Sport Schuster über Maradona: Lattek stolperte über die Bus-Affäre

15:40  28 november  2020
15:40  28 november  2020 Quelle:   ran.de

International: Die irre Maradona-Show bei Gimnasia: SPOX vor Ort in La Plata

  International: Die irre Maradona-Show bei Gimnasia: SPOX vor Ort in La Plata Fußball-Idol Diego Maradona ist nach einem Herzstillstand im Alter von 60 Jahren verstorben. Seit September 2019 war Diego Armando Maradona (59) - unterbrochen von zwei Tagen - Trainer des argentinischen Erstligisten Gimnasia La Plata. Er wurde empfangen wie ein Messias, saß während der Spiele auf einem Thron, wurde von den gegnerischen Fans bejubelt und sogar die Autofahrer folgten ihm. Ein Ortsbesuch im Frühjahr 2020. Dieser Artikel erschien erstmals am 5. März 2020.

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© Bereitgestellt von Die Presse. SSC Napoli holte einen Tag nach dem Tod von Diego Maradona einen 2:0-Sieg gegen NK Rijeka. In Andenken an Maradona liefen alle Napoli-Spieler mit der Nummer 10 auf dem Rücken und dem Namenszug der früheren Clublegende ins Stadion ein.

Köln (SID) - Der ehemalige deutsche Fußball-Nationalspieler Bernd Schuster (60), der zwei Jahre lang beim FC Barcelona (1982 bis 1984) zusammen mit Diego Maradona spielte, glaubt immer noch, dass der damalige Barca-Coach Udo Lattek über eine Bus-Affäre im Zusammenhang mit dem argentinischen Superstar gestolpert sei. "Ich denke schon. Diego hatte einfach eine Riesenmacht im Klub. Für Lattek kam Cesar Luis Menotti nach Barcelona, der Weltmeistertrainer von 1978", sagte der Europameister von 1980 der Süddeutschen Zeitung. Am vergangenen Mittwoch war Maradona im Alter von 60 Jahren gestorben.

Schuster spricht über Diego Maradona und Udo Lattek © AFPSIDJORGE GUERRERO Schuster spricht über Diego Maradona und Udo Lattek

Schuster erinnert sich, dass Maradona von Anfang an Probleme mit dem deutschen Cheftrainer hatte: "Ja, Diego kam mit einer Sache nicht zurecht: Fitnesstraining. Zu der Zeit war es ja noch so, dass man vor allem in Trainingslagern in der Früh Fitness und Kraft gebolzt hat und kein Ball auf den Platz kam. Das war tödlich für Diego. Gift!" Mit Ball habe er dagegen stundenlang auf dem Platz stehen können.

Im Himmel

  Im Himmel Mit Diego Armando Maradona ist mehr als nur der einstige "Goldjunge" und Weltmeister von 1986 gestorben. Für Argentinien ist er ein Heiliger. Längst war er in den Olymp aufgestiegen. © imago images Auf dem Höhepunkt: Diego Armando Maradona streckt 1986 den WM-Pokal in die Luft. Es waren seine vielleicht schönsten Tänze. Pur, ganz ohne Hysterie und Größenwahn. Nicht so berühmt wie die im Aztekenstadion gegen England mit den zwei Toren für die Ewigkeit oder ein paar Tage später gegen diesen in hoffnungsvoll grünen Trikots angetretenen Gegner.

Borussia Dortmunds Trainer Lucien Favre erinnert sich an ein Freundschaftsspiel gegen den verstorbenen Diego Maradona . Auch Sportdirektor Michael Zorc stand gegen ihn auf dem Feld.

Wer Diego Maradona in jenem Spiel beobachtet, entdeckt aber auch eine andere Form der Genialität. Ich habe Diego Maradona niemals spielen sehen und bewundere ihn trotzdem als einen der Größten. Wahrscheinlich nennt man sowas Mythos.

