Sport: Sahar Khodayari: Sie starb, dabei wollte sie doch nur zum Fußball - PressFrom - Deutschland

SportSahar Khodayari: Sie starb, dabei wollte sie doch nur zum Fußball

22:20  11 september  2019
22:20  11 september  2019 Quelle:   zeit.de

Whitney Houstons Todesursache: Daran starb die Sängerin wirklich

Whitney Houstons Todesursache: Daran starb die Sängerin wirklich Sieben Jahre sind seit dem dramatischen Tod von Superstar Whitney Houston (†48) vergangen. Leblos wurde die erfolgreiche Sängerin am 11. Februar 2012 in der Badewanne ihres Hotelzimmers in Bevery Hills aufgefunden. Whitney Houstons Todesursache ist unter anderem auf ihre lange Drogenvergangenheit zurückzuführen. Whitney Houstons (†48) Todesursache ist jetzt, mehr als sieben Jahre nach ihrem Tod klar. Die Sängerin wurde am 11. Februar 2012 leblos in ihrem Hotelzimmer in Beverly Hills aufgefunden.

Sahar Khodayari: Sie starb, dabei wollte sie doch nur zum Fußball © Atta Kenare/​Getty Images Nur ganz selten dürfen Frauen im Iran ins Fußballstadion, so wie diese kleine Gruppe beim Public Viewing während der WM 2018. Eine Frau, die als Mann verkleidet beim Versuch erwischt wurde, hat sich nun umgebracht.

Der Iran verbietet Frauen den Stadionbesuch, weshalb selbst die Iraner Konsequenzen für ihr Land fordern. Die Fifa aber zögert – auch nach dem Suizid von Sahar Khodayari.

Am 12. März dieses Jahres kleidet sich Sahar Khodayari, von deren Haut später 90 Prozent verbrennen, ganz in Blau, der Farbe ihres Lieblingsvereins Esteghlal Teheran. Dazu setzt sie sich eine blaue Perücke auf den Kopf. Esteghlal spielt am Abend in der asiatischen Champions League gegen al-Ain aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

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Schwere Verkehrsunfälle in Brandenburg: Am Wochenende kamen drei Menschen ums Leben 125 Verletzte und drei Tote. Das ist die traurige Bilanz der vergangenen zwei Tage auf Brandenburgs Straßen. © Foto: dpa Blick auf eine Allee nahe Müncheberg (Brandenburg). Symbolbild. Am Wochenende sind bei Verkehrsunfällen auf Brandenburgs Straßen drei Menschen ums Leben gekommen. 125 weitere Personen wurden verletzt, wie ein Sprecher des Lagezentrums in Potsdam am Montagmorgen sagte.

Khodayari hat sich als Mann verkleidet, weil es Frauen im Iran nur so in Fußballstadien schaffen. Am Einlass vor dem Azadi-Stadion, dem Freiheitsstadion, wird sie festgenommen. Khodayari, damals 29, wird wegen Beleidigung der öffentlichen Ordnung und der Polizei angeklagt, in das berüchtigte Frauengefängnis Gharchak gebracht und später gegen eine Kaution freigelassen. Am zweiten September wird ein erstes Verfahren abgesagt, aber Khodayari erfährt, dass ihr eine sechsmonatige Gefängnisstrafe droht. Daraufhin zündet sie sich vor dem Gericht selbst an. Am vergangenen Montag stirbt sie aufgrund ihrer schweren Verbrennungen.

Schon oft wurde im Iran gegen das Stadionverbot für Frauen protestiert, zum Beispiel vor der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr. Aber noch nie hat der Protest weltweit so viel Aufmerksamkeit erzeugt, unzählige Fußballerinnen und Aktivisten solidarisierten sich mit Khodayari.

