Sport Piatek oder Cordoba? Labbadia vertraut seinem Bauch

19:20  24 september  2020
19:20  24 september  2020 Quelle:   kicker.de

Hertha-Start mit Fragen, Club-Boss: Raus aus Mittelfeld

  Hertha-Start mit Fragen, Club-Boss: Raus aus Mittelfeld Diese Krux wird Hertha in der neuen Saison begleiten: Die neuen wirtschaftlichen Möglichkeiten garantieren längst nicht das Ende der Mittelmäßigkeit. Den neuen Vereins-Boss reizt genau diese Aufgabe. Trainer Labbadia muss sich zunächst mit Alltagsproblemen rumschlagen.Hertha werde als ambitionierter Club wahrgenommen, «der immer ein bisschen im Mittelfeld der Tabelle verharrt», schilderte Schmidt seine Eindrücke: «Das zu verändern, reizt mich.» Die bald 374 Millionen Euro von Investor Lars Windhorst haben den Blick der Konkurrenz auf Hertha und die eigenen Ansprüche ohnehin verändert.

Gegen keinen anderen Bundesligisten schoss Hertha BSC so viele Tore wie gegen Eintracht Frankfurt. Aber wem Trainer Bruno Labbadia am Freitag im Sturm das Startelf-Ticket ausstellt, ist noch offen.

Es kann nur einen geben: Krzysztof Piatek (l.) und Jhon Cordoba. © Getty Images (2) Es kann nur einen geben: Krzysztof Piatek (l.) und Jhon Cordoba.

Nach dem geglückten Liga-Auftakt mit dem 4:1 in Bremen sagt Bruno Labbadia vor der Heim-Saison-Premiere: "Der gute Start hilft uns. Wir wollen ihn mitnehmen." Mit der Zuweisung der Favoriten-Rolle hat der Hesse, der mehrere Eintracht-Fans unter seinen acht Geschwistern hat, indes so seine Probleme: "Die Eintracht stand in den letzten Jahren zweimal im Pokalfinale und einmal im Europa-League-Halbfinale. Sie hat sich in den letzten Jahren sehr stabil gezeigt und die Abgänge in der Offensive im Vorjahr gut kompensiert. Wir sind noch im Aufbau. Wir haben den Weg noch vor uns, den die Eintracht schon gegangen ist."

Labbadia droht ein Luxusproblem im Sturm

  Labbadia droht ein Luxusproblem im Sturm Hertha BSC hat einen neuen Torjäger: Peter Pekarik, im Hauptberuf Rechtsverteidiger, scheint im Alter von 33 Jahren das Toreschießen für sich entdeckt zu haben. Der Slowake, der seit 2012 das Trikot der Hertha trägt und über die Erfahrung von 189 Erstliga-Einsätzen verfügt, traf nun schon zum zweiten Mal in Serie. Doch nicht nur deshalb droht Labbadia ein Luxusproblem im Sturm. © Picture Alliance Einmal abklatschen, bitte! Hertha-Trainer Bruno Labbadia freut sich mit seinem neuen Stürmer Jhon Cordoba über drei Punkte aus Bremen. "Business as usual" könnte man Pekarik nachsagen.

Der Hertha-Coach, der Mitte Juni beim in Unterzahl zustandegekommenen 1:4 gegen die Eintracht seine erste und bislang einzige Heimniederlage in Berliner Diensten kassierte, erwartet "ein kampfbetontes, robustes Spiel" gegen "eine sehr körperliche Mannschaft".

In Bremen kam Cordoba für Piatek

Mit welchem Personal er in vorderster Reihe Frankfurt attackieren will, wird sich vermutlich erst am Spieltag entscheiden. Neuzugang Jhon Cordoba, der in Bremen als Joker sofort überzeugte und traf, oder Krzysztof Piatek, der in Bremen mit einem Kopfball die Latte traf und auf seine Auswechslung gegen Cordoba nach gut einer Stunde eher ungehalten reagierte - nur einer der beiden wird neben den aktuell gesetzten Dodi Lukebako und Matheus Cunha beginnen.

Kramarics Kritik, Hoeneß' Plan

  Kramarics Kritik, Hoeneß' Plan Nach dem durchaus glücklichen Auftaktsieg für Hoffenheim in Köln hat Matchwinner Andrej Kramaric vor dem Kracher gegen Bayern München ein anderes Gesicht des Teams gefordert. Trainer Sebastian Hoeneß stimmte dem nicht ganz zu. © imago images Matchwinner gegen Köln: Dreierpacker Andrej Kramaric. Wahrscheinlich demonstrieren seine Einlassungen nach Schlusspfiff am besten, warum Kramaric ein Unterschiedsspieler ist. Drei Tore (nach einem Doppelpack im DFB-Pokal in der Vorwoche) beim 3:2 in Köln, Bundesliga-Auftaktsieg mit der TSG Hoffenheim. Dennoch war der Kroate nicht vollauf zufrieden.