Schuster über Maradonas Bus-Affäre bei Barca: "Was bei Diego nicht so gut funktionierte, das war seine Uhr. Bei ihm wurde es schon mal später. Einmal saßen wir im Bus am Camp-Nou-Stadion - und Diego kam nicht. Wir dachten: Puh, mal sehen, was jetzt passiert. Der Flieger ging ja..."

Schuster berichtete, dass Lattek nicht gerade begeistert gewesen sei: "Udo Lattek sagte zum Chauffeur: 'Komm, auf geht's, zum Flughafen!' Da hat der Chauffeur geguckt, nach dem Motto: Was mache ich denn jetzt?" Am Flughafen habe dann alle auf Maradona gewartet, "bis sein Fahrer kam und ihn brachte. Das hat ihm nicht gefallen, das kann man sich ja vorstellen".


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Schuster weiß noch, wie er erstmals mit Maradona bei Barcelona zusammentraf. "Man merkte sofort, dass er genau wusste, wer er war und warum Barca ihn geholt hatte. Er war ja schon als Junge der argentinische Gott. Aber er hat das nicht raushängen lassen. Er hat sich riesig gefreut, bei uns zu sein. Und er hat sofort versucht, eine gute Basis aufzubauen", äußerte Schuster.

Lothar Matthäus: Wie Diego Maradona und ich von Weltcup-Rivalen zu Freunden gingen

 Lothar Matthäus: Wie Diego Maradona und ich von Weltcup-Rivalen zu Freunden gingen Ungefähr zwei Jahre bevor ich 1988 zu Inter Mailand wechselte, besuchten mich drei oder vier Männer aus Neapel an einem Samstagabend in München. © Zur Verfügung gestellt von FourFourTwo Diego Maradona und Lothar Matthäus Ich hatte ein Spiel für die Bayern gegen Köln gespielt und war gegen 21 oder 22 Uhr wieder in München. Mein Management und die Leute aus Neapel saßen alle zusammen in einem italienischen Restaurant.

Liverpool-Trainer Jürgen Klopp erinnerte sich an sein Treffen mit der verstorbenen Fußball-Ikone Diego Maradona . Er verglich die Begegnung mit einer Papst-Audienz.

Alle Menschen wissen, dass man beim roten Licht über die Strasse nicht gehen… 3. In unserer Stadt fahren die Busse schlecht, man … an der Haltestelle immer lange warten.

Im Trainingslager teilten sich der deutsche Star und "Dieguito" ein Zimmer. "Die Gespräche mit ihm waren superinteressant. Wie wir den Fußball gesehen und gedacht haben, wie wir spielen und die Freude am Fußball leben wollen ... Wir waren beide Straßenfußballer, das hat man gemerkt. Ich wusste: Das passt!"

Bei Lattek sei der Fall anders gelagert gewesen, so Schuster: "Auch für ihn war das natürlich ein Riesending - aber schwerer. Als Spieler hatte ich es etwas einfacher, ich konnte mit Diegos Art sehr gut leben."

Aber Lattek als Trainer, noch dazu als deutscher Coach, habe seine Probleme mit den Ausnahmekönner gehabt. Schuster: "Wir beide hatten miteinander keine Probleme, aber ein Unterschied von mir zu Diego war, dass bei ihm das Leben neben dem Fußball nicht so geordnet war. Das hat Udo nicht so einfach akzeptiert."

Maradonas Mitarbeiter im Hinterzimmer von Gimnasia y Esgrima treten massenhaft zurück .
© Bereitgestellt von Daily Mail MailOnline-Logo Der argentinische Club, der zum Zeitpunkt seines Todes von Diego Maradona trainiert wurde, musste am Freitag einen weiteren Schlag hinnehmen, als die Mitarbeiter im Hinterzimmer des Stars massenhaft zurücktraten. "Es ist eine Entscheidung, die wir verstehen und die die Menschlichkeit der Gruppe zeigt, die so gut mit Diego Maradona zusammengearbeitet hat", sagte Gimnasia y Esgrima in einer Erklärung.

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