Sport «Geisel der Politik»: Sport fürchtet neue Corona-Auflagen

18:25  27 oktober  2020
18:25  27 oktober  2020 Quelle:   msn.com

NFL-Hammer! Jets entlassen Star-Running-Back Bell

  NFL-Hammer! Jets entlassen Star-Running-Back Bell Die New York Jets entlassen Le'Veon Bell. Der Running Back enttäuscht mit seinen Leistungen und verärgert Headcoach Adam Gase. © Bereitgestellt von sport1.de NFL-Hammer! Jets entlassen Star-Running-Back Bell New York Jets haben Le'Veon Bell entlassen.Damit endet eine 19-monatige Zusammenarbeit, die von Enttäuschungen und leeren Versprechungen geprägt war. Der Running Back, der 2019 als Free Agent zu den Jets kam, hatte mit Trainer Adam Gase nie ein gutes Verhältnis. Gase sprach sich sogar von Anfang an gegen die Vertragsunterzeichnung aus.

Die Ängste und Sorgen im deutschen Sport werden immer größer. Nach drastisch limitierten Zuschauerzahlen in den Stadien und Hallen wächst nun die Furcht vor erneuten gravierenden Corona-Einschränkungen.

Die Basketball-Bundesliga würde gerne mit Zuschauern statt vor leeren Rängen den Spielbetrieb starten. © Matthias Balk/dpa-Pool/dpa Die Basketball-Bundesliga würde gerne mit Zuschauern statt vor leeren Rängen den Spielbetrieb starten.

«Wenn der Sport als Geisel der Politik hinhalten muss, wird es ans Eingemachte der Vereine und Verbände gehen», sagte Ingo Weiss, Sprecher der Spitzenverbände und Präsident der Basketballer, vor dem Gipfel von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten an diesem Mittwoch. Ein möglicher erneuter Lockdown würde den Sport «an seinen Wurzeln» treffen.

Patriots mit nächstem Corona-Fall - Broncos-Match in Gefahr

  Patriots mit nächstem Corona-Fall - Broncos-Match in Gefahr Gerade erst sind bei den New England Patriots drei Spieler - darunter Cam Newton - nach Corona-Erkrankungen ins TRaining zurückgekehrt. Nun gibt es den nächsten Fall. © Bereitgestellt von sport1.de Patriots mit nächstem Corona-Fall - Broncos-Match in Gefahr Und der nächste!Gerade erst hat bei den New England Patriots wieder so etwas wie Normalität Einzug gehalten. Star-Quarterback Cam Newton sowie Corner Stephon Gilmore und Bill Murray, Defensive Tackle im Practice Squad, sind nach ihren Corona-Erkrankungen wieder ins Training zurückgekehrt.

Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, mahnte Entscheidungen mit «Augenmaß» und «Fingerspitzengefühl» an. «Gerade in der nun bevorstehenden schwierigen Phase kann und wird der Sport weiterhin Teil der Lösung und nicht des Problems sein», sagte er. Auch in den Fußball-Bundesligen wächst die Sorge, durch einen möglichen Ausschluss von Zuschauern viele Fans ganz zu verlieren.

«Jede neue Einschränkung würde auch wieder Auswirkungen auf den Sport haben», sagte Dagmar Freitag, Sportausschussvorsitzende des Bundestages. Bei aller berechtigten Sorge um die Gesundheit der Bevölkerung könne man festhalten, dass Sportveranstaltungen «unauffällig in Bezug auf Infektionszahlen» gewesen seien. «Aber ich sehe auch die Schwierigkeit, Sonderregelungen für den Sport zu rechtfertigen, wenn andere Bereiche möglicherweise wieder mit starken Einschränkungen konfrontiert werden», meinte die SPD-Politikerin.

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  Coronavirus in Deutschland: Gesamtes Ruhrgebiet gilt als Risikogebiet Auf einer Karte des RKI zieht sich ein durchgehender roter Streifen von Aachen bis Bielefeld. Für inländische Reisende gelten nach einem Gerichtsbeschluss auch in Mecklenburg-Vorpommern keine Beherbergungsbeschränkungen mehr.• Ein Gericht kippt die Beherbergungsbeschränkungen für inländische Reisende in Mecklenburg-Vorpommern.

Dies sieht Weiss anders. «Ich glaube, dass die Sportfans in so einer Situation vielleicht disziplinierter und achtsamer sind als die bei einem Rockkonzert», sagte er. «Ein Lex Sport hilft deshalb auch den anderen Organisatoren von Veranstaltungen, wenn sie die Konzepte des Sports als Blaupause, wie man Zuschauer zulassen kann, nehmen.»

Falls die Politik wegen der sprunghaft steigenden Infektionszahlen die derzeit zulässige Zuschauerkapazität von maximal 20 Prozent verringern oder gar ein vorläufiges Verbot von Sportevents aussprechen sollte, befürchten vor allem die Teamsport-Ligen erhebliche Auswirkungen. «Die Lage ist angespannt. Wenn wir weiter zurückgeworfen werden, sind wir ratlos. Es geht um sehr viel für uns», sagte Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga.

Da der Sport nicht zu den hohen Infektionszahlen beitrage, hofft der 55-Jährige wie die gesamte Branche darauf, dass dem Rechnung getragen werde und «Entscheidungen nicht auf Basis von Symbolen getroffen werden». Schließlich habe die Pandemie schon jetzt wirtschaftliche Spuren hinterlassen: «Ein, zwei Geisterspiele sind zu verkraften, danach geht es an die Substanz.» Selbst die Variante mit 20 Prozent der Zuschauer koste mehr Geld, als sie einbringe.

