Sport Meisterliche Strategie? Die neue offensive Transferpolitik von RB Leipzig

22:35  23 januar  2020
22:35  23 januar  2020 Quelle:   90min.com

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FBL-GER-BUNDESLIGA-LEIPZIG-AUGSBURG © RONNY HARTMANN/GettyImages FBL-GER-BUNDESLIGA-LEIPZIG-AUGSBURG

Der bisherige Weg von ​RB Leipzig führte von den Niederungen der Amateurligen bis an die Tabellenspitze der höchsten deutschen Spielklasse. Entwickelt sich der Klub nun auch transferpolitisch zum "Big Player"?

Dem "Projekt" RB Leipzig kann sicher vieles vorgeworfen werden, dass man in der Messestadt jedoch mit Geld um sich wirft, um sich überteuert zu verstärken oder gar Konkurrenten "kaputt zu kaufen" sicherlich nicht. Der deutsche Bundesligist mit den meisten ligaintern gewechselten Spielern im Kader​ ist - Borussia Dortmund. Leipzig lag im vergangenen Sommer in dieser Statistik, auch dank der noch relativ frischen Ligazugehörigkeit, abgeschlagen an letzter Stelle (Quelle: transfermarkt.de).

Schalke und Leipzig angeblich an Nachwuchskeeper von Olympique Nimes dran

  Schalke und Leipzig angeblich an Nachwuchskeeper von Olympique Nimes dran Frankreichs Juniorennationaltorhüter Amjhad Nazih hat einem Bericht zufolge das Interesse des FC Schalke 04 und von RB Leipzig geweckt.Die beiden Bundesligisten hätten sich bereits bei Nimes nach dem 17-jährigen Keeper erkundigt, der bislang nur in der zweiten Mannschaft der Franzosen zum Einsatz gekommen ist.

Neue Wege

Nachdem man sich über die Jahre in der Spitzengruppe der ​Bundesliga etabliert hat - seit dem Aufstieg wurde man Vizemeister, Sechster und in der letzten Saison Dritter - soll es nun bald für den ein oder anderen Titel reichen. Um dies zu schaffen, weicht man nun anscheinend von bewährten Strategien ab und zeigt sich im schwierigen wie teuren Winter-Transferfenster von seiner offensiven Seite. Bislang wurde man in der von vielen Managern ungeliebten Transferphase zu Jahresbeginn nur dann aktiv, wenn es sich um relativ günstige Zugänge vom Schwesterklub aus Salzburg handelte. 

Mit dem, ​wohl zerschlagenen, Transfer von Ex-Herthaner Valentino Lazaro (23, Inter Mailand) und dem ​so gut wie fixen Zugang Dani Olmo (21, Dinamo Zagreb), geht RB den nächsten Schritt hin zum europäischen Spitzenklub. Leipzig lässt sich laut Fachzeitschrift AS den Wechsel von Olmo 30 Millionen Euro Kosten, welche durch Bonuszahlungen noch um 15 Millionen Euro erweitert werden können. Auf den ersten Blick wirkt diese Ablöse sehr hoch und der Zeitpunkt eventuell verfrüht für einen sicherlich talentierten jungen Spanier, der sich nach seiner Ausbildung in Barcelonas "La Masia" aber auch erst noch in einer der großen europäischen Ligen beweisen muss. 

Werner will RB treu bleiben: Kein "Wechsel-Wunsch"

  Werner will RB treu bleiben: Kein Nationalspieler Timo Werner von Spitzeneiter RB Leipzig trauert seinem gescheiterten Transfer zu Rekordmeister Bayern München nicht nach. Der Torjäger möchte den Sachsen sogar über die laufende Saison hinaus treu bleiben. "Einen Wechsel-Wunsch gibt es Stand jetzt nicht", sagte der 23-Jährige in der Bild-Zeitung auf die Frage, wie wahrscheinlich ein Wechsel im Sommer ist.Werner, der mit 18 Toren und sechs Vorlagen großen Anteil am Gewinn der Herbstmeisterschaft hatte, gibt als Saisonziel das Erreichen der Champions League an - hofft aber auf mehr: "Der Gewinn der Meisterschaft wäre das Nonplusultra.

Das volle Programm

Jedoch ist zu beachten, dass RB Leipzig momentan noch in allen Wettbewerben vertreten ist. Die Bundesliga führt man auch nach Spieltag 19 noch an, im DFB-Pokal geht es nach Frankfurt und danach im Achtelfinale der ​Champions-League in die Duelle mit Mourinhos Tottenham. Die Verpflichtung von Patrik Schick im letzten Sommer und der Transfer von Olmo stärken in erster Linie die Breite des ohnehin schon gut bestückten und vor allem zusammen gewachsenen Kaders. Stützen wie Werner, Sabitzer, Orban, Forsberg, Gulasci, Halstenberg und Klostermann gehen mittlerweile mindestens in das vierte Jahr in Leipzig, Yussuf Poulsen spielt gar seit 2013 im Verein und alle behaupten seitdem, wenn fit, ihre Stammplätze. Neuzugänge hatten es in der Regel schwer, sich über längere Zeit in der Startelf wiederzufinden. Die neue Transferstrategie soll sicher die etablierten Spieler entlasten, aber gleichermaßen für echte Konkurrenz um die Einsätze sorgen. Man will mehr in Leipzig, Titel sollen es endlich sein. 

Hertha BSC nimmt offenbar Matheus Cunha von RB Leipzig ins Visier

  Hertha BSC nimmt offenbar Matheus Cunha von RB Leipzig ins Visier Wechselt Matheus Cunha innerhalb der Bundesliga? Offenbar streckt Hertha BSC nun seine Fühler nach dem brasilianischen Stürmer aus.Demnach soll Leipzig auch grundsätzlich offen dafür sein, den 20-jährigen Brasilianer abzugeben. Cunhas Vertrag bei RB läuft noch bis 2023.

Konsequenz im Handeln

Betrachtet man den bislang erfolgten Aufstieg von RB Leipzig, so sollte man weitere Aktivitäten in dieser Transferperiode nicht ausschließen. Die beeindruckende Konsequenz des Titelaspiranten deutet auf mindestens einen weiteren Zugang hin. Nach dem Abgang von Diego Demme nach Neapel und den Verletzungen von Orban und Konate wird man sicherlich auch noch einen Defensivspieler verpflichten wollen. Das Interesse an Lazaro lässt vermuten, dass man sich vor allem um einen offensiv-orientierten Rechtsverteidiger bemühen wird. Dies würde beispielsweise die Möglichkeit bieten, Klostermann in die Innenverteidigung zu ziehen oder diesen wenigstens zu entlasten. Julian Nagelsmann würde sich über diese Auswahl wohl nicht beschweren. Mit Dani Olmo ist dieser Schritt nun für die offensiven Außenpositionen getan worden, um am Ende der Saison etwas in den Händen zu halten und damit die Marke RB noch größer zu machen. Dafür wird man in Leipzig nicht sparsam bleiben. Nicht mehr. 

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