Sport Premier League: Liverpool vergrault seine Anhänger

20:45  05 april  2020
20:45  05 april  2020 Quelle:   sueddeutsche.de

Premier League: Liverpool-Boss "verleiht" Ordner an Supermärkte

  Premier League: Liverpool-Boss Da in der Premier League der Ball aufgrund der Corona-Krise aktuell ruht, entschied sich Liverpool-Boss Moore zu einer interessanten Maßnahme.

Premier - League -Fortsetzung als Geisterliga in Planung. Die verbleibenden Fußballspiele der englischen Premier - League -Saison könnten trotz der Topklubs wie der FC Bayern, Real Madrid, der FC Liverpool oder der FC Chelsea haben längst die Fühler nach dem Stürmer ausgestreckt. sport.de

Ein Saison-Abbruch der Premier League würde für die Klubs satte Millionenverluste bedeuten. Allein dem FC Liverpool gingen rund 62 Mio Euro an Schwierige Zeiten für Jürgen Klopp: Eigentlich war der Meister-Titel mit dem FC Liverpool schon so gut wie eingefahrenFoto: Nick Potts / dpa.

Ärger auf der Insel: Liverpool macht sich, Spieler und Trainer Jürgen Klopp, gerade unbeliebt. © AP Ärger auf der Insel: Liverpool macht sich, Spieler und Trainer Jürgen Klopp, gerade unbeliebt.

• Der FC Liverpool, der sich gerne als Fußballfamilie darstellt, schickt wegen der Coronakrise 200 Angestellte in den Zwangsurlaub.

• Der Klub nutzt dafür ein Regierungsprogramm in Großbritannien. Experten und ehemalige Spieler kritisieren das.

• Die Vereinsmaßnahme konterkariert zudem das soziale Engagement der Spieler.

Liverpool vergrault seine Anhänger

"We are Liverpool. This means more" - diesen Leitspruch hat sich der FC Liverpool für seine Imagekampagne im Frühjahr 2018 ausgedacht. Der Slogan basiert auf einem Zitat des legendären Bill Shankly, dessen Wunsch es zu Lebzeiten gewesen war, als selbstloser Mann in Erinnerung zu bleiben - der eine Familie aufbaute, deren Mitglieder mit erhobenem Haupt durch die Straßen gehen können, um zu sagen: "Wir sind Liverpool."

Premier League: FC Liverpool schickt seine Mitarbeiter doch nicht in Zwangsurlaub

  Premier League: FC Liverpool schickt seine Mitarbeiter doch nicht in Zwangsurlaub Nach der tragischen Nachricht um die Mutter von Pep Guardiola gab es in den Sozialen Medien viele Beileidsbekundungen aus der ganzen Welt des Fußballs für den Star-Trainer.

Champions- League -Sieger FC Liverpool hat im Zuge der Coronakrise einige Angestellte in Kurzarbeit bzw. Zwangsurlaub geschickt. Am Freitag hatten sich die Premier - League -Klubs darauf geeinigt, von ihren Profis eine Kombination aus Kürzungen und Stundungen des Gehalts um 30 Prozent zu

Die Premier League 2018/19 war die 27. Spielzeit der Premier League und gleichzeitig die 120. Erstligasaison im englischen Fußball. Die Saison begann am 10. August 2018 mit der Partie von Manchester United gegen Leicester City und endete am 12. Mai 2019.

Als Trainer hat der Schotte mit seinen Erfolgen und seiner sozialistischen Gesinnung den Mythos des Klubs mitbegründet. Voller Stolz erzählte der in Liverpool geborene Vereinsboss Peter Moore, 65, vor sechs Monaten in einem Interview mit der linksliberal orientierten spanischen Tageszeitung El Pais, Fußball habe für Shankly stets aus Zusammenarbeit bestanden. Daher sei der Klub zum Entschluss gekommen, in Worten niederzuschreiben, dass Liverpool eben mehr sei als bloß Gewinnen und Verlieren. Vor den Geschäftsentscheidungen, sagte Moore, frage man sich daher heute immer: "Was hätte Shankly gesagt? Was hätte er getan?"

