Sport Rassismus-Eklat: Hertha BSC bricht B-Junioren-Spiel ab

22:50  14 dezember  2019
22:50  14 dezember  2019 Quelle:   kicker.de

Selke über Klinsmann-Effekt: "Wir leiden mehr"

  Selke über Klinsmann-Effekt: Der Trainerwechsel beim Fußball-Bundesligisten Hertha BSC zeigt bereits nach gut einer Woche schmerzhafte Folgen. Unter dem neuen Coach Jürgen Klinsmann und dessen Trainerteam spüren die Berliner "in jeder Trainingseinheit das Feuer. Und wir machen mehr Meter als bisher", sagte Angreifer Davie Selke dem kicker: "Wir leiden aktuell mehr, aber wir leiden gerne."Vor allem der neue Fitnesstrainer Werner Leuthard hat offenbar die Zügel angezogen. "Was er mit uns macht, ist intensiv", sagte Selke, der den Effekt bereits bei Klinsmanns Debüt am vergangenen Wochenende gegen Borussia Dortmund (1:2) gespürt hatte.

Die B-Junioren von Hertha BSC haben ihr Regionalliga-Nord/Nordost-Spiel beim VfB Auerbach am Samstag abgebrochen. Mehrere Spieler seien von Gegenspielern rassistisch beleidigt worden.

Erneut beschäftigt Hertha BSC ein Rassismus-Vorfall. © imago images Erneut beschäftigt Hertha BSC ein Rassismus-Vorfall.

Wie die Berliner am Samstagabend in einer Stellungnahme mitteilten, hätten sie sich nach Hinweisen beim Schiedsrichter entschieden, das Spielfeld in der 68. Minute zu verlassen und die Partie nicht fortzusetzen - "denn wir als Hertha BSC verurteilen Rassismus und Diskriminierung in jeglicher Form". Zu dem Zeitpunkt hatte die U 16 der Hauptstädter mit 2:0 geführt.

Rassistischer Vorfall bei Hertha II gegen Leipzig: Berlins Jessic Ngankam offenbar als „Affe“ beschimpft

  Rassistischer Vorfall bei Hertha II gegen Leipzig: Berlins Jessic Ngankam offenbar als „Affe“ beschimpft Herthas Nachwuchsspieler Jessic Ngankam soll gegen Lok Leipzig von einem Gegenspieler und Gästefans beleidigt worden sein. Ngankam reagiert deutlich. © Foto: imago/Andreas Gora Jessic Ngankam wurde zur Zielscheibe einiger Leipziger. Nach dem Fußball-Regionalligaspiel des 1. FC Lok Leipzig bei der zweiten Mannschaft von Hertha BSC (2:1) gibt es eine Untersuchung wegen Rassismus-Vorwürfen. Berlins Jessic Ngankam berichtete nach der Partie am Freitagabend, dass er durch Affenlaute aus der Leipziger Fankurve und durch das Wort „Affe“ von einem Gegenspieler beleidigt worden sei.

"Es gibt Situationen, in denen auch für uns der Fußball zweitrangig wird", wird Paul Keuter, Mitglied der Hertha-Geschäftsleitung, zitiert. "Wir haben eine Verantwortung uns, unseren Spielern und auch der Gesellschaft gegenüber. Diese Verantwortung nehmen wir sehr ernst, und deshalb war es die einzig richtige Entscheidung, dieses Spiel nicht fortzuführen."

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"Vielleicht ist diese Maßnahme ein Weckruf"

Erst am Freitagabend der Vorwoche war Berlins Nachwuchsspieler Jessic Ngankam beim Regionalliga-Spiel zwischen Hertha II und Lok Leipzig (1:2) offenbar sowohl von Leipziger Anhängern als auch von einem Gegenspieler rassistisch beleidigt worden. Auch das hatten die Berliner "aufs Schärfste" verurteilt, sich aber gleichzeitig Kritik gefallen lassen müssen, weil sie sich erst mit drei Tagen Abstand via Twitter zu dem Vorfall geäußert hatten.

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"Vielleicht", so Keuter weiter zum Spielabbruch vom Samstag, "ist diese Maßnahme ein Weckruf, dass wir alle gemeinsam - Spieler, Vereine, Verbände und Fans - endgültig diesem Problem Herr werden. In einer solchen Situation sind uns Werte und eine klare Haltung wichtiger als ein Sieg oder eine Niederlage auf dem Platz."

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