Sport Matthäus über Klinsmann: "Egoistischer Machtmensch"

21:35  12 februar  2020
21:35  12 februar  2020 Quelle:   90min.com

Klinsmann: Ein egoistischer Abgang

  Klinsmann: Ein egoistischer Abgang Klinsmann: Ein egoistischer AbgangPaukenschlag in der Hauptstadt: Mitten in den entscheidenden Saisonwochen tritt Jürgen Klinsmann bei Hertha BSC als Trainer zurück. Es ist das Ende eines knapp elfwöchigen Missverständnisses. Eine kommentierende Analyse von Steffen Rohr.

Eintracht Frankfurt v Borussia Moenchengladbach - Bundesliga © TF-Images/GettyImages Eintracht Frankfurt v Borussia Moenchengladbach - Bundesliga

Nach dem plötzlichen ​Rücktritt von Jürgen Klinsmann als Trainer von ​Hertha BSC meldet sich jetzt auch ein alter Weggefährte aus der deutschen Nationalmannschaft, von Inter Mailand und dem FC Bayern München zu Wort​. Ganze 227 Spiele stand der jetzige TV-Experte Lothar Matthäus gemeinsam mit Klinsmann auf den Fußballplätzen dieser Welt, doch in seinen Kommentaren zur Situation in Berlin verzichtet der 58-Jährige auf Nettigkeiten. 

Klinsmann: Ein egoistischer Abgang

  Klinsmann: Ein egoistischer Abgang Der Rücktritt von Hertha-Trainer Jürgen Klinsmann hat offenbar auch die Berliner Mannschaft unvorbereitet getroffen. Mittelfeldspieler Marko Grujic jedenfalls sprach nach dem Training am Dienstag von großer Verwunderung.

Im Gespräch mit Sky äußerte sich Lothar Matthäus sehr kritisch zum Verhalten seines alten Teamkollegen. Laut Matthäus sei Klinsmann schon zu seiner aktiven Zeit "egoistisch gewesen" und "ein Machtmensch, der alles oder nichts spielt". 

Während er die Entscheidung Klinsmanns, den vakanten Trainerposten selbst zu bekleiden, noch gut heißen konnte, malte Matthäus für die nahe Berliner Zukunft und die Beschäftigungsoptionen für Klinsmann ein eher düsteres Bild. 

Jurgen Klinsmann,Lothar Mattheus © New Press/GettyImages Jurgen Klinsmann,Lothar Mattheus

Klinsmanns Strahlkraft 

"Als Trainer hat er in Berlin ein Zeichen gesetzt, mit ihm als Gesicht. Das hätte meiner Meinung nach auch über längere Zeit gut zusammengepasst. Er war nicht nur für die Hertha wichtig, sondern auch für die Bundesliga-Strahlkraft über die Grenzen hinaus. Er hat für die Zukunft von einem Weltklub gesprochen, wie Berlin ihn braucht. Die Möglichkeiten wären da gewesen, auch durch die finanziellen Mittel", bewertete Matthäus die Funktion des ehemaligen Weltklasse-Stürmers und ließ ein wenig Enttäuschung erkennen. Den weiteren Verlauf der Berliner Ambitionen und der Karriere von Klinsmann beschrieb Matthäus als sehr problematisch.

Nach Klinsmann-Knall: Jetzt sprechen die Hertha-Bosse

  Nach Klinsmann-Knall: Jetzt sprechen die Hertha-Bosse Hertha BSC will sich nach dem Aus von Trainer Jürgen Klinsmann zur weiteren Zukunft des Vereins äußern. Klub-Präsident Werner Gegenbauer, Manager Michael Preetz und Investor Lars Windhorst werden am Donnerstag (11.30 Uhr) auf einer Pressekonferenz Stellung beziehen. Jetzt das aktuelle Trikot von Hertha BSC bestellen - hier geht's zum Shop! | ANZEIGE Mit Spannung werden die Aussagen von Windhorst erwartet. Der Groß-Investor hatte Klinsmann in den Klub geholt. Fraglich ist, ob Klinsmann sein Amt im Aufsichtsrat des Klubs weiter ausübt. Das würde im Verein nach dem Streit mit Preetz zu großen Spannungen führen.

Eine Schublade tiefer gerutscht

"Der nächste Trainer muss mit den Spielern arbeiten, die unter Klinsmann verpflichtet wurden. 70 Millionen Euro plus/minus ist ein Haufen Geld", traf er einen wichtigen Punkt. Die im Abstiegskampf befindliche Hertha steht nun vor der Aufgabe, einen Retter zu installieren, der keine Möglichkeit zur Eingewöhnung oder zur Kadergestaltung hat. 

Auch die Rückkehr Klinsmanns von der Trainerbank in den Berliner Aufsichtsrat hält Matthäus für schwierig: "Ob das noch zusammenfindet und noch funktioniert in der Zukunft, da bin ich gespannt. Ich weiß nicht, was das für einen Nachgeschmack hat", zweifelte er an einer gesunden Zusammenarbeit. Letztlich ist für ihn auch der Trainer Klinsmann selbstverschuldet erst einmal verbrannt, denn "wenn man nach zehn Wochen hinschmeißt, ist der Namen Klinsmann bei manchen Vereinen sicher eine Schublade tiefer gerutscht". 

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