Sport "Wie eine Bombe"

16:10  21 november  2019
16:10  21 november  2019 Quelle:   sueddeutsche.de

Nach Abfahrtsmärchen: Dreßen bei Super-G in den Top 10

  Nach Abfahrtsmärchen: Dreßen bei Super-G in den Top 10 Skirennläufer Thomas Dreßen hat einen Tag nach seinem märchenhaften Comeback mit dem Abfahrtssieg von Lake Louise erneut seine Klasse gezeigt. Beim Super-G an gleicher Stelle fuhr der 26-Jährige aus Mittenwald auf einen guten zehnten Rang und war damit bester Deutscher. Auf Olympiasieger Matthias Mayer aus Österreich, der seinen sechsten Weltcuperfolg holte, fehlten Dreßen nach einer Fahrt ohne das letzte Risiko 1,10 Sekunden. "Es war eineBeim Super-G an gleicher Stelle fuhr der 26-Jährige aus Mittenwald auf einen guten zehnten Rang und war damit bester Deutscher.

Gordon Sondland, US-Botschafter für die EU, bei der Anhörung. © AP Gordon Sondland, US-Botschafter für die EU, bei der Anhörung.

Oder "kein Verbrechen"? Nach den Aussagen des US-Botschafter Sondland meint Trump, die Hexenjagd sei vorbei, die Demokraten halten ein Impeachment hingegen für unausweichlich. Und wie sehen es die US-Medien?

Gordon Sondland, US-Botschafter bei der EU, hat vor dem Kongress ausgesagt, dass Präsident Donald Trump ihn und andere Regierungsmitarbeiter direkt angewiesen habe, mit seinem persönlichen Anwalt Rudy Giuliani zusammenzuarbeiten, um die ukrainische Regierung unter Druck zu setzen. Was eigentlich klar nach einem schweren Vergehen des US-Präsidenten klingt, scheint nicht für jeden tatsächlich so klar zu sein.

Die verlorenen Atombomben der USA

  Die verlorenen Atombomben der USA Die USA allein vermissen bis heute offiziell elf explosionsfähige Bomben. Wo sind sie, was ist mit ihnen passiert und wie konnte es dazu kommen? "Broken Arrow": Verlorene AtomwaffenAm Morgen des 17. Januar 1966 geht über dem spanischen Dorf Palomares ein B-52-Bomber auf Rendezvouskurs mit einem KC-135-Tankflugzeug. Zunächst läuft alles nach Plan – dann streift der Tankrüssel der KC-135 den Metallrücken des Bombers. Funken entzünden ausströmenden Treibstoff, verwandeln das mit Kerosin gefüllte Flugzeug in einen Feuerball.Vier Soldaten sterben. Und: Neben Trümmerteillen regnen auch vier Bomben vom Himmel.

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Trump selbst etwa stellt Sondlands Aussagen in seinen Twitter-Verlautbarungen als Entlastung erster Güte hin. Die "Hexenjagd" gegen ihn sei damit vorbei. Die US-Demokratin und Bewerberin auf die Präsidentschaftskandidatur Kamala Harris sieht das ganz anders: "Trumps handverlesener Botschafter hat gerade der Welt das gesagt, von dem wir wissen, dass es wahr ist: Dieser Präsident hat eine ausländische Regierung wegen seiner eigenen politischen Interessen erpresst. Impeachment ist die einzige Option", schreibt sie, ebenfalls auf Twitter.

Nun ist Twitter dafür bekannt, dass es jenen, die Fans einfacher Wahrheiten - zumal der eigenen Wahrheit - sind, perfekt dazu dient, sich ihrer selbst zu vergewissern und ihre Anhänger mit ihren Ansichten zu versorgen. Und das gerne getarnt als angebliche Fakten. Hilft also ein Blick in die Presse, um die Frage zu beantworten, ob Trump denn nun aber wirklich in der Klemme sitzt oder doch wieder mit allem davon kommt? Kommt darauf an, welche Quelle man nutzt.

Wenig überraschend teilt sich die US-Presse - so wie das ganze Land - in Trump-Befürworter und -Kritiker beziehungsweise -Gegner. Und während viele kritische Medien Sondlands Aussagen daraufhin abprüfen, inwiefern sie für ein Impeachment Trumps relevant sein könnten, ziehen andere Medien sogar in Zweifel, dass das Verhalten des Präsidenten in der Ukraine-Affäre generell überhaupt moralisch fragwürdig sei.

"Wie eine Bombe"

Journalistin Michelle Goldberg schreibt in einem Kommentar für die New York Times, Sondland habe mit seinen Aussagen den Kern der Argumentation der Demokraten für ein Impeachment bestätigt. Auch die Washington Post hält Sondlands Einlassungen für einen Paukenschlag in den Bemühungen der Demokraten, Trump des Amtes entheben zu lassen. Sondlands Zeugenaussage habe "wie eine Bombe" eingeschlagen, die seine Unterstützer bei den Republikanern ins Chaos stürze.

Beide Zeitungen gelten als kritisch gegenüber Trump und sehen sich regelmäßig heftigster Angriffe von ihm ausgesetzt. Aber wie soll man auch nicht kritisch gegenüber einem Präsidenten sein, der, wie die Zeitungen regelmäßig nachweisen, notorisch lügt: Die New York Times etwa betreibt umfangreiches Fact-Checking auch und vor allem zu Trump, die Redakteurin Linda Qiu ist allein dafür abgestellt.

Der Fernsehsender CNN, den der Präsident zu seinem Intimfeind erklärte und dessen Journalisten er bereits von seinen Pressekonferenzen ausschloss, schreibt von einem "desaströsen Tag für Trump".

Wie sieht es mit den traditionell Trump zugewandten Medien aus?

Die selbsternannte Nachrichtenseite Breitbart, die gerne mit erfundenen Geschichten und rechter Hetze auffällt, will - wenig überraschend - aus der Aussage herausgelesen haben, dass Sondland nur ein Quidproquo Trumps in Zusammenhang mit einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten im Weißen Haus bestätigte, nicht aber mit einer von Trump verweigerten Militärhilfen für die Ukraine.

Und der Sender Fox News stellt Sondlands Aussagen als reine Auslegungssache hin, je nachdem, ob man den Republikanern oder den Demokraten zugeneigt sei. Einer ihrer Kommentatoren, Greg Gutfeld, sieht den Grund für das Entsetzen vieler Journalisten nach der Sondland-Anhörung darin, dass diese einfach nicht kapierten, wie man Geschäfte mache. Deshalb bewerteten sie Trumps und Sondlans Gebaren falsch.

Zum Kern-Vorwurf der Demokraten in ihren Impeachment-Bemühungen - dem Vorwurf, dass Trump von der Ukraine Korruptionsermittlungen gegen seinen potentiellen Herausforderer beim nächsten Präsidentschaftswahlkampf Joe Biden erpressen wollte, um ihn als Konkurrenten aus dem Weg zu räumen - führt er noch folgenden Gedanken aus: Wenn der Präsident der Vereinigten Staaten sich mit einer Person beschäftige, die womöglich korrupt ist und sich mit einem korrupten Land einlässt, dann komme das vielleicht dem Präsidenten zugute, dass diese Person überprüft werde. Aber eben auch dem Land. Das sei "kein Verbrechen". Gutfeld ist neben seinem Journalisten-Beruf auch Satiriker.

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