Der Gemeinschaftssinn, nach dem der Klub handeln möchte, hat er am Wochenende kurzerhand außer Kraft gesetzt - und damit natürlich auch seine Marketingaktion als Schall und Rauch auffliegen lassen. Am Samstagmittag veröffentlichte der Tabellenführer der Premier League ein Schreiben unter dem Titel "Covid-19 Update". Im fünften Absatz gab der Verein bekannt, aufgrund des seit 13. März ausgesetzten Spielbetriebs in der Premier League wegen der Corona-Pandemie einen Teil seiner Mitarbeiter in Zwangsurlaub zu schicken, etwa 200 Angestellte. Was in der verklausulierten Mitteilung unerwähnt blieb: Das Profiteam um Trainer Klopp erhält weiterhin volle Bezüge; in der Vorsaison ließ sich der FC Liverpool die Dienste der Kicker 310 Millionen Pfund kosten. Was hätte zu diesem Vorgehen Bill Shankly gesagt? Was hätte er getan?

Liverpool kehrt Plan für Urlaub nach Rückspiel um

 Liverpool kehrt Plan für Urlaub nach Rückspiel um © Bereitgestellt von Associated Press Liverpools Torhüter Adrian (Mitte unten) kann den Ball nicht retten, da Marcos Llorente von Atletico Madrid im Achtelfinale der Champions League das zweite Tor seiner Mannschaft erzielt Spiel zwischen Liverpool und Atletico Madrid im Anfield-Stadion in Liverpool, England, Mittwoch, 11. März 2020.

Liverpool (dpa) - Die Fans in Anfield sangen lautstark und träumen mehr denn je von der ersten Fußball-Meisterschaft seit 30 Jahren. Ihr FC Liverpool enteilt den Konkurrenten in der Premier League immer mehr, verzückt Fans und Medien.

Live-Ticker: Premier League . Liverpool - Wolverhampton. Vielen Dank für Ihr Interesse an der Premier League und noch einen schönen Sonntag. Seit 19 Uhr spielt Manchester City gegen Sheffield United, dort steht es aktuell noch 0:0. Auch dieses Spiel haben wir für Sie im Angebot - klicken Sie

Als fünfter Verein aus der Premier League nach Tottenham Hotspur, Norwich City, dem AFC Bournemouth und Newcastle United bedient sich jetzt der FC Liverpool am Notfall-Programm der Regierung. Zur Erhaltung von Arbeitsplätzen hat der britische Staat beschlossen, für Unternehmen 80 Prozent des Mitarbeitereinkommens bis zu einer Höhe von 2500 Pfund im Monat rückwirkend ab 1. März für drei Monate zu übernehmen. Das bedeutet, dass nun die Allgemeinheit, die mit ihrem unbändigen Interesse am Fußball überhaupt erst für den Reichtum der englischen Vereine gesorgt hat, auch für die Personalkosten des FC Liverpool aufkommt.

Wohlgemerkt für einen Verein, der erst im Februar einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 42 Millionen Pfund meldete - und ein Jahr zuvor gar mit 125 Millionen Pfund den höchsten Profit ausgewiesen hatte, den je ein Fußballverein innerhalb einer Spielzeit erwirtschaftete. Mit einem Eigenkapital von rund 250 Millionen Pfund gehören die Reds zu den vermögendsten Klubs auf der Welt, ihr Marktwert wird auf knapp zwei Milliarden Pfund beziffert. Dahinter steht die Sportvermarktungsfirma Fenway Sports Group, die ebenso das Baseballteam Boston Red Sox im Portfolio hat und mehrheitlich dem amerikanischen Geschäftsmann John W. Henry gehört. Allein dessen Vermögen wird wiederum auf etwa zweieinhalb Milliarden Pfund geschätzt.

Premier League spielen mit den Klubs um die Spieler im Kampf um die Löhne, wobei Jürgen Klopp und David Moyes Lohnkürzungen vornehmen werden.

 Premier League spielen mit den Klubs um die Spieler im Kampf um die Löhne, wobei Jürgen Klopp und David Moyes Lohnkürzungen vornehmen werden. Die Manager der © ASSOCIATED PRESS Liverpools Manager Jürgen Klopp begrüßt die Fans am Ende des Rückspiels, Achtelfinale, Champions Ligafußballspiel zwischen Liverpool und Atletico Madrid im Anfield-Stadion in Liverpool, England, Mittwoch, 11. März 2020. (AP Photo / Jon Super) Die Manager der Premier League stehen den Klubs im Kampf um die Löhne gegenüber, wobei die Mehrheit bereit ist, dies zu akzeptieren ein vorübergehender Schnitt.

