Sport Labbadia hofft auf Torunarigha

22:00  28 september  2020
22:00  28 september  2020 Quelle:   kicker.de

Hertha-Start mit Fragen, Club-Boss: Raus aus Mittelfeld

  Hertha-Start mit Fragen, Club-Boss: Raus aus Mittelfeld Diese Krux wird Hertha in der neuen Saison begleiten: Die neuen wirtschaftlichen Möglichkeiten garantieren längst nicht das Ende der Mittelmäßigkeit. Den neuen Vereins-Boss reizt genau diese Aufgabe. Trainer Labbadia muss sich zunächst mit Alltagsproblemen rumschlagen.Hertha werde als ambitionierter Club wahrgenommen, «der immer ein bisschen im Mittelfeld der Tabelle verharrt», schilderte Schmidt seine Eindrücke: «Das zu verändern, reizt mich.» Die bald 374 Millionen Euro von Investor Lars Windhorst haben den Blick der Konkurrenz auf Hertha und die eigenen Ansprüche ohnehin verändert.

Im Vorjahr entführte Hertha BSC einen Punkt aus München (2:2), am Sonntag schlug die TSG Hoffenheim den FC Bayern (4:1). Das war Anschauungsunterricht, wie der Quadruple-Sieger zu ärgern ist. Aber Berlins Coach Bruno Labbadia sagt vor der Dienstreise nach München: "Da muss alles zusammenkommen."

Hat zwischen 1991 und 1994 in München gespielt - und verlangt von seiner Hertha-Mannschaft nun gegen Bayern volle Konzentration: Berlins Trainer Bruno Labbadia. © imago images Hat zwischen 1991 und 1994 in München gespielt - und verlangt von seiner Hertha-Mannschaft nun gegen Bayern volle Konzentration: Berlins Trainer Bruno Labbadia.

Mit kleiner Besetzung - 15 Feldspieler und die beiden Torhüter Alexander Schwolow und Rune Jarstein - stieg Hertha BSC am Montagnachmittag in die neue Trainingswoche ein.

Labbadia droht ein Luxusproblem im Sturm

  Labbadia droht ein Luxusproblem im Sturm Hertha BSC hat einen neuen Torjäger: Peter Pekarik, im Hauptberuf Rechtsverteidiger, scheint im Alter von 33 Jahren das Toreschießen für sich entdeckt zu haben. Der Slowake, der seit 2012 das Trikot der Hertha trägt und über die Erfahrung von 189 Erstliga-Einsätzen verfügt, traf nun schon zum zweiten Mal in Serie. Doch nicht nur deshalb droht Labbadia ein Luxusproblem im Sturm. © Picture Alliance Einmal abklatschen, bitte! Hertha-Trainer Bruno Labbadia freut sich mit seinem neuen Stürmer Jhon Cordoba über drei Punkte aus Bremen. "Business as usual" könnte man Pekarik nachsagen.

Die Übungsgruppe komplettierte Ex-Profi Malik Fathi (36), Co-Trainer von Herthas U-23-Mannschaft. Arne Maier, der sich am Freitag nach seiner Einwechslung gegen Eintracht Frankfurt (1:3) am Innenband des Knies verletzt hatte, und Javairo Dilrosun (Oberschenkel) fehlten ebenso auf dem Platz wie die tags zuvor im Regionalliga-Team beim 1:0-Sieg gegen den Chemnitzer FC zum Einsatz gekommenen Nils Körber, Luca Netz, Jessic Ngankam, Daishawn Redan und Marton Dardai. Jordan Torunarigha und Mathew Leckie arbeiteten individuell.

Torunarigh-Einsatz? "Wir müssen schauen"

Über Innenverteidiger Torunarigha, der sich in der Schlussphase des Frankfurt-Spiels eine Blessur am Sprunggelenk zugezogen hatte, sagte Trainer Bruno Labbadia: "Bei Jordan ist es eher eine Vorsichtsmaßnahme. Wir müssen die nächsten ein, zwei Tage schauen, wie es sich entwickelt." Die Hoffnung ist groß, dass es der Abwehrspieler, der gegen Frankfurt mit einem fulminanten Vorstoß das einzige Berliner Tor erzwungen hatte (Eigentor von Martin Hinteregger), rechtzeitig zum Bayern-Spiel am Sonntag schafft.

Hertha droht das Piatek-Problem

  Hertha droht das Piatek-Problem Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat Triple-Gewinner Bayern München aufgefordert, seinen Fans von einer Reise zum Supercup ins Risikogebiet Budapest abzuraten.

"Arne klang sehr, sehr positiv"

Flügelspieler Leckie plagen seit der Vorwoche Probleme im Halswirbelbereich, er war gegen Frankfurt ausgefallen. Mit dem verletzten Maier hat Labbadia am Sonntag telefoniert: "Dass er jetzt wieder die gleiche Verletzung bekommen hat, ist blöd. Aber es ist wichtig, da gestärkt herauszugehen. Arne klang sehr, sehr positiv und will so schnell wie möglich zurück."