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  Tempo oder Sorgfalt: Politik und Wissenschaft in Corona-Zeiten Noch nie ist in Deutschland so viel auf die Wissenschaft gehört worden wie während der Corona-Pandemie. Das Verhältnis von Forschern und Politikern ist aber ein schwieriges. Gedanken von Jens Thurau. © Fabrizio Bensch/dpa/picture-alliance Provided by Deutsche Welle Bundespressekonferenz in Berlin, zu Beginn der Pandemie im Frühjahr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat mehrere Experten mitgebracht zur dieser Veranstaltung: Christian Drosten ist dabei, der Virologe von der Berliner Uniklinik Charité, der schon bald bundesweite Berühmtheit erlangen soll.

Dennoch ist der Geschäftsführer der Basketball-Bundesliga für eine Verlängerung der Ende des Monats auslaufenden Testphase mit Zuschauern. «Ich denke, das würde absolut Sinn machen», sagte Stefan Holz. Die Basketball-Bundesliga will mit ersten Punktspielen am 6. November in ihre neue Saison starten - gern mit Fans. «Wir haben Konzepte vorgelegt und gezeigt, dass diese funktionieren.»

Sollte die Politik in dieser Woche strengere Maßnahmen beschließen, sei das Mindeste, dass der Spielbetrieb fortgesetzt werden kann. «Das ist die absolute Baseline. Sonst können wir den Laden dicht machen», so Holz. Im Falle eines dauerhaften Zuschauerverbots sei der Sport auf finanzielle Unterstützung durch die Politik angewiesen.

Dass die Restriktionen am Sport wohl nicht vorbeigehen werden, zeigen auch die drastischen Kontaktbeschränkungen in Schleswig-Holstein, wo sich von diesem Wochenende an nur noch maximal zehn Personen treffen dürfen. Die Regel gilt auch für den Amateursport, der Profisport ist ausgenommen.

«Wenn man sagt, dass wir mittel- oder vielleicht langfristig mit der Pandemie leben müssen, dann hat der Profisport gerade dafür geeignete Hygienekonzepte entwickelt», sagte Gernot Tripcke, Geschäftsführer der Deutschen Eishockey Liga. «Wenn die Politik aber Zuschauer verbietet, entzieht sie dem Profisport die Basis zum Überleben.»

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Trotz blanker Existenzängste und finanzieller Verluste mühen sich Amateur- und Profivereine sowie -verbände abseits des Fußballs, einen Wettkampf- und Spielbetrieb zu organisieren. «Wir müssen uns stärker Themen wie Mitgliederbindung annehmen. Wir dürfen keine ganze Generation verlieren», appellierte Turner-Präsident Alfons Hölzl.

Auch der Fußball wehrt sich gegen einen möglichen erneuten Total-Ausschluss der Fans. «Wir sind uns alle darin einig, dass der Kampf gegen die Pandemie entschlossen und konsequent geführt werden muss, aber auch zielgerichtet und sachgerecht», so Axel Hellmann, Vorstandsmitglied von Eintracht Frankfurt. «Deswegen halten wir die Praxis des Zuschauerausschlusses - nicht nur im Profifußball - dauerhaft für den falschen und nicht mehr verhältnismäßigen Weg.»

Auf das kommende Fußball-Wochenende dürften sich die Beschlüsse von Kanzlerin und Länderchefs nicht auswirken. Dennoch sind bereits an einigen Spielorten Beschränkungen verfügt worden. In Berlin sollen bei den Heimspielen von Hertha BSC und Union Berlin nur noch 500 statt wie bisher 5000 Fans zugelassen werden. Bei Arminia Bielefeld müssen die Tribünen in der Partie gegen Borussia Dortmund leer bleiben. In der 2. Liga finden die Heimspiele von Fortuna Düsseldorf, SC Paderborn und den Würzburger Kickers ohne Zuschauer statt.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann wünscht sich von den Verantwortlichen in der Politik mit «Fingerspitzengefühl zu entscheiden». «Von den 90.000 Vereinen als einzigartigem 'sozialen Tankstellennetz' in Deutschland bis zum Spitzensport haben alle Verantwortlichen bis heute höchst diszipliniert und vorbildlich bei der Bewältigung der Pandemie gewirkt», sagte der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes. Keine der bekannten Infektionsketten sei bislang durch eine Sportveranstaltung ausgelöst.

«Gerade in der nun bevorstehenden schwierigen Phase kann und wird der Sport weiterhin Teil der Lösung und nicht des Problems sein», sagte Hörmann. «Andernfalls besteht für die so wertvolle Vielfalt von Sportdeutschland die Gefahr, dass über Jahrzehnte aufgebaute Strukturen für die Zukunft erheblichen Schaden nehmen oder komplett verloren gehen.»

amerikanischer Staatsbürger, der von US-Spezialeinheiten in Nigeria gerettet wurde, nachdem er als Geisel genommen worden war, sagen Beamte .
© Bereitgestellt von INSIDER Adél Békefi / Getty Images Ein amerikanischer Staatsbürger, der in Nigeria von einer Gruppe bewaffneter Männer als Geisel gehalten wurde, wurde am frühen Samstag gerettet. sagte der Chefsprecher des Pentagon in einer Erklärung. Der amerikanische Staatsbürger ist in Sicherheit und laut Sprecher wurden während der Operation keine US-Militärangehörigen verletzt.

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