann, anders als in sonstigen Spielszenen, auch Eckbällen oder Freistößen. Da können Tausende Faktoren eine Rolle spielen, Gegenspieler, Mitspieler. Beim Elfmeter ist die Ausgangslage ziemlich identisch, der Schütze gegen den Torwart. Der Schütze läuft an, ich als Torwart brauche eine Strategie, um den Schützen zu beeinflussen.

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Ist es für einen Torwart, wenn er einen Elfmeter schießt, ein Vorteil, dass er ein Torwart ist, weil er weiß, was im Torwart gegenüber vorgeht?

Jetzt kann ich mir darüber Gedanken machen. Hätte ich es früher im Spiel getan, wäre es nicht so gut gewesen. Ein Schütze darf sich nicht damit beschäftigen, was der Torwart gegenüber denkt. Meine Art, einen Elfmeter zu schießen, hing allerdings schon damit zusammen, dass ich wusste, wie ein Torwart reagiert. Ich habe versucht, den Torwart auszugucken, und auf dessen Reaktion gewartet. Ich wusste als Torwart, dass ein einigermaßen platziert geschossener Ball aus elf Metern nicht mehr zu erreichen ist, wenn der Torwart stehen bleibt, bis der Schütze schießt. Dazu ist die Reaktionszeit zu kurz.

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Zwei Bundesligaspieler haben es geschafft, 17 Elfmeter in Serie zu verwandeln. Kennen Sie deren Namen?

Ich habe sie im kicker gelesen, Robert Lewandowski und (schnauft durch) Jörg Butt.

Sie befinden sich da in ehrenvoller Gesellschaft.

Wäre Lewandowski Gewinner des Ballon d'Or geworden, würde diese Statistik noch mehr aufgewertet. Aber so großen Wert lege ich darauf nicht.

„Wenn man nachdenkt, dann wird es schwierig.“ (Jörg Butt)

Was alles musste zusammenpassen, damit Ihnen diese vielen Treffer vom Punkt aus gelangen?

Der eigentliche Schuss betrifft das Technische, dazu kommt eine hohe Konzentrationsfähigkeit. Beim Elfmeter muss man alles ausblenden und sich auf die Ausführung konzentrieren. Wenn man nachdenkt, wie wichtig der Elfmeter gerade ist, was für Auswirkungen ein Fehlschuss hätte, dann wird es schwierig. Es ist also ganz wichtig, dass man sich als Schütze extrem fokussieren kann.

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Ist diese extrem Fokussierung für einen Torhüter, der den langen Weg von einem Strafraum zum anderen zurücklegen muss, besonders schwierig? Was geht einem in diesen vielen Sekunden durch den Kopf?

Der Unterschied ist nicht so riesig, ob ich als Torwart die 80 Meter nach vorne laufe oder als Abwehrspieler. Und wenn sich Stürmer vorne gleich den Ball schnappen und es gibt dann Diskussionen über den Schützen oder die Berechtigung des Strafstoßes, ist das ein viel größerer Nachteil, weil man da stark abgelenkt wird und anfängt nachzudenken. Da habe ich oft Fehlschüsse gesehen.

Sie haben nicht nur die meisten Elfer hintereinander verwandelt, sondern die meisten hintereinander gehalten, vier. Was war da Ihr Trick?

Diesen Wert kannte ich gar nicht. Ich wusste, dass ich in einer Saison mit dem Hamburger SV vier Elfmeter gehalten habe (1999/2000, vier von fünf, Anm. d. Red.). Vielleicht erinnern sich die Schützen, dass der Torwart gegenüber den oder die letzten Elfmeter gehalten hat und werden deswegen verunsichert, weil der Tormann als Elfmeterkiller gehandelt wird.

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Wie haben Sie sich auf die Elfmeterschützen des Gegners vorbereitet?

Ich achtete beim Schützen darauf, wie einer geschossen hat, wie er anlief, ob er einen ausguckte. Wer mehrere Elfmeter schießt, wählt in den seltensten Fällen immer dieselbe Ecke. Harry Koch vom 1. FC Kaiserslautern schoss immer rechts unten, vom Torwart aus gesehen.

Was würden Sie heute bei Lewandowski tun?