Gibt die Richtung vor: Hertha-Coach Bruno Labbadia. © imago images Gibt die Richtung vor: Hertha-Coach Bruno Labbadia.

Auch wenn diese Woche mit dem Spiel in München eine gewaltige Herausforderung für die aktuell arg inkonstanten Berliner bereithält, ist die Marschroute für die anstehenden Partien klar. "Wir wollen bessere Spiele als gegen Frankfurt sehen, das können wir definitiv", erklärte Labbadia. "Das haben wir nicht gut gemacht."

Labbadia lobt Bayern in den höchsten Tönen

Seinem Ex-Klub FC Bayern, mit dem er als Spieler 1994 Meister wurde, machte er ein großes Kompliment: "Das ist eine Mannschaft, die phantastische Arbeit in den letzten Jahren geleistet hat - vor allem in der alten Saison. Permanent das Leistungsniveau so hochzuhalten, spricht für mentale Stärke und Qualität."

Kostic am Knie getroffen - Bänder wohl nicht lädiert

  Kostic am Knie getroffen - Bänder wohl nicht lädiert Das zweite Bundesliga-Spiel für Frankfurts Filip Kostic in dieser Saison dauerte nur wenige Minuten. Bei der Auswärtspartie bei Hertha BSC musste der Linksfuß schon nach einer Viertelstunde verletzt vom Platz. © imago images Bitterer Zusammenprall mit Jordan Torunarigha: Frankfurts Filip Kostic schied in Berlin verletzt aus. Offensivwirbler Kostic war in der Anfangsphase am Freitag mit dem Berliner Abwehrspieler Jordan Torunarigha am gegnerischen Fünfer zusammengekracht, als dieser den Ball aus der Gefahrenzone grätschte.

Dass Europa-League-Sieger FC Sevilla den Bayern im europäischen Supercup in Budapest am Donnerstag erheblich zusetzte (2:1 erst nach Verlängerung) und die TSG Hoffenheim am Sonntag den Münchnern gar die erste Niederlage im Jahr 2020 zufügte, hat man in Berlin aufmerksam registriert. Aber allzu viele Rückschlüsse lassen sich nach Labbadias Worten nicht daraus ziehen. Hoffenheim habe "eine sehr gute Leistung abgeliefert und sich ins Spiel reingearbeitet. Aber man hat gemerkt, dass bei Bayern der eine oder andere Spieler gefehlt hat - und man hat auch die 120 Minuten vom Donnerstag gemerkt."

Labbadias Ansatz gegen Bayern

Mehr als auf den Gegner richtet sich in Berlin der Blick ohnehin aufs eigene Spiel, das gegen Frankfurt an beiden Enden des Feldes erhebliche Mängel aufwies. "Gegen Bayern ist nicht nur die Organisation sehr, sehr wichtig, sondern auch das, was du mit dem Ball machst, wenn du ihn erkämpft hast", so Labbadia. "Wir werden ihn nicht so oft haben wie in einem normalen Spiel, aber trotzdem müssen wir auch mit Ball einiges machen." Bayern habe selbstredend "die höhere Qualität, aber wir gehen immer mit der Absicht ins Spiel rein, es zu gewinnen". Am Plan wird Labbadia in dieser Woche feilen, "und dann müssen wir sehen, wie wir es hinbekommen".

Labbadia: "Der Markt ist nicht mehr gesund"

  Labbadia: Hängepartien, geplatzte Hoffnungen, überteuerte Forderungen: Für Hertha BSC wird die ersehnte Komplettierung des Kaders zur Geduldsprobe. Manager Michael Preetz sagt: "Wir sind immer noch mitten in der Pandemie. Aber davon spürst du auf dem Transfermarkt nichts."Bruno Labbadia hatte die passende Miene zum Inhalt seiner Aussagen aufgesetzt, er blickte erkennbar mürrisch drein. "Fakt ist, dass wir uns die Transferperiode anders gewünscht haben", sagte Herthas Coach in der Pressekonferenz am Freitag. "Egal, bei welchem Spieler du anfragst, selbst wenn er gerade mal ein halbes Jahr gespielt hat und du ein Talent in ihm siehst - er kostet 10 oder 15 Millionen. Das ist einfach nicht normal.


Video: Zahlen, bitte! Der Bundesliga-Check nach dem 2. Spieltag (SID)

Preetz braucht Stressabbau, Hertha-Hoffnung Guendouzi .
Hertha BSC will nach oben. Doch der Weg ist mühsam. Die Berliner wollen nicht den Eindruck erwecken, ein Verlierer der schwierigen Transferzeit zu sein. Manager Preetz fällt das leichter als Trainer Labbadia. Hoffnungsträger ist ein französischer Frechdachs.«Wir hatten einiges anders vor. Aber wir haben klare Vorgaben aufgrund der Situation, die in der Welt herrscht, die auch in der Bundesliga herrscht», sagte Labbadia zur Transferbilanz, die ihm inmitten der Corona-Krise längst nicht alle erhofften Kandidaten für den angestrebten Aufschwung Richtung Europacup-Plätze gebracht hatte.

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