Sport Alle Trainer noch im Amt - und doch immer im Gespräch

16:25  01 november  2019
16:25  01 november  2019 Quelle:   msn.com

Schiri-Beleidigung: DFB ermittelt gegen Badstuber

  Schiri-Beleidigung: DFB ermittelt gegen Badstuber Holger Badstuber droht nach seinem Platzverweis und der darauffolgenden Schiedsrichter-Beleidigung im Zweitligaspiel des VfB Stuttgart gegen Holstein Kiel eine längere Sperre. Wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Montag bestätigte, hat der DFB-Kontrollausschuss ein Ermittlungsverfahren gegen den Ex-Nationalspieler eingeleitet. Badstuber hatte beim überraschenden 0:1 der Schwaben am Sonntag in der 53. Minute Gelb-Rot gesehen. Als er vom Platz ging, schimpfte er vulgär in Richtung der Unparteiischen ("Ihr seid Muschis geworden!") - gut hörbar für die TV-Zuschauer über die Platzmikrofone.

Steht mit Köln im rheinischen Derby unter Druck: FC-Coach Achim Beierlorzer. © Foto: Marius Becker/dpa Steht mit Köln im rheinischen Derby unter Druck: FC-Coach Achim Beierlorzer.

Dass Statistik trügen kann, weiß kaum jemand so gut wie Fußball-Trainer. Dass sie selbst so sicher im Sattel sitzen wie seit 20 Jahren nicht, dürfte solch eine trügerische Statistik sein.

Zum ersten Mal seit der Saison 1999/2000 sind alle in die Spielzeit gestarteten Trainer am 10. Spieltag noch im Amt, dabei herrscht wöchentlich an mindestens einem Standort helle Aufregung. Für Kölns Achim Beierlorzer wird es schon eng, für seine Kollegen Niko Kovac und Lucien Favre bei den Top-Clubs in München und Dortmund sind Gerüchte und Diskussionen in dieser Saison zum ständigen Wegbegleiter geworden.

Falsche Neun, keine Neun - der Fehler im System BVB

  Falsche Neun, keine Neun - der Fehler im System BVB Natürlich hatte Sportdirektor Michael Zorc recht, als er zu später Stunde im Giuseppe-Meazza-Stadion die Dortmunder 0:2-Niederlage gegen Inter Mailand analysierte. "Heute haben unsere zwei besten Torschützen gefehlt. Wir können über alles philosophieren, aber wenn Paco Alcácer und Marco Reus fehlen, dann sind die beiden besten Torschützen nicht auf dem Platz", betonte Zorc auf die Frage, warum es dem BVB denn so offensichtlich an Durchschlagskraft gefehlt hatte.Man solle sich einmal vorstellen, das würde anderen so gehen, "dann werdet ihr sehen, was dann los ist", orakelte die Borussen-Legende.

Auch deshalb sieht Lutz Hangartner, Präsident des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL), auch kein Umdenken bei den Vereinen. «Ich bin der Auffassung, dass dies eine Momentaufnahme ist und keine grundsätzliche Tendenz darstellt», sagte Hangartner der Deutschen Presse-Agentur. Der frühere Bundesliga-Coach des SC Freiburg befürchtet vielmehr, «dass in der Rückrunde bei vielen Clubs, die sich in den hinteren Tabellenregionen wiederfinden, wieder die branchenübliche Hektik und Angst ausbricht. Und man so «vermutlich wieder die durchschnittliche Zahl an Trainerentlassungen pro Saison erreichen werde.»

Für Wolfsburgs Geschäftsführer Jörg Schmadtke hat die Nervosität in der Branche sogar zugenommen. «Lucien Favre hat letzte Saison in Dortmund über lange Strecken alles richtig gemacht und wird plötzlich angezählt. Das ist mir alles zu schwarz-weiß, das hat keine Substanz»», sagte er der «Bild» und sieht eine Mitschuld bei den Vereinen. «Ich muss auch dazu sagen, teilweise liefern wir völlig unnötig auch das Futter dazu», sagte er: «Viele Diskussionen haben ihren Ursprung in unbedachten Äußerungen von Club-Verantwortlichen.»