Ich würde mir den ganzen Bewegungsablauf anschauen, weil ich mir etwas überlegen muss, wenn ich weiß, dass der Schütze mich ausschaut. Ich muss ihn dazu bringen, dorthin zu schießen, wo ich ihn haben möchte.

Was passiert da konkret?

Es geht um den Moment, in dem sich der Schütze für die Ecke entscheidet: Da muss ich eine Körperhaltung zeigen, die ihn dazu veranlasst, in eine bestimmte Ecke zu schießen. Da geht es um Millisekunden.

„Man braucht Nerven plus die Technik.“ (Jörg Butt)

Es findet ein großes Psychoduell statt?

Ja, auf jeden Fall.

Es heißt oft, wegen der besonderen Drucksituation seien Elfmeter nicht zu trainieren. Teilen Sie diese Theorie?

Nehmen wir Andy Brehme, der sich eine Ecke aussuchte und mit seiner perfekten Technik den Ball knapp neben den Pfosten setzte, wie im WM-Finale 1990 gegen Argentinien. Diese Technik kann man trainieren. Aber dann kommt es darauf an, diese Technik vor 70.000 Zuschauern umzusetzen. Da darf ich keine kalten Füße bekommen. Man braucht Nerven plus die Technik.

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Ist es schwieriger, abzuwarten und den Torhüter auszugucken als sich eine Ecke auszusuchen?

Man braucht dazu vielleicht eine größere Konzentration. Brehme hatte mit seiner Art eine absolute Sicherheit, Lewandowski hat sie heute mit seiner Methode.

Wer war der sicherte Elfmeterschütze, der gegen Sie antrat?

Der Portugiese Luis Figo schoss sehr gut. Auf ihn hatte ich mich vorbereitet und habe gegen ihn gehalten. Er hatte einen speziellen Anlauf und entschied in einem bestimmten Moment: Wenn du dich da als Torwart nicht bewegt hast, schoss er halbhoch links, von sich aus gesehen. Darauf konnte man sich gut einstellen. Aber viele Elfmeter vergab Figo nicht.

Sie retteten damals, im November 2004, für Leverkusen das 1:1 bei Real Madrid. Gegen welchen Torhüter war es für Sie die größte Herausforderung zu verwandeln?

Über den Torwart machte ich mir nie Gedanken, sondern über die Situation an sich, die die Herausforderung bedeutete. Da kann ein kleines Stadion, wo du einen Zuschauer hörst, unangenehmer sein als das Gebrüll vieler. Als wir mit dem HSV bei Bayern spielten, haben mich einige Spieler auf dem Weg zum Punkt - sagen wir - nett begrüßt.

Sie haben gegen Oliver Kahn damals, im September 1998, dennoch verwandelt bei einer 3:5-Niederlage.

Ja, rechts halbhoch.

Welcher Ihrer geschossenen Elfmeter blieb Ihnen in besonderer Erinnerung?

In Stuttgart habe ich in einem Spiel zwei Elfmeter geschossen.

Im August 1999, nach der Halbzeit, der HSV gewann 3:0.

Meine drei Elfmeter in der Champions League habe ich alle gegen Juventus Turin verwandelt. Mit Bayern unter Louis van Gaal, als wir Anfang Dezember 2009 gewinnen mussten, schnell 0:1 hinten lag und dann einen 4:1-Sieg schafften. Der Elfmeter zum 1:1 war extrem wichtig, wir kamen bis ins Finale.

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Bei einer Niederlage wäre es für Louis van Gaal in München eng geworden. Sie haben ihn gerettet und wurden von ihm im Winter 2010/11 zum Dank aus dem Tor geschoben.

Wir hatten in jener Saison einen schlechten Start in der Bundesliga gehabt, mit dem Sieg in Turin kam die Wende. Wir erreichten das Finale gegen Inter Mailand, verloren leider 0:2, holten aber das Double.

Für den Hamburger SV erzielten Sie gegen Juventus Turin Mitte September 2000 zu Hause den 3:3-Ausgleich nach 1:3-Rückstand, cool flach links unten gegen den Niederländer Edwin van der Sar.

