Sport Drittliga-Neustart: So sieht's aus zwischen Magdeburg und Havelse

19:46  14 januar  2022
19:46  14 januar  2022 Quelle:   kicker.de

Magdeburg begrüßt Havelse

  Magdeburg begrüßt Havelse 3. Liga: 1. FC Magdeburg – TSV Havelse (Sonntag, 15:00 Uhr) © Bereitgestellt von sport1.de Magdeburg begrüßt Havelse Havelse bekommt es am Sonntag mit einem Team zu tun, dessen jüngste Auftritte von Erfolg gekrönt waren. Am letzten Samstag holte Magdeburg drei Punkte gegen den Sport-Club Freiburg II (3:2). Der TSV Havelse erntete am letzten Spieltag nichts und ging mit 0:1 als Verlierer im Duell mit dem MSV Duisburg hervor. Im Hinspiel hatte der 1. FC Magdeburg die Nase vorn und verbuchte einen 3:1-Sieg.Angesichts der guten Heimstatistik (8-1-1) dürfte der Spitzenreiter selbstbewusst antreten.

Heute ist Freiburg in Dortmund zu Gast. Ein Duell, das am 9. September 2017 ein Novum hervorbrachte - den ersten Platzverweis nach Videobeweis in der Bundesliga. Für Freiburgs Yoric Ravet hatte er weitreichende Folgen.

Im Ernst? Yoric Ravet ahnt, welche Karte Benjamin Cortus ihm im Nachhinein zeigen wird. © imago/Sportfoto Rudel Im Ernst? Yoric Ravet ahnt, welche Karte Benjamin Cortus ihm im Nachhinein zeigen wird.

Die bittere Geschichte rund um den Ex-Freiburger Ravet

Christian Streich musste etwas unternehmen. Mit 1:4 war seine Mannschaft am 2. Spieltag der Saison 2017/18 in Leipzig untergegangen, satte sechs Wechsel nahm er deshalb vor dem Heimspiel gegen Dortmund vor. Darunter befand sich auch ein Sommerzugang aus Bern, der erst einen Tag vor dem Leipzig-Spiel verpflichtet worden war: Yoric Ravet. In der Schweiz war es für ihn bestens gelaufen, unter anderem war er in der Champions-League-Qualifikation und in der Europa League zum Einsatz gekommen. Streich schmiss ihn gegen den BVB ins kalte Wasser.

Wer macht das Aufstiegsrennen? Magdeburg, Lautern und Co. im Check

  Wer macht das Aufstiegsrennen? Magdeburg, Lautern und Co. im Check Nur drei Punkte liegen zwischen Platz 2 und 6. Spannender könnte die Ausgangslage vor dem Start in der 3. Liga kaum sein - auch wenn sich Magdeburg an der Spitze schon absetzen konnte. Doch bleibt der FCM die unangefochtene Nummer 1, hält sich Überraschungsteam Meppen in der Spitzengruppe oder haben am Ende gar drei Klubs aus dem Südwesten die Nase vorne? Fragen über Fragen, auf die es erst im Mai endgültige Antworten gibt. © Bereitgestellt von kicker Im Aufstiegsrennen: Michael Schiele, Matheo Raab und Baris Atik. Die Top-6 der 3. Liga vor dem Start der Rest-RückrundePlatz 1: 1.

Die Zuschauer im Dreisamstadion sahen den rechten offensiven Außenbahnspieler aber nicht einmal eine halbe Stunde auf dem Feld, denn genauso wie Ravet war auch der Videobeweis neu in der Bundesliga. In der 27. Minute traf der Franzose seinen Gegenspieler Marcel Schmelzer beim Anlaufen unglücklich, aber letztlich heftig im Wadenbereich über dem Sprunggelenk. Schiedsrichter Benjamin Cortus zückte Gelb, womit Ravet scheinbar gut davonkam.

Ravets müdes Lächeln, Schmelzers Schmerzen

Doch dann meldete sich der "Kölner Keller" in Person von VAR Günter Perl, Cortus sah sich die Szene am Spielfeldrand nochmal an - und entschied sich um. Rot für Ravet, der historisch erste Platzverweis nach Videobeweis war perfekt. Ravet quittierte die Entscheidung mit einem ironischen Lächeln. Schmelzer war gar nicht zum Lachen zumute. Der Dortmunder musste nach dem Foul für Dan-Axel Zagadou ausgewechselt werden und fiel einige Wochen aus.