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Tragischer Autounfall : Vater überfährt vierjähriges Kind In Falkensee hat ein Vater am Samstagmittag sein vierjähriges Kind überfahren. Es erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen. © Foto: dpa Symbolbild In Falkensee (Havelland) hat ein Vater am Samstagnachmittag sein vierjähriges Kind mit dem Auto überfahren. Beim Rückwärtsfahren bemerkte er einen Widerstand, als er ausstieg, sah er sein schwer verletztes Kind unter dem Wagen. Wie die Polizeidirektion West am Montag mitteilte, wollte der Mann rückwärts von seinem Grundstück fahren. Dabei habe er das Kind übersehen.

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Manche sendeten einfach ihre Beileidsbekundungen an die Angehörigen des "blauen Mädchens" (#BlueGirl), wie Khodayari aufgrund der blauen Verkleidung häufig genannt wird. Etwa der französische Weltmeister Paul Pogba.

Vielen anderen aber reicht das nicht, auf Twitter macht aktuell der Hashtag "BanIRSportsFederations" die Runde. Das zielt vor allem auf den Weltverband Fifa, die den Iran endlich von allen internationalen Spielen ausschließen soll, solange er Frauen nicht ins Stadion lässt. Denn das Verbot verstößt gegen die Fifa-Statuten, laut derer Diskriminierung gegen Frauen "strikt verboten" ist.

Die Fifa aber schrieb am Dienstag zum Tod Khodayaris nur Folgendes:

Man bedauere diese Tragödie zutiefst und wiederhole die "Forderung an die iranischen Behörden, die Freiheit und Sicherheit aller Frauen zu gewährleisten, die sich in einem legitimen Kampf gegen das Stadionverbot engagieren". Die iranisch-amerikanische Journalistin und Aktivistin Masih Alinejad aber entgegnete in einem Interview mit der BBC: "Wir brauchen nicht die leeren Worte der Fifa, wir wollen von der Fifa, dass sie den Iran von internationalen Spielen ausschließt." Eine Forderung, die nun lauter wird, selbst unter Iranern.

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Natürlich ist die Frage, warum eine Nation an Fifa-Turnieren teilnehmen darf, obwohl sie die von der Fifa formulierten Werte verletzt, berechtigt. Um sie vor zu viel Maskulinität zu schützen, wie es von schiitischen Geistlichen heißt, ist es den Iranerinnen seit 1981 verboten, Fußballspiele von Männern anzuschauen. In keinem anderen Land gibt es momentan ein solches Verbot. Selbst Saudi-Arabien, das streng religiöse Königreich, hat Anfang des Jahres erstmals Frauen ins Stadion gelassen.

Im Iran gibt es Widerstand, den die Fifa stärken könnte

Die Fifa, die oft und gerne die weltverbessernde Kraft des Fußballs betont, hat zu alldem ziemlich lange geschwiegen. Im vergangenen Jahr besuchte der Präsident Gianni Infantino in Teheran ein Spiel zwischen Esteghlal und Persepolis. Dabei wurden mal wieder mehrere Frauen verhaftete, doch Infantino sagte nichts. Im Juni stellte der Weltverband dem Iran zwar ein Ultimatum, das wurde aber mehrfach verlängert. Zum WM-Qualifikationsspiel gegen Kambodscha am zehnten Oktober sollen nun ein paar Frauen ins Stadion dürfen, von allen anderen Spielen bleiben sie wohl weiter ausgeschlossen.

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Immerhin gibt es im Iran mittlerweile massiven Widerstand gegen den Ausschluss von Frauen, auch Irans Präsident Hassan Ruhani hat sich gegen das Stadionverbot ausgesprochen. Die Fifa könnte diesen Widerstand stärken, indem sie den Iran von der aktuell laufenden WM-Quali sowie anderen Wettbewerben ausschließt. Bislang tut sie es nicht, dafür unterstützen zum Beispiel Irans Fußballer Frauen wie Khodayari. Masoud Shojaei, Irans Nationalmannschaftskapitän, schrieb auf Instagram: "Die Selbstverbrennung einer Frau, die angeklagt wurde, weil sie ein Fußballspiel gucken wollte – das Resultat scheußlichen und widerwärtigen Denkens – wird für zukünftige Generationen völlig unverständlich sein."

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