Das Spiel ging 4:4 aus, es war ein legendäres Spiel. Für den HSV war es das erste Champions-League-Spiel überhaupt - und das gegen Juventus Turin. Gegen diese Mannschaft hatte der HSV 1983 das Finale im Europapokal der Landesmeister gewonnen, dank Felix Magaths goldenem Tor. Da war die ganze Vorgeschichte schon eine besondere. Nach dem 4:4 herrschte eine super Stimmung und eine wahnsinnige Euphorie in Hamburg. Es war schon ein besonderer Elfmeter. Mit Leverkusen mussten wir in der Saison 2001/02 gegen Juve in der Zwischenrunde gewinnen, es gab ein 3:1. Ich erzielte das 1:0 gegen Gianluigi Buffon. Dieser Elfmeter war sehr wichtig, damit wir später das Finale gegen Real erreichten.

Welcher Elfmeter war der wichtigste in Ihrer Laufbahn?

Der in Turin für den FC Bayern.

83,8 Prozent Ihrer Elfer waren drin. Sie liegen damit neun Prozent über dem Schnitt der knapp 5000 Bundesliga-Elfmeter. Sind Sie mit Ihrer Trefferquote beim Elfmeter zufrieden?

Sie ist ganz ordentlich. Bei so vielen kann nicht jeder drin sein.

Sie haben 26-mal vom Punkt aus getroffen, 5-mal nicht. Vier wurden gehalten, einer ging an den Pfosten.

Gegen den VfB Stuttgart, Timo Hildebrand stand im Tor. Der Ball war dennoch drin, Bernd Schneider verwandelte den Nachschuss...

Es war das 2:0 zum 2:0-Sieg am letzten Spieltag 2004. Vergeben haben Sie gegen Frank Rost, Markus Pröll, Richard Golz, Heinz Müller und Timo Hildebrand. Warum klappte es da nicht?

Baumgarts Blumen für Wehrle

  Baumgarts Blumen für Wehrle Dass der VfB Stuttgart Kölns Geschäftsführer Alexander Wehrle als neuen Vorstandsvorsitzenden verpflichten möchte, bewegt auch FC-Trainer Steffen Baumgart, der keinen weiteren hoch geschätzten Ansprechpartner verlieren möchte. © imago images/Herbert Bucco Trainer Steffen Baumgart (re.) kämpft um Geschäftsführer Alexander Wehrle (li.). Kölns Trainer sieht all seine Vertrauenspersonen wegbrechenSteffen Baumgart musste aufpassen, sich nicht verbal zu verdribbeln, als er auf die Situation um den vom VfB umworbenen FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle angesprochen wurde.

Gegen Richard Golz, meinen Vorgänger in Hamburg, habe ich nach dessen Wechsel nach Freiburg zur Saison 1998/99 nicht verwandelt. Es war Richards erstes Spiel gegen den HSV. Im Rückspiel gab es wieder einen Elfmeter. Im Vorfeld war spekuliert worden, ob ich in diesem Falle wieder schießen würde - ich habe es getan und verwandelt. Es war eine besondere Geschichte für uns zwei.

28,1 Prozent der Elfmeter, die gegen Sie geschossen wurden, hielten Sie. Also jeden vierten. Sie liegen auch damit über dem Schnitt von knapp über 18 Prozent.

Erscheint mir statistisch nicht schlecht. Aber wichtig ist, dass man damit Punkte und Siege gewinnt. Gegen Schalke habe ich mit dem HSV zweimal gehalten und den Sieg gerettet. Einmal habe ich für Hamburg gegen Schalke einen verwandelt und einen gehalten, dadurch haben wir gewonnen.

Dieses Kuriosum ereignete sich am 20. Spieltag 1999/2000. Gegen Marc Wilmots hielten Sie in der 30. Minute, in der 72. Minute schossen Sie vom Punkt zum 2:1 ein, der HSV siegte 3:1. Drei von fünf Elfmetern gegen Schalke, zwei von fünf gegen Bayern hielten Sie, unter anderem gegen Stefan Effenberg und Michael Ballack. Machte es gegen große Namen besonders Spaß zu halten?

Mir war es immer wichtig, dass wir dadurch gepunktet haben. Aber gegen große Spieler in großen Spielen wie in der Champions League ist ein gehaltener Elfmeter schon etwas Besonderes. Aber wenn du zum Elfmeter antrittst, gehst du eben das Risiko ein, dass du verschießt.

