Sport DFB-Machtkampf zwischen Keller und Curtius: Zwischen Vertragsauflösung und Misstrauen

13:05  23 oktober  2020
13:05  23 oktober  2020 Quelle:   90min.com

Heftige Löw-Schelte! Hat Matthäus recht?

  Heftige Löw-Schelte! Hat Matthäus recht? Lothar Matthäus wirft Joachim Löw unter anderem taktische Fehler vor. Doch was ist dran an der Kritik? SPORT1-Chefreporter Florian Plettenberg ordnet ein. © Bereitgestellt von sport1.de Heftige Löw-Schelte! Hat Matthäus recht? So deutlich wurde der Bundestrainer selten kritisiert! Nach dem 3:3 im Testspiel gegen die Türkei, es war bereits das dritte Unentschieden in Folge, nahm sich Rekordnationalspieler Lothar Matthäus Bundestrainer Joachim Löw zur Brust. In der Bild polterte der Ehrenspielführer: "Wieder kosteten taktische Fehler von Jogi Löw bei den Einwechslungen den Sieg.

DFB -Generalsekretär Friedrich Curtius wird nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ nicht an der Präsidiumssitzung des Deutschen Fußball -Bundes an diesem Freitag teilnehmen. Hintergrund sind der „SZ“ zufolge tiefgreifende Differenzen zwischen Curtius und DFB -Präsident Fritz Keller .

Geschäftsführer Gropp will diese Vorwürfe nicht kommentieren, bestätigt aber den Machtkampf zwischen Stiftung und Industrie. "Wir waren nicht so naiv zu glauben, dass da nur Gutmenschen mit uns am Tisch sitzen", sagt er. "Aber wir hätten schon erwartet, dass die Zusammenarbeit besser läuft.

Der Deutsche Fußball-Bund kommt nicht zur Ruhe: Intern schwelen Machtkämpfe, die auf grobem Misstrauen und "bestehenden Missverständnissen" fußen - allen voran zwischen DFB-Präsident Fritz Keller und Generalsekretär Friedrich Curtius.

Zerrüttete Fronten beim DFB - speziell zwischen Fritz Keller und Friedrich Curtius | Christian Kaspar-Bartke/Getty Images © Bereitgestellt von 90min Zerrüttete Fronten beim DFB - speziell zwischen Fritz Keller und Friedrich Curtius | Christian Kaspar-Bartke/Getty Images

Am heutigen Freitag sollte es eigentlich zum großen Aufeinandertreffen kommen: Bei der für den Vormittag anberaumten Präsidiumssitzung des Deutschen Fußball-Bundes hätten sich Präsident Fritz Keller und Generalsekretär Friedrich Curtius wiedergesehen - zwischen beiden herrscht inzwischen ein tiefes Misstrauen, das bis hin zu einem internen Machtkampf gipfelt.

DFB-Team: Razzia und Steuerskandale: Welchen Anteil hat der mächtigste DFB-Angestellte an der Krise?

  DFB-Team: Razzia und Steuerskandale: Welchen Anteil hat der mächtigste DFB-Angestellte an der Krise? Nach den erneuten Durchsuchungen wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung ist das Image des DFB schlecht wie nie. In den Fokus gerät da her mehr und mehr der mächtigste Hauptamtliche im Verband. Die Fußball-Kolumne. © Bereitgestellt von SPOX Im Kreuzfeuer der Kritik: Die DFB-Verantowrtlichen Fritz Keller, Friedrich Curtius und Rainer Koch. Das massive Vorgehen der Frankfurter Staatsanwalt am Mittwoch hat bei vielen DFB-Mitarbeitern für nachhaltige Verstörung gesorgt.

Grundrechtsschutz: Erbitterter Machtkampf zwischen Karlsruhe und EU. Vor allem Karlsruhe und Luxemburg liegen derzeit auf Konfrontationskurs. In dem Machtkampf geht es um die Frage, wer was zu sagen hat in der europäischen Rechtsprechung.