BVB-Trainer Lucien Favre im Interview: "Der Unterschied ist, dass Titel für immer bleiben"

  BVB-Trainer Lucien Favre im Interview: Mit Goal und DAZN sprach BVB-Coach Lucien Favre über seine Zeit als Profi, die Traineranfänge in der Schweiz und goldene Tage beim FC Zürich. Seit 1967 ist Lucien Favre im Fußball unterwegs. 1991 beendete der heutige BVB-Trainer seine aktive Karriere als Spieler und begann unmittelbar im Anschluss seine abwechslungsreiche Laufbahn als Coach. Im ersten Teil des Interviews mit Goal und DAZN spricht Favre über die Anfänge in seiner Kindheit, in der der Fußball für den 62-Jährigen zur Droge wurde.

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Dass es in diesem Jahr noch keine Trennung gab, lag sicher an den vielen Neustarts im Sommer. Es liegt aber auch an der engen Tabellenspitze, in der viele Vereine sich im Soll wähnen können. Und daran, dass im Tabellenkeller kein abgestürzter Europacup-Anwärter festhängt, sondern nur die Vereine, die das zu Saisonbeginn befürchten mussten.

Für eine längere Geduld mit Trainern, zumindest in der ersten Saisonphase, spricht aber, dass auch im vergangenen Jahr während der gesamten Hinrunde nur ein einziger Erstliga-Coach beurlaubt wurde: Tayfun Korkut am 7. Oktober in Stuttgart. Es folgten allerdings sechs weitere Trennungen im Saisonverlauf und neun Wechsel nach der Saison. Den Rekord für die früheste Entlassung hält immer noch Morten Olsen, der 1995 nach zwei Spielen in Köln gehen musste.

Die größten Aufreger der Bundesliga-Geschichte

  Die größten Aufreger der Bundesliga-Geschichte Die größten Bundesliga-Aufreger zum Durchklicken: Der jüngste Eklat der Bundesliga: In der Nachspielzeit des Spiels SC Freiburg gegen Eintracht Frankfurt am Sonntagabend brannten David Abraham die Sicherungen durch. Der Frankfurter checkte Freiburgs Trainer Christian Streich um. Jetzt aktuelle Fanartikel der Bundesliga bestellen - hier geht's zum Shop! | ANZEIGE Nach der Attacke versöhnten sich die beiden zwar wieder, auf Abraham dürfte aber trotzdem eine harte Strafe zukommen. In über 50 Jahren Bundesliga-Geschichte ist der Argentinier aber bei weitem nicht der einzige, der für einen Eklat sorgte.Unvergessen ist auch der Auftritt von "Kung-Fu-Kahn".

Der FC ist aktuell auch heißester Kandidat auf die erste Beurlaubung. Nicht wenige vermuten, dass der erst im Sommer gekommene Beierlorzer im Falle einer Derby-Niederlage am Sonntag bei Fortuna Düsseldorf als erster Coach fliegen wird. Sportchef Armin Veh versprach am Freitag: «Wir haben keine schöne Situation, aber ich verfalle nicht in Panik.» Doch Veh kündigte tags zuvor selbst seinen Abschied zum Saisonende an. Wie viel Entscheidungsgewalt er noch hat, ist fraglich.

Allen derzeit angezählten Trainern könnten derweil zwei Beispiele als Hoffnungsschimmer dienen. Vor der Saison war bei den Buchmachern der Schalker David Wagner Favorit auf die erste Trainer-Entlassung. Dies ist nach dessen starkem Start derzeit unvorstellbar. Und Hoffenheims Alfred Schreuder sorgte nach medialen Gerüchten mit vier Pflichtspielsiegen in Serie für Ruhe.

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