Sport Vittozzi gegen Wierer: Zickenkrieg vor Italiens Heim-WM

10:20  13 februar  2020
10:20  13 februar  2020 Quelle:   sport1.de

Biathlon-WM: Vanessa Hinz gewinnt überraschend Silber

  Biathlon-WM: Vanessa Hinz gewinnt überraschend Silber Im Einzelrennen in Antholz schießt die deutsche Biathletin nur einmal daneben - und sichert sich unerwartet eine Medaille.• Mit nur einem Schießfehler liegt sie am Ende 2,2 Sekunden hinter der Italienerin Dorothea Wierer, die erneut Weltmeisterin wird.

Zickenkrieg vor Italiens Heim - WM . Ein Jahr später reisen beide nun mit unterschiedlichen Voraussetzungen zur Heim - WM . Denn während Wierer mit zwei Saisonsiegen aktuell auf dem zweiten Rang der Gesamtwertung liegt, lief Vittozzi ihrer Form aus dem Vorjahr lange hinterher und schaffte

Sie ist der große Star im Vorfeld der Biathlon-Weltmeisterschaft in Antholz: Dorothea Wierer . Bei ihrer Ankunft im WM -Ort am Auch wir haben die Chance genutzt und mit der Rasnerin über Erfolgsdruck, Medaillenchancen und ihr zerrüttetes Verhältnis mit Teamkollegin Lisa Vittozzi gesprochen.

Lisa Vittozzi (vorne) und Dorothea Wierer (hinten) haben nicht das beste Verhältnis © Imago Lisa Vittozzi (vorne) und Dorothea Wierer (hinten) haben nicht das beste Verhältnis

Freundinnen werden Lisa Vittozzi und Dorothea Wierer in diesem Leben sicher keine mehr.

Zu unterschiedlich sind die beiden Biathletinnen, auf denen bei der Heim-WM in Antholz vom 12. bis 23. Februar (Biathlon-WM: Vom 13. bis 23. Februar im LIVETICKER) die Hoffnungen Italiens ruhen. Auf der einen Seite die eher extrovertierte Wierer, die förmlich vor Leben sprüht, auf der anderen Seite die eher ruhige und schüchterne Vittozzi.

"Wir sind komplett verschieden, aber das ist normal. Jeder hat seine eigene Persönlichkeit. Lisa ist viel ruhiger und konzentrierter als ich. Im Sommer bin ich zum Beispiel viel öfters draußen, liebe es zu reisen und neue Dinge auszuprobieren", beschrieb Wierer das Verhältnis zu ihrer Teamkollegin vor der letztjährigen WM im Interview mit der Zeitschrift Biathlon World.

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Italien hat seit 1958 keine WM -Endrunde verpasst. Vor den Play-offs gegen Schweden geht beim viermaligen Weltmeister die Angst um. "Wenn wir die WM verpassen, käme das einer Apokalypse gleich", sagt Italiens Verbandschef Carlo Tavecchio unmissverständlich.

WM 2019 führt zum Bruch zwischen Wierer und Vittozzi

Dass die Weltmeisterschaft im schwedischen Östersund aber zum endgültigen Bruch der beiden führen würde, das hätte wohl auch die 29-Jährige nicht gedacht.

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Dorothea Wierer (28) und Lisa Vittozzi (24) sind das Maß aller Dinge in dieser Saison: Im Gesamtweltcup stehen sie an der Spitze, insgesamt Erst im letzten Winter gewannen die beiden mit der Mixed-Staffel in Pyeongchang Olympia-Bronze, zum Auftakt der WM am Donnerstag holten sie

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Damals hatte die gebürtige Südtirolerin aus gesundheitlichen Gründen ihren Start in der Staffel abgesagt, nur um einen Tag später Gold im Massenstart zu holen. Was Vittozzi dabei besonders sauer aufstieß, war die Tatsache, dass ihre Kontrahentin durch den Sieg mit ihr an der Spitze der Weltcup-Gesamtwertung gleichzog. 

"Wir waren Erste und Zweite in der Gesamtweltcupwertung. Sie hat aber einen Tag länger pausieren können. Die Entscheidung, dass ich laufen musste, konnte ich nicht verstehen und habe sie auch schlecht aufgenommen", blickte die 25-Jährige nun in einem Interview mit dem Messaggero Veneto zurück.

Zudem habe Vittozzi die Entscheidung, dass sie die Staffel im Gegensatz zu ihrer Teamkollegin bestreiten musste, so "sehr nervös gemacht", dass sie beim anschließenden Weltcupfinale in Oslo ihre "Leichtigkeit verloren" habe und Wierer sich dadurch schlussendlich den Gesamtsieg sichern konnte. "Diese Affäre hat mich völlig destabilisiert", meinte Vittozzi.

