Sport Sebastian Vettel: Das unversöhnliche Ende einer verkorksten Saison

09:10  02 dezember  2019
09:10  02 dezember  2019 Quelle:   ran.de

Vettel oder Leclerc?: Ferrari-Chef Binotto muss sich endlich entscheiden

  Vettel oder Leclerc?: Ferrari-Chef Binotto muss sich endlich entscheiden Der Crash zwischen Vettel und Leclerc beim Formel-1-Rennen in Brasilien zeigt, dass Ferrari jetzt eine klare Hierarchie braucht. Ein Kommentar. © Foto: Benoit Doppagne/dpa Wer wird die Nummer eins? Ferrari-Teamchef Binotto (M.) muss sich zwischen Vettel und Leclerc entscheiden. Äußerlich sah Mattia Binotto ruhig und gefasst aus, als er am späten Sonntagabend vor die Mikrofone im brasilianischen Interlagos trat. Doch innerlich muss der Ferrari-Teamchef ähnlich gebrodelt haben, wie seine beiden Formel-1-Piloten Sebastian Vettel und Charles Leclerc nach dem folgenschweren Crash im Rennen zuvor.

Sebastian Vettel erlebt ein enttäuschendes Ende einer enttäuschenden Saison . 2020 steht er vor einer entscheidenden Saison . Die Sehnsucht nach der Familie ist verständlich, was wohl auch ein bisschen daran liegt - und da gibt es nichts schön zu reden - dass die Saison verkorkst war.

Sebastian Vettel will nach einem enttäuschenden Jahr wenigstens einen versöhnlichen Saisonabschluss. Ferraris Ziel: Erbauliches Ende einer verkorksten Saison . Das gilt aber nicht für Ferrari. Vettel war zu diesem Zeitpunkt mit einem frischeren Medium-Satz unterwegs und deutlich

Vettel Finale © imago images/Jan Huebner Vettel Finale

München/Abu Dhabi - Am Ende bekam Sebastian Vettel die gesamte Saison nochmal frisch serviert. Komprimiert auf 55 Runden beziehungsweise rund 90 Minuten.

Denn was schieflaufen konnte, lief dann auch schief. Eine Taktik, die nicht aufging, ein Boxenstopp, bei dem es hakte, DRS, das nicht funktionierte und nur Platz fünf, weit hinter Weltmeister und Sieger Lewis Hamilton und auch hinter seinem Ferrari-Teamkollegen Charles Leclerc, der Dritter wurde.

Seinen Humor hatte er nicht ganz verloren, als er den technsich bedingten DRS-Ausfall als "Kreisliga" bezeichnete: "Ich weiß nicht, wie so was hier passieren kann. Liegt wahrscheinlich daran, dass fast kein Geld in diesem Sport vorhanden ist."

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  Formel 1 - Sebastian Vettel flucht nach Ferrari-Crash: Nach ihrer Kollision beim Großen Preis von Brasilien haben Sebastian Vettel und Charles Leclerc den Vorfall aus ihrer Sicht erklärt. Ferraris Teamchef Mattia Binotto kündigte eine tiefergehende Analyse an. © getty Sebastian Vettel schied beim Brasilien-GP aus. "Es ist blöd für das Team. Sehr bitter", sagte Vettel nach dem Rennen und erklärte die Szene aus seiner Sicht: "Charles hat versucht zu überholen. Ich habe mich auf die nächste Gerade konzentriert und dachte schon, dass ich vorbei bin. Dann kam es zur Berührung.

Ferraris Ziel: Erbauliches Ende einer verkorksten Saison . Das gilt aber nicht für Ferrari. Zudem dürfte Vettels Teamkollege Räikkönen eine gute Abschiedsvorstellung anvisieren. Der 39 Jahre alte Finne wird sein letztes Rennen im Wagen der Scuderia bestreiten und in der kommenden Saison für

Sebastian Vettel erhält als Formel 1 Rennfahrer ein fürstliches Gehalt. Er zählt dabei sogar zu den Die Aufmerksamkeit, die Sebastian Vettel dadurch erreicht, zahlt sich in barer Münze aus. Vettels Erfolge generieren auch sekundäre Einnahmen. Die mit dem Ende der aktiven Zeit von Michael

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Trotzdem: Es war ein unversöhnliches Ende einer Saison, die mehr Fragen offen ließ, als sie beantwortete.

Schlappe gegen Leclerc

WM-Platz fünf ist es für Vettel unter dem Strich, so schlecht war er zuletzt 2014, in seinem letzten Red-Bull-Jahr. Ein mickriger Sieg in Singapur gelang ihm. Dazu hat er 24 Punkte weniger als der junge Monegasse Leclerc. Das Qualifying-Duell verlor er mit 9:12.

Man fühlt mit Vettel mit, wenn er nach dem Finale in Abu Dhabi fast schon aufatmend sagt: "Jetzt ist es vorbei. Der Fokus liegt auf dem nächsten Jahr. Ich bin jetzt ganz froh, dass es eine Pause gibt." Fast: Ein Testtag noch am Dienstag, dann ist Schluss.

