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Sport Verkaufspläne: Bahn-Auslandstochter Arriva erweist sich als Ladenhüter

16:05  18 november  2019
16:05  18 november  2019 Quelle:   msn.com

Staatskonzern: Der Machtkampf im Bahn-Vorstand eskaliert

  Staatskonzern: Der Machtkampf im Bahn-Vorstand eskaliert Staatskonzern: Der Machtkampf im Bahn-Vorstand eskaliert

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn hat den Vorstand des Konzerns beauftragt, verschiedene Möglichkeiten für den Verkauf der Auslandstochter Arriva zu prüfen. Da es aber notwendig sei, die Eigenkapitaldecke zu stärken, spreche sich die Gewerkschaft nicht gegen einen Verkauf aus.

Die Deutsche Bahn will durch den Verkauf der Auslandstochter DB Arriva rund vier Milliarden Euro einnehmen und beginnt nun die Suche nach Rund vier Milliarden Euro möchte die Deutsche Bahn mit dem Verkauf der Tochter Arriva einnehmen. Der Aufsichtsrat des Unternehmens bereitet diesen

Die Bahn-Tochter hat kaum Geld verdient. © DB Schenker Die Bahn-Tochter hat kaum Geld verdient.

Finanzchef Alexander Doll muss gehen, weil der Verkauf der Bahn-Tochter platzte. Doch der Fall Arriva holt nun auch Konzernchef Richard Lutz ein.

Gewerkschafter Klaus-Dieter Hommel war am Donnerstag richtig aufgebracht. „Wir haben keinen Fall Doll, wir haben einen Fall Arriva“, wetterte der Bahn-Aufsichtsrat. Wie recht der EVG-Funktionär hatte. Bahn-Finanzchef Alexander Doll unterschrieb am Freitag seinen Auflösungsvertrag.

Wenn der Aufsichtsrat am Montag sein Okay dazu gibt, hat sich der Fall Doll tatsächlich erledigt. Doch das Problem Arriva ist geblieben. Die angebliche Ertragsperle des Staatskonzerns erweist sich als Ladenhüter. Mit dem Verkauf der Auslandstochter wollte die Bahn ihre Finanzlöcher stopfen.

Ist das noch Deutsche Bahn oder kann das weg?

  Ist das noch Deutsche Bahn oder kann das weg? Muss die Deutsche Bahn auch Züge durch Wales steuern? Und Busse in Budapest? Selbst Krankenwagen in England und ein Autohaus in Slowenien gehören dem größten deutschen Staatskonzern - während in Deutschland Züge ausfallen und sich Verspätungen häufen. © Foto: Peter Byrne/PA Wire/dpa Ein Zug des Verkehrsunternehmens Arriva passiert den Bahnhof in Abergele. Arriva PLC ist eine Auslandstochter des deutschen Konzerns Deutsche Bahn. Auf dem Weg zum Global Player hat der größte deutsche Staatskonzern ein kaum überschaubares Firmenimperium angehäuft; 680 Beteiligungen stehen im Geschäftsbericht.

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn hat den Vorstand des bundeseigenen Unternehmens damit beauftragt, Verkaufsoptionen für die Auslandstochter Arriva zu prüfen. Das teilte die Deutsche Bahn nach der Aufsichtsratssitzung am Mittwoch in Berlin mit.

Auslandstochter Arriva : Bahn legt Milliardendeal wohl auf Eis. Ein Arriva -Zug, der Auslandstochtergesellschaft der Deutschen Die Bundesregierung will offenbar Bahn -Finanzvorstand Alexander Doll zum Rücktritt bewegen. Jetzt wird auch klar, warum: Denn eines seiner Hauptprojekte

Das war Dolls Aufgabe. Bahn-Chef Richard Lutz, der bis Ende 2018 selbst die Finanzen der Bahn und wichtige Konzernbeteiligungen wie Arriva verantwortete, sprach früher gern von einer „schönen Tochter“, von der er sich nur ungern trennen würde. So schön war die Tochter aber wohl nie.

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Die Finanznot der Bahn diktierte ohnehin einen anderen Fahrplan: Seit dem Frühjahr steht Arriva im Schaufenster. Das britische Unternehmen mit 5,5 Milliarden Euro Umsatz und 53.000 Mitarbeitern bündelt den Schienen- und Busverkehr der Deutschen Bahn im Ausland, hat mit dem eigentlichen Bahnbetrieb in Deutschland aber nichts zu tun.

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Die Deutsche Bahn will ihre Auslandstochter Arriva verkaufen oder teilweise an die Börse bringen. Die Entscheidung fällt nach der Sommerpause.

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Laut Konzern-Geschäftsbericht hat Arriva ein halbwegs lukratives Geschäft: Der seit dem Kauf auf 300 Millionen Euro gestiegene Gewinn (Ebit) schien ansehnlich, die Kapitalrendite (Roce) von acht bis neun Prozent ebenfalls. Im Zuge der Verkaufsvorbereitungen fiel allerdings auf, dass die „hübsche Tochter“ herausgeputzt war. Ständig gab es Abschreibungen auf Verkehrsverträge, Drohverlustrückstellungen oder Vorsorge für Sanierungsmaßnahmen.

Zu spät mit der Wahrheit herausgerückt. © Deutsche Bahn AG Zu spät mit der Wahrheit herausgerückt.

Überbringer schlechter Nachrichten

Vor allem aber: Das einzige verbliebene Preisgebot des potenziellen Käufers legt die Schwäche Arrivas offen. Die britische Tochter hat seit dem Kauf durch die Deutsche Bahn im Herbst 2010 keinen Euro Wert geschaffen. Gekauft hatte die Bahn Arriva für 1,8 Milliarden Euro plus 900 Millionen Euro Schulden.

