Sport Streich und das neue Ausscheidungsrennen von Lienhart und Co.

19:11  23 februar  2021
19:11  23 februar  2021 Quelle:   kicker.de

Nach Kopf-Zusammenprall: Entwarnung bei Lienhart

  Nach Kopf-Zusammenprall: Entwarnung bei Lienhart Nach einem Kopf-Zusammenprall in Leverkusen mussten die Freiburger Verantwortlichen bei Philipp Lienhart einen Ausfall befürchten. Doch am Mittwoch trainierte der Österreicher mit der Mannschaft wie auch erstmals wieder ein Langzeitverletzter. © imago images Schmerzhaft: Lucas Alario (l.) und Freiburgs Philipp Lienhart fassen sich an die Köpfe. Nach dem 2:1-Coup am Sonntagabend in Leverkusen, der Regenerations- respektive Spielersatzeinheit am Montag und einem für die Profis freien Dienstag startete der Sport-Club am Mittwoch die Vorbereitung auf das Spiel gegen RB Leipzig am Samstag.

Eine eingespielte Dreierkette war einer der Freiburger Erfolgsfaktoren im Winter. Zuletzt veränderte Christian Streich das Abwehrzentrum mehrfach, holte damit aber nur einen Punkt aus zwei Partien. Vor dem Spiel in Leverkusen entbrennt der Konkurrenzkampf unter den Innenverteidigern aufs Neue.

Feste Größe in Freiburgs Abwehrverbund: Philipp Lienhart. © imago images Feste Größe in Freiburgs Abwehrverbund: Philipp Lienhart.

Philipp Lienhart rechts, Keven Schlotterbeck in der Mitte sowie Manuel Gulde links - die Dreierkette im 3-4-3 war ein Hauptgrund für die eindrucksvolle sportliche Wende des Sport-Clubs seit dem 9. Spieltag. In elf Partien hintereinander stand das Trio gemeinsam in der Startelf und hatte einen großen Anteil an der starken Ausbeute in diesem Zeitraum: sechs Siege, drei Remis und zwei Niederlagen. Nur beim 2:2 gegen Frankfurt half Lienhart wegen eines personellen Engpasses auf der Doppelsechs aus, während Gulde und Schlotterbeck zentral im 4-4-2 verteidigten.

Warum Freiburgs drei Dreierketten keinen Erfolg brachten

  Warum Freiburgs drei Dreierketten keinen Erfolg brachten In Bremen setzte der SC Freiburg anfangs auf eine neue, offensivere Systematik. Christian Streich erklärt, warum sich das Risiko nicht lohnte. Dafür klappte das Verteidigen sehr gut, für Abwehr-Stratege Philipp Lienhart auch ein Schlüssel gegen Union Berlin. © imago images Sein 3-3-3-1-Experiment ging nicht auf: Freiburgs Trainer Christian Streich. Streich und seine Trainerkollegen rissen die zuletzt so oft gut harmonierende Doppelsechs auseinander.

Anfang Februar entschied sich das Trainerteam um Streich gegen Dortmund erstmals nach längerer Zeit aus freien Stücken und taktischen Gründen dazu, auf die erfolgreiche Dreierformation zu verzichten - mit Erfolg. Beim 2:1-Sieg über den BVB bildeten Lienhart, der diese Saison noch keine Pflichtspielminute verpasste, und Schlotterbeck die Innenverteidigung, die erst mit Guldes späterer Einwechslung auf drei Mann erweitert wurde.

Im folgenden Auswärtsspiel in Bremen fiel Schlotterbeck mit muskulären Problemen aus, was dem in der ersten, punktemäßig schwachen Saisonphase in der Viererkette neben Lienhart gesetzten Dominique Heintz nach zwölf Ligaspielen Pause wieder ein Startelfmandat verschaffte. Linksfüßer Heintz bot wie im Pokal in Stuttgart (0:1) kurz vor Weihnachten, als er den angeschlagenen Gulde vertreten hatte, eine solide Leistung. Insgesamt stand die SC-Defensive sehr sicher, ließ nur eine einzige Werder-Torchance zu. Mit dem eigenen Aufbau- und Angriffsspiel waren Streich und Kollegen jedoch nicht zufrieden, der als Mittelmann gestartete Gulde tauschte zu Pause mit Lienhart die Rollen. Die Struktur im Spiel wurde besser, es reichte allerdings nur zu einem 0:0.

Streich hätte mit Kohfeldt "nicht tauschen mögen"

  Streich hätte mit Kohfeldt Vor dem Gastspiel in Bremen erwidert SC-Trainer Christian Streich die lobenden Worte von Werder-Coach Florian Kohfeldt. Und er ist gespannt, welche offensiven Lösungen seine Mannschaft gegen die kompakte Bremer Defensive findet. © picture alliance Schätzen sich: Christian Streich und Florian Kohfeldt. Die Sympathie ist gegenseitig. Während Werder-Trainer Florian Kohfeldt in Bremen die gute Form der Freiburger und deren Trainer lobte, sprach Christian Streich vor dem Auswärtsspiel beim SVW (Samstag, 15.30 Uhr) ebenfalls mit großer Wertschätzung über den Gegner und dessen Coach.


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Gegen Union Berlin setzte Streich anfangs wieder auf ein 4-4-2 mit Lienhart und Gulde. Bis zur Pause war der Trainer mit dem Spielaufbau gar nicht zufrieden: "Die beiden seitlichen Stürmer waren tiefer gestanden als Pohjanpalo, da müssen wir es mit den beiden Innenverteidigern, auch im Dreieck mit 'Chicco' Höfler, besser ausspielen." Zur zweiten Halbzeit brachte er Heintz, und stellte auf Dreierkette mit Mittelmann Lienhart um. Während die Maßnahme das Spiel nach vorne belebte, hatten Heintz und Gulde durch verlorene Zweikämpfe ihre Aktien am entscheidenden Gegentor.

Schachzug mit Schlotterbeck ohne Wirkung

Einige Minuten nach dem 0:1 brachte Streich sogar noch den wiedergenesenen Schlotterbeck für Gulde, um mit dem als Mittelmann etablierten Linksfüßer "andere Varianten im Spielaufbau zu haben", wie der 55-Jährige erklärte. Auch wenn dieser Schachzug "ordentlich funktioniert" habe, änderte er nichts mehr an der unterm Strich harmlosen Leistung mit nur zwei Torchancen und der dadurch verdienten Niederlage.

Ausscheidungsrennen für das Leverkusenspiel

Ungeachtet dessen bekamen die SC-Profis wegen der langen Woche bis zum späten Sonntagsspiel in Leverkusen am Montag und Dienstag frei. Ab Mittwoch startet dann aber vor allem im Abwehrzentrum das Ausscheidungsrennen aufs Neue. Kehrt Streich zur erfolgreichen Dreierketten-Formationen zurück? Oder bekommt Heintz wieder eine Chance von Beginn an? Und wenn ja, wer muss dann weichen? Oder sitzen sogar wieder zwei aus dem Quartett auf der Bank, weil es der Trainer gegen einen dominanteren Gegner doch wieder mit einer Viererkette angehen möchte? Am späten Sonntagnachmittag gibt's die Antworten.

Grifo würde "gerne mal wieder zurückspulen" .
Im Schlagabtausch zwischen Hansi Flick und dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach fordert Kevin Kühnert den Bayern-Trainer zu einer Entschuldigung auf. Ihm fehle im Profi-Fußball die Demut, erklärte der SPD-Politiker, schließlich könnten die Fußballer ihrer Arbeit nachgehen.

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