Der DFB hat die Partie abgesetzt. Denn Türkgücü München hat beim Landgericht München I per Einstweiliger Verfügung seine Teilnahme an der ersten Runde erwirkt. Das wäre nach Ansicht des Bayerischen Fußball -Verbandes (BFV) der 1. FC Schweinfurt 05 als derzeit Erster der Regionalliga.

Zu dem Treffen wird es nun allerdings nicht kommen. Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass Curtius nicht auftauchen werde. In einem Schreiben an die Präsidiumskollegen erklärte er seine Entscheidung, die auf dem angeblichen Vorschlag fußt, "dass ich an der morgigen Präsidiumssitzung auf Wunsch eines Präsidiumsmitglieds nicht teilnehmen solle". Daran scheint er sich halten zu wollen, wenngleich er im selben Schreiben auf die aus seiner Sicht internen Streitigkeiten beim DFB eingeht und sie zu erklären versucht.

Keller und Curtius beim DFB zerstritten - Konflikt durch Steuerskandal angetrieben

Ein Ablauf, der derzeit im großen Rahmen dafür sorgt, dass das offenbar zerrütte Verhältnis an der DFB-Spitze immer deutlicher zu erkennen ist. Keller, seit inzwischen 13 Monaten als Präsident im Amt, soll mit Curtius sowie mit Vizepräsident Rainer Koch und Schatzmeister Stephan Osnabrügge gebrochen haben. Auch gegen die drei Letztgenannten richtet sich das aktuelle Strafverfahren mit Vorwurf der Steuerhinterziehung. Auch wenn zuletzt etwas Feuer aus der Thematik genommen wurde, als es darum ging, dass das aktuelle Trio womöglich keine Schuld treffe, sind die Fronten verhärtet.

Nach Vertragsauflösung in Mainz: Schwarz heuert in Moskau an

  Nach Vertragsauflösung in Mainz: Schwarz heuert in Moskau an Trainer Sandro Schwarz wird ab sofort Dynamo Moskau trainieren. Der 41-Jährige hat seinen Vertrag beim FSV Mainz 05 am Mittwoch aufgelöst. © Bereitgestellt von sport1.de Nach Vertragsauflösung in Mainz: Schwarz heuert in Moskau an Rund ein Jahr nach seinem Ende beim FSV Mainz 05 wird sich Sandro Schwarz dem russischen Topklub Dynamo Moskau anschließen.Der 41-Jährige löste seinen bis 2022 laufenden Vertrag beim FSV am Mittwoch endgültig auf. In Moskau läuft sein Kontrakt ebenfalls bis 2022.

Für DFB -Präsident Fritz Keller hat das Thema Rassismus oberste Priorität. «Dass wir als Fußball alles daransetzen, gegen Rassismus, Ausgrenzung und Diffamierung aufzustehen, ist vielleicht das wichtigste Thema derzeit», sagte er bei einer Experten-Anhörung zum Rassismus in der Frankfurter

DFB -Pokal. Womöglich ein Eigentor, vielleicht erwischt es beide Streithähne. In der Führungsetage der Fußball GmbH, die wenigstens in einem Punkt Einheit demonstriert und zum Reizthema verabredungsgemäß schweigt, wird der Gedanke des Tabula-rasa-machens ernsthaft diskutiert.