Liverpool mit Pfosten-Pech. "Wir wissen, dass es vorbei ist, wenn wir Punkte lassen", hatte Klopps Gegenüber Pep Guardiola im Vorfeld gesagt und die Partie zum Endspiel für die Citizens erklärt, bei denen Sane in der Startelf stand Liverpool marschiert unaufhaltsam Richtung Premier - League -Titel.

Liverpool , das durch den Treffer von Philippe Coutinho (68.) auf Vorlage von Nationalspieler Emre Can nur verkürzen konnte, kassierte bereits die Leicester spielte mit dem ehemaligen Nationalverteidiger Robert Huth in der Startelf nach fünf Premier - League -Niederlagen in Folge wie ausgewechselt.

Die Maßnahme konterkariert das soziale Engagement der Spieler des FC Liverpool

Den vermutlich einkalkulierten Ansehensverlust versuchte der FC Liverpool mit dem Verweis zu begrenzen, zumindest den Rest des Gehalts für seine Belegschaft übernehmen zu wollen, um finanzielle Einbußen der Angestellten zu vermeiden - aber das änderte natürlich nichts an der Empörung. Unmittelbar nach Bekanntgabe der Entscheidung wendeten sich aufgebrachte Mitarbeiter und ehemalige Spieler gegen den Verein. Neben dem Deutschen Dietmar Hamann, der die Entscheidung als Widerspruch zu Moral und Werten des Klubs geißelte, ging der auf der Insel einflussreiche ehemalige Abwehrrecke Jamie Carragher noch einen Schritt weiter: "Jürgen Klopp hat seit Beginn der Pandemie viel Mitgefühl gezeigt. Und dann ist alles vergessen. Armselig, LFC!"

Gegenüber der BBC klagte ein anonymer Mitarbeiter, der Klub würde seine Angestellten als Familie betiteln: "Ich fühle mich nicht als Familienmitglied, sondern bin enttäuscht. Warum nutzt ein Klub, der jährlich Millionen Pfund umsetzt, ein Regierungsmodell zur Bezahlung der Angestellten aus, wenn andere Betriebe viel größere Not haben?" Eine Antwort auf diese Frage blieb der Verein bislang schuldig.

Chelsea erwägt Optionen für die Sanierung der Stamford Bridge

 Chelsea erwägt Optionen für die Sanierung der Stamford Bridge © Getty Images Stamford Bridge Chelsea hat bestätigt, dass sie ihre Optionen für die Entwicklung der Stamford Bridge prüfen sollen. Die derzeitige Baugenehmigung läuft am 31. März aus. Der Club hatte gewonnen Erlaubnis, die Stamford Bridge auf eine Kapazität von 60.000 zu erweitern, obwohl Berichte vom Mittwoch darauf hinwiesen, dass das Projekt ausgesetzt worden war. Seit der Erteilung der Baugenehmigung im März 2017 wurden jedoch keine Arbeiten an dem Projekt begonnen.

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Live-Ticker: Premier League . Liverpool - Leicester. Damit endet die Berichterstattung der Premier League . Vielen Dank für Ihr Interesse und bis zum nächsten Mal! Jürgen Klopp fährt mit seiner Elf nach der Länderspielpause nach Manchester zu den Red Devils, Leicester empfängt den FC Burnley.

Mit der Maßnahme konterkariert Liverpool das soziale Engagement seines Teams um Kapitän Jordan Henderson, der dabei ist, einen millionenschweren Hilfsfonds mit seinen Kollegen auf die Beine zu stellen, um Notleidenden während der Corona-Krise zu helfen. Dafür verstärkt das bilanzgetriebene Handeln in Liverpool das gegenwertige Gezanke ums Geld in der Premier League: Am Sonntag lehnten die Profis der englischen Liga die Forderung nach einem 30-prozentigen Gehaltsverzicht ab. Ihre Haltung begründete die Spielergewerkschaft PFA mit dem Verweis auf einen daraus resultierenden Verlust von Steuergeldern von etwa 200 Millionen Pfund. Die Klubs fürchten im Fall eines vorzeitigen Saisonendes vor allem eine Teilrückzahlung der TV-Gelder in Höhe von rund 750 Millionen Pfund. Auf Twitter schrieb Oliver Dowden, der Staatssekretär für Digitales, Kultur, Medien und Sport, dass die Leute in Krisenzeiten "keine Kämpfe innerhalb unseres Nationalsports" sehen wollen. So ähnlich hätte das bestimmt auch Bill Shankly gesehen.

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