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Heim & Garten. Leben. Spiele. Ergebnisse & WM -Stand. Mehr Sport. Basketball. Silber: Michal Krcmar (Tschechien). Bronze: Dominik Windisch ( Italien ). Montag, 12. Februar 2018 Bronze: Italien ( Vittozzi / Wierer /Hofer/Windisch). Donnerstag, 22. Februar 2018

Die DSV-Biathletinnen sind ohne Laura Dahlmeier schwach in den Heim -Weltcup in Oberhof gestartet. Die 29-Jährige leistete sich einen Schießfehler und hatte im Ziel 1:28,2 Minuten Rückstand auf die fehlerfreie Lisa Vittozzi aus Italien , die ihren ersten Weltcupsieg feierte.

Vittozzi kann sich Seitenhieb nicht verkneifen

Im Anschluss daran, so erklärte Vittozzi nun, habe sich zumindest für sie das Verhältnis zu Wierer geändert. "Sportlich gesehen hätte ich so etwas nicht gemacht", konnte sie sich einen kleinen Seitenhieb daher nicht verkneifen: "Wir haben danach auch nicht darüber gesprochen, es interessiert mich auch nicht."

Freundinnen seien die beiden ohnehin nicht, betonte die hauptberufliche Polizistin: "Wir sind Teamkolleginnen, Trainingspartnerinnen und Rivalinnen. Ich und Dorothea haben zwei sehr unterschiedliche Charaktere. Und zwei unterschiedliche Charaktere kommen nicht immer gut aus. Aber wir respektieren uns."

Allerdings kehrte sie in der ganzen Diskussion den Fakt, dass sie selbst zwei Tage vor der Staffel im Singel-Mixed-Rennen eine Pause erhielt, unter den Tisch. Stattdessen holte Wierer an der Seite von Lukas Hofer die Silbermedaille.

Ein Jahr später reisen beide nun mit unterschiedlichen Voraussetzungen zur Heim-WM. Denn während Wierer mit zwei Saisonsiegen aktuell auf dem zweiten Rang der Gesamtwertung liegt, lief Vittozzi ihrer Form aus dem Vorjahr lange hinterher und schaffte es erst beim letzten Massenstart im slowenischen Pokljuka mit Platz zwei überhaupt aufs Podest.

Sieg beim Skisprung-Weltcup in Willingen: Leyhes Märchen auf der Heim-Schanze

  Sieg beim Skisprung-Weltcup in Willingen: Leyhes Märchen auf der Heim-Schanze Lokalmatador Stephan Leyhe feiert seinen ersten Weltcupsieg im Einzel. Und 23.500 Fans feiern Leyhe. © Foto: imago images/Nordphoto Stephan Leyhe nach seinem ersten Sieg im Weltcup. Stephan Leyhe sprang jubelnd in die Höhe und ließ sich von den partyverrückten Willinger Skisprung-Fans zu den Klängen von „Oh, wie ist das schön!“ feiern. Der 28 Jahre alte Lokalmatador hat ausgerechnet beim Heim-Weltcup im hessischen Upland den ersten Einzelweltcupsieg seiner Karriere gefeiert.

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Dorothea Wierer hat nun alle Trümpfe für die große Kristallkugel in der Hand. © APA/afp / MATTHIAS BALK. Aber: Vittozzi verpasste die Qualifikation für die Verfolgung am Samstag (nur die Top 60 des Sprints sind startberechtigt) und wird deshalb nur mehr den Massenstart am Sonntag bestreiten.

Wierer und Vittozzi von Grund auf verschieden

Wie unterschiedlich die beiden generell sind, macht alleine schon ihre Herangehensweise an einen Wettkampf deutlich. Denn während Wierer vor jedem Rennen darauf hofft, "nicht zu sehr leiden" zu müssen, kann Vittozzi den Start hingegen kaum erwarten.

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Gerade um diesen Willen, "stundenlang hart zu arbeiten", beneide Wierer ihre Teamkollegin daher. Vittozzi dagegen bewundere an Wierer, dass sie immer das macht, "was sie tun muss und es schafft, in Wettkämpfen alles aus sich herauszuholen".

Am Donnerstag werden die beiden nun zusammen in der Mixed-Staffel nach der ersten Medaille für Italien greifen. Vielleicht kann ein gemeinsamer Erfolg zumindest für ein wenig Frieden sorgen.

Italien will Challenge-System für VAR - Offener Brief an die FIFA .
​Der italienische Fußball-Verband (FIGC) wagt einen Vorstoß bei der FIFA und will die Regularien für den Videobeweis ändern. Die Klubs der ​Serie A bieten sich für eine Testphase an. In einem offenen Brief an die FIFA hat sich der Fußballverband Italiens für eine Änderung des Videobeweises stark gemacht. "Mehrere Serie-A-Klubs" seien zuvor an den Verband herangetreten. Die FIGC macht sich für ein Challenge-System stark, ähnlich wie beim American Football, bei dem jedes Team bzw. der jeweilige Coach die Möglichkeit hat, eine bestimmte Anzahl an Szenen per VAR anzweifeln zu lassen.

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