Sport "Eigentlich Spieler des Spiels" - Klimpke "ein bisschen überwältigt"

23:35  16 januar  2022
23:35  16 januar  2022 Quelle:   kicker.de

Der Karl Lauterbach des deutschen Handballbundes

  Der Karl Lauterbach des deutschen Handballbundes Die Handball-EM startet in knapp einer Woche. Auf Bundestrainer Alfred Gislason warten dabei einige Herausforderungen. Dazu gehört auch das Coronavirus. © Bereitgestellt von sport1.de Der Karl Lauterbach des deutschen Handballbundes Seit Sonntag läuft für die deutschen Handballer die heiße Vorbereitungsphase auf die EM in der Slowakei und Ungarn, die vom 13. bis 30. Januar stattfindet.Bundestrainer Alfred Gislason will mit seinem jungen Team eine neue Zeitrechnung starten. (Der Spielplan der Handball-EM)Gleich neun Turnier-Debütanten stehen im 19-Mann-Kader.

Zum "Man of the Match" wurde ein anderer gewählt, doch nach dem zweiten deutschen EM-Sieg wurde besonders Torhüter Till Klimpke (23) mit Lob überhäuft.

Er wuchs am Sonntag über sich hinaus: DHB-Keeper Till Klimpke. © imago images Er wuchs am Sonntag über sich hinaus: DHB-Keeper Till Klimpke.

Wolff winkt ausgerechnet gegen Polen ein Startplatz

"Er hat das wahnsinnig gemacht", lobte Christoph Steinert, eine der vielen positiven EM-Überraschungen, nach Schlusspfiff am ARD-Mikrofon seinen Keeper. Klimpke, dessen Startplatz beim Auftakt schon für Diskussionen gesorgt hatte, zeigte eine bärenstarke Leistung und parierte 14 Versuche der Österreicher. Wohl auch wegen der bemerkenswerten Fangquote von knapp 36 Prozent regte Erlangens Steinert an: "Ich weiß nicht, wer das zu entscheiden hat, aber eigentlich hätte er sich heute das Plakat und den Pokal abholen müssen."

Torhüter-Entscheidung gefallen

  Torhüter-Entscheidung gefallen Die deutsche Handball-Nationalmannschaft setzt bei der EM vorerst auf Andreas Wolff und Till Klimpke. © Bereitgestellt von sport1.de Torhüter-Entscheidung gefallen Vor dem Beginn der Handball-EM ist in der deutschen Nationalmannschaft die erste Torhüter-Entscheidung gefallen.Wie der DHB am Dienstag mitteilte, entschied sich Trainer Alfred Gislason dafür, mit Andreas Wolff (KS Vive Kielce) und Till Klimpke (HSG Wetzlar) in die Slowakei zur Vorrunde zu reisen.

Gemeint war die Auszeichnung zum "Man of the Match", die sich der ebenfalls herausragende Rechtsaußen Timo Kastening abholte. Der Melsunger, mit neun Toren aus elf Versuchen, stimmte Steinert zu. Er hätte mit einer Entscheidung pro Klimpke "mehr als leben können". "Er hat uns das Spiel gerettet", so Kastening, "er war eigentlich Spieler des Spiels."

Klimpke "hätte nicht damit gerechnet"

Klimpke, im ersten Spiel ohne eine einzige Parade schnell durch Wolff ausgetauscht, strahlte vor den TV-Kameras über beide Ohren. "Ich bin ein bisschen überwältigt, muss ich ganz ehrlich sagen", so der Keeper der HSG Wetzlar: "Ich hätte nicht damit gerechnet, dass es heute doch so ein gutes Spiel wird." Lange könne er sich aber bei einem solchen Turnier nicht darüber freuen. Klimpke richtete den Blick schnell auf den Gruppenabschluss gegen Polen am Dienstag (18 Uhr, LIVE! bei kicker): "Wir wollen Gruppensieger werden."

33:29-Sieg: Deutsche Handballer gewinnen EM-Auftakt gegen Belarus

  33:29-Sieg: Deutsche Handballer gewinnen EM-Auftakt gegen Belarus Im ersten Spiel der EM liegen die deutschen Handballer zur Pause gegen Belarus zurück. Eine deutliche Leistungssteigerung führt schließlich zum Erfolg. © Foto: dpa Faust hoch. Andreas Wolff konnte mit der deutschen Nationalmannschaft den ersten Sieg bei der EM feiern Andreas Wolff suchte in der Halbzeit erst einmal das Gespräch. Nicht etwa mit seinen Teamkameraden – die waren mit etwas betrübten Mienen bereits in der Kabine verschwunden –, sondern mit dem gegnerischen Torhüter Ivan Matskevic, den er bestens aus vergangenen Champions-League-Begegnungen kennt.

„Das heißt nicht unbedingt, dass er gegen Polen anfangen muss.“ (Alfred Gislason über Till Klimpke)

Dass dann wieder Klimpke zu Beginn im Tor stehen wird, gilt aber als unwahrscheinlich. "Es war für mich klar, dass er in diesem Spiel anfängt", sagte ein erleichterter Gislason nach Abpfiff: "Das heißt nicht unbedingt, dass er gegen Polen anfangen muss." Am Dienstag könnte die Stunde von Wolff schlagen. Der EM-Held von 2016 spielt beim polnischen Spitzenklub Vive Kielce, kennt viele Schützen bestens.

Gislason hadert mit der Abwehr - Neulinge machen Spaß

Gislason gefiel aber verständlicherweise bei weitem nicht alles am deutschen Spiel. "Wie in allen vier Spielen in diesem Jahr sind wir nicht gut reingekommen", haderte der Isländer: "Ich fand unsere Abwehr extrem löchrig." Trotz acht Paraden von Klimpke lag die DHB-Auswahl zur Pause mit 15:16 hinten. "Es war ein bisschen anders abgesprochen in der Abwehr", gestand Gislason, der aber die "Riesensteigerung" (Steinert) nach der Pause auch bemerkte.

Für den Bundestrainer "überwiegt das Positive sehr", denn: "Viele Neulinge bringen sehr gute Leistungen." Magdeburgs Linksaußen Lukas Mertens, Leipzigs Spielmacher Witzke und Erlangens Steinert gehörten gegen Österreich definitiv dazu. Gislasons letzter Wunsch fürs Gruppenfinale? "Es wäre schön, wenn wir sehr gut reinkommen würden gegen Polen."

Zehn DHB-Spieler begeben sich auf die Heimreise .
Die deutsche Handball-Nationalmannschaft wird ihr letztes EM-Hauptrundenspiel gegen Russland am Dienstag definitiv ohne zehn der zwölf Spieler bestreiten, die sich im Laufe des Turniers mit dem Coronavirus infiziert hatten. © imago images Auch er befindet sich auf der Heimreise: Djibril M'Bengue. "Zwei Kandidaten werden noch hier bleiben"Die positiv getesteten Luca Witzke (Leipzig) und Lukas Mertens (Magdeburg) reisten am Sonntag ebenso ab wie Christoph Steinert (Erlangen), Till Klimpke (Wetzlar), Djibril M'Bengue (Porto) und Sebastian Firnhaber (Erlangen).

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