Und wenn interne Informationen stimmen, lasten auf Arriva heute allein fast zwei Milliarden Euro Schulden inklusive Leasingverpflichtungen.

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Dolls Aufgabe als Finanzchef der Bahn war es, diese bittere Nachricht dem Aufsichtsrat der Bahn und Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zu überbringen. Doch der 48-Jährige rückte mit der Wahrheit viel zu spät heraus. So lautet jedenfalls der Vorwurf. Vor allem aber: Doll unterschätzte die Reaktionen. Als dann noch im September zusätzlich 432 Millionen Euro Pensionsverpflichtungen bei Arriva bekannt wurden, lief das Fass über.

Zumal sich der Bundesrechnungshof, ein ewiger Kritiker der Bahn-Finanzierung, einschaltete. In einem Sondergutachten für den Haushaltsausschuss des Bundestags zur „finanziellen Situation der Deutschen Bahn“ heißt es: „Aus der globalen Geschäftstätigkeit (Arriva und Schenker) ergeben sich keine oder nur geringe positive Effekte für die Ertrags- und Finanzlage der Eisenbahn in Deutschland.“

Seit der erstmaligen Konsolidierung von Arriva 2011 sei das bereinigte Ebit des Konzerns trotz deutlicher Umsatzsteigerung (29 Milliarden auf 44 Milliarden Euro) nicht gestiegen – und sogar von 2,3 Milliarden auf 2,1 Milliarden Euro gesunken. Den Hauptgrund sehen die Rechnungsprüfer in der Ertragsschwäche der Bahn-Töchter Arriva und Schenker.

Verkaufspläne: Bahn-Auslandstochter Arriva erweist sich als Ladenhüter

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Die Verkaufspläne konzentrieren sich auf Arriva ; die Bus- und Bahntochter ist in 14 europäischen Ländern aktiv. Klappt ein Komplettverkauf nicht, soll Arriva an die Börse gehen, zunächst mit einem Minderheitsanteil, später auch komplett. Seine Schuldenobergrenze hat der Konzern schon erreicht

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Ständiges Schönrechnen

Auch das ständige Schönrechnen der Ergebnisse in Millionenhöhe durch Restrukturierungsaufwendungen, Rückstellungen und Wertberichtigungen kritisiert der Rechnungshof. Die Bahn nehme zur Beurteilung ihrer langfristigen operativen Entwicklung regelmäßig Ergebnisbereinigungen um Sondereffekte vor, „die ihre wirtschaftliche Lage insbesondere ab 2013 erheblich positiver darstellen“, heißt es in dem Gutachten. Im Durchschnitt habe der bereinigte Ebit um 30 Prozent höher gelegen als der tatsächliche Gewinn.

Klar ist damit aber auch: Arriva hat nicht erst seit gestern ein Problem. Die Verantwortung fällt deshalb auf Bahn-Chef Richard Lutz. Er wird ohnehin vorübergehend das Finanzressort und das Beteiligungsmanagement wieder übernehmen müssen, bis ein neuer Finanzvorstand für die Bahn gefunden ist. Ironie der Geschichte ist es ohnehin, dass Lutz als Ex-Finanzchef Arriva kaufte und sich dabei ausgerechnet von Alexander Doll, der 2010 für die Investmentbank Lazard arbeitete, beraten ließ.

Die Bahn hat schlicht die Chance verpasst, sich zeitig von Arriva zu trennen, meint der Grünen-Verkehrspolitiker Matthias Gastel. Jetzt sei der Zug abgefahren. „Die Bundesregierung hätte schon vor Jahren auf den Verkauf von Arriva – und übrigens auch der Güterverkehrstochter Schenker – drängen müssen. Doch mit Zuschüssen des Bundes ins Eigenkapital der Deutschen Bahn AG wurde der Druck auf Strukturveränderungen genommen.“

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So erweist es sich gerade als extrem schwierig, Teile der Auslandstochter Arriva an die Börse und so Geld in die Firmenkasse zu bringen. Darüber hinaus wird der Verkehrsminister eine weitere Milliarde Euro 2016 oder 2017 auf einen Schlag zur Verfügung stellen, mit der die Bahn ihr

Die Deutsche Bahn und die Bundesregierung müssten jetzt klären, meint Gastel, „wie sie den Wert von Arriva steigern, ohne dass Kapital von der bundeseigenen DB ins Tochterunternehmen fließen muss“. Dabei ist derzeit noch nicht einmal klar, ob der Verkauf der britischen Tochter oder alternativ ein Börsengang in Amsterdam überhaupt weiter verfolgt werden sollen.

Stattdessen herrscht allgemeine Ratlosigkeit, denn die Bahn investiert so viel Geld wie noch nie. Arriva, so heißt es aus Kreisen des Aufsichtsrats, werde am Montag nicht einmal zur Debatte stehen. Nur der Rauswurf von Doll. Zum Glück hatte die Bahn als Notfinanzierung im Spätsommer zwei Hybridanleihen über jeweils eine Milliarde Euro beschlossen.

Und der Bundestag verabschiedete in der vergangenen Woche Milliardeninvestitionen in die Bahn. Statt Geld einzubringen, könnte Arriva eine Sanierungslast für die Bahn werden. Aber darum wird sich dann Konzernchef Lutz kümmern dürfen. Die „schöne Tochter“ war ihm ohnehin ans Herz gewachsen.

Mehr: Der Machtkampf im Bahnvorstand ist entschieden: Finanzchef Alexander Doll hat einen Auflösungsvertrag unterschrieben. Der Abgang kommt den Staatskonzern teuer zu stehen.

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