Transferoffensive bei Magdeburg: Kwarteng und Ito kommen

  Transferoffensive bei Magdeburg: Kwarteng und Ito kommen Drittliga-Spitzenreiter 1. FC Magdeburg hat noch einmal eine Transferoffensive gestartet. Wie der Club mitteilte, verpflichtete er Moritz-Broni Kwarteng und Tatsuya Ito. Während Kwarteng einen festen Vertrag erhielt, wird Ito ausgeliehen. Dagegen verlassen die beiden Talente Leon Schmökel und Ole Hoch vorerst die Magdeburger. Sie werden an den Regionalligisten Germania Halberstadt verliehen. Mit Kwarteng holten die Magdeburger einen vereinslosen Offensivspieler. Der 23-Jährige trainierte sowohl im Trainingslager in der Türkei als auch in dieser Woche mit der Mannschaft.

Doch die Geschichte ist damit nicht zu Ende. Vier Spiele Sperre bekam Ravet vom DFB-Sportgericht aufgebrummt, nach zwei Einsprüchen von Freiburger Seite wurde das Urteil abgemildert auf drei Spiele und eines auf Bewährung. "Herr Ravet spielt seit vielen Jahren im europäischen Fußball, war in drei verschiedenen Ländern aktiv und ist dabei nie durch eine Rote oder Gelb-Rote Karte negativ aufgefallen. Er gilt nachweislich als ein fairer Spieler", erklärte Hans E. Lorenz, Vorsitzender des DFB-Sportgerichts zur Begründung.

Abstieg mit Grasshoppers und Streichs Mitleid

Doch das half Ravet auch nicht mehr viel. Sein Fehlstart war perfekt, in Freiburg sollte er danach nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Bis Februar 2019 kam er nur auf 17 Pflichtspieleinsätze (ein Tor), in der Saison 2018/19 stand er kein einziges Mal in der Startelf. Im Winter 2019 wurde er an Ex-Verein Grasshopper Club Zürich ausgeliehen. Der Schweizer Traditionsverein stieg zum ersten Mal nach 70 Jahren am Saisonende ab.

Fans glauben an doppelten Hamburg-Aufstieg

  Fans glauben an doppelten Hamburg-Aufstieg Ein großer Teil der Fans glaubt einer Umfrage nach an einen Aufstieg von beiden Hamburger Klubs in die erste Liga. Bei Düsseldorf könnte der Trainer wackeln. © Bereitgestellt von sport1.de Fans glauben an doppelten Hamburg-Aufstieg Das dürfte die Hamburger freuen! (NEWS: Alle aktuellen Infos zur 2. Bundesliga)Der Großteil der Fans in Deutschland glaubt, dass sowohl der Hamburger SV als auch der FC St. Pauli direkt in die erste Liga aufsteigen werden.Demnach wird St. Pauli die Saison auf dem ersten und der HSV auf dem zweiten Tabellenplatz beenden.

Ravet kehrte im Sommer 2019 zu Freiburg zurück, doch auch im zweiten Anlauf sollte es nicht klappen. Im November sagte Streich: "Yoric Ravet trainiert wie ein Wahnsinniger. Ich sage immer, Yoric tut mir leid. Er sagt, Trainer, alles in Ordnung. Der redet mit mir, jeden Morgen."

Freiburg suchte zu dieser Zeit längst den nächsten Abnehmer. "Wir probieren alles, der muss ja kicken. Er ist ein Vollblutfußballer", so Streich weiter. "Es lief halt auch, Entschuldigung, Scheiße für ihn, mit Verletzungen, der Roten Karte direkt am Anfang, und dann lief es auch nicht in Zürich." Erst im Sommer 2020 war es aber so weit. Ravet fand in Grenoble dauerhaft ein neuen Zuhause, dort kickt der inzwischen 32-Jährige noch immer in der zweiten französischen Liga.

Die für Ravet so schicksalshafte Partie fand übrigens zumindest noch für Freiburg ein ganz gutes Ende. Die Breisgauer erkämpften sich beim BVB trotz einer Stunde in Unterzahl ein torloses Remis. Eine seit zwölf Partien anhaltende Niederlagenserie gegen die Borussia war damit gebrochen.

Nach Abbruch: MSV und Osnabrück spielen am 2. Februar .
Ein neuer Termin für das am 19. Dezember 2021 wegen einer rassistischen Beleidigung abgebrochene Drittligaspiel zwischen dem MSV Duisburg und dem VfL Osnabrück steht nun fest. © imago images/Team 2 Aaron Opoku (2.v.li.) stand am 19. Dezember im Blickpunkt, beide Teams gingen vom Platz. DFB hat das Drittliga-Spiel nun neu terminiertDie beiden Kontrahenten treffen sich am 2. Februar um 19 Uhr wieder, wie der DFB nun festgelegt hat. Nötig war der neue Termin, weil Aaron Opoku beim Duell des 20. Spieltages in der 35. Minute von der Tribüne aus erheblich rassistisch beleidigt wurde.

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