Friedrich Curtius (li.) und Rainer Koch (re.) genießen kein Vertrauen seitens Fritz Keller | Simon Hofmann/Getty Images © Simon Hofmann/Getty Images Friedrich Curtius (li.) und Rainer Koch (re.) genießen kein Vertrauen seitens Fritz Keller | Simon Hofmann/Getty Images

Die SZ berichtet weiter, dass Keller die Vertragsauflösung von Curtius gefordert habe. Auf Anfrage habe der DFB diesen Wunsch nicht verneint, sondern erklärt, derartige Spekulationen nicht kommentieren zu wollen. In seinem Schreiben führte der Generalsekretär aus, er habe "gemeinsam mit Fritz Keller versucht, bestehende Missverständnisse zu bereinigen. Leider haben wir in dem Gespräch noch keine belastbare Lösung gefunden." Die Gräben sind offenbar so tief, dass sogar eine Mediation - also eine Vermittlung zwischen den Seiten mit neutralen Beisitzern - vorgeschlagen wurde, um "bestehende Missverständnisse und Dissonanzen auszuräumen".


Video: Österreich verschärft Corona-Maßnahmen (Euronews)

Curtius weiter: "Niemand von uns sollte persönliche Befindlichkeiten über das Wohl der Organisation stellen." Ein klarer Fingerzeig in Richtung Keller, der sich augenscheinlich eine fortlaufende Arbeit mit dem Generalsekretär nicht mehr vorstellen kann. Aufgrund dieses immer weiter wachsenden Machtkampfes stand dieser Tage sogar das potenzielle Stellen der Vertrauensfrage seitens des Präsidenten im Raum, um entweder gestärkt aus der heutigen Sitzung zu gehen, oder einen Schnitt unter den internen Ärger zu machen.

DFB-Präsident Keller «unzufrieden» mit Einjahresbilanz

  DFB-Präsident Keller «unzufrieden» mit Einjahresbilanz Fritz Keller hat seine nunmehr gut einjährige Amtszeit als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes selbstkritisch bewertet. «Ich bin unzufrieden mit dem, was ich von meinen Zielen beim DFB bisher erreicht habe», sagte der DFB-Chef dem Nachrichtenmagazin «Focus». Bei der Aufklärung der Sommermärchen-Affäre um die WM 2006 und die verschwundenen 6,7 Millionen Euro habe der Verband zwar Fortschritte gemacht. «Wir müssen aber bei den Reformen insgesamt in der Geschwindigkeit zunehmen», forderte der 63 Jahre alte Winzer.Der DFB müsse Haltung zeigen und sich auch Themen der ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit zuwenden.

DFB -Pokal. Live-Ticker.

: Wie sich der Machtkampf zwischen Seehofer und Merkel zuspitzt.

Der Schein trügt: Curtius und Keller im zerrütteten Verhältnis | Thomas Lohnes/Getty Images © Thomas Lohnes/Getty Images Der Schein trügt: Curtius und Keller im zerrütteten Verhältnis | Thomas Lohnes/Getty Images

Somit scheint derzeit keine Aufklärung und Aussprache in Sicht zu sein, auch wenn Curtius zudem betonte, dass er davon überzeugt sei, dass die Ermittlungen demnächst eingestellt werden würden. Seine Ämter würde er dennoch zur Verfügung stellen, sollte er "wegen irgendeiner Verfehlung während meiner Tätigkeit beim DFB verurteilt werden".

Keine Besänftigung für Keller und seine Fürsprecher. Der Konflikt, zusätzlich angetrieben von den Vorwürfen der Steuerhinterziehung, wird bleiben und das Image des DFB weiter beschädigen. Während Friedrich Curtius laut SZ einige Unterstützer in der Mitarbeiterschaft hat, sollen etwaige Denkmodelle, was die mögliche Zukunft des Posten des Generalsekretärs, oder sogar des Präsidenten, durchgespielt werden. Sollte sich die 'Keller-Seite' schlussendlich durchsetzen, scheint Samy Hamama, sein persönlicher Referent, ein Kandidat auf das Amt als Curtius-Nachfolger sein.

Verschläft Frankfurt am Ende Europa? .
Mats Hummels erzielte bei Borussia Dortmunds 2:0-Sieg gegen Arminia Bielefeld beide Treffer. Der Abwehrchef musste jedoch verletzt ausgewechselt werden und Trainer Lucien Favre gab noch keine Entwarnung.

usr: 11
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