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Nach einer verkorksten Formel-1- Saison muss Sebastian Vettel Ferrari endlich zu einem weltmeisterfähigen Team machen. Vettel weiß um Schmumachers langen Schatten. Der 29-Jährige weiß aber auch, dass Erfolge mit Ferrari in der Formel 1 eine ganz eigene Kategorie darstellen.

Sebastian Vettel ist nach einem völlig verkorksten Rennen inklusive Unfall in Silverstone an einem neuen Tiefpunkt angelangt. Wie zuletzt häufiger patzt Vettel im wichtigen Moment. Vettel -Eklat: Neuanfang in der Saison 2019 oder das Ende der Ära Vettel ?

Seine Vorfreude rührt nicht nur daher, dass er kurz vor dem Saisonabschluss zum dritten Mal Papa wurde. Er hatte bereits am Freitag zugegeben, dass er lieber zu Hause geblieben wäre.

Die Sehnsucht nach der Familie ist verständlich, was wohl auch ein bisschen daran liegt - und da gibt es nichts schön zu reden - dass die Saison verkorkst war. Für ihn bedeutet der Heimflug: Endlich abhaken, zurückziehen, durchatmen, Kraft tanken und dann 2020 neu durchstarten.

Immer am falschen Ort

"Es scheint in diesem Jahr immer so gewesen zu sein, dass ich immer irgendwie am falschen Ort war", sagte er. Ein Rennen als Spiegelbild eines ganzen Jahres.

Auf jeden Fall landete er nicht dort, wo er landen wollte. Ganz nebenbei lief beziehungsweise fuhr ihm sein Teamkollege den Rang ab. Leclerc mauserte sich vom Wasserträger der erklärten Nummer eins Vettel vor der Saison schnell zum Herausforderer auf Augenhöhe und ist für viele nun nicht mehr nur der designierte Thronfolger, sondern bereits jetzt der neue Anführer der Scuderia.

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Sebastian Vettel hatte in dieser Saison einige Probleme. Die gute Nachricht für die deutschen Fans kam Ende August, nachdem Sebastian Vettel beim Heimrennen den sicheren Sieg durch einen Fahrfehler verspielt hatte: Es wird auch im kommenden Jahr ein Rennen in Deutschland geben.

Der Abschluss passte zu dieser völlig verkorksten Saison . Beim letzten Formel-1-Rennen des Jahres in Abu Dhabi musste Sebastian Vettel aus der Boxengasse starten, am Ende reichte es bei Lewis Hamiltons Weltmeister-Kür nur zu Platz acht. Das erste Mal seit seinem Debüt 2007 blieb Vettel damit

Vettel auf dem Abstellgleis. Mit 32 gehört er zum alten Eisen, so lauten zumindest einige Analysen. Im Ferrari-Land Italien vor allem.

Zwischenzeitlich lief es in dieser Saison für Vettel so mies, dass es sogar immer wieder Gerüchte über ein mögliches Karriereende gab. "Wenn ich mir nicht zwei Haxen breche, fahre ich nächstes Jahr", betonte er in Abu Dhabi nochmals.

Doch Vettel weiß: 2020 wird ein entscheidendes Jahr, ein wegweisendes. Sein Vertrag bei Ferrari läuft aus, es wird sein sechster und vermutlich letzter Anlauf mit den Roten, den Titel zu gewinnen, in die Fußstapfen seines einstigen Idols Michael Schumacher zu treten.

Löst Hamilton ihn ab?

Längst gibt es Gerüchte, dass Hamilton zum Abschluss seiner großen Karriere noch einmal für Ferrari fahren will, er soll dann Vettel ablösen. Der Flirt wird immer heißer. Was wiederum Vettel nach 2020 macht, ließ er zuletzt offen.

Das Reglement bleibt vor dem Start der neuen Formel-1-Ära 2021 ein letztes Mal stabil. Bedeutet: Erster Gegner im Kampf um den Titel bleiben Mercedes und Hamilton, auch Red Bull will mitmischen.

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Hat er es noch drauf? Oder ist der Generationenwechsel im Grunde schon vollzogen?

"Wir müssen als Team stärker werden und ich als Einzelperson muss besser sein. Es war kein großartiges Jahr für mich. Ich bin der Erste, der sich mit meiner Leistung beschäftigt. Und wenn ich ehrlich bin, dann weiß ich, dass ich besser sein kann", sagte Vettel: "Der Schlüssel wird sein, dass wir nächstes Jahr direkt von Anfang an vorne sind - und dann auch vorne bleiben", erklärte Vettel.

Er forderte: "Wir müssen einen Schritt nach vorn machen. Hoffentlich haben wir dann ein stärkeres Paket, damit wir mit Mercedes und Red Bull um die Spitze kämpfen können."

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