Sport Vom Kaffee-Tisch ins Cockpit! Hülkenbergs irres F1-Comeback

23:35  10 oktober  2020
23:35  10 oktober  2020 Quelle:   sport1.de

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Nico Hülkenberg bekommt beim Heim-Grand-Prix am Nürburgring unerwartet seine Chance. Vorbereiten kann er sich auf die Fahrt im Racing Point aber nicht.

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Eigentlich hatte Nico Hülkenberg an diesem Wochenende etwas ganz anderes vor.

Noch am Samstagvormittag genoss der 33-Jährige in der RTL-Lounge in Köln einen Kaffee und bereitete sich auf seinen Einsatz als TV-Experte beim Eifel-Grand-Prix am Sonntag vor (Formel 1: Großer Preis der Eifel am Sonntag ab 14.10 Uhr im LIVETICKER).

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Um ziemlich genau elf Uhr änderte sich jedoch alles.

"Plötzlich kommt ein Anruf von Otmar (Szafnauer, Anm. d. Red.). Er sagt mir, dass ich mich auf die Socken machen soll, besser jetzt als in fünf Minuten. Und der Rest ist Geschichte. Es war noch wilder als beim letzten Mal, muss ich gestehen. Das war das Comeback 2.0", erklärte der deutsche F1-Star.

Alles zur Formel 1 und zum Motorsport-Wochenende im AvD Motorsport Magazin mit Helmut Marko und Christian Danner am Sonntag ab 21.45 Uhr und wöchentlich LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM

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Sofort raste der Deutsche zum nur eine Stunde entfernten Nürburgring und sicherte sich mit einem negativen Corona-Schnelltest sein Ticket für seinen nächsten Formel-1-Einsatz. Viel Zeit blieb dem 33-Jährigen für all dies nicht. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Auto bleibt mit laufendem Motor stehen

Hülkenberg war so in Eile, dass er bei seiner Ankunft an der Rennstrecke sein Auto mit laufendem Motor stehen ließ und nicht einmal die Fahrertür schloss.

Dass er dann überhaupt anständig im rosa Flitzer Platz nehmen konnte, verdankte er der Racing-Point-Crew, die Hülkenbergs angepassten Sitz seit seinem ersten Engagement stets zu jeder Rennstrecke mit hinnimmt.

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  „Ein Sprung ins Eisbad“ - Nico Hülkenberg im Interview Nico Hülkenberg ist der perfekte Edelreservist. Wir haben uns mit dem Rheinländer über den verrückten Einsatz am Nürburgring unterhalten, den Anruf von Helmut Marko und seine Aussichten als Stammfahrer für 2021.Hülkenberg: Ja, schon noch schwieriger. Ich hatte zwar die Silverstone-Erfahrung im Hinterkopf, und es war das gleiche Team, im Prinzip das gleiche Auto, aber es hatte sich halt doch etwas verändert seit meinen zwei Einsätzen in Silverstone. Es ist eine andere Rennstrecke. Direkt rein in die Qualifikation, das ist kein Sprung ins kalte Wasser, das ist ein Sprung in ein Eisbad. Es war mir von vornherein klar, dass ich nicht über den letzten Startplatz hinauskommen werde.

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Lenkung am Racing Point anders

Ohne eine einzige Trainingsrunde musste sich der Deutsche dann im Qualifying beweisen. "Ich musste schon einmal nachdenken, weil es natürlich so ganz ohne Vorbereitung wirklich keine einfache Geschichte ist. Aber am Ende des Tages bin ich Rennfahrer und Profi. Das ist mein Job und wenn sich so eine Möglichkeit ergibt, muss man sie beim Schopf packen", erklärte Hülkenberg.

Allzu einfach verlief die Quali dann aber nicht. Nach zwei Monaten ohne Fahrpraxis in der Königsklasse hatte Hülkenberg mit dem Boliden durchaus seine Schwierigkeiten. "Die Lenkung ist völlig anders [als in Silverstone], weil das Team da zwischenzeitlich entwickelt hat. Die Lenkübersetzung ist eine andere. Da musste ich mich schon umstellen und mich dran gewöhnen. Zu Beginn war es ein ziemliches Geeiere", gab er im Anschluss zu.

Nach kurzen Aufwärmrunden musste Hülkenberg liefern.

Startplatz 20 für Hülkenberg

Wirklich gelingen wollte ihm dies jedoch nicht. Mit einer halben Sekunde Rückstand auf Platz 15 (für Q2 nötig) wurde der Emmericher Letzter. Grämen musste er sich deswegen aber nicht.

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Mit jeder absolvierten Runde konnte er seine Zeit deutlich verbessern und auch von Sky-Experte Ralf Schumacher bekam er Zuspruch. "Wenn das jetzt wirklich glatt gelaufen wäre und er da [aus Q1] herausgekommen wäre, dann wären die anderen 19 Fahrer überbezahlt für das, was sie tun. Er hat zwei Monate nicht im Auto gesessen." (Rennkalender 2020 der Formel 1)

Die fehlende Praxis lässt sich bis zum Rennen am Sonntag nicht aufholen, und auch zaubern kann Hülkenberg nicht. "Man kann nicht die Eisenstange mit der Hand brechen. Wir haben nur die Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen. Es wird die übliche Rennvorbereitung geben wie sonst auch."

Hülkenberg über Comeback glücklich

Den Simulator zur Hilfe nehmen kann er dabei ebenfalls nicht, da dieser sich aktuell in England befindet. "Ich habe jetzt ein paar Runden in der Tasche und ein paar Eindrücke gesammelt. Morgen ist es natürlich mit vollem Tank und im Renntrimm wieder ein bisschen anders", weiß der 33-Jährige.

Auch wenn Hülkenberg beim Rennen nur von Rang 20 aus startet, das unerwartete Comeback erfüllt ihn dennoch mit großer Freude.

"Die Strecke ist nach wie vor top. Es kamen wieder einige Erinnerungen von früheren Zeiten hoch. Ich bin so froh, dass sie im Kalender ist. Ich war so traurig, dass sie ausgerechnet in dem Jahr in den Kalender kam, in dem ich nicht fahren konnte. Von daher bin ich glücklich, dass ich heute doch noch die Chance bekommen habe."

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