"Jhon kann viele Dinge noch nicht verinnerlicht haben, die wir mit den anderen seit Monaten trainiert haben. Aber er bringt uns mehrere Komponenten, die für uns gut sind: seine körperliche Präsenz, seine Läufe in die Tiefe, seine Torgefährlichkeit", sagt Labbadia über ein mögliches Startelf-Debüt des vor neun Tagen für 15 Millionen Euro aus Köln verpflichteten Kolumbianers.

Unterschiedliche Stürmertypen

Es gebe "ein paar Dinge, die sprechen dafür, ein paar dagegen", meint Labbadia und will am Spieltag womöglich auch dem eigenen Bauchgefühl vertrauen: "Jhon war noch nicht so viel dabei. Da muss man abwägen, inwieweit er alle Abläufe kennt. Das ist eine Gefühlssache. Ich bin froh, dass wir diese Situation haben. Wir haben unterschiedliche Stürmertypen, die es uns erlauben, flexibel zu sein."

Die Vorzeichen klingen nicht schlecht. Gegen keinen anderen Klub erzielte Hertha in der Bundesliga mehr Tore als gegen die Eintracht (112), nur gegen den HSV (103) und Borussia Mönchengladbach (101) trafen die Berliner ebenfalls dreistellig. In der Liga ist Hertha seit acht Freitagabendspielen ungeschlagen (drei Siege, fünf Unentschieden).

Kapitän und Mannschaftsrat bei Hertha BSC «sicherlich bald»

  Kapitän und Mannschaftsrat bei Hertha BSC «sicherlich bald» Bayerns Jamal Musiala ist einer der jüngsten Torschützen der Bundesliga-Historie. Das Nachwuchstalent erzielte mit 17 Jahren, 6 Monaten und 23 Tagen gegen Schalke 04 den Treffer zum 8:0-Endstand - nur vier Torschützen waren in der Bundesliga-Geschichte noch jünger.

Berlin erlaubt 5000 "zeitgleich Anwesende"

Und zum ersten Mal in Zeiten der Corona-Pandemie sind wieder Fans im Olympiastadion dabei. 4000 Karten gingen an sie, insgesamt erlaubt die SARS-CoV-2-Infektionsschutzverordnung des Landes Berlin 5000 zeitgleich Anwesende bei Veranstaltungen im Freien. Der Berliner Senat hatte seine Verordnung in dieser Woche nicht modifiziert, sondern wegen der steigenden Fallzahlen unangetastet gelassen, obwohl die Staatskanzleien der Bundesländer in der Vorwoche für eine sechswöchige Testphase eine Auslastung von bis zu 20 Prozent der Sportstätten erlaubt hatten.

Bei einer Olympiastadion-Kapazität von fast 75 000 Plätzen hätte das knapp 15 000 Zuschauer bedeutet. "Wir finden es wunderbar, dass wir das erste Mal nach vielen Monaten wieder vor einigen Zuschauern spielen können", sagt Manager Michael Preetz.

"Das Spiel steht bei 4000 Zuschauern nicht unter dem Aspekt der wirtschaftlichen Betrachtung, das versteht sich von selbst. Es ist völlig in Ordnung, dass es 5000 (inklusive Spieler, Schiedsrichter, Staffs, Delegationen, Medienvertreter, Sicherheitskräfte, Helfer, d. Red.) sind und nicht die mögliche 20-Prozent-Kapazität zu diesem Zeitpunkt ausgereizt wird. Die Gesundheit aller Stadionbesucher steht absolut im Vordergrund. Wir gehen völlig d'accord mit der Entscheidung der örtlichen Behörden. Der Weg zu einem irgendwann wieder vollen Olympiastadion führt über wenige Zuschauer, das haben wir immer gesagt. Insofern werten wir das als sehr gutes Zeichen."

Hertha-Angriff als Edel-Abteilung - Senat bremst Fan-Zugang .
Hertha-Coach Bruno Labbadia spricht im DAZN-Interview über die neue offensive Spielphilosophie seiner Mannschaft und mögliche Neuverpflichtungen. Hertha BSC gegen Eintracht Frankfurt, Freitag ab 20:15, live auf DAZN.

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