Kann beim Elfmeter nur der Torwart gewinnen?

Die Erwartung, dass der Schütze den Ball reinschießt, ist natürlich größer. Als Torwart kann ich weniger verlieren, und die Chance, als Held gefeiert zu werden, ist natürlich größer. Aber wenn der Schütze einen wichtigen Elfmeter verwandelt, ist es genauso eine große Leistung, weil der Druck in großen Spielen gewaltig ist und bei einem Fehlschuss die Niederlage am Schützen festgemacht wird.

Wie kam es dazu, dass Sie Elfmeter geschossen haben?

Beim VfB Oldenburg, damals in der dritten Liga in den 1990er Jahren, schoss ich oft im Training Elfmeter. Und als wir im Spiel ein paar verschossen hatten und es gegen St. Pauli Elfmeter für uns gab, ging keiner hin. Ich wurde dann nach vorne gerufen und schoss ihn rein. Wir bekamen dann noch einen Elfer in dieser Partie, den ich wieder verwandelt habe. Wir gewannen 2:0. In den folgenden Spielen habe ich immer geschossen. Beim HSV hatten wir auch einen oder zwei verschossen, da fragte mich Trainer Frank Pagelsdorf, ob ich es mir in der Bundesliga zutrauen würde. So entwickelte es sich.

Wer ist heute der beste Elfmeterschütze?

Eindeutig Lewandowski. Er hat das Ausgucken und Verzögern perfektioniert. Max Kruse macht es auch gut, er ist ein Typ, der sich mit seinem Selbstbewusstsein von nichts beeinflussen lässt.

Hat sich die Art des Elferschießens verändert?

Mittlerweile gibt es immer mehr Spieler, die den Torwart ausgucken.

Weil es nicht mehr geht bei der heutigen Transparenz, immer nur eine Ecke anzuvisieren?

Das kann eine Rolle spielen. Heute bekommen die Torhüter von ihrem Torhüter alles vorbereitet, auf Listen und Videos.

Sie sind der einzige Torhüter der Bundesliga-Geschichte, der nach einem verschossenen Elfmeter noch einmal antreten durfte. Wie werten Sie diese Tatsache?

Offenbar war das Vertrauen der Kollegen da. Ich habe mich nie danach gedrängt. Es kam aus der Mannschaft. Seinerzeit in Turin mit Bayern rief mich auch Bastian Schweinsteiger nach vorne. Ich hatte damals nicht zu van Gaal gesagt, ich bin hier derjenige, der die Elfmeter schießt.

Haben Sie gelegentlich auch verzichtet?

Ja, wenn man sich nicht gut fühlt, dann ist es besser so. In Hamburg habe ich nicht jeden geschossen.

Hatten Sie Angst, dass Sie bei einem Fehlschuss nicht rechtzeitig im Tor zurück sind?

Diese Gefahr bestand natürlich. Aber darüber darf man nicht nachdenken. Wenn man da vorne hingeht, muss man zu 100 Prozent sicher sein.

Eine kuriose Szene gab es mit Ihnen im April 2004 in Schalke, als Sie zum 3:1 verwandelten und dann beim Anstoß des Gegners von Maik Hanke überlupft wurden. Bei diesem Spielstand für Ihre Mannschaft Leverkusen blieb es. Waren Sie da nicht rechtzeitig zurück?

Ich lief zurück, habe mich gefreut und den Fans gewunken, bin aber nicht spazieren gegangen. Die Schalker freuten sich über das Tor. Wir haben gewonnen, deshalb kann man darüber schmunzeln. Hätten wir einen Punkt verloren, wäre es bitter gewesen. Normal schaut der Schiedsrichter, ob der Torwart im Tor zurück ist.

Welches Gefühl ist besser: Wenn ein Torhüter einen Elfmeter verwandelt oder gehalten hat?

Als Torwart zu halten ist das bessere Gefühl. Das war mir auch wichtiger. Das Elfmeterschießen ergab sich so, ich wollte Verantwortung übernehmen. Aber das Torwartspiel war mir